Asthmaspray
  1. Was ist Asthma?
  2. Wie erkenne ich, ob ich Asthma habe?
  3. Wodurch wird Asthma verursacht?
  4. Wie wird Asthma diagnostiziert?
  5. Wie sollte Asthma behandelt werden?
  6. Was mache ich bei einem akuten Asthmaanfall?
  7. Welche Folgen kann Asthma haben?
Asthmaspray

Was ist Asthma?

Das Wort „Asthma“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Beklemmung“. Für viele Betroffene beschreibt das ihr Gefühl bei einem Asthmaanfall gut. Durch die chronische entzündlichen Erkrankung der Atemwege kommt es anfallsartig zu einem Gefühl der Bedrückung im Brustbereich.

Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizen führt zu den typischen Asthmasymptomen wie Luftnot, Husten und pfeifender Atmung. Bei einem akuten Asthmaanfall kann das Ausatmen unmöglich werden, weil sich die Atemwege verengen.

Asthma ist eine weit verbreitete Krankheit, die in einigen Regionen häufiger vorkommt als in anderen. In Studien wurde beispielsweise herausgefunden, dass in Vietnam circa 1 Prozent der Bevölkerung an Asthma leiden während es in Australien etwa 20 Prozent sind. In Deutschland leiden rund 10 Prozent aller Kinder an mehr oder weniger schwerem Asthma. Unter den Erwachsenen sind es noch circa 7,5 Prozent.

Es wird zwischen mehreren Formen Asthma unterschieden. Diese können wiederum verschiedene Auslöser haben.

  • Allergisches Asthma

  • Nicht-allergisches Asthma

  • Analgetika-Asthma

  • Anstrengungsinduziertes Asthma

  • Eosinophiles Asthma

Allergisches Asthma hängt mit Allergien im Bereich der Atemwege zusammen. In vielen Fällen findet ein sogenannter Etagenwechsel statt. Die Allergiesymptome weiten sich dabei von ihrem primären Auftreten im Nasenbereich auf Bronchien und Lunge aus. Daneben gibt es die nicht-allergische Form und das sogenannte gemischt-förmige Beschwerdebild mit asthmatischen Symptomen.

Nicht-allergisches Asthma wird durch Abwehrreaktionen im Körper ausgelöst. Verantwortlich allerdings nicht Allergene, sondern der Anstieg des Gehalts von Immunglobulin E, einem Antikörper.

Außerdem gibt es noch das Analgetika-Asthma, bei dem die Atemwegsverengung vor allem nach dem Gebrauch von Schmerzmitteln auftritt und die Sonderform des eosinophilen Asthmas.

Asthmaanfälle können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein und von einem leichten Husten bis hin zur schweren Atemnot gibt es viele Formen.2 Häufig stellt sich heraus, dass bereits in der Kindheit Symptome vorhanden waren.

Grundsätzlich lässt sich die Atemwegsverengung durch Asthma rückgängig machen und es kommt nur langsam zu dauerhaften Veränderungen. Starke Anfälle können jedoch sehr gefährlich werden, weshalb Betroffene immer Notfallmedikamente dabei haben sollten.

Wie erkenne ich, ob ich Asthma habe?

Asthma kann bei jedem Menschen anders aussehen und oft gibt es Veränderungen im Krankheitsverlauf eines Betroffenen, also Lebensphasen mit mehr und mit weniger Anfällen. Die Beschwerden gehen zurück und kommen dann wieder.

Das ist auch für die Behandlung der Erkrankung wichtig. Es muss sich immer um eine Langzeittherapie handeln, die vor allem die Prävention gegenüber akuten Anfällen beinhaltet und entzündliche Prozesse im Atemwegsbereich zurückdrängt.

Die wechselnde Intensität der Erkrankung unterscheidet Asthma von anderen Erkrankungen wie beispielsweise der COPD. Bei letzterer kommt es zu einer chronischen Verengung der Atemwege, die nicht rückgängig zu machen ist.

Was sind die allgemeinen Symptome von Asthma?

  • Kurzatmigkeit und Atembeschwerden bei körperlicher Betätigung

  • Häufiges Husten und Räuspern

  • Oft andere vergesellschaftete Erkrankungen wie Neurodermitis oder Rhinitis

Was sieht ein akuter Asthmaanfall aus?

  • Plötzliche, anfallsartige Luftnot

  • Geräusche beim Ausatmen

  • Trockener Husten

  • Engegefühl der Brust

  • Einziehungen am Brustkorb

  • Erstickungsangst

  • Auftreten vor allem nachts oder früh morgens

Es müssen nicht alle Symptome auftreten. Ein Asthmaanfall kann auch nur ein Husten sein. Die Anfälle sind bei jedem Betroffenen anders.

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Wodurch wird Asthma verursacht?

Bis heute ist noch nicht vollständig geklärt, warum manche Menschen Asthma entwickeln. Einige Ursachen stellen die Forschung weiterhin vor Rätsel. Verschiedene Auslöser werden mit Asthma in Verbindung gebracht, die sich wiederum in den unterschiedlichen Asthmaformen widerspiegeln.

Häufige Auslöser

  • Allergien (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare)

  • Infektionen

  • Körperliche Anstrengung

  • Medikamente (vor allem Aspirin)

  • Saures Aufstoßen

  • Kalte Luft

  • Giftige Chemikalien

  • Psychische Faktoren

Bei der allergischen Form sind Allergene wie Pollen, Tierhaare oder ähnliches verantwortlich für die Beschwerden. Der Körper bildet sogenannte IgE-Antikörper gegen diese Allergene. Dadurch kommt es zu den starken Reaktionen. Meistens sind spezifische Antikörper im Labor nachweisbar.

Häufig tritt allergisches Asthma bereits im Kindesalter auf. Das Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern in Deutschland. Oft verschwinden die Symptome während der Pubertät und kehren im Erwachsenenalter zurück.

Es lässt sich eine saisonale (Pollen, Schimmelpilz) von einer nicht-saisonalen Form (Tiere, Hausstaubmilben) unterscheiden. Berufsbedingte Asthmabeschwerden werden vermutlich durch die ständige Aussetzung (Exposition) mit Stoffen die die Atemwege reizen verursacht. Zum Beispiel ist häufig der Mehlstaub bei Bäckern der Grund für die Asthmaanfälle.

Auch Infekte der Atemwege können als Spätfolge asthmatische Beschwerden hinterlassen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Asthmaformen sind jedoch fließend. Saurer Reflux (Rückfluss) aus dem Magen, der die Speiseröhre reizt, kann ebenso zu asthma-artigen Beschwerden führen, da die Atemwege mit betroffen sind.

In einigen Fällen werden auch psychische Faktoren, zumindest als Mitauslöser, vermutet. In diese Richtung gehen das sogenannte Anstrengungsasthma und Formen, bei denen in aufregenden, psychisch belastenden Situationen Asthmabeschwerden auftreten. Dabei wird häufig das Phänomen der Konditionierung beobachtet. Betroffene leiden dabei immer wieder in ähnlichen Situationen unter den Beschwerden.

Auch Arzneimittel können die Erkrankung auslösen. Meistens sind Aspirin oder Betablocker der Grund. Ungefähr 20 Prozent aller Asthmatiker haben eine Atemwegsreaktion nach der Einnahme von Aspirin. Wie kommt es dazu? Aspirin verhindert die Bildung eines Botenstoffs. Die Bausubstanz für diesen Botenstoff wird dann für andere Botenstoffe genutzt, die unter anderem für die allergische Reaktion verantwortlich sind.

Was genau passiert in der Lunge bei einem Asthmaanfall?

Bei einem akuten Asthmaanfall wird der Atemfluss eingeschränkt und das geschieht über vier Mechanismen gleichzeitig:

  • Plötzliches Zusammenziehen der Luftkanäle in der Lunge

  • Anschwellen der Schleimhäute in der Lunge und dadurch Verengung

  • Vermehrte Produktion von zähem Schleim in der Lunge

  • Umbau der Lungenstruktur hin zu engeren Luftkanälen

Diese Veränderungen können größtenteils rückgängig gemacht werden, wenn schnell die richtige Therapie eingesetzt wird.

Wie wird Asthma diagnostiziert?

In der Diagnostik steht die Spirometrie als maßgebliches medizinisches Verfahren zur Verfügung. Dabei werden das Lungen- und Atemvolumen sowie die sogenannte Luftdurchflussgeschwindigkeiten gemessen, um die Lungenfunktion zu bewerten.

Eine entscheidende Messgröße in diesem Kontext ist der sogenannte Peak Flow. Das englische Wort steht in der deutschen Sprache für Spitzenfluss und bezeichnet die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit eines Menschen.

Während der Langzeittherapie müssen regelmäßige Tests zu den Messgrößen durchgeführt werden, um die Entwicklung der Erkrankung zu kontrollieren. Außerdem kann eine Allergensuche unternommen werden, um die Allergene später möglicherweise zu meiden.

Wie sollte Asthma behandelt werden?

Asthma ist nicht heilbar, aber mit den richtigen Medikamenten lassen sich die Asthmaanfälle gut kontrollieren. Das Ziel der Therapie sollte die Verbesserung der Lebensqualität sein. Bei optimaler Therapie ist es möglich, dass Betroffene eine normale körperliche Leistungsfähigkeit haben.

Zur adäquaten Behandlung sind unterschiedliche Medikamente für die dauerhafte Therapie und für den akuten Asthmaanfall wichtig. Das Notfallspray sollte man immer dabeihaben und direkt zu Beginn eines Anfalls nutzen.

Die Asthmatherapie beruht auf mehreren Säulen, die gemeinsam zu einer optimalen Behandlung der Krankheit führen:

  • Medikamente

  • Kontrolle des Krankheitsverlaufs

  • Vermeiden von Auslösern

  • Aufklärung über die Erkrankung

Die Therapie des Asthmas wird in 4 Stufen eingeteilt nach der offiziellen nationalen Versorgungsleitlinie (NVL 2018)7-14:

  1. In Stufe 1 sollte nur im akuten Asthmaanfall ein Inhalationsspray, wie zum Beispiel Salbutamol, verwendet werden. Diese Sprays weiten bei der Inhalation die großen und kleinen Luftkanäle der Lunge wieder, die sich während des Anfalls zusammenziehen.

  2. In Stufe 2 sollte als dauerhafte Therapie ein niedrig dosiertes Kortison Spray hinzukommen. Kortison ist ein sehr vielseitig eingesetztes Medikament und wirkt vor allem antientzündlich, kann aber auch Nebenwirkungen haben. Besonders bei Kindern eignet sich in dieser Stufe aber auch Montelukast, das über einen anderen Mechanismus wirkt.

  3. In Stufe 3 können zur dauerhaften Therapie die sogenannte LABAs hinzu kommen. Auch sie weiten die Luftkanäle auf. Medizinisch werden diese Kanäle in der Lunge Bronchien genannt. Die Behandlung eines akuten Anfalls geschieht weiterhin mit Salbutamol oder einem Kortison-Spray.

  4. In der höchsten Stufe 4 kann dauerhaft mit hoch dosierten LABAs und Kortison gearbeitet werden. Die Akuttherapie bleibt die gleiche.

Die Funktion der Lunge sollte regelmäßig überprüft werden und Anpassungen der Behandlung sollten vorgenommen werden. Es kann dabei zu Verbesserungen und zu Verschlechterungen kommen und eine passende Therapie ist essentiell, besonders im Notfall.

Wie kann Fernarzt bei Asthma helfen?

Zur Behandlung von Asthma können Sie bei Fernarzt im Rahmen einer Online-Behandlung bequem über das Internet ärztlichen Rat oder ein gewünschtes Asthmaspray beantragen.

Was mache ich bei einem akuten Asthmaanfall?

Zunächst sollte ein atemerleichterndes Manöver vorgenommen werden. Bei der Lippenbremse wird gegen die fast geschlossenen Lippen geatmet um so die Druckverhältnisse günstig zu verändern.

Auch bestimmte Positionen können helfen. Beim Kutschersitz werden die Arme seitlich aufgestützt, um die Atemhilfsmuskulatur zu aktivieren.

Die frühzeitige Anwendung eines Inhalations-Sprays ist wichtig. Dafür eignet sich Salbutamol gut. Außerdem kann auch Kortison inhaliert werden. Bei sehr starken Anfällen die Krankenhaus behandelt werden, kann Kortison auch direkt ins Blut gegeben werden. Manchmal ist auch das Einatmen von Sauerstoff nötig. Schwerer Asthmaanfall können sogar lebensbedrohlicher sein und sind daher immer ein Fall für den Notarzt und sollte im Krankenhaus behandelt werden.

Viele Betroffene empfinden Schulungen und Gruppentreffen als hilfreich. Da es eine chronische Erkrankung ist, sammeln Patienten mit der Zeit viel Wissen an und erlernen den Umbang mit der Krankheit. Mit der richtigen Therapie ist die Krankheit so gut zu kontrollieren.

Was kann vorbeugend gemacht werden?

Wenn Allergene bekannt sind, können diese vermieden werden. Es gibt auch spezielle Allergietests, mit denen die Allergene genau bestimmt werden können. Viele Asthmatiker entwickeln ein Gefühl für die Auslöser ihrer Asthmaanfälle.

Rauchen ist ein besonderer Risikofaktor. Es schädigt die Atemwege und erhöht die Anfälligkeit für Infekte, Asthmaanfälle und andere Erkrankungen. Wenn Asthma bereits besteht, sollte möglichst nicht geraucht werden.

Laut aktueller Studien ist auch Übergewicht und Bewegungsmangel im Kindesalter ein Risikofaktor für Asthma.

Welche Folgen kann Asthma haben?

Asthma ist fast immer eine chronische Erkrankung, sie bleibt also dauerhaft, auch wenn es Schwankungen gibt. Die Vorbeugung und schnelle Behandlung von Asthmaanfällen ist essentiell. Bei einem akuter Asthmaanfall kann die Verengung der Atemwege bis dahin gehen, dass das Ausatmen unmöglich wird und der Zustand lebensgefährlich wird.

Leider kursieren sehr viele Mythen, die die Asthmaerkrankung betreffen und eine effektive Therapie behindern können. Zum Beispiel ist auf Sport zu verzichten, um Anfälle zu vermeiden, keine gute Maßnahme, sie wirkt sich sogar eher negativ aus. Genauso wie Kortison zur Asthmatherapie in richtiger Dosierung nicht gefährlich ist und behindert auch nicht das Wachstum von Kindern, die an Asthma leiden.

Auch die Dauermedikation und Akut-Sprays wirken unterschiedlich und es kommt durch die Dauermedikation nicht zu einer Abhängigkeit. Es geht bei der Inhalation nicht darum, dass man das Spray schmeckt, denn es soll in die Atemwege und nicht in Mund und Rachenraum verbleiben.

Das Management einer Asthmaerkrankung ist nicht einfach, egal wie schwerwiegend sie ist. Es gibt Unterstützung und gut wirksame Medikamente heutzutage, mit denen man als Asthmatiker kaum Einschränkungen haben sollte und ein normales Leben führen kann.

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