Clamydien beim Mann
  1. Männer erkranken häufiger an Chlamydien
  2. Wie stecken sich Männer mit einer Chlamydiose an?
  3. Welcher Erreger ist für eine Chlamydieninfektion verantwortlich?
  4. Welche Symptome treten bei einer Ansteckung auf?
  5. Was sind die Auswirkungen einer unbehandelten Infektion?
  6. Behandlung von Chlamydien
Clamydien beim Mann
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Männer leiden häufiger unter Chlamydien-Infektionen.
  • Chlamyiden werden in der Regel bei ungeschützem Geschlechtsverkehr übertragen.
  • Die hälfte aller Infektionen bei Männern verläuft ohne Symptome.
  • Unbehandelte Infektionen können zu Entzündungen der Nebenhoden und so zu Unfruchtbarkeit führen.
  • Chlamydien werden in der Regel mit Antibiotika behandelt die von einem Arzt verschrieben werden müssen.

Männer erkranken häufiger an Chlamydien

Chlamydieninfektionen werden oft als typische Frauenerkrankung betrachtet, dabei leiden auch Männer häufiger darunter.

Chlamydieninfektionen sind die häufigste Geschlechtskrankheit bei Männern. Besonders häufig sind sexuell aktive Männer unter 25 Jahren betroffen.

Jedoch machen sich nur bei 50 % der Fälle Symptome wie unangenehmer Ausfluss aus der Harnröhre und Brennen beim Wasserlassen bemerkbar. Das trägt nicht nur dazu bei, dass sich Chlamydien unbemerkt verbreiten, unbehandelt kann die Krankheit schwere Folgen haben. Langfristig können Infektionen zu Entzündungen der Prostata und des Nebenhoden führen und so Unfruchtbarkeit hervorrufen.

Wie stecken sich Männer mit einer Chlamydiose an?

Die Übertragung von Chlamydien erfolgt in der Regel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Neben der vaginalen und analen Übertragung ist es auch möglich, dass der Erreger während des Oralverkehrs über die Mundschleimhaut übertragen wird.

Ein Infektionsrisiko besteht zudem bei der gemeinsamen Benutzung von Sexspielzeug.

Auch der Kontakt der Augenschleimhaut mit infizierten Körperflüssigkeiten kann zur Infektion führen. Eine Übertragung im Schwimmbad, über Erreger im Wasser, die zu einer Bindehautentzündung führt ist zwar auch möglich, erfolgt aber vergleichsweise selten.

Welcher Erreger ist für eine Chlamydieninfektion verantwortlich?

Es existieren mehrere Subtypen des Erregers Chlamydia trachomatis. In Deutschland sind die Typen D bis L verbreitet.

Die Erreger vermehren sich bei Männern vor allem in den Zellen der Schleimhäute der Harnröhre und des Enddarms. Sobald sie in die Zellen eingedrungen sind, platzt die infizierte Zelle innerhalb von 24 bis 36 Stunden und ermöglicht es den Erregern, sich weiter auszubreiten.

Welche Symptome treten bei einer Ansteckung auf?

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Infektion mit dem Subtyp D bis L und dem Auftreten erster Symptome, beträgt zwischen einer und drei Wochen.

Bei vielen Männern verläuft eine Chlamydieninfektion jedoch asymptomatisch, das heißt, es treten keinerlei Krankheitsanzeichen auf.

Wenn Beschwerden auftreten, macht sich die Chlamydieninfektion meist zuerst beim Wasserlassen bemerkbar. Es kann zu Brennen und einem Druckgefühl in der Harnröhre und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. Eitriger oder wässriger Ausfluss aus dem Penis ist ebenfalls ein typisches Anzeichen. Bei einer Infektion im Enddarm können Juckreiz und schleimiger Ausfluss auftreten, im Rachenraum treten nur sehr selten Symptome auf.

Typische Chlamydien-Symptome bei Männern:

  • Schleimig-eitriger Ausfluss

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Schmerzen, Jucken oder Brennen beim Wasserlassen und in der Harnröhre

  • Schmerzen und Schwellungen an den Hoden

Verdacht auf Chlamydien?

Wir bei Fernarzt helfen Ihnen, wenn Sie an Chlamydien leiden. Sie können mit einem unserer ÄrztInnen per Video- oder Telefon sprechen oder ein Rezept per Fragebogen erhalten.

Was sind die Auswirkungen einer unbehandelten Infektion?

Unbehandelt kann die Chlamydieninfektion über die Harnröhre in die Nebenhoden und Prostata aufsteigen und dort eine schmerzhafte Entzündung verursachen. Langfristig können diese Entzündungen zu Unfruchtbarkeit führen.

Außerdem steigt das Risiko einer Ansteckung mit HIV an, wenn gleichzeitig eine unbehandelte Chlamydieninfektion vorliegt.

Mehrere Tage oder Wochen nach Infektion der Harnröhre mit Chlamydien kann es zu einer Zweitinfektion der Gelenke kommen. Wenn davon gleichzeitig die Harnröhre und die Augen betroffen sind, wird vom Reiter-Syndrom gesprochen. Dieses Syndrom kann zusätzlich mit einem Ekzem und Allgemeinsymptomen wie Fieber einhergehen.

Behandlung von Chlamydien

Chlamydieninfektion werden in der Regel mit Antibiotika in Tablettenform behandelt. Diese sind rezeptpflichtigen und müssen daher von einem Arzt verschrieben werden.

Es kann in Folge der Therapie zu leichten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall kommen.

Während der Behandlung sollte von Geschlechtsverkehr Abstand genommen werden. Um den Pingpong-Effekt einer wechselseitigen Ansteckung zu vermeiden, sollten Sexualpartner ebenfalls therapiert werden. Das Risiko für eine erneute Ansteckung kann, vor allem bei wechselnden Partnern, durch die Nutzung von Kondomen gesenkt werden.

Proberöhrchen im Labor, Beschriftung Chlamydien.
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Falls Sie unter Chlamydien leiden, sollten Sie nicht lang warten. Bei Fernarzt können Sie ärztlichen Rat per Telefon- oder Videosprechstunde einholen oder ein Medikament per Fragebogen bestellen

Quellen

  • Bremer et al.: Infektionen mit Chlamydia trachomatis (Sk2-Leitlinie). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.. Stand August 2016. Abgerufen am 19.09.2019.

  • Robert Koch-Institut: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Chlamydiosen_Teil1.html. Abgerufen am 19.09.2019.

  • Lewis et al.: Genital Chlamydia trachomatis Infections Clear More Slowly in Men Than Women, but Are Less Likely to Become Established. J Infect Dis. 2017 Jul 15;216(2):237-244.

  • Danby et al.: Patterns of Extragenital Chlamydia and Gonorrhea in Women and Men Who Have Sex With Men Reporting a History of Receptive Anal Intercourse. Sex Transm Dis. 2016 Feb;43(2):105-9.

  • De Jong et al.: TNF-alpha and TLR agonists increase susceptibility to HIV-1 transmission by human Langerhans cells ex vivo. J Clin Invest. 2008 Oct;118(10):3440-52.

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