Facharzt/-ärztin für Frauenheilkunde (Gynäkologie) & Geburtsmedizin

Das Aufgabenspektrum von Frauenärzten bzw. Gynäkologen

  1. Was macht ein Gynäkologe?
  2. Aufgabenfelder von Frauenärzten
  3. Gynäkologische Untersuchung
  4. Wie läuft ein Frauenarzttermin ab?

Was macht ein Gynäkologe?

Als Facharzt/-ärztin für Frauenheilkunde (Gynäkologie) und Geburtsmedizin ist man zentraler Ansprechpartner bei geschlechtsspezifischen Erkrankungen und Anliegen der Frau. Frauenarzt/-ärztin oder GynäkologIn bezeichnen den gleichen Facharzt.

Auf einen Blick
  • Gynäkologen betreuen Frauen in allen Lebensphasen
  • AnsprechpartnerInnnen rund um Schwangerschaft, Regelblutung,
  • Familienplanung, Verhütung, Vorsorge
  • Vorsorgliche gynäkologische Untersuchung beinhaltet Inspektion, Spekulumeinstellung, Tastuntersuchungen

Aufgabenfelder von Frauenärzten

Das Gebiet der Frauenheilkunde umfasst Anliegen die den Lebensanfang bis zum Lebensende betreffen können und gestaltet sich dementsprechend vielseitig. Zum Kompetenzbereich von GynäkologInnen zählen:

  • Pränatalmedizin (vor der Geburt)

  • Geburtshilfe

  • Onkologie (Krebserkrankungen)

  • Gynäkologie (Frauenheilkunde)

  • Prävention

  • Familienplanung

  • Endokrinologie (Lehre von den inneren Drüsen und Hormonen)

  • Reproduktionsmedizin (Kinderwunsch)

Dies beinhaltet in der niedergelassenen Praxis unter anderem folgende konkrete Aufgaben und Kompetenzen:

  • Stillberatung
  • Grundlagen der Ernährungsmedizin
  • Früherkennung und Vorbeugung einschließlich Impfungen
  • Feststellung Schwangerschaft
  • Beratung bei Schwangerschaftskonflikten und Indikationsstellung zum
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Mutterschaftsvorsorge
  • Erkennung und Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen und
  • Risikoschwangerschaften
  • Betreuung im Wochenbett
  • sowie Beratung zu verschiedenen Verhütungsmethoden
  • (Früh-)Erkennung
  • Grundlagen der jeweiligen Tumortherapie
  • Nachsorge
Online-Sprechstunden Psychiatrie und Psychotherapie für junge Erwachsene bei Fernarzt.
FrauenärztInnen - auch online für Sie da

Wenn Sie einem Gynäkologen sprechen möchten können Sie in wenigen Schritten einen Termin in unserer Online Sprechstunde vereinbaren. Vereinbaren Sie online ein Telefon- oder Videogespräch mit einem unserer Partnerärzte und erhalten Sie Einschätzungen ihrer Beschwerden, Rezepte oder Krankschreibungen.

Bei GynäkologInnen ist hervorzuheben, dass der Prävention, also der Vorbeugung von Erkrankungen und vor allem Tumorentstehung, eine große Rolle zufällt. So fällt etwa 40 Prozent der Sprechstundenzeit auf die Betreuung von gesunden Patientinnen. In der Regel betreuen FrauenärztInnen ihre Patientinnen langfristig.

bildliche Darstellung

Gynäkologische Untersuchung

Eine frauenärztliche Untersuchung umfasst in der Regel das ärztliche Gespräch (Anamnese) und die gynäkologische Untersuchung. Sie findet bei bestimmten Beschwerden sowie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung statt.

Wie läuft ein Frauenarzttermin ab?

Aufregung oder Anspannung vor dem Besuch des Frauenarztes/der Frauenärztin ist vielen Frauen bekannt, besonders beim ersten Besuch. Was für Patientinnen eine sehr intime Untersuchung sein kann, ist für GynäkologInnen Alltag. Das Wissen um den Ablauf dieser Routineuntersuchung kann Abhilfe schaffen. Sollten Patientinnen sich trotzdem nicht wohl fühlen, kann ein Arztwechsel manchmal helfen.

1. Anamnese

Zunächst geht der Frauenarzt/die Frauenärztin im ärztlichen Gespräch auf das aktuelle Anliegen ein und holt relevante Informationen ein. Je nach Vorstellungsgrund kann die Frage nach bisherigen Schwangerschaften, Geburten, Schmerzen, Regelblutung, Verhütung, Sexualverhalten, anderen Erkrankungen und Medikamenteneinnahme relevant sein.

2. Lagerung

Die Untersuchung findet in der sogenannten Steinschnittlage statt. Dabei liegen die Patientinnen auf dem Rücken auf einem Untersuchungsstuhl, der mit schalenförmigen Beinhalterungen ausgestattet ist. Durch das Ablegen der Unterbeine in diese Halterungen werden diese angewinkelt und nach außen gespreizt, sodass die zu untersuchende vaginale Region und die Region um den After gut zugänglich sind.

bildliche Darstellung

3. Inspektion

Zunächst begutachtet der Frauenarzt/die Frauenärztin den Bauch, die äußeren Geschlechtsorgane sowie den After und die Dammregion. Dies kann Hinweise auf Fehlbildungen, Infektionen oder sonstige Veränderungen geben.

4. Spekulumeinstellung

Ein Spekulum, auch Scheidenspiegel genannt, ist ein Untersuchungsinstrument, das bei der gynäkologischen Untersuchung in die Vagina eingeführt wird.

bildliche Darstellung

5. Gynäkologische Tastuntersuchungen

Bei der vaginalen Austastung führt der Untersucher/die Untersucherin einen oder zwei Finger in die Vagina ein, um diese sorgfältig ab zu tasten. Dies kann Erkenntnisse über z. B. mögliche Resistenzen, Raumforderungen oder Schmerzhaftigkeit erbringen. Bei der bimanuellen Austastung nimmt der Frauenarzt/die Frauenärztin die zweite Hand dazu. Eine Hand tastet weiterhin vaginal und bringt die zu untersuchenden Organe näher an die Bauchdecke, von derer die andere Hand aus tastet. So können die Gebärmutter und Eierstöcke beurteilt werden. Diese Untersuchung wird oft von Patientinnen als unangenehm empfunden . Sie findet je nach Fragestellung und Befund statt. Dies gilt ebenso für die digitale rektale Untersuchung, bei der der Untersucher/die Untersucherin den Enddarm und die umliegenden Regionen mit einem Finger abtastet.

6. Untersuchung der Brust

Die Begutachtung und Abtastung der Brust findet bei entsprechenden Beschwerden oder Risikofaktoren statt und sollte im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung ab dem 30. Lebensjahr routinemäßig erfolgen. Dadurch sollen Auffälligkeiten und mögliche Veränderungen der Brust frühzeitig entdeckt werden. Dabei tastet der Untersucher/die Untersucherin nach der äußerlichen Begutachtung mit beiden Händen die gesamte Brust auf beiden Seiten sowie relevante Areale auf Lymphknoten ab, beispielsweise die Achseln. Dies geschieht meist im Stehen. Weiterhin findet oft eine Anleitung zur Selbstuntersuchung statt, die Patientinnen regelmäßig selbst durchführen können und sollten.

7. Weitere Untersuchungen

Neben diesen Routineuntersuchungen gibt es noch weitere frauenärztliche Untersuchungsmethoden, die bei bestimmten Symptomen oder Erkrankungen zum Tragen kommen. Bei ambulanten GynäkologInnen sind dies beispielhaft Labor- oder Ultraschalluntersuchungen.Weiterhin können sich Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich beim Gynäkologen/bei der Gynäkologin durch einen Urintest auf Chlamydien testen lassen. Die Kosten dafür trägt die gesetzliche Krankenkasse. Eine Testung ist natürlich ebenso bei konkreten Symptomen oder Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion angezeigt und durch die Krankenkasse getragen.

Quellen

Zum Anfang