ASS in der Schwangerschaft

Acetylsalicylsäure: Dosierung, Risiken und Nebenwirkungen

  1. Was ist ASS?
  2. ASS Dosierung bei Erwachsenen
  3. ASS Nebenwirkungen
  4. ASS Schwangerschaft
  5. ASS Stillen
  6. Medikamente mit ASS
  7. Häufige Fragen zu Aspirin, ASS und Acetylsalicylsäure

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird sowohl als Schmerzmittel als auch zur Blutverdünnung eingesetzt. Meist wird die Abkürzung ASS verwendet, oft dient jedoch auch der Markenname Aspirin als umgangssprachliches Synonym. Medikamente mit ASS gehören zu den meistverwendeten rezeptfreien Schmerzmitteln in Deutschland.

Die Einnahme von Acetylsalicylsäure während Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht verboten, jedoch sollte bei Schmerzen und Fieber Paracetamol bevorzugt werden.

Was ist ASS?

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird oft als ASS abgekürzt. ASS ist in vielen Medikamenten gegen Schmerzen oder zur Blutverdünnung enthalten. Das bekannteste Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure ist Aspirin.

ASS gehört, wie auch die Wirkstoffe Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin und Naproxen, zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Alle Substanzen dieser Gruppe wirken gegen:

  • Schmerzen

  • Fieber

  • Entzündungen

  • Thrombozytenaggregation bzw. Blutgerinnung

Die Wirkung von ASS ist dosisabhängig. Niedrig dosiert (bis max. 300 mg am Tag) wird ASS zur Langzeittherapie und Prophylaxe von Herzinfarkten oder embolischen Ereignissen eingesetzt. Dabei hemmt ASS die Synthese von Thromboxan A2 und Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren und hemmt somit die Thrombozytenaggregation.

Indikationen für ASS als Thrombozytenaggregationshemmer:

  • Herzinfarkt (Rezidiv- und Sekundärprävention)

  • Koronare Herzkrankheit (Prävention und Behandlung)

  • Akutes Koronarsyndrom (Behandlung)

  • Ischämischer Schlaganfall (Sekundärprävention)

  • Gefäßverschlüsse im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Prävention)

  • Prophylaxe arterieller Thrombosen nach Eingriffen am Gefäßsystem

In höheren Einzeldosen (300 bis 1.000 mg) wird ASS als Schmerzmittel eingesetzt. Acetylsalicylsäure hemmt die Prostaglandinsynthese. Prostaglandine sind Botenstoffe, die bei Entzündungsreaktionen und Schmerzwahrnehmung beteiligt sind. Durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese kommt es zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

Indikationen für ASS als Schmerzmittel:

  • Leichte bis mäßig starke, akute Schmerzen

Weiterhin wird ASS zur Prävention wiederholter Spontanaborte (ungewollte Schwangerschaftsabbrüche) und bei hohem Risiko für eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) eingesetzt.

ASS Dosierung bei Erwachsenen

Die Dosierung von Acetylsalicylsäure richtet sich nach der Indikation.

Dosierung ASS als Blutverdünner

  • Langzeittherapie mit 75 bis 300 mg ASS täglich
  • Abhängig von der Indikation
  • Häufige Dosierung: Acetylsalicylsäure 100 mg

Dosierung ASS gegen Schmerzen und Fieber

  • Einzeldosen von 300 bis 1.000 mg
  • Bis zu 3-mal täglich
  • Üblicherweise Tabletten ASS 500 mg

Dosierung ASS bei Migräne

  • Einzeldosis ASS 1.000 mg

Dosierung ASS zur Prävention einer Präeklampsie

  • Bei hohem Risiko für Präeklampsie
  • 150 mg ASS täglich während der Schwangerschaft
  • Beginn der Therapie vor der 16. Schwangerschaftswoche
  • Absetzen in der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche

Bei allen Anwendungen darf eine Tageshöchstdosis von 3.000 mg durch Selbstmedikation nicht überschritten werden.

ASS Darreichung

Acetylsalicylsäure kann oral oder intravenös verabreicht werden, wobei die intravenöse Gabe nicht zur Selbstmedikation bestimmt ist.

Präparate mit ASS sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

  • ASS Tabletten

  • ASS magensaftresistente Tabletten

  • ASS Brausetabletten

  • ASS Kautabletten

  • ASS Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

  • ASS Retardkapseln

Wie schnell wirkt ASS?

Als Schmerzmittel wirkt ASS innerhalb weniger Minuten. Die Wirkung gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen hält etwa 6 bis 8 Stunden an.

Zur Thrombozytenaggregationshemmung eignet sich eine niedrigdosierte Langzeittherapie. RisikopatientInnen müssen meist lebenslang täglich eine Dosis einnehmen. Die Wirkung von Acetylsalicylsäure als Blutverdünner hält nach der Einnahme für 7 bis 11 Tage an. Bei anstehenden Operationen oder sonstigen Eingriffen am Gefäßsystem sollte die Einnahme von ASS vorher ärztlich abgeklärt werden.

Das ASS-Intoleranz-Syndrom ist eine Überempfindlichkeit gegenüber ASS und anderen NSAR. Es beschreibt einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Aspirin, Nasenpolypen und Asthma. Weitere Bezeichnungen für das Syndrom sind Morbus Samter, Morbus Widal und Aspirin-exacerbated airway disease (AERD).

ASS Nebenwirkungen

Wie bei allen Arzneimitteln kann es bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure zu Nebenwirkungen kommen. Auch das beliebte Medikament Aspirin hat Nebenwirkungen und sollte deshalb nicht leichtfertig eingenommen werden.

Die folgende Übersicht stellt eine Zusammenfassung verschiedener Gebrauchsinformationen von Medikamenten mit ASS dar. Das bedeutet, dass bei bestimmten Medikamenten die Angaben abweichen können. Spezifische Informationen zu Medikamenten sind dem jeweiligen Beipackzettel zu entnehmen.

  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Laufende Nase
  • Atembeschwerden
  • Schwere Blutungen, Entzündungen oder Geschwüre im Magen-Darm-Trakt
  • Gehirnblutungen
  • Weitere Blutungen wie z. B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen des Urogenitaltraktes
  • Veränderte Anzahl der Blutkörperchen
  • Asthmaanfall und Krämpfe der unteren Atemwege
  • Blutergüsse
  • Entzündungen der Blutgefäße
  • Schwere Hautreaktionen und Ausschläge
  • Überempfindlichkeitsreaktionen des Respirationstrakts, des Gastrointestinaltrakts und des kardiovaskulären Systems
  • Hämolyse und hämolytische Anämie (bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel)
  • Menorrhagie (ungewöhnlich starke oder lange Monatsblutung)
  • Bei Kindern: Reye-Syndrom (akute Enzephalopathie und Leberfunktionsstörung)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen (Tinnitus) oder gestörtes Hörvermögen
  • Funktionsstörungen der Niere, akutes Nierenversagen
  • Funktionsstörungen der Leber, erhöhte Leberwerte
  • Hyperurikämie (hoher Harnsäurespiegel)
  • Hypoglykämie (niedriger Blutzuckerspiegel)

Hinweise auf Überdosierungen von ASS:

  • Ohrensausen (Tinnitus) oder gestörtes Hörvermögen

  • Sehstörungen

  • Verwirrung

  • Somnolenz

Bei Kindern und Jugendlichen sollte ASS nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden, da das Reye-Syndrom eine seltene, aber lebensbedrohliche Nebenwirkung darstellt.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist u. a. von der Dosierung und Einnahmedauer abhängig. Diese Informationen ersetzen nicht die im Beipackzettel enthaltenen Hinweise. Bitte lesen Sie bei jedem Medikament die Gebrauchsinformation aufmerksam durch! Bei Unklarheiten sollten ÄrztInnen oder ApothekerInnen konsultiert werden.

ASS Wechselwirkungen

Die Einnahme von ASS zusammen mit anderen Medikamenten kann die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen erhöhen oder die Wirksamkeit von einem der Wirkstoffe beeinträchtigen. ÄrztInnen und ApothekerInnen sollten deshalb immer über die Einnahme weiterer Medikamente informiert werden.

Das Blutungsrisiko ist erhöht, wenn ASS mit folgenden Medikamenten kombiniert wird:

  • Antikoagulantien und Thrombolytika (Blutverdünner bzw. Gerinnungshemmer)

  • Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. Ticlopidin, Clopidogrel)

  • Nicht-steroidale Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR), z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin und Naproxen

Das Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen ist erhöht, wenn ASS mit folgenden Medikamenten kombiniert wird:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR), z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin und Naproxen

  • Systemische Glukokortikoide, z. B. Cortison, Budesonid, Prednisolon

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), z. B. Sertralin und Paroxetin

Auch die Aufnahme von Alkohol kann Nebenwirkungen begünstigen oder Wechselwirkungen verursachen. Deshalb sollte bei einer Therapie mit ASS auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden.

Die Einnahme von ASS kann die Wirkung von folgenden Medikamenten verstärken:

  • Digoxin

  • Antidiabetika

  • Methotrexat

  • Valproinsäure

Die Einnahme von ASS kann die Wirkung von folgenden Medikamenten abschwächen (v. a. bei hohen Dosierungen von ASS):

ASS Gegenanzeigen

Eine Kontraindikation zur Einnahme von Arzneimitteln mit Acetylsalicylsäure besteht bei Personen mit

  • Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure, Salicylate oder andere Inhaltsstoffe der Arzneimittel,

  • akuten oder zurückliegenden Geschwüren des Magen-Darm-Traktes,

  • Blutgerinnungsstörungen wie Hämophilie, Thrombozytopenie oder hämorrhagische Diathese,

  • schweren Leberfunktionsstörungen,

  • schwerer Niereninsuffizienz,

  • schwerer, nicht eingestellter Herzinsuffizienz,

  • zurückliegenden Asthma-Anfällen, die durch Schmerzmittel ausgelöst wurden (“Analgetika-Asthma”) sowie

  • bei Kindern und Jugendlichen mit grippalen und fieberhaften Infekten und

  • Personen, die Methotrexat in einer Dosierung von 15 mg oder mehr pro Woche einnehmen.

Sind Operationen geplant, v. a. neurochirurgische Eingriffe und größere invasive Eingriffe, so sollte die Einnahme von ASS in den Wochen vor der Operation immer ärztlich abgestimmt und ggf. abgesetzt werden.

Im letzten Trimester der Schwangerschaft (ab der 28. Schwangerschaftswoche) sollte ASS nur bei hohem Risiko einer Präeklampsie eingenommen werden und auch nur in geringen Dosierungen bis maximal 150 mg am Tag.

ASS Schwangerschaft

Acetylsalicylsäure hat zwei Wirkweisen, die sich beide negativ auf eine bestehende Schwangerschaft auswirken können.

  1. Hemmung Prostaglandinsynthese (ASS als Schmerzmittel): Der erwünsche Effekt ist eine Schmerzlinderung. Dieser tritt i. d. R. bei Einzeldosen von 500 bis 1.000 mg ASS ein. Jedoch können bereits Dosierungen ab 100 mg am Tag die Prostaglandinsynthese hemmen und so die Schwangerschaft im letzten Trimester negativ beeinflussen.

  2. Hemmung der Thrombozytenaggregation (ASS zur Blutverdünnung): In niedrigen Dosierungen wirkt ASS als Blutverdünner. Steht die Geburt bevor, sollten Medikamenten mit ASS nur bei eindeutiger Indikation eingenommen werden, da die erhöhte Blutungsneigung ein Risiko unter der Geburt darstellt.

Demnach sollten Arzneimittel mit hochdosiertem ASS, wie Aspirin, in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Absprache angewendet werden.

Stellen die betreuenden ÄrztInnen in der Frühschwangerschaft ein hohes Risiko einer Präeklampsie fest oder sind vorhergehende Spontanaborte bekannt, so kann vorsorglich ASS in niedriger Dosierung, i. d. R. 150 mg täglich, verordnet werden. Diese Einnahme sollte spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche beendet werden.

Laut Embryotox ist Acetylsalicylsäure als grau eingestuft mit der Zusatzbemerkung “Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.” Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin und bietet unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit an.

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ASS im 1. Trimester

Bisher wurden in repräsentativen Studien keine entwicklungstoxischen Effekte beim Menschen beobachtet. ASS ist im ersten und zweiten Trimester bei Schmerzen und Fieber das Mittel der zweiten Wahl. Paracetamol gilt hierbei als Mittel der ersten Wahl.

In geringer Dosierung (i. d. R. 150 mg ASS am Tag) wird der ASS-Wirkstoff zur Prophylaxe bei hohem Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung verwendet. Diese Einnahme sollte frühestmöglich beginnen, spätestens in der 16. Schwangerschaftswoche.

ASS im 2. Trimester

Acetylcystein hemmt die Prostaglandinsynthese und damit auch die Kontraktilität des Uterus. Dies kann sowohl die Schwangerschaftsdauer als auch den Geburtsvorgang in die Länge ziehen. Früher wurden Salicylate wie ASS sogar zur Tokolyse (medikamentösen Hemmung der Wehentätigkeit) eingesetzt.

Im zweiten Trimester (13. bis 27. Schwangerschaftswoche) kann ASS gegen Schmerzen und Fieber in Einzeldosierungen bis 1.000 mg eingenommen werden, wenn die Einnahme von Paracetamol kontraindiziert ist oder keine Wirkung zeigt. Geringe Dosen zur Prophylaxe einer Präeklampsie sind vertretbar, jedoch sollte diese medikamentöse Therapie nur bei Vorliegen eines erhöhten Risikos für Präeklampsie angewendet werden.

ASS im 3. Trimester

Für ASS besteht eine Kontraindikation im dritten Trimester. Das bedeutet, Medikamente mit Acetylsalicylsäure dürfen im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht mehr eingenommen werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche kann die Hemmung der Prostaglandinsynthese zu einem vorzeitigen Ductusverschluss führen. Weitere mögliche Auswirkungen auf den Fötus sind pulmonale Hypertonie (erhöhter Lungendruck) oder renale Dysfunktionen (Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen).

Ist eine Einnahme von hohen Dosen ASS im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht zu vermeiden, so ist eine ausführliche Ultraschalldiagnostik angezeigt.

Eine Ausnahme bildet die niedrigdosierte Therapie zur Prophylaxe von Präeklampsie, bei welcher z. B. eine Tablette ASS 100 mg am Tag eingenommen wird. Diese Therapie kann auch im dritten Trimester fortgeführt werden, allerdings sollte ASS zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche abgesetzt werden, da die blutverdünnende Wirkung von ASS ansonsten negative Folgen auf die Geburt haben kann. Dazu zählen ein erhöhtes Blutungsrisiko unter der Geburt sowie eine Verlängerung der Schwangerschaft und des Geburtsvorganges.

ASS Stillen

Acetylsalicylsäure wird im Körper zu Salicylsäure umgewandelt. Dieser aktive Wirkstoff geht auch in die Muttermilch über und kann so an den Säugling weitergegeben werden. Nachteilige Auswirkungen sind bisher nicht bekannt, dennoch sollte auf die regelmäßige Einnahme höherer Dosen (über 300 mg täglich) während der Stillzeit verzichtet werden. Ist eine längere Einnahme von höheren Dosen ASS unumgänglich, so sollte vorher vorsichtshalber abgestillt werden.

Eine gelegentliche Einnahme höherer Dosen (bis zu 1.500 mg am Tag) ist laut Embryotox vertretbar. Allerdings sind Paracetamol und Ibuprofen als Schmerzmittel zu bevorzugen. Niedrigdosierte Anwendungen, etwa zur Thrombozytenaggregationshemmung, erscheinen unproblematisch.

Sowohl für Schwangerschaft als auch für die Stillzeit gilt es, wie auch in allen anderen Situationen, die Gebrauchsinformationen des jeweiligen Medikamentes aufmerksam zu lesen. Durch verschiedene Dosierungen, weitere Wirkstoffe und Hilfsstoffe in den Arzneimitteln können die Empfehlungen stark variieren. Beispielsweise wird davon abgeraten, Aspirin Complex beim Stillen und während der Schwangerschaft zu verwenden, da es bisher wenige Studien zu der verwendeten Wirkstoffkombination gibt.

Medikamente mit ASS

Es gibt viele Acetylsalicylsäure-Medikamente zur oralen Einnahme auf dem deutschen Markt. ASS ist rezeptfrei, aber apothekenpflichtig. Oft wird ASS mit anderen Wirkstoffen kombiniert, etwa um die Wirksamkeit zu erhöhen oder um Nebenwirkungen von ASS hinsichtlich des Gastrointestinaltraktes zu verringern.

Niedrigdosierte Arzneimittel mit ASS enthalten oft den Namenszusatz “TAH”. Das Kürzel steht für Thrombozytenaggregationshemmer und weist darauf hin, dass die niedrige Dosierung des Wirkstoffes zur Langzeitbehandlung von Durchblutungsstörungen eignet. Schmerzmittel mit ASS enthalten höhere Dosierungen ab 300 mg.

Nachfolgend sind einige der am häufigsten online gesuchten Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylcystein und Beipackzettel aufgelistet.

Hersteller: Bayer Vital GmbH

Hersteller: ratiopharm GmbH

  • ASS Dexcel® 100 mg, Tabletten ► Beipackzettel
  • ASS Dexcel® Protect 75 mg, magensaftresistente Tabletten ► Beipackzettel
  • ASS Dexcel® Protect 100 mg, magensaftresistente Tabletten ► Beipackzettel

Hersteller: DEXCEL Pharma GmbH

Hersteller: STADA Consumer Health Deutschland GmbH, STADAPHARM GmbH

Hersteller: 1 A Pharma GmbH

Hersteller: Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH

Hersteller: Zentiva Pharma GmbH

Häufige Fragen zu Aspirin, ASS und Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure, auch ASS genannt, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). ASS wirkt schmerzstillend (analgetisch), fiebersenkend (antipyretisch), entzündungshemmend (antiphlogistisch) und thrombozytenaggregationshemmend.

Aspirin ist der Markenname verschiedener Arzneimittel mit dem Hauptwirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Weit verbreitet ist die Einnahme von Aspirin gegen Schmerzen, Fieber und allgemeine Erkältungssymptome. Weiterhin gibt es niedrigdosierte Formen von Aspirin, welche zur Blutverdünnung genutzt werden.

ASS steht für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieser wirkt gegen Schmerzen, Fieber, Entzündungsreaktionen und außerdem blutverdünnend. In einer Dosierung von 100 mg täglich wird ASS als Thrombozytenaggregationshemmer (TAH) zur Langzeittherapie bzw. Prophylaxe von arteriellen Thrombosen, Herzinfarkten, der koronaren Herzkrankheit und weiteren das Herz und die Gefäße betreffenden Leiden eingesetzt.

Acetylsalicylsäure (ASS) hat zwei Wirkweisen. Niedrig dosiert (max. 300 mg/Tag) wird ASS zur Blutverdünnung genutzt. Dabei wirkt ASS thrombozytenaggregationshemmend durch die Hemmung der Synthese von Thromboxan A2 und Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren. In höheren Einzeldosen (300 mg bis 1.000 mg) wirkt ASS analgetisch, also schmerzstillend. Diese Wirkung beruht auf einer Hemmung der Prostaglandinsynthese. Dabei wird die Herstellung von Prostaglandinen im Körper unterdrückt. Bei Prostaglandinen handelt es sich um Botenstoffe für Entzündungsreaktionen und Schmerzwahrnehmung sind.

Der Hauptwirkstoff in Aspirin ist Acetylsalicylsäure (ASS). Bei Erwachsenen gilt eine Tageshöchstdosis von 3.000 mg ASS. Die erlaubte Anzahl an Aspirin-Tabletten ist also von deren Zusammensetzung abhängig. Gegen Schmerzen können beispielsweise 3-mal täglich zwei Tabletten mit 500 mg ASS eingenommen werden. Für die Langzeitbehandlung mit Blutverdünnern, z. B. Aspirin Protect 100 mg, gelten andere Empfehlungen – diese sollten individuell mit ÄrztInnen oder ApothekerInnen abgestimmt werden.

Quellen

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