Pillenblister mit Antibabypille, 21 Tabletten zur oralen Einnahme.
  1. Was ist die Antibabypille und wie wirkt sie?
  2. Welche Arten der Antibabypille gibt es?
  3. Was kostet die Antibabypille?
  4. Wie muss ich die Antibabypille einnehmen?
  5. Was, wenn ich eine Pille vergesse?
  6. Ist die Einnahme der Pille unbedenklich?
  7. Welche Pille ist die richtige für mich?
  8. Der Pillenvergleich – Was, wenn meine Pille nicht verfügbar ist?
  9. Häufige Fragen zur Antibabypille
Pillenblister mit Antibabypille, 21 Tabletten zur oralen Einnahme.

Die Antibabypille hat einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 und gehört somit zu den sichersten Verhütungsmethoden.

Die Antibabypille, kurz auch Pille genannt, ist ein Medikament zur Empfängnisverhütung. In Deutschland wird sie von 35 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter zur Verhütung genutzt (Stand 2020), damit ist sie das beliebteste hormonelle Verhütungsmittel.

Auf einen Blick
  • Die Antibabypille zählt zu den sichersten und beliebtesten Verhütungsmitteln
  • Kombinationspillen wirken auf 3 Wegen: sie unterdrückt den Eisprung, sie hemmt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und sie verdickt den Zervixschleim
  • Bis zum vollendeten 22. Lebensjahr tragen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Antibabypille
  • Es gibt verschiedene Pillenarten, die anhand individueller Umstände verschrieben werden können
  • Die Pille ist ein Medikament und kann Nebenwirkungen haben

Was ist die Antibabypille und wie wirkt sie?

Die Antibabypille wird zur Empfängnisverhütung eingenommen. Wie alle hormonellen Verhütungsmittel ist die Pille rezeptpflichtig. Die Erstverschreibung sollte immer in einer gynäkologischen Praxis und einhergehend mit einer körperlichen Untersuchung der Patientin erfolgen.

Was ist die Pille?

Die Pille wird auch Antibabypille oder Verhütungspille genannt. Sie ist ein Arzneimittel zur Empfängnisverhütung. Darüber hinaus kann sie Patientinnen verschrieben werden, um Menstruationsbeschwerden zu lindern. Dazu gehört auch das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS. Die Pille kann dabei helfen, starke Beschwerden, die vor oder während der Periode auftreten, abzuschwächen.

Die Antibabypille wird zudem Frauen verschrieben, welche unter Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) leiden. Dabei sollen die Schmerzen während der Regelblutung gemindert werden.

Durch die Einnahme der Antibabypille wird der natürliche Zyklus unterdrückt, sodass typische Menstruationsbeschwerden oft ausbleiben. Die Blutungsdauer und -stärke kann abnehmen. Einige Pillen werden aufgrund ihrer hormonausgleichenden Wirkung außerdem dazu eingesetzt, um Hautprobleme wie Akne zu behandeln. Das trifft v. a. auf Präparate mit Gestagenen der 4. Generation (Chlormadinonacetat, Drospirenon, Dienogest, Nomegestrol) zu.

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Antibabypille: Wirkung im weiblichen Körper

Die Antibabypille enthält Hormone, die den natürlichen weiblichen Geschlechtshormonen sehr ähnlich sind. Ihre Einnahme führt zu einem konstanten Hormonspiegel.

Die Pille wirkt auf drei Weisen:

  1. Durch Kombinationspillen (mit Östrogenen und Gestagenen) werden der Eisprung (Ovulation) und die Eireifung unterdrückt. Durch die regelmäßige Einnahme dieser Hormone wird der Hormonspiegel kontinuierlich hochgehalten. Ein Anstieg der Hormonkonzentration, welcher normalerweise den Eisprung auslöst, wird so verhindert. Diese Wirkung besteht nicht bei Minipillen.

  2. Außerdem wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gehemmt, was die Einnistung einer befruchteten Eizelle unmöglich macht. Bei regelmäßiger Einnahme der Pille ist also ein zuverlässiger Empfängnisschutz gewährleistet.

  3. Weiterhin wird der Zervixschleim verdickt. Es bildet sich ein Schleimpfropf am Eingang der Gebärmutter, welcher das Eindringen von Spermien verhindert.

Durch die Kombination dieser Wirkweisen bietet die Antibabypille einen hohen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften.

Grafik: Wie wirkt die Antibabypille? 1. Hemmung Eisprung, 2. weniger Gebärmutterschleimhaut, 3. zähflüssiger Schleim.

Welche Arten der Antibabypille gibt es?

Es gibt verschiedene Arten der Antibabypille. Die Pillenarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wirkstoffe und Dosierung.

  • Kombinationspillen (enthalten Östrogene und Gestagene, bei niedriger Östrogen-Dosierung spricht man von Mikropillen)

    • Einphasen-Kombinationspräparate

    • 2-Phasen-Kombinationspräparate

    • 3-Phasen-Kombinationspräparate

    • 4-Phasen-Kombinationspräparate

  • Minipillen (enthalten nur Gestagene)

Pillenarten: Einphasen- und Mehrphasenpille

Hinsichtlich der Hormondosierung lassen sich die Einphasen- und Mehrphasenpillen unterscheiden. Bei den Einphasenpillen enthält jede Tablette im Blister den gleichen Anteil an Hormonen. Sie wird in Deutschland am häufigsten verschrieben. Bei Mehrphasenpillen hingegen verändert sich der Hormongehalt von Tablette zu Tablette. Daher ist die korrekte Reihenfolge der Einnahme des Medikaments von großer Bedeutung.

Generationen der Antibabypille

Der Begriff Generation bezieht sich hier auf den Zeitpunkt der Markteinführung der verwendeten Gestagene.

  • 1. Generation: Norethisteron, Lanestrenol

  • 2. Generation: Levonorgestrel, Norgestrel

  • 3. Generation: Gestoden, Desogestrel, Norgestimat

  • 4. Generation: Chlormadinon, Drospirenon, Dienogest, Nomegestrol

Dabei sind die Pillen-Präparate mit neueren Wirkstoffen (3. und 4. Generation) nicht zwangsläufig besser als die älteren (1. und 2. Generation). Antibabypillen der 3. und 4. Generation haben, verglichen mit denen der 1. und 2. Generation, ein deutlich höheres Thromboserisiko. Als positiver Nebeneffekt wird bei den Antibabypillen der 4. Generation die antiandrogene Wirkung hervorgeheben, welche sich oft positiv auf das Hautbild der Patientinnen auswirkt. Nutzen und Risiken eines Medikamentes muss die Patientin, nach ausführlicher ärztlicher Beratung, für sich selbst abwägen.

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Antibabypille: Einnahme der Pillen

Es gibt verschiedene Einnahmeschemata, die sich aus der Kombination an Pillen mit Wirkstoffen und einer darauffolgenden Einnahmepause oder Einnahme von Placebos (Tabletten ohne Wirkstoff), zusammensetzten.

Antibabypille Einnahme 21+7:

Dieses Einnahmeschema der Antibabypille ist das geläufigste. Es wird ein Blister mit 21 Pillen durchgängig eingenommen und danach eine einwöchige Pause eingelegt, in der die Monatsblutung auftritt.

Antibabypille Einnahme 24+4:

Hierbei wird 24 Tage lang jeweils eine hormonhaltige Tablette eingenommen und daraufhin vier Tage lang ein Placebo.

Antibabypille Einnahme 26+2:

Dieses Einnahmeschema ist häufig bei Mehrphasenpillen zu finden. Die 26 Pillen steigern sich dabei in ihrer Hormonkonzentration. Nach Einnahme dieser Tablette in der richtigen Reihenfolge müssen zwei Placebopillen eingenommen werden.

Was kostet die Antibabypille?

Die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel (z. B. Antibabypille, Dreimonatsspritze, Verhütungsring) werden bis zum vollendeten 22. Lebensjahr durch die gesetzlichen Krankenkassen getragen.

  • Bis zum 18. Geburtstag werden die Kosten komplett übernommen.

  • Ab dem 18. bis zum 22. Geburtstag wird eine Zuzahlung von 5 bis 10 Euro fällig.

  • Ab dem 22. Geburtstag müssen die Kosten selber getragen werden.

  • Bei Privatversicherten werden die Kosten üblicherweise nicht übernommen.

  • Ausnahmen bestehen, wenn die Antibabypille nicht als Verhütungsmittel, sondern z. B. für eine Therapie von Akne verschrieben wurde.

Die tatsächlichen Kosten für die Antibabypille sind von mehreren Faktoren abhängig:

  • Bei größeren Abpackungen (6 x 21 Stück) ist der Preis pro Monat geringer.

  • Die enthaltenen Wirkstoffe haben einen Einfluss auf den Preis.

  • Die Preise für Medikamente mit identischen Wirkstoffen können zwischen den verschiedenen Herstellern und Anbietern variieren.

Die Kosten für eine 28-tägige Anwendung der Antibabypille bewegen sich in einer Spanne von knapp 4 Euro bis über 20 Euro.

Wie muss ich die Antibabypille einnehmen?

Das Vorgehen bei der Einnahme der Antibabypille richtet sich nach der Art des Verhütungsmittels. Je nach Pille unterscheidet sich die Menge der Tabletten pro Blister und damit die Einnahmedauer. Bei einigen Pillen ist auch aufgrund des differierenden Hormongehalts die Reihenfolge der Medikamenteneinnahme zu beachten.

Die meisten Pillenpackungen enthalten Blister mit jeweils 21 Tabletten. Hier nimmt man drei Wochen lang eine Tablette täglich, daraufhin folgt eine 7-tägige Pillenpause, in der auch die Blutung einsetzt. Dann wird mit dem nächsten Blister begonnen. Wenn die Pille pro Blister 28 Tabletten enthält, wird keine Pause eingelegt, da 7 der 28 Pillen keine Wirkstoffe enthalten.

Schlucken Sie die Tablette unzerkaut, bei Bedarf mit einer ausreichenden Menge Wasser. Die Antibabypille sollte jeden Tag zur selben Zeit eingenommen werden. Bei der klassischen Minipille gibt es einen Spielraum von 3 Stunden, bei Mikropillen oder Minipillen der neuen Generation kann die Einnahme bis zu 12 Stunden später nachgeholt werden. Genaue Angaben sind den Beipackzetteln zu entnehmen.

Was, wenn ich eine Pille vergesse?

Wird der in der Packungsbeilage angegebene Zeitraum für eine nachgeholte Einnahme überschritten, so ist der Empfängnisschutz ggf. nicht mehr gewährleistet. Ausschlaggebend ist auch die Einnahmewoche, in welcher die Antibabypille nicht korrekt eingenommen wird. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Packungsbeilage der jeweiligen Präparate.

In jedem Fall sollte die vergessene Pille nachträglich eingenommen werden, um Zwischenblutungen zu vermeiden. Auch wenn das bedeutet, zwei Tabletten gleichzeitig einzunehmen. Besteht Zweifel am Empfängnisschutz, sollte zusätzlich mit einem Kondom verhütet werden.

Ist die Einnahme der Pille unbedenklich?

Wie bei jedem Arzneimittel kann es auch bei der Antibabypille zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Wie sicher ist die Antibabypille?

Wie sicher ein bestimmtes Verhütungsmittel ist, lässt sich anhand des sogenannten Pearl-Index bestimmen. Dieser gibt die absolute Anzahl der Schwangerschaften von 100 Frauen an, die ein Jahr lang mit dem jeweiligen Mittel verhütet haben. Der Pearl-Index der Pille liegt bei 0,1 bis 0,9 und ist somit sehr niedrig. Statistisch gesehen werden innerhalb eines Jahres 1 bis 9 von 1.000 Frauen, die mit der Pille verhüten, schwanger. Dementgegen stehen 850 Schwangerschaften von 1.000 Frauen, wenn nicht verhütet wird. Die Antibabypille bietet also eine effektive Empfängnisverhütung.

Neben- und Wechselwirkungen

Wie bei jedem anderen Arzneimittel können auch bei der Pille Nebenwirkungen auftreten. Dies muss aber nicht der Fall sein. Insbesondere für gesunde Frauen, die nicht rauchen, sind die Risiken gering. Die Nebenwirkungen unterscheiden sich anhand der Zusammensetzung und Dosis der Wirkstoffe. Informieren Sie sich bitte vor der Medikamenteneinnahme über mögliche Nebenwirkungen.

Wird die Antibabypille gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen, kann dies zu Wechselwirkungen führen. Informieren Sie deshalb bei jeder Rezeptausstellung für die Antibabypille unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über Ihre aktuelle Medikation. Insbesondere Antibiotika können die empfängnisverhütende Wirkung der Pille herabsetzen. Weitere Wechselwirkungen werden im Beipackzettel des jeweiligen Präparats aufgeführt.

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Antibabypille und Thrombose

Die meisten Nebenwirkungen der Antibabypille, wie z. B. Zwischenblutungen, Brustspannen oder Kopfschmerzen, sind unbedenklich. Das Thromboserisiko kann sich allerdings in Verbindung mit individuellen Risikofaktoren wie Rauchen, Migräne, Bluthochdruck oder Übergewicht erhöhen. Treffen zwei oder mehrere Faktoren auf Sie zu, sollte die Pilleneinnahme eingehend mit einem Gynäkologen bzw. einer Gynäkologin besprochen werden.

Zu den Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in Kombination mit der Pille erhöhen, zählen:

  • Rauchen

  • Übergewicht

  • Migräne

  • Bluthochdruck

  • Herzprobleme

  • Diabetes

  • Anstehende Operationen oder längere Bettlägerigkeit aufgrund einer Verletzung oder Krankheit bzw. ein eingegipstes Bein

  • Alter über 35 Jahre

  • Entbindung vor wenigen Wochen

  • Familiäre Vorgeschichte von Blutgerinnseln

Das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels steigt mit der Anzahl der vorliegenden Erkrankungen und Risikofaktoren. Flugreisen über 4 Stunden oder mehr können Ihr Risiko für ein Blutgerinnsel vorübergehend erhöhen, insbesondere wenn bei Ihnen weitere der aufgeführten Faktoren vorliegen. Vorbeugend können hier Kompressionsstrümpfe oder blutverdünnende Medikamente eingesetzt werden.

Liegt bei Patientinnen ein erhöhtes Thromboserisiko vor, so kann eine Minipille in Betracht gezogen werden. Diese enthält nur Gestagene, keine Östrogene. Bisher konnte kein Zusammenhang zwischen Thrombosen und diesen Präparaten gefunden werden.

So erkennen Sie ein Blutgerinnsel

Suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf, wenn Sie mögliche Anzeichen eines Blutgerinnsels bemerken, die bedeuten könnten, dass Sie ein Blutgerinnsel

  • im Bein (d. h. tiefe Beinvenenthrombose),

  • ein Blutgerinnsel in der Lunge (d. h. Lungenembolie),

  • einen Herzinfarkt oder

  • einen Schlaganfall haben.

  • Schwellung eines Beins oder längs einer Vene im Bein oder Fuß
  • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird
  • Erwärmung des betroffenen Beins
  • Änderung der Hautfarbe des Beins, z. B. aufkommende Blässe, Rot- oder Blaufärbung
  • Plötzliche, unerklärliche Atemlosigkeit oder schnelle Atmung
  • Plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, ggf. mit blutigem Auswurf
  • Stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt
  • Starke Benommenheit oder Schwindelgefühl
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Starke Magenschmerzen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt bzw. einer Ärztin, da einige dieser Symptome wie Husten oder Kurzatmigkeit mit einer leichteren Erkrankung wie einer Entzündung der Atemwege (z.B. einem grippalen Infekt) verwechselt werden können.

Welche Pille ist die richtige für mich?

Es gibt viele unterschiedliche Verhütungspillen. Welche sich für Sie am besten eignet, ist sehr individuell.

Wenn Sie gesund sind und die oben genannten Risikofaktoren nicht auf Sie zutreffen, können Sie grundsätzlich zu jeder Pille greifen. Möchten Sie die Pille während der Stillzeit einnehmen oder das Thromboserisiko geringhalten, sollten Sie zu einem östrogenfreien Präparat greifen (Minipille).

Einige Pillen wirken sich besonders gut auf das Hautbild aus und werden daher oft Akne-Patientinnen verschrieben. Andere sind vor allem bei Menstruationsbeschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten oder starken Schmerzen empfehlenswert.

Verhütung Behandlung
Welche Pille benötige ich?

Jede Frau ist individuell und reagiert auf die verschiedenen Pillen anders. Daher ist es wichtig, die eigene Gesundheit zu beachten und ärztlichen Rat einzuholen. Bei Fernarzt können Sie das via Telefon oder Video machen oder ein Medikament per Fragebogen erhalten.

Kann ich die Pille einfach wechseln?

Sprechen Sie vor einem Präparatwechsel mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Diese werden Sie auf die Besonderheiten der einzelnen Pillen hinweisen und Ihre individuelle gesundheitliche Situation berücksichtigen.

Der Zeitpunkt des Wechsels richtet sich auch danach, welche Form der Pille Sie einzunehmen planen. Generell sollte der aktuelle Blister aufgebraucht werden. Danach kann innerhalb der Mikropillen bzw. der Minipillen der Umstieg erfolgen. Liegen bei Ihnen schwerwiegende Nebenwirkungen vor, so sollte unter Umständen direkt gewechselt werden – unabhängig von der Dosierung des Verhütungsmittels.

Beim Umstieg von einer Minipille zu einer Mikropille (und andersrum) ist es empfehlenswert, einmalig keine Pillenpause zu machen und innerhalb der ersten 7 Tage zusätzlich ein Kondom zu nutzen. Das Aussetzen der Pause ist auch beim Wechsel innerhalb der gleichen Pillenart die sicherste Variante.

Wird ein neues Präparat eingenommen, so geht mit der Hormonumstellung auch immer eine Gewöhnungszeit des Körpers einher. Die Umstellung kann mehrere Wochen beanspruchen und sich in Form verschiedener Erscheinungen äußern:

Diese Begleiterscheinungen sind im Normalfall vorübergehend und sollten nach spätestens 3 Monaten abgeklungen sein. Erst dann kann die Wirkung des Präparats beurteilt werden, weshalb auch erst dann gegebenenfalls ein erneuter Wechsel in Betracht gezogen werden sollte. Positive Nebenwirkungen zeigen sich teilweise bereits nach den ersten Wochen.

Der Pillenvergleich – Was, wenn meine Pille nicht verfügbar ist?

Es kann vorkommen, dass das gewünschte Präparat nicht lieferbar ist. Im Notfall kann dann auf ein Präparat zurückgegriffen werden, welches die gleichen Wirkstoffe in derselben Dosierung enthält. Präparate mit denselben Wirkstoffen und Dosen wirken auf gleiche Weise und können einander im Zweifel ersetzen.

Antibabypillen mit gleichen Wirkstoffen

Diese Übersicht kann als Orientierung dienen, falls bei Lieferengpässen auf ein Produkt eines anderen Herstellers zurückgegriffen werden muss. Auch bei Unverträglichkeiten sollte ein Umstieg, nach ärztlicher Absprache, erfolgen.

Antibabypillen mit Gestagenen der 1. Generation (Norethisteron)

Einphasen-Mikropille mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 0,5 mg Norethisteron

Einphasen-Mikropille mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,5 mg Norethisteron

Antibabypillen mit Gestagenen der 2. Generation (Levonorgestrel)

Einphasen-Mikropillen mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 0,1 mg Levonorgestrel

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,125 mg Levonorgestrel

  • Evaluna® 30/125
  • Femikadin® 30 mite
  • Kleodina®
  • Lotta® HEXAL®
  • Maexeni® 30 mite
  • Minisiston®
  • MonoStep®
  • Swingo® 30 mite

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,15 mg Levonorgestrel

3-Phasen-Mikropillen mit Ethinylestradiol (0,03 + 0,04 + 0,03 mg) und Levonorgestrel (0,05 + 0,075 + 0,125 mg)

  • Logynon
  • NovaStep®
  • Trigoa®
  • Trigynon®
  • Trinordiol®
  • Triquilar®

Einphasen-Minipille mit 0,03 mg Levonorgestrel

Antibabypillen mit Gestagenen der 3. Generation (Desogestrel, Gestoden, Norgestimat)

Einphasen-Mikropillen mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 0,15 mg Desogestrel

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,15 mg Desogestrel

Einphasen-Minipillen mit 0,075 mg Desogestrel

3-Phasen-Mikropille mit Ethinylestradiol (0,035 + 0,03 + 0,03 mg) und Desogestrel (0,05 + 0,1 + 0,15 mg)

2-Phasen-Mikropille mit Ethinylestradiol (0,04 + 0,03 mg) und Desogestrel (0,025 + 0,125 mg)

  • Biviol®

Einphasen-Mikropille mit 0,035 mg Ethinylestradiol und 0,25 mg Norgestimat

Einphasen-Mikropille mit 0,015 mg Ethinylestradiol und 0,06 mg Gestoden

  • Yaluvea®

Einphasen-Mikropille mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,075 mg Gestoden

  • Femovan®

Antibabypillen mit Gestagenen der 4. Generation (Chlormadinon, Drospirenon, Dienogest, Nomegestrol)

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Chlormadinon

2-Phasen-Kombinationspräparat mit 0,05 mg Ethinylestradiol und 1 mg Chlormadinon

Einphasen-Mikropillen mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon

Einphasen-Kombinationspräparat mit 14,2 mg Estetrol und 3 mg Drospirenon

  • Drovelis®

Einphasen-Minipille mit 4 mg Drospirenon

  • Slinda®

Einphasen-Mikropillen mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest

4-Phasen-Kombinationspräparat mit Estradiolvalerat (3 + 2 + 2 + 1 mg) und Dienogest (0 + 2 + 3 + 0)

  • Qlaira®

Einphasen-Kombinationspräparat mit 1,5 mg Estradiol und 2,5 mg Nomegestrol

Informationen zu den Präparaten wurden den jeweiligen Beipackzetteln entnommen. Es wurden nur Pillen berücksichtigt, die vorwiegend zum Empfängnisschutz verschrieben werden, nicht solche, bei denen die Verbesserung des Hautbildes als Hauptindikation anzusehen ist. Präparate, die vom Markt genommen wurden und solche, die nicht in Deutschland verfügbar sind, wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Für die Vollständigkeit dieser Auflistung wird keine Garantie gegeben.

Häufige Fragen zur Antibabypille

Die Pille, auch Antibabypille oder Verhütungspille genannt, ist ein Arzneimittel zur Empfängnisverhütung. Darüber hinaus kann sie Patientinnen verschrieben werden, um Menstruationsbeschwerden wie heftige bzw. unregelmäßige Blutungen oder starke Schmerzen zu lindern.

Die Antibabypille zählt zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Der Pearl-Index der Pille liegt bei 0,1 bis 0,9. Das bedeutet, dass von 1.000 Frauen, die mir der Pille verhüten, innerhalb eines Jahres 1 bis 9 Frauen schwanger werden. Ohne Verhütung werden im gleichen Zeitraum 850 von 1.000 Frauen schwanger.

Die Hormone in der Antibabypille wirken auf 3 Wegen einer Schwangerschaft entgegen:

  1. Eireifung und Eisprung werden unterdrückt (nur bei Mikropillen, nicht bei Minipillen).
  2. Wachstum der Gebärmutterschleimhaut wird gehemmt, sodass sich keine befruchteten Eizellen einnisten können.
  3. Zervixschleim wird verdickt und somit das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter verhindert.

Die Antibabypille hat – wie alle Medikamente – einige Nebenwirkungen. Hervorzuheben ist dabei das erhöhte Thromboserisiko. Das betrifft vor allem Präparate der 3. und 4. Generation. Zusätzlich wird dieses Risiko durch Faktoren wie Rauchen, Alter, Übergewicht, und genetische Veranlagungen erhöht. Bei der Minipille (nur Östrogen, kein Gestagen) wurde kein erhöhtes Thromboserisiko nachgewiesen.

Die Wahl der richtigen Pille hängt von den individuellen Voraussetzungen einer Frau ab. Zu beachtende Faktoren sind u. a.:

  • Einnahmezweck (dient die Einnahme ausschließlich der Empfängnisverhütung oder sollen z. B. Regelschmerzen oder Hautunreinheiten behandelt werden)
  • Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Alter, Veranlagung, etc.)
  • Tagesrhythmus (kann man die Pille so zuverlässig einnehmen, wie es einige Präparate erfordern)

Je nach Pille unterscheidet sich die Menge der Tabletten pro Blister und damit die Einnahmedauer. Die meisten Pillenpackungen enthalten Blister mit jeweils 21 Tabletten. Hier nimmt man drei Wochen lang eine Tablette täglich, daraufhin folgt eine 7-tägige Pillenpause, in der auch die Blutung einsetzt. Dann wird mit dem nächsten Blister begonnen. Wenn die Pille pro Blister 28 Tabletten enthält, wird keine Pause eingelegt, da 7 der 28 Pillen Placebos sind.

Die Antibabypille ist ein hormonales Kontrazeptivum zur Empfängnisverhütung. Die sogenannte Mikropille enthält künstlich hergestellte Derivate der Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Durch die regelmäßige Einnahme bleibt der Östrogenspiegel durchgehend auf einem hohen Niveau – dadurch wird der Eisprung und somit auch eine Schwangerschaft verhindert.

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Quellen

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