Erhöhter Puls: So kann man den Puls senken
  1. Wo lässt sich der Puls messen?
  2. Wie wird der Puls gemessen?
  3. Welche Pulswerte sind normal?
  4. Ursachen für Pulsabweichungen
  5. Wann ist ein hoher Puls gefährlich?
  6. Was tun, wenn der Puls zu hoch ist?
  7. Sind Puls und Herzfrequenz dasselbe?
Erhöhter Puls: So kann man den Puls senken

Das Wort Puls kommt aus dem Lateinischen und wird abgeleitet von den Worten “Pulsus” (= Stoß) und “Pulsare” (=klopfen). Der Puls ist ein Maßstab für die mechanische Auswirkung des Herzens auf das umliegende Blutgefäßsystem. Er gibt an, wie oft das Herz sich zusammenzieht, Blut ausstößt und in die Umgebung pumpt.

Das Wichtigste im Überblick
  • Der Puls ist nicht dasselbe wie die Herzfrequenz.
  • Der Puls lässt sich an zahlreichen Stellen am Körper ertasten und messen.
  • Am häufigsten wird er am Handgelenk oder am Hals gemessen.
  • Der Ruhepuls eines Erwachsenen liegt zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute.
  • Viele Faktoren, wie Alter, Gewicht und Lebenssituation können den Puls beeinflussen.
  • Generell sollte bei Pulsabweichungen immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, damit die Ursache ermittelt und schnellstmöglich behandelt werden kann.

Wo lässt sich der Puls messen?

Der Puls lässt sich an verschiedenen Stellen im Körper messen. Überall dort, wo die großen Blutgefäße relativ nah unter der Hautoberfläche verlaufen, kann man ihn ertasten. Dazu gehören:

  • Handgelenk: Radialis- und Ulnarispuls

  • Oberarm: Brachialispuls

  • Hals: Carotispuls

  • Schläfe: Temporalispuls

  • Leiste: Femoralispuls

  • Kniekehle: Poplitealispuls

  • Hinterm Schienbein: Tibialispuls

  • Fuß: Arteria dorsalis pedis

  • Nase oder Unterkiefer: Arteria facialis

  • Achselhöhle: Arteria axillaris

  • Bauch: Aorta abdominalis

  • Schlüsselbein: Arteria subclavia

Puls messen

Wie wird der Puls gemessen?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Traditionell wurde der Puls mit zwei Fingern, dem Zeige- und Mittelfinger, ertastet und über einen bestimmten Zeitraum gemessen, meist für 15 Sekunden, und dann auf eine Minute berechnet, um einen Durchschnittswert zu ermitteln.

Mittlerweile gibt es aber auch technische Geräte, die die Messung übernehmen können und zusätzlich zeitgleich weitere sogenannte Vitalparameter (wichtige Körperwerte) wie die Sauerstoffsättigung (prozentualer Anteil an Sauerstoff) im Blut messen.

Dieses Gerät wird Pulsoxymeter, kurz Pulsoxy, genannt. Dabei wird dem Patienten ein Clip entweder auf einen Finger, meist der Zeigefinger, oder das Ohrläppchen gesteckt, der einen rot leuchtenden Sensor enthält. Dieser Sensor durchleuchtet den Fingernagel oder das Ohrläppchen und fängt sofort mit der Messung an. Er kann vereinfacht die Farbe des Blutes messen, und dadurch Schlüsse über den Sauerstoffgehalt ziehen. Dabei gibt er Echtzeit-Ergebnisse des Pulses an.

Welche Pulsarten gibt es?

Je nach körperlicher Aktivität wird zwischen vier verschiedenen Pulsarten unterschieden:

  1. Ruhepuls: Puls bei absoluter Ruhe.

  2. Bereitschaftspuls: Puls bei Sportlern nach dem Aufwärmen und vor dem eigentlichen Training. Ca. 10 - 20 Schläge höher als der Ruhepuls.

  3. Belastungspuls: Puls direkt nach körperlicher Anstrengung.

  4. Erholungspuls: Puls einige Minuten nach Beendigung körperlicher Anstrengung, wenn sich Belastungspuls wieder normalisiert. Ca. 30 - 40 Schläge unter dem Belastungspuls.

Welche Pulswerte sind normal?

Übersicht: Pulswert nach Alter

Alter Ruhepuls (Schläge/Minute)
bis 1 Jahr 140
bis 2 Jahre 120
bis 4 Jahre 100
bis 10 Jahre 90
bis 14 Jahre 85
Erwachsene 60 - 80
Senioren 80 - 85

Ursachen für Pulsabweichungen

Die Ursachen für einen zu hohen Puls sind zahlreich. Es können Vorerkrankungen in Frage kommen, aber auch akute Krankheitsbilder bis hin zu Verletzungen oder einfach die Lebenssituation.

Ursache für einen zu hohen Puls können u. a. sein:

  • Ungesunder Lebensstil durch Rauchen, Alkohol- und Koffeinkonsum

  • Blutdruckschwankungen

  • Hormonelle Probleme

  • Nebenwirkungen andere Medikamente (Wechselwirkung beachten)

  • Psychischer Stress

  • Genetisch bedingt

  • Übergewicht

  • Blutverlust/Unfälle

  • Infektionen

  • Vorerkrankungen, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion

In diesen Fällen versucht das Herz gegen eine Veränderung mit einem erhöhten Puls entgegenzuwirken.

Auf der anderen Seite kann es auch passieren, dass der Puls zu niedrig ist. Davon spricht man bei < 60 Schlägen pro Minute. Hierbei sollte man aber den Trainingszustand des Patienten beachten, da beispielsweise Leistungssportler häufig nur einen Puls von 45 bis 60 Schlägen/Minute haben.

Ursachen für einen niedrigen Puls können sein:

  • Vorerkrankungen, wie Herzrhythmusstörungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion

  • Drogen- oder Alkoholkonsum

  • Überdosierung von Medikamenten

  • Akute Krankheitsbilder, wie ein Herzinfarkt

  • Störungen des Elektrolythaushalts

In diesen Situationen ist das Herz oft nicht mehr in der Lage dazu, einen anständigen pulsauslösenden Blutfluss zu gewährleisten.

Dies waren nur einige der möglichen Ursachen für einen zu hohen oder niedrigen Puls. In jedem Fall sollten Sie immer einen Facharzt zur weiteren Abklärung und Therapie aufsuchen, da Pulsabweichung dem Körper auf Dauer schaden können.

Erhöhter Puls: So kann man den Puls senken

Wann ist ein hoher Puls gefährlich?

Bei einer anhaltenden Tachykardie in Ruhe, also über 100 Schläge/Minute bei Erwachsenen, arbeitet das Herz dauerhaft mehr, als es gewohnt ist. Diese Mehrbelastung kann für das Herz gefährlich sein. Denn sie kann dazu führen, dass das Herz nicht mehr genügend Blutvolumen auswirft, sodass der Kreislauf beeinträchtigt sein kann. Dies gilt untere anderem auch für einen unregelmäßig erhöhten Puls. Zusätzlich kann die erhöhte Frequenz zu Veränderungen am Herzen führen. Ein erhöhter Puls kann, muss sich aber nicht bemerkbar machen.

Eine anhaltende Tachykardie muss nicht krankhaft oder schädlich sein, sollte aber in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Was tun, wenn der Puls zu hoch ist?

Dass der Puls gelegentlich schneller ist als gewöhnlich, ist ganz normal. Das Herz passt sich an die Belastung des Körpers an und je nachdem wie oft es dieser Belastung bereits ausgesetzt wurde, reagiert es darauf.

Wenn Sie gerade die Treppe zur U-Bahn hoch gesprintet sind, ist es demnach vollkommen in Ordnung, dass der Puls erhöht ist. Wichtig ist, dass er sich wieder normalisiert. Ist das nicht der Fall und Ihr Puls bleibt auch Minuten nach der Belastung genauso schnell, sollten Sie zur Beratung einen Arzt aufsuchen.

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie zunächst durchführen können, um Ihren Puls natürlich zu senken. Dazu gehören:

  • Beruhigen, da innere Unruhe und Stress kontraproduktiv sind

  • Die Belastung stoppen

  • Gleichmäßig ein- und ausatmen

  • Koffein-, Alkohol- und Nikotinkonsum reduzieren

  • Regelmäßige Bewegung

  • Wechselduschen

Helfen diese Maßnahmen nicht, besteht auch die Möglichkeit, den Puls medikamentös zu stabilisieren. Diese Maßnahmen können und sollten aber nur unter ärztliche Aufsicht erfolgen, da hierfür eine ausführliche Diagnostik und Beratung notwendig ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein zu hoher Puls, insbesondere über einen längeren Zeitraum, sollte stets ernst genommen werden. Ist der Puls auch in Ruhe erhöht, sollten Sie unbedingt zur weiteren Abklärung zum Arzt gehen, da das auf ein Problem im Herz-/Kreislaufsystem hinweisen kann.

Zur Orientierung gibt es drei Faktoren, die einen Arztbesuch indizieren:

  1. Ein Ruhepuls von > 100 Schlägen/Minute

  2. Bei Begleitsymptomen, wie Atembeschwerden, Schwindel, Unwohlsein oder Brustschmerzen

  3. Bei unregelmäßigem hohen Puls, also wenn sich beispielsweise mehrmals in den letzten Wochen der Puls plötzlich erhöht hat (Herzrasen), ohne erkenntlichen Auslöser (Stress).

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Sind Puls und Herzfrequenz dasselbe?

Nein. Puls und Herzfrequenz sind nicht dasselbe, auch wenn sie oft synonym verwendet werden. Die Herzfrequenz ist aber im weitesten Sinne teil des Pulses: Der Puls beschreibt die mechanische Auswirkung auf das Blutgefäßsystem, die durch das Ausstoßen des Blutes aus dem Herzen entsteht. Das Ausstoßen des Blutes setzt eine Herzfrequenz voraus, die beziffert, wie oft sich der Herzmuskel zusammenzieht, und im Idealfall das Blut ins Blutgefäßsystem pumpt. Man spricht auch vom sogenannten Pochen an den Gefäßwänden.

Die Herzfrequenz wird in bpm (beats per minute = Schläge pro Minute) angegeben und beschreibt, wie oft das Herz pro Minute schlägt. Auch der Puls wird in Schlägen pro Minute gemessen, was irreführend sein kann. Eigentlich misst man in den Gefäßen die Ausdehnung in Folge auf die Wellen der Verteilung von Blut als Folge des Herzschlags.

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Quellen

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MDR (o. J.), Wann ein hoher Puls gefährlich werden kann, unter https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/hoher-puls-ruhepuls-gefaehrlich-herzrasen-vorhofflimmern-blutdruck-sport-100.html [abgerufen am 09.04.2020]

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Netdoktor (Januar 2014), Blutsauerstoff und Sauerstoffsättigung, unter https://www.netdoktor.at/laborwerte/blutsauerstoff-po2-und-sauerstoffsaettigung-spo2-8420 [abgerufen am 09.04.2020]

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