Diclofenac in der Schwangerschaft

Dosierung, Risiken und Nebenwirkungen von Voltaren in der Schwangerschaft

  1. Was ist Diclofenac?
  2. Diclofenac Dosierung
  3. Diclofenac Schwangerschaft
  4. Diclofenac Stillen
  5. Medikamente mit Diclofenac
  6. Häufige Fragen zu Diclofenac und Voltaren

Diclofenac wird gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Das ursprüngliche Originalpräparat hieß Voltaren, dieser Begriff ist auch heute noch gängige Bezeichnung für Diclofenac-haltige Arzneimittel. Beliebt ist Voltaren Gel bei Sportverletzungen wie Prellungen und Zerrungen.

Diclofenac kann in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln angewendet werden, jedoch sind bei Schmerzen und Fieber Paracetamol oder Ibuprofen zu bevorzugen. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sollte Diclofenac nicht mehr eingenommen werden.

Was ist Diclofenac?

Diclofenac gehört zur Wirkstoffgruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie u. a. auch Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS). Wirkstoffe aus dieser Gruppe haben vier Anwendungsgebiete:

Prostaglandine sind Botenstoffe im Körper. Sie sind an Entzündungsprozessen und Schmerzwahrnehmung beteiligt. Diclofenac und andere NSAR hemmen die Synthese dieser Botenstoffe und wirken somit entzündungshemmend (antipyretisch) und schmerzstillend (analgetisch). Weiterhin hat Diclofenac einen Einfluss auf das Temperaturzentrum im Gehirn und kann fiebersenkend (antipyretisch) wirken. Diclofenac hat, wie alle NSAR, auch blutverdünnende Eigenschaften, indem es die Thrombozytenaggregation hemmt. Hauptindikationen für den Einsatz von Diclofenac sind jedoch Schmerzen und Entzündungen.

Diclofenac wird angewendet bei:

  • Gelenkschmerzen durch Arthrose oder rheumatoide Arthritis

  • Zerrungen und Prellungen

  • Akuten Gichtanfällen

  • Weiteren orthopädisch-rheumatischen Beschwerden

  • Regelschmerzen (Dysmenorrhö)

  • Kopfschmerzen

  • Migräne

  • Entzündungen am Auge und im HNO-Bereich

  • Fieber

In Arzneimitteln ist Diclofenac als Salzform enthalten, überwiegend als Diclofenac-Natrium oder Diclofenac-Kalium.

Ist Diclofenac rezeptpflichtig?

Diclofenac ist apothekenpflichtig. Abhängig von Darreichungsform und Dosierung ist Diclofenac rezeptfrei oder rezeptpflichtig. Zur Anwendung auf der Haut als Gel, Creme oder Spray sind Konzentrationen bis 5 % nicht verschreibungspflichtig. Pflaster mit Diclofenac können rezeptfrei erworben werden, wenn die Wirkstoffmenge 140 mg je Einzeldosis nicht übersteigt. Zur oralen Anwendung, z. B. als Tabletten oder Retardkapseln, sind Einzeldosierungen bis 25 mg rezeptfrei.

Diclofenac Dosierung

Dosierung von Diclofenac Tabletten bei Erwachsenen:

  • Einzeldosis Selbstmedikation: 25 mg
  • Einzeldosis nach ärztlicher Anordnung: bis zu 75 mg
  • Tageshöchstdosis Selbstmedikation: 75 mg
  • Tageshöchstdosis nach ärztlicher Anordnung: bis zu 150 mg

Die Behandlung sollte mit der niedrigstmöglichen Dosierung und auf einen kurzen Zeitraum begrenzt durchgeführt werden. Verbessern sich bei Selbstmedikation die Symptome nach 3 bis 4 Tagen nicht, so sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.

Diclofenac Darreichung

Diclofenac gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen, Dosierungen und Darreichungsformen. Die Art der Anwendung ist vom Produkt abhängig.

Orale Anwendung

  • Diclofenac Tabletten
  • Diclofenac magensaftresistente Tabletten
  • Diclofenac überzogene Tabletten
  • Diclofenac Filmtabletten
  • Diclofenac Retardtabletten
  • Diclofenac Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
  • Diclofenac Retardkapseln
  • Diclofenac Hartkapseln
  • Diclofenac Weichkapseln
  • Diclofenac Tropfen
  • Diclofenac Lösung

Lokale Anwendung

  • Diclofenac Gel
  • Diclofenac Schmerzgel
  • Diclofenac Pflaster
  • Diclofenac Schmerzpflaster
  • Diclofenac Spray
  • Diclofenac Augentropfen

Rektale Anwendung

  • Diclofenac Zäpfchen

Intravenöse und intramuskuläre Anwendung

  • Diclofenac Injektionslösung

Die lokale Anwendung von Diclofenac Gels eignet sich v. a. bei Gelenkschmerzen, Zerrungen und Prellungen. Zur Behandlung von Kopfschmerzen, Migräne und Menstruationsbeschwerden wird eine orale Gabe bevorzugt. Zäpfchen eigen sich für Kinder und wenn eine langsame und andauernde Zufuhr des Wirkstoffes gewünscht ist. Injektionen sind nicht zur Selbstmedikation vorgesehen.

Wie schnell wirkt Diclofenac?

Die Wirkgeschwindigkeit von Diclofenac hängt von mehreren Faktoren ab. Wie bei allen Medikamenten haben Alter, Gewicht, Geschlecht und allgemeiner Gesundheitszustand sowie die Einnahme weiterer Medikamente einen Einfluss. Zusätzlich hat die Darreichungsform einen entscheidenden Einfluss darauf, wie schnell Diclofenac wirkt.

Bei oraler Einnahme von Tabletten oder Kapseln wirkt Diclofenac nach 20 bis 30 Minuten. Die Wirkung von rektal verabreichten Diclofenac Zäpfchen setzt erst nach Stunden ein. Schmerzgele und Pflaster mit Diclofenac zeigen erst nach 1 bis 2 Tagen Wirksamkeit, bei rheumatischen Beschwerden kann es bis zu einer Woche dauern.

Diclofenac Nebenwirkungen

Wie bei allen Medikamenten kann es bei der Einnahme bzw. Anwendung von Diclofenac zu Nebenwirkungen kommen. Diese sind sowohl von der Dosierung als auch von der Darreichungsform abhängig. Beispielhaft sind hier zwei Auflistungen der Nebenwirkungen von Diclofenac 50 mg Tabletten und Diclofenac Schmerzgel 10 mg/g aufgeführt. Für alle Medikamente sind die jeweiligen Nebenwirkungen der Packungsbeilage zu entnehmen.

Beispiel Schmerzgel: Diclo-ratiopharm® Schmerzgel 10 mg/g

  • Hautentzündung mit Blasenbildung (Bullöse Dermatitis)
  • Magen-Darm-Störungen
  • Pustelartiger Hautausschlag
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Nesselsucht)
  • Gesichtsschwellung (Angioödem)
  • Asthma
  • Lichtüberempfindlichkeit (Photosensibilisierung)

Beispiel Tabletten: Diclofenac STADA® 50 mg magensaftresistente Tabletten

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, ebenso wie geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen können.
  • Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit.
  • Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen (Flatulenz), Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit sowie Magen-Darm-Geschwüre (unter Umständen mit Blutung und Durchbruch).
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken.
  • Erhöhung der Leberenzymwerte im Blut.
  • Blutiges Erbrechen (Hämatemesis), Blut im Stuhl oder blutiger Durchfall. Sollten stärkere Schmerzen im Oberbauch, Bluterbrechen, eine Schwarzfärbung des Stuhls oder Blut im Stuhl auftreten, so müssen Sie Diclofenac STADA® absetzen und den Arzt sofort informieren.
  • Ausbildung von Ödemen (Wassereinlagerung im Körper), insbesondere bei Patienten mit Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion.
  • Haarausfall.
  • Nesselsucht (Urtikaria).
  • Leberschäden insbesondere bei Langzeittherapie, akute Leberentzündung mit oder ohne Gelbsucht (sehr selten sehr schwer [fulminant] verlaufend, auch ohne Voranzeichen). Die Leberwerte sollen bei einer Langzeittherapie daher regelmäßig kontrolliert werden.
  • Herzklopfen (Palpitationen), Schmerzen in der Brust, Wassereinlagerung (Ödeme), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt.
  • Störungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose). Erste Anzeichen können sein: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen. In diesen Fällen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und der Arzt aufzusuchen. Jegliche Selbstbehandlung mit schmerz- oder fiebersenkenden Arzneimitteln sollte unterbleiben. Bei der Langzeittherapie sollte das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden.
  • Sehr selten kann es zu einer hämolytischen Anämie (Blutarmut durch beschleunigten Abbau von roten Blutkörperchen) kommen.
  • Sehstörungen (Verschwommen- und Doppeltsehen).
  • Ohrgeräusche (Tinnitus), vorübergehende Hörstörungen.
  • Mundschleimhautentzündung, Zungenentzündung, Ösophagusläsionen (Schädigung der Speiseröhre), Verstopfung sowie Beschwerden im Unterbauch, wie z.B. blutende Dickdarmentzündungen, Verstärkung eines Morbus Crohn/einer Colitis ulcerosa (bestimmte, mit Geschwüren einhergehende Dickdarmentzündungen), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Darmverengung.
  • Sensibilitätsstörungen, Störungen der Geschmacksempfindung, Gedächtnisstörungen, Desorientierung, Krämpfe, Zittern.
  • Nierengewebsschädigungen (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), die mit akuter Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz), Eiweiß im Harn (Proteinurie) und/oder Blut im Harn (Hämaturie) einhergehen können; nephrotisches Syndrom (Wassereinlagerung im Körper [Ödeme] und starke Eiweißausscheidung im Harn). Verminderung der Harnausscheidung, Einlagerung von Wasser im Körper (Ödeme) sowie allgemeines Unwohlsein können Ausdruck einer Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen sein. Sollten die genannten Symptome auftreten oder sich verschlimmern, so müssen Sie Diclofenac STADA® absetzen und sofort Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen.
  • Hautausschlag mit Rötung (Ekzem, Erythem, Exanthem), Lichtüberempfindlichkeit, kleinfleckige Hautblutungen (Purpura), schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Blasenbildung (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom).
  • Sehr selten ist im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung spezieller entzündungshemmender Arzneimittel (NSAR, zu diesen gehört auch Diclofenac STADA®) eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) beschrieben worden. Wenn während der Anwendung von Diclofenac STADA® Zeichen einer Infektion (z. B. Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz, Fieber) neu auftreten oder sich verschlimmern, sollte daher unverzüglich der Arzt zu Rate gezogen werden. Sehr selten wurde unter der Anwendung von Diclofenac die Symptomatik einer nicht auf einer Infektion beruhenden Hirnhautentzündung (aseptischen Meningitis) wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinstrübung beobachtet. Ein erhöhtes Risiko scheint für Patienten zu bestehen, die bereits an bestimmten Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, Mischkollagenosen) leiden.
  • Bluthochdruck (Hypertonie).
  • Schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen. Sie können sich äußern als: Schwellungen von Gesicht, Zunge und innerem Kehlkopf mit Einengung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall bis zum bedrohlichen Schock.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist u. a. von der Dosierung und Einnahmedauer abhängig. Diese Informationen ersetzen nicht die im Beipackzettel enthaltenen Hinweise. Bitte lesen Sie bei jedem Medikament die Gebrauchsinformation aufmerksam durch! Bei Unklarheiten sollten ÄrztInnen oder ApothekerInnen konsultiert werden.

Diclofenac Wechselwirkungen

Für die gängigen Diclofenac Schmerzgele, wie z. B. Diclo-ratiopharm Schmerzgel, Voltaren Schmerzgel oder Diclofenac Heumann Gel, sind bei bestimmungsgemäßer äußerlicher Anwendung keine Wechselwirkungen bekannt.

Bei der oralen oder rektalen Anwendung von Diclofenac kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen. Für folgende Wirkstoffe und -gruppen wurden Wechselwirkungen beobachtet:

  • Andere NSAR

  • Digoxin, Phenytoin, Lithium

  • Diuretika (entwässernde Arzneimittel)

  • Antihypertensiva (Blutdrucksenker)

  • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten (Mittel zur Behandlung von Herzschwäche und Bluthochdruck)

  • Arzneimittel, die eine Hyperkaliämie auslösen können

  • Glukokortikoide

  • Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. ASS)

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) (Antidepressiva)

  • Methotrexat

  • Ciclosporin

  • Antikoagulanzien

  • Antidiabetika

  • Gicht-Medikamente (Wirkstoffe Probenecid oder Sulfinpyrazon)

  • Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z. B. Voriconazol, Fluconazol)

  • Chinolon-Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin, Ofloxacin)

Auf den Konsum von Alkohol sollte während der Diclofenac-Einnahme verzichtet werden.

Diclofenac Gegenanzeigen

Eine Kontraindikation zur Einnahme von Arzneimitteln mit Diclofenac besteht bei Personen mit

  • Überempfindlichkeit gegen Diclofenac, andere NSAR oder weitere Inhaltsstoffe der Arzneimittel,

  • aktiven gastrointestinalen Geschwüren, Blutungen oder Perforationen,

  • entzündlichen Darmerkrankungen,

  • schweren Funktionsstörungen der Leber oder Nieren,

  • Herzinsuffizienz oder anderen kardiovaskulären Erkrankungen,

  • ungeklärten Blutbildungsstörungen,

  • Hirnblutungen und anderen aktiven Blutungen,

  • einem hohen Blutungsrisiko sowie

  • in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft und

  • bei Kindern unter 14 Jahren.

Diclofenac Schwangerschaft

Diclofenac kann im ersten und zweiten Trimester einer Schwangerschaft gegen Schmerzen und Fieber eingenommen werden. Besser geeignet sind jedoch Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft und Ibuprofen im ersten und zweiten Trimester. Wie bei allen Schmerzmitteln sollte eine gewissenhafte Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen und bei anhaltenden Symptomen ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche darf Diclofenac – sowohl oral als auch rektal und lokal – nicht angewendet werden.

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Dort werden unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit angeboten. Embryotox stuft Diclofenac als grau mit der Zusatzbemerkung “Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.”

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Diclofenac im 1. Trimester

Im ersten Trimester (1. bis 12. Schwangerschaftswoche) kann Diclofenac unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt, das bedeutet in Einzeldosen, angewendet werden. Bei Unklarheiten oder der Absicht einer längerfristigen Anwendung sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Diclofenac im ersten Schwangerschaftsdrittel und erhöhten Risiken für Fehlbildungen oder Spontanaborte feststellen.

Diclofenac im 2. Trimester

Wie auch im ersten Trimester gilt für das zweite Trimester (13. bis 27. Schwangerschaftswoche), dass Diclofenac eingeschränkt und unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden kann. Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft und längerer Einnahmedauer des Medikamentes steigt das Risiko für Schäden am ungeborenen Kind. Dazu gehören ein vorzeitiger Ductusverschluss und Schädigungen der Nierenfunktionen des Ungeborenen. Wurde Diclofenac im zweiten Trimester mehrere Tage hintereinander eingenommen, so sollte eine Ultraschallfeindiagnostik vorgenommen werden, um mögliche Effekte auf das ungeborene Kind frühzeitig festzustellen.

Diclofenac im 3. Trimester

Im dritten Trimester einer Schwangerschaft (ab der 28. Schwangerschaftswoche) ist die Einnahme von Diclofenac kontrainduziert. Das bedeutet, dass ohne eindeutige ärztliche Anweisung kein Medikament mit Diclofenac als Wirkstoff verwendet werden darf. Neben den bereits ab dem zweiten Trimester bestehenden Risiken eines vorzeitigen Ductusverschlusses und einer Funktionsstörung der Nieren ist das Risiko für persistierenden pulmonalen Hypertonus beim Neugeborenen (PPHN) durch die Einnahme von Diclofenac erhöht. Bei wiederholter Einnahme von Diclofenac im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Kreislauf mittels Ultraschall (Doppler-Sonographie) untersucht werden.

Diclofenac Stillen

Es ist bekannt, dass Diclofenac und seine Abbauprodukte in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Die Datenlage bezüglich der Einnahme von Diclofenac während der Stillzeit ist sehr begrenzt. Bisher wurden keine Nebenwirkungen bei gestillten Kindern beobachtet. Das Mittel der Wahl gegen Schmerzen und Fieber während der Stillzeit ist jedoch Ibuprofen, da hier belastbarere Daten vorliegen.

Medikamente mit Diclofenac

Es gibt viele verschiedene Diclofenac Medikamente auf dem deutschen Markt. Diese werden in unterschiedlichsten Darreichungsformen, etwa als Diclofenac Tabletten oder Voltaren Schmerzgele, angeboten. Nachfolgend sind einige der am häufigsten online gesuchten Medikamente mit dem Wirkstoff Diclofenac und Beipackzettel aufgelistet.

  • Diclofenac-ratiopharm® 25 mg magensaftresistente Tabletten ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 30 mg/g Gel ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 50 mg magensaftresistente Tabletten ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 50 mg Zäpfchen ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 75 mg SL Retardkapseln ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 75 mg/2 ml Injektionslösung ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 100 mg Retardkapseln ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® 100 mg Zäpfchen ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne, 50 mg/ml Tropfen ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-ratiopharm® Schmerzpflaster, 140 mg wirkstoffhaltiges Pflaster ▶ Beipackzettel
  • Diclo-ratiopharm® Schmerzgel, 10mg/g Gel ▶ Beipackzettel
  • Diclo-ratiopharm® bei Schmerzen und Fieber, 25 mg Filmtabletten ▶ Beipackzettel
  • Diclox forte, 20 mg/g Gel ▶ Beipackzettel

Hersteller: ratiopharm GmbH

Hersteller: ALIUD PHARMA GmbH

Hersteller: GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG OTC Medicines

Hersteller: Hexal AG

Hersteller: STADA Consumer Health & STADAPHARM GmbH

Hersteller: 1 A Pharma GmbH

Hersteller: Novartis Pharma GmbH

  • Diclofenac AbZ Schmerzgel 10 mg/g Gel, AbZ-Pharma GmbH ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-Denk Gel 10 mg/g, Denk Pharma GmbH & Co. KG ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac Heumann Gel 10 mg/g, Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac-Natrium Micro Labs 75 mg Retardtabletten, Micro Labs GmbH ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac PUREN Gel 0,1 g/g, PUREN Pharma GmbH & Co. KG ▶ Beipackzettel
  • DicloSpray 40 mg/g Spray zur Anwendung auf der Haut, Lösung, Sanavita Pharmaceuticals GmbH ▶ Beipackzettel
  • Diclofenac Zentiva 25 mg Filmtabletten, Zentiva Pharma GmbH ▶ Beipackzettel

Häufige Fragen zu Diclofenac und Voltaren

Die Aufnahme in den Körper und der Abbau sowie das Ausscheiden der Abbauprodukte von Diclofenac ist von der Darreichungsform abhängig. Diclofenac aus Tabletten, Kapseln oder Zäpfchen ist etwa 15 Stunden nach Einnahmestopp abgebaut. Bei äußerlicher Anwendung, z. B. als Gel, Pflaster oder Creme, hält der Effekt bis zu 2 Tage nach Absetzen des Medikamentes an.

Abgesehen von den Faktoren Alter, Geschlecht, Gewicht und allgemeiner Gesundheitszustand hat auch die Darreichungsform von Diclofenac einen Einfluss auf die Wirkgeschwindigkeit. Tabletten oder Kapseln wirken nach etwa 20 bis 30 Minuten, Zäpfchen erst nach mehreren Stunden. Äußerlich angewendet, z. B. als Voltaren Schmerzgel, setzt die Wirkung von Diclofenac erst 1 bis 2 Tage (bei Prellungen und Zerrungen) bzw. nach bis zu einer Woche (bei rheumatischen Beschwerden) ein.

Die Nebenwirkungen von Diclofenac sind auch von der Darreichungsform abhängig. Als Schmerzgel angewendet kommt es häufig zu Hautreaktionen wie Ausschlägen, Ekzemen, Rötungen und Juckreiz. Tabletten mit Diclofenac haben als sehr häufige Nebenwirkungen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie leichte gastrointestinale Blutungen.

Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel kann Voltaren Salbe mit dem Wirkstoff Diclofenac nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in Einzeldosen angewendet werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche ist die Anwendung von Diclofenac, auch in Form von Voltaren Salbe, kontraindiziert.

Quellen

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