Inhaltsverzeichnis
  1. Häufig gestellte Fragen zu Schmerzmitteln
  2. Schmerzmittel lassen sich in opioide und nichtopioide Analgetika einteilen
  3. Schmerzmittel Liste A-Z
  4. Überblick Schmerzmittel: verschreibungspflichtig und rezeptfrei
  5. Bei Kopfschmerz am besten mit einem Arzt sprechen
  6. Was sind Spannungskopfschmerzen?
  7. Was sind Cluster-Kopfschmerzen?

Schmerzmittel werden auch als Analgetika bezeichnet. Sie dienen der Behandlung von Schmerzen und umfassen sowohl rezeptfreie und als auch rezeptpflichtige Wirkstoffe. Da Schmerzstärke und -ursache individuell stark unterschiedlich ausfallen, werden verschiedene Schmerzmittel für die jeweilige Indikation eingesetzt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Einteilung in Opioidanalgetika (immer rezeptpflichtig) und Nichtopiodanalgetika (u.a. auch rezeptfrei)
  • Toleranzentwicklung und Entzugssymptomatik sind bei längerer Einnahme von Opioidanalgetika möglich
  • Nichtopioidanalgetika haben z. T. eine fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung
  • Bei Kopf- und Rückenschmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel helfen
  • In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten bei der Einnahme bestimmter Wirkstoffe

Häufig gestellte Fragen zu Schmerzmitteln

Leichte Schmerzen: Zur Behandlung leichter Schmerzen (Kopf-, Zahn-, Gliederschmerzen) sowie zur Fiebersenkung eignen sich Nichtopioid-Analgetika wie Ibuprofen, ASS und Paracetamol. Eine kurzfristige Anwendung ist in der Regel unproblematisch.

Paracetamol kann während der gesamten Schwangerschaft, Ibuprofen nur im ersten und zweiten Trimenon eingenommen werden.

Starke Schmerzen: Bei starken Schmerzen werden Die rezeptpflichtigen Opioidanalgetika eingesetzt. Sie kommen im Rahmen von Operationen, Traumata, Geburtsvorgängen, Tumorschmerzen und Herzinfarkten zum Einsatz. Die rezeptpflichtigen Opioidanalgetika setzen zudem eine ärztliche Behandlung voraus.

Regelschmerzen: Bei Menstruationsschmerzen eignen sich Ibuprofen und das länger wirksame Naproxen. ASS und Paracetamol eignen sich nicht für Regelschmerzen.

Kopfschmerzen: Bei Spannungskopfschmerzen können die rezeptfreien Schmerzmittel ASS, Paracetamol, Ibuprofen oder eine Kombination von ASS, Paracetamol und Koffein Abhilfe schaffen.

Bei einer leichten bis mittleren Migräneattacke können ebenfalls rezeptfrei die NSAR ASS, Ibuprofen, Diclofenac-Kalium oder Kombinationspräparate mit ASS, Paracetamol und Koffein eingesetzt werden. Bei Kontraindikationen gegen NSAR steht rezeptfrei noch Paracetamol zur Verfügung. Mehr zu Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen erfahren ►

Rückenschmerzen: Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen können die NSAR Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen in der niedrigsten effektiven Dosis über den kurz möglichsten Zeitraum eingesetzt werden.

ASS, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin und Naproxen sowie selektive COX-2-Hemmer sind entzündungshemmend. Sie werden auch als nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAP) oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bezeichnet.

Bei starken Schmerzen gilt es, die Ursache herauszufinden und wenn möglich zu beheben. Diclofenac eignet sich zur Behandlung von Entzündungsschmerzen und in Kombination mit Opioiden auch von Tumorschmerzen mit Knochenbeteiligung. Metamizol stellt ein Reservemittel bei starken viszeralen Schmerzen (Eingeweideschmerzen) dar. Starke Schmerzen können auch mit Opioidanalgetika behandelt werden. Bei starken Schmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden und die Therapie unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Liste der 10 stärksten Schmerzmittel nach ihrer analgetischen Potenz ►

Schmerzmittel sind in bestimmten Formen und Dosierungen rezeptfrei, dazu zählen ASS, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Naproxen und Paracetamol.Es lässt sich keine Aussage treffen, welches Schmerzmittel die individuell stärkste Wirkung hat. Dies hängt unter anderem von der Dosierung, Darreichungsform und der individuellen Empfänglichkeit ab. Es ist sinnvoller, die Auswahl des Schmerzmittels basierend auf der zu behandelnden Schmerzart auszuwählen, im Zweifel immer in Rücksprache mit einem Arzt.

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Quellen

Straube A. et al.: Therapie des episodischen und chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp und anderer chronischer täglicher Kopfschmerzen. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand März 2015 [abgerufen am 18.08.2020]

Diener, H.-C., Gaul, C., Kropp, P. (2018). Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, unter: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 18.08.2020)

Embryotox (10.11.2017) Schmerztherapie, unter: https://www.embryotox.de/erkrankungen/details/schmerztherapie/ [abgerufen am 18.08.2020] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftli- chen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – Langfassung, 2. Auflage. Version 1. 2017 [cited: 18.08.20]. DOI: 10.6101/AZQ/000353. www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de. Dr. Daniela Leopoldt (03.01.2019) Coxibe in Gelbe Liste, unter: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffgruppen/coxibe, abgerufen am 19.08.2020

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (04.06.2018). Informationsbrief zu Flupirtin: Rückruf und Widerruf der Zulassung, unter https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2018/info-flupirtin.html [abgerufen am 18.08.2020]

Bundesministerium der Justiz und für den Verbraucherschutz (Stand 10.07.2020). Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz - BtMG), unter: http://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/BJNR106810981.html [abgerufen am 19.08.2020]

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (21.02.2020). Verschreibunspflicht Liste der Stoffe und Zubereitungen nach § 1 Nr. 1, unter: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Gremien/Verschreibungspflicht/liste_stoffe_zubereitungen.pdf;jsessionid=4D4870C011EDA72F5EB5248879E7FCF3.1_cid344?__blob=publicationFile&v=31 [abgerufen am 19.08.2020]

V. Höllt, C. Allgaier, Kapitel 7 - Analgetika, Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie (Elfte Ausgabe), Urban & Fischer, 2013, Pages 207-232, ISBN 9783437425233, https://doi.org/10.1016/B978-3-437-42523-3.00007-5.

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