Schwangerschaftstest
  1. Wie wirkt die Pille?
  2. Woran erkenne ich, dass ich trotz Pilleneinnahme schwanger bin?
  3. Schwanger trotz Pille – wie ist das möglich?
  4. Wann empfiehlt sich die "Pille danach"?
  5. Schwanger trotz Pille – was ist zu tun?
Schwangerschaftstest
Auf einen Blick
  • Einnahmefehler, Krankheiten und Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Lebensmitteln können die Wirkung der Pille beeinträchtigen.
  • Im Notfall kann die "Pille danach" eine Schwangerschaft noch verhindern.
  • Die Einnahme der Pille in der Frühschwangerschaft schadet dem Kind nicht.

Mit einem Pearl-Index zwischen 0,1 und 0,9 gilt das rezeptpflichtige Verhütungsmittel als eine der sichersten Methoden zur Empfängnisverhütung. Der Index der Mikropille liegt mit einem Wert zwischen 0,5 und 3 etwas höher.

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen trotz korrekter Anwendung eines Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger werden.

Um ihre empfängnisverhütende Wirkung entfalten zu können, muss die Pille täglich etwa zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Wird die Pille nicht korrekt eingenommen oder vergessen kann sich das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft erhöhen. Umfragen zufolge ist das bei fast jeder vierten Frau mindestens einmal im Monat der Fall. Sieben Prozent vergessen die Pille sogar mehrmals monatlich.

Wie wirkt die Pille?

Die Wirkstoffe der Pille ähneln den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen. Sie verhindern eine Schwangerschaft auf drei Wegen.

  • Der Eisprung wird gehemmt.

  • Der Schleim im Gebärmutterhals verdickt sich, wodurch keine Spermien durchdringen können.

  • Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich und verhindert das Einnisten einer befruchteten Eizelle.

Wird die Hormonzufuhr unterbrochen, normalisiert sich der Hormonhaushalt und die empfängnisverhütende Wirkung der Pille lässt nach. Eine ungewollt Schwangerschaft ist also möglich.

Woran erkenne ich, dass ich trotz Pilleneinnahme schwanger bin?

Anzeichen, die auf eine Schwangerschaft trotz Einnahme der Pille hindeuten, unterscheiden sich nicht von einer Schwangerschaft ohne Verhütungsmittel.

Häufig ist das erste Anzeichen die ausbleibende Regelblutung. Es ist wichtig zu wissen, dass eine Schwangerschaft trotz Blutung möglich ist, da die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter zu leichten Blutungen führen kann.

Als weitere sogenannte "unsichere" Schwangerschaftszeichen gelten:

Da viele dieser Symptome ebenso anderer Ursache sein können, sollte stets eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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Schwanger trotz Pille – wie ist das möglich?

Die Wirkung der Pille hängt von der täglichen Einnahme, optimalerweise zur gleichen Uhrzeit, ab. Wird die Hormonzufuhr unterbrochen, ist diese Wirkung nicht mehr gegeben.

Es gibt einige Faktoren, die die Wirkung der Pille reduzieren können. Die häufigsten sind:

  • Einnahmefehler: Die Pille wird zu spät eingenommen oder komplett vergessen

  • Krankheiten wie Durchfall oder Erbrechen können die Aufnahme der Hormone verhindern

  • Wechselwirkungen mit Medikamenten und Lebensmitteln können die Wirkung der Pille reduzieren

Einnahmefehler: Pille vergessen oder zu spät eingenommen

Wenn Sie Ihre Pille zwölf Stunden oder mehr nach dem eigentlichen Einnahmezeitpunkt einnehmen, ist Ihr Empfängnisschutz nicht mehr gewährleistet. Bei der Mikropille liegt dieses Zeitfenster sogar nur bei drei Stunden.

Besonders riskant ist die verspätete Einnahme in der Zeit des Eisprungs. Während des Geschlechtsverkehrs sollten Sie daher zusätzlich ein Kondom verwenden.

Häufig wird die Pille direkt nach der einwöchigen Einnahmepause vergessen. Grundsätzlich gilt, dass die Einnahme der Pille nicht länger als sieben Tage unterbrochen werden darf. Für mehr Details lesen Sie bitte unseren Text “Pille vergessen - was muss ich beachten?”.

Krankheiten

Durchfall und Erbrechen können die Wirkungsweise der Pille beeinträchtigen, da sie die Aufnahme der Wirkstoffe in den Körperkreislauf einschränken.

Daher schwächen auch Erkrankungen wie chronische Darmentzündungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), Magenentzündungen (Gastritiden), Magersucht (Anorexie) und Ess-Brechsucht (Bulimie) die Wirkung der Pille ab. Bei Durchfall und Erbrechen sollte daher schnellstmöglich eine weitere Pille eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln

Auch bestimmte Antibiotika, Antiallergika, Beruhigungsmittel sowie viele weitere Medikamente und einige Naturheilmittel wie z. B. Johanniskraut können die Wirksamkeit der Pille herabsetzen.

Hinweise darauf finden sich in der Packungsbeilage der Medikamente oder können in der Apotheke oder bei einem Arzt erfragt werden. Obwohl es sich bei der Pille grundsätzlich um ein sehr sicheres Verhütungsmittel handelt, kann es in sehr seltenen Fällen selbst bei korrekter Einnahme zu ungewollten Schwangerschaften kommen.

Wann empfiehlt sich die "Pille danach"?

Die “Pille danach” ist ein Verhütungsmittel für den Notfall, das den Eisprung hemmt und dadurch verzögert.

Die Anwendung empfiehlt sich bei Verhütungspannen, bei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei starkem Erbrechen oder Durchfall nach Einnahme der Pille.

Abhängig vom Präparat ist die Einnahme bis zu 72 oder 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wirkungsvoll.

Die “Pille danach” kann nur wirken, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat.

Schwanger trotz Pille – was ist zu tun?

Viele Frauen wissen erst nach einigen Wochen, dass sie schwanger sind. Die Pille während der Frühschwangerschaft weiter zu nehmen, ist laut jüngsten Untersuchungen nicht problematisch für die Entwicklung des Kindes.

Dennoch sollte die Einnahme der Pille natürlich beendet werden, sobald eine Schwangerschaft festgestellt wird.

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Quellen

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  • https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungspannen/haeufige-anwendungsfehler/. Abgerufen am 13.08.2019.

  • Bundesverband der Frauenärzte e.V.: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/pille-anti-baby-pille/. Abgerufen am 13.08.2019.

  • https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsanzeichen-schwangerschaftstest/. Abgerufen am 13.08.2019.

  • Rabe et al.: 1×1 der Notfallkontrazeption anhand von Fallbeispielen.

  • J Reproduktionsmed. Endokrinol., 2017. Abgerufen am 13.08.2019.

  • Kothé et al.: Notfall-Kontrazeption: Was man zur „Pille danach“ wissen sollte. Deutsches Ärzteblatt 2008; 105(19): A-992 / B-864 / C-844. Abgerufen am 13.08.2019.

  • Charlton et al.: Maternal use of oral contraceptives and risk of birth defects in Denmark: prospective, nationwide cohort study. BMJ, 2016. Abgerufen am 13.08.2019.

  • Mahmoudi et al.: Arzneimittelwechselwirkungen bei oralen Kontrazeptiva. Der Gynäkologe, 2019. Abgerufen am 13.08.2019.

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