Eine Frau, die Juckreiz am Rücken verspürt
  1. Juckreiz ist ein unangenehmes Hautempfinden
  2. Ursachen von Juckreiz: Transmitter und Kratz-Mechanismus
  3. Juckreiz-Behandlung mit Antihistaminika, Salben und Phototherapie
Eine Frau, die Juckreiz am Rücken verspürt

ICD-Code für Juckreiz im Intimbereich: L.29.2 - Pruritus vulvae -

Beim Juckreiz, medizinisch Pruritus genannt, handelt es sich um ein unangenehmes Gefühl am Körper, bei dem die Betroffenen das Verlangen verspüren, die Stelle zu kratzen. Er ist Leitsymptom vieler dermatologischer Erkrankungen, kann jedoch auch im Rahmen internistischer, neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen auftreten. Aus diesem Grund sollte die Herkunft immer abgeklärt werden.

Das Wichtigste im Überblick
  • Ein Juckreiz muss nicht automatisch auf eine schwerwiegende Erkrankung hindeuten. Bei andauerndem Juckreiz oder gesteigerter Intensität sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Die Auslöser reichen von Lebensmittelunverträglichkeiten über Hautinfektionen bis hin zu Nieren- oder Lebererkrankungen.
  • Bei der Behandlung gilt es die primäre Ursache zu finden und diese zu behandeln. Gereizte Hautareale können mit Cortisonsalben oder -cremes behandelt werden, um den Schmerz zu lindern und einer Entzündung vorzubeugen.

Juckreiz ist ein unangenehmes Hautempfinden

Als Juckreiz wird ein unangenehmes Empfinden auf der Haut definiert, das entweder an einer bestimmten Stelle lokalisiert ist oder verteilt, also generalisiert, auftritt. Juckreiz löst immer eine Gegenreaktion des Körpers aus – das Bedürfnis sich zu kratzen.

Generell kann Juckreiz überall am Körper auftreten, wobei auch das Empfinden des Juckreizes individuell unterschiedlich ist. Jeder kennt das Gefühl juckender Kopfhaut im Vergleich zu dem am Rücken, der intensiver wirkt, weil er schwieriger zu erreichen ist und die natürliche Gegenreaktion des Körpers zu kratzen ausbleibt.

Deshalb ist bei der Anamnese eine exakte Inspektion der Haut notwendig. Aber auch die Patientengeschichte kann Aufschluss darauf geben, woher der Juckreiz kommt. In manchen Fällen ist die Ursache psychischer Natur, deshalb lohnt es sich, bei unklarer Ursache auch andere Fachärzte, wie einen Neurologen oder Psychologen, zu Rate zu ziehen.

Es werden allgemein zwei Formen des Juckreizes unterschieden:

Juckreiz durch veränderte Hautareale

  • Der Juckreiz wird durch eine pathologische Veränderung der Haut ausgelöst, wie beispielsweise eine Hautkrankheit.

  • In diesem Fall sollte immer ein Dermatologe aufgesucht werden, um die Ursache zu ermitteln.

Juckreiz auf “normaler” Haut

  • Bei starkem Jucken auf normaler Haut kann es zu Hautschäden kommen.

  • Auch hier sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, um mögliche Ursachen zu ermitteln.

Ursachen von Juckreiz: Transmitter und Kratz-Mechanismus

Die Ursachen von Juckreiz sind noch nicht geklärt. Bislang wird von folgenden Möglichkeiten ausgegangen:

  1. Mechanische/thermische Einflüsse und Kontakt zu einem Mediator, einem Transmitter, der bei einem bestimmten Reiz freigesetzt wird und Symptome auslöst, wie in diesem Fall Juckreiz. Dazu zählen beispielsweise: Allergien gegen Pflanzen, Nahrungsmittel oder Tiere.

  2. Erkrankungen und Medikamente, insbesondere solche, die eine vermehrte Freisetzung dieser Transmitter begünstigen. In Frage dafür kommen beispielsweise Entzündungen der Haut, Stoffwechselerkrankungen oder Nierenerkrankungen.

  3. Gate-Control-Theorie: Dabei geht es um den Mechanismus des Kratzens. Beim Kratzen werden Schmerzreize übermittelt, welche die Weiterleitung bestimmter Stimuli verhindern. Das heißt, dass die Reizung der Haut durch Kratzen den Juckreiz unterdrückt. Bleibt dieser Mechanismus allerdings aus, kehrt der Juckreiz zurück.

Wichtig ist: Bei unklarer Ursache und einer gesunden, normalen Haut, muss der Juckreiz immer ärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu können.

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Juckreiz-Behandlung mit Antihistaminika, Salben und Phototherapie

Die Therapie hängt von mehreren Faktoren ab. Juckreiz muss nicht direkt behandelt werden. Jeder verspürt im Alltag gelegentlich das Bedürfnis sich zu kratzen. Wichtig ist, bei gehäuftem Vorkommen die Ursache zu finden und diese zu behandeln, um dauerhaft eine Verbesserung der Symptomatik zu erzielen.

Offene und gereizte Hautareale können mit Cremes und Salben, die Glucocorticoide enthalten, behandelt werden. Diese wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Wichtig hierbei ist, dass Sie vor Anwendung solcher Cremes immer ärztlichen Rat einholen und sich nicht eigenständig behandeln. Vor allem bei offenen Hautstellen ist Vorsicht geboten.

In manchen Fällen kann auch eine Phototherapie erwogen werden. Die UV-Strahlung der Lampe soll die Zellen des Immunsystems daran hindern, Stoffe auszuschütten, die den Juckreiz auslösen können.

Weiterhin werden auch Antihistaminika verschrieben. Histamin ist ein wichtiger Stoff, der bei einer Entzündungsreaktion eine Rolle spielt, aber auch Juckreiz übermittelt. Die Antihistaminika hemmen die Wirkungen und verhindern so den Juckreiz. Das wird vor allem bei generalisiertem Juckreiz zum Einsatz gebracht.

Die Behandlung braucht einige Tage, um Fortschritte zu zeigen. Sollten sich die Symptome auch dann nicht gebessert haben, muss gegebenenfalls ein neuer Therapieansatz erwogen werden.

Juckreiz vorbeugen mit Ernährung und Pflege

Am besten geht dies, indem Sie bei Unverträglichkeiten die entsprechenden Lebensmittel vermeiden. Gewisse äußere Einwirkungen können ebenfalls zu Juckreiz führen, wie beispielsweise bestimmte Waschmittel, Stoffe oder sogar Kosmetikprodukte. Weiterhin kann trockene Haut auch zu Juckreiz führen. Wenn Sie zu trockener Haut neigen, können Lotionen präventiv eigesetzt werden.

Außerdem sollte Sie bei bekannten Vorerkrankungen darauf achten, dass Sie die Therapie gut unter Kontrolle haben, sodass der Juckreiz nicht erneut auftritt.

Quellen

  • Oberhofer E: Lichttherapie gegen Juckreiz: UV-B nicht mit UV-A kombinieren! ästhet dermatol kosmetol 2017; 9: 18–18.

  • Osthoff DC: Juckreiz: Was dahinter steckt, was hilft. Apotheken-Umschau. 2012. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/juckreiz-was-dahinter-steckt-was-hilft-735909.html (zugegriffen 11. Juni 2021)

  • Pruritus (Jucken). Amboss. 2020. https://www.amboss.com/de/library#xid=hL0cxg&anker=Za1765306fbd1cd9aa3560cb74f4302c0 (zugegriffen 23. April 2020)

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