Mann hält sich Hand vor den Mund bei Übelkeit
  1. Ursachen von Übelkeit
  2. Was kann man gegen Übelkeit machen?
  3. Häufige Fragen zu Übelkeit
Mann hält sich Hand vor den Mund bei Übelkeit

Übelkeit wird im Fachjargon auch Nausea genannt. Der Fachbegriff für Erbrechen hingegen lautet Emesis.

Übelkeit ist ein sehr oft beschriebenes Symptom und kann Ausdruck verschiedener Erkrankungen und Umstände sein. Es beschreibt einen Zustand mit Unwohlsein und flauem Gefühl in der Magenregion. Nicht selten kommt es im Rahmender Übelkeit auch zu Erbrechen.

Auf einen Blick
  • Übelkeit muss nicht immer mit Erbrechen einhergehen.
  • Übelkeit kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente kann Übelkeit auslösen.

Ursachen von Übelkeit

Übelkeit kann bei verschiedenen Krankheiten auftreten und mit anderen Symptomen wie Schwindel oder Kopfschmerzen einhergehen. Psychische Belastungssituationen können sich ebenfalls als körperliche Reaktion mit Übelkeit äußern. Nicht selten tritt Übelkeit als Teil des prämenstruellen Syndroms oder in der Schwangerschaft auf. Auch Übelkeit ohne Erbrechen ist ein ernstzunehmendes Symptom.

Magen-Darm-Erkrankungen mit Übelkeit

Zu den häufigsten körperlichen Erkrankungen mit Übelkeit zählen Magen-Darm-Infekte. Diese können verursacht werden durch verunreinigte Lebensmittel oder Keime, in der Regel Viren (Norovirus, Rotavirus). Die Übelkeit tritt dann in den meisten Fällen mit anderen Symptomen wie Erbrechen und/oder Durchfall auf.

Eine Ursache für plötzliche Übelkeit können Lebensmittelunverträglichkeiten sein. Die Übelkeit tritt nach Konsum des Lebensmittels auf. Typische Lebensmittelunverträglichkeiten mit Übelkeit sind Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und Histaminintoleranz.

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Mögliche Ursachen für wiederkehrendes Erbrechen sind verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien. Finden Sie mit Ihren passenden Test ganz einfach von zu Hause den Auslöser für Übelkeit und Erbrechen.

Auch anatomische Veränderungen und chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes verursachen Übelkeit. Dazu zählen unter anderem Verengungen im Bereich der Speiseröhre, Hernien des Magens, Operationen am Verdauungstrakt und chronische Darmentzündungen. Übelkeit nach dem Essen größerer Mengen ist typisch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Schwindel und Übelkeit

Tritt Übelkeit in Begleitung von Schwindel auf, ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans naheliegend. Das Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr. Bei einer Schädigung des Innenohrs oder der zuständigen Nerven kommt es zu anfallsartigem Schwindel, der mit Übelkeit einhergeht. Ähnliche Symptome können durch einen Schlaganfall verursacht werden, wenn dieser das entsprechende Gebiet im Gehirn betrifft.

Schwindel und Übelkeit treten häufig zusammen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Bei sehr niedrigem Blutdruck sind diese Symptome in Kombination mit Kaltschweißigkeit und Ohnmacht möglich. Auch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme oder vermehrter Verlust von Flüssigkeit führt zu niedrigem Blutdruck mit Schwindel und Übelkeit.

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Insbesondere bei Frauen sind Übelkeit und Schwindel Begleitsymptome bei Herzinfarkten. Diese Symptome werden oft fehlinterpretiert und führen zu einer späten Diagnose des Infarktes. Deshalb sollte, besonders bei Frauen, bei Übelkeit ohne erklärbare Ursache immer ein Herzinfarkt bedacht werden.

Übelkeit und Erbrechen

Wie bereits oben erwähnt kommt es zu Übelkeit mit Erbrechen am häufigsten durch Magen-Darm-Infekte. Die Ursachen für begleitendes Erbrechen sind jedoch vielseitig. Eine gefürchtete Ursache für schwallartiges Erbrechen ist gesteigerter Hirndruck im Rahmen von neurologischen Erkrankungen, Hirntumoren oder Schädel-Hirn-Traumata. Die Flüssigkeit im Schädel und Rückenmark kann nicht mehr richtig abfließen und übt Druck auf das Gehirn aus. Das klemmt den Hirnstamm in der Schädelgrube ein und verursacht massive Übelkeit und Erbrechen.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu Übelkeit führen. Typische Auslöser sind starke Schmerzmittel (Opioide), Chemotherapeutika und Antidepressiva. Bei Einnahme dieser Medikamente wird in der Regel schon vorbeugend ein Medikament gegen Übelkeit verabreicht.

Kopfschmerzen und Übelkeit

Tritt Übelkeit als Begleitsymptom von Kopfschmerzen auf, muss immer an eine Migräne gedacht werden. Neben Licht- und Geräuschempfindlichkeit zählt Übelkeit zu den häufigsten Begleitphänomenen von Migränekopfschmerz.

Übelkeit mit starkem Erbrechen kann durch den hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auch Kopfschmerzen verursachen. Bei Erbrechen sollte daher immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Übelkeit durch Hormone

Eine sehr häufige Ursache für Übelkeit ist Schwangerschaft. Meist treten Übelkeit und Erbrechen zusammen auf. Schwangerschaftsübelkeit wird auch Hyperemesis gravidarum genannt. Typischerweise kommt es in der Frühschwangerschaft (in den ersten drei Monaten) zu Übelkeit am Morgen. Der Grund hierfür ist noch nicht abschließend geklärt, man geht aber von ursächlichen Schwankungen des Schwangerschaftshormons humanes Choriongonadotropin (hCG) aus.

bildliche Darstellung

Übelkeit vor der Periode ist Teil des Prämenstruellen Syndroms. Ungefähr 15 bis 20 Prozent aller Frauen im entsprechenden Alter leiden unter PMS und haben in den Tagen um die Menstruation herum verschiedenste Beschwerden, unter anderem Übelkeit vor Periode. Die Zufuhr von Hormonen durch die Pille oder Hormonersatztherapie kann ebenfalls Übelkeit verursachen.

Psychische Ursachen von Übelkeit

Psychische Erkrankungen oder Stresssituationen äußern sich nicht selten in körperlichen Symptomen. Übelkeit ist eines der häufigsten Symptome mit psychischer Ursache. Aufregung und Stress führen zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, die den Appetit mindern und Übelkeit auslösen. Auch Angststörung oder Depression können Übelkeit zur Folge haben.

Was kann man gegen Übelkeit machen?

Bei der Therapie von Übelkeit gilt es, zunächst die Ursache zu finden. Bei Magen-Darm-Infekten oder Lebensmittelvergiftungen reicht es in der Regel, auf ausreichende Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr zu achten. Der Körper verliert durch begleitendes Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Diese können durch Tees, Elektrolytzusätze und Schonkost zugeführt werden. Als schonende Sorten Tee bei Übelkeit gelten Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille und Pfefferminze.

Liegt der Übelkeit eine körperliche Erkrankung zugrunde, sollte diese möglichst behandelt werden. Zur Überbrückung können Medikamente gegen Übelkeit eingesetzt werden.

Bei medikamenteninduzierter Übelkeit sollte möglichst von Beginn an begleitend ein Medikament gegen Übelkeit eingenommen werden. So lässt sich der zu erwartenden Nebenwirkung effektiv vorbeugen.

Auch bei bekannter Reiseübelkeit ist die Einnahme eines Medikamentes gegen Übelkeit im Vorfeld sinnvoll.

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Was tun bei Übelkeit am Morgen?

Übelkeit am Morgen tritt häufig im ersten Drittel der Schwangerschaft auf. In den allermeisten Fällen ist keine medikamentöse Therapie notwendig, da die Übelkeit nach einiger Zeit von selbst aufhört. Bei Erbrechen sollte jedoch auf ausreichend Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen geachtet werden. Körperliche Schonung und frische Luft tragen außerdem zur Linderung der Beschwerden bei.

Was tun gegen Übelkeit nach dem Essen?

Übelkeit nach dem Essen kann durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen. Ein Essenstagebuch kann helfen, ein Nahrungsmittel als Auslöser zu identifizieren und zukünftig zu meiden. Auch im Rahmen verschiedener Magen-Darm-Erkrankungen oder bei Zustand nach Operationen in diesem Bereich kommt es zu Übelkeit nach dem Essen. Hier ist es hilfreich, mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. Die Nahrung sollte wenig fettig und arm an schwer verdaulichen Ballaststoffen sein, um dem Magen und Darm Arbeit zu ersparen. Auf stark gewürzte und scharfe Lebensmittel sollte ebenfalls verzichtet werden.

Hausmittel gegen Übelkeit

Was essen bei Übelkeit? Folgende Hausmittel sind schnell griffbereit und können Abhilfe schaffen:

  • Tee gegen Übelkeit: Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille, Ingwer, Pfefferminze

  • Karottenbrei, Karottensuppe nach Moro

  • Leicht verdauliche Kohlenhydrate: helles Brot, Salzstangen, Zwieback, Haferbrei

  • Obst: geriebener Apfel, Banane

  • Pflanzliche Heilmittel: Ingwerwurzel, Mariendistel

Rezeptidee: Karottensuppe nach Moro

  • 500 g Karotten
  • 1 l Wasser
  • 1 Teelöffel Salz

Karotten schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Karottenstücke in einem Topf mit dem Wasser aufgießen und zum kochen bringen. Das Salz hinzugeben und die Karotten weich kochen. Den Topf vom Herd nehmen und alles mit einem Pürierstab fein pürieren - Fertig!

Häufige Fragen zu Übelkeit

Übelkeit kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben. Häufige Erkrankungen mit Übelkeit sind Infekte und Lebensmittelvergiftungen, verschiedene Magen-Darm-Erkrankungen, Migräne und Erkrankungen des Innenohrs. Medikamente können ebenfalls Übelkeit verursachen.

Abhilfe gegen Übelkeit schaffen Tees mit Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille, Ingwer und Pfefferminze. Bei begleitendem Erbrechen sollte auf ausreichend Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr geachtet werden. Schnelle Abhilfe schaffen Medikamente gegen Übelkeit.

Übelkeit kann psychische Ursachen haben. Besonders Stress und Aufregung verursachen durch Ausschüttung von Stresshormonen Übelkeit. Bei Depression, Angststörung und Essstörungen tritt ebenfalls Übelkeit auf.

Im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms kann Übelkeit in den Tagen vor und während der Periode auftreten.

Depression kann mit Begleitsymptomen wie Übelkeit und Appetitverlust einhergehen.

Symptome einer COVID-19-Erkrankung sind sehr vielseitig. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufig beschriebene Symptome der Infektion.

Quellen

  • Phytotherapeutika. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/Phytotherapeutika (zugegriffen 31. März 2022)

  • Bustos M, Venkataramanan R, Caritis S: Nausea and vomiting of pregnancy - What's new? Auton Neurosci 2017; 202: 62–72.

  • Cangemi DJ, Kuo B: Practical Perspectives in the Treatment of Nausea and Vomiting. J Clin Gastroenterol 2019; 53: 170–8.

  • Lacy BE, Parkman HP, Camilleri M: Chronic nausea and vomiting: evaluation and treatment. Am J Gastroenterol 2018; 113: 647–59.

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