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  1. Was ist Osteoporose?
  2. Symptome bei Osteoporose
  3. Ursachen von Osteoporose
  4. Wie wird Osteoporose diagnostiziert?
  5. Osteoporose – Therapie und Behandlung
  6. Osteoporose vorbeugen: Das kann man tun!
  7. Häufige Fragen zu Osteoporose
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Fast ein Viertel aller Frauen über 50 Jahre leidet an Osteoporose. Bei den Männern in der gleichen Altersgruppe sind es nur 6 Prozent.

Auf einen Blick
  • Frauen sind deutlich häufiger von Osteoporose betroffen
  • Die häufigste Ursache der Osteoporose ist die Veränderung des Hormonhaushalts in den Wechseljahren
  • Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Knochendichte beeinflussen
  • Osteoporose kann zu vermehrten Knochenbrüchen führen

Was ist Osteoporose?

Als Osteoporose oder Knochenschwund bezeichnet man eine ungenügende Knochenstabilität durch Um- und Abbau der Knochenmasse.

Man unterscheidet zwei Formen der Osteoporose:

  • Die primäre Form entsteht ohne äußere Auslöser. Ursachen für primäre Osteoporose sind Hormonveränderungen bei Frauen in den Wechseljahren und höheres Alter.

  • Die sekundäre Osteoporose hat einen definierten Auslöser, wie zum Beispiel die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (insbesondere Cortisonpräparate) oder lange Phasen fehlender körperlicher Belastung.

Symptome bei Osteoporose

Frühsymptome der Osteoporose sind Knochen- und Gliederschmerzen. Ein typischer Ort für diese Schmerzen ist die Wirbelsäule. Rückenschmerzen insbesondere bei Frauen über 50 Jahren können demnach ein Hinweis auf eine mögliche Osteoporose sein.

Darüber hinaus kann es durch Zusammensacken der Wirbelsäule zur Verminderung der Körpergröße um einige Zentimeter kommen. Es entstehen dabei typische Falten am Rücken, die der Form eines Tannenbaums ähneln. Man nennt dieses Phänomen daher Tannenbaumphänomen.

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Im Verlauf der Erkrankung neigen betroffene Personen vermehrt zu Knochenbrüchen. Diese treten vor allem in den Wirbelkörpern, am Oberschenkelknochen oder am Unterarm und Handgelenk auf.

Ursachen von Osteoporose

Die häufigste Ursache von Osteoporose ist die Veränderung des Hormonhaushalts in der Menopause. In den Wechseljahren nimmt die Produktion der Sexualhormone im weiblichen Körper ab. Diese Hormone haben eine schützende Funktion für die Knochen. Insbesondere kommt es zum Östrogenmangel. Der Wegfall dieser Schutzfunktion begünstigt einen schnelleren Abbau der Knochenmasse.

Mit steigendem Alter nimmt der Stoffwechsel der Knochen ab. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der ebenfalls zu einer schwächeren Knochenstruktur führt. Daher kommt es besonders bei älteren Menschen vermehrt zu Knochenbrüchen.

Osteoporose kann auch sekundär, also durch bestimmte äußere Einflüsse entstehen. Eine häufige Ursache ist die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente. Der wichtigste Vertreter dieser medikamentösen Auslöser sind Kortisonpräparate, die über einen langen Zeitraum eingenommen werden.

Weiterhin führen längere Episoden von Immobilität, also mangelnder Bewegung, zu Knochenschwund. Fehlende Beanspruchung von Knochen, zum Beispiel durch Bettlägerigkeit, führt zum Abbau der Knochen. Ähnlich wie beim Muskeltraining passt sich unser Körper an seine Anforderungen an: was viel benutzt wird, wird aufgebaut und was nicht genutzt wird, wird abgebaut.

Seltenere Ursachen für Osteoporose sind andere Hormonstörungen oder Nährstoffmangel bei Untergewicht bzw. falscher Ernährung.

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Wie wird Osteoporose diagnostiziert?

Hat der Arzt oder die Ärztin aufgrund bestimmter Symptome den Verdacht auf Osteoporose, gibt es verschiedene Untersuchungen, die diesen Verdacht bestätigen können:

  • Zunächst sollten bestimmte Risikofaktoren erfragt werden. Das können zum Beispiel Beschwerden der Wechseljahre, vorangegangene Knochenbrüche, Schmerzen und Medikamenteneinnahme sein.

  • In einer Blutuntersuchung können bestimmte Werte wie Calcium, Phosphat und Hormone bestimmt werden.

  • Mit einer Knochendichtemessung kann die Diagnose sicher gestellt werden.

  • Bei stark ausgeprägter Osteoporose lässt sich auch die verminderte Knochenstruktur im Röntgenbild erkennen.

Osteoporose – Therapie und Behandlung

Die Behandlung der Osteoporose richtet sich nach den Beschwerden und der Ausprägung der Erkrankung. Es sollte zunächst eine konservative Therapie angestrebt werden. Physiotherapie und Ergotherapie stärken die Muskeln und schützen so vor Knochenbrüchen. Außerdem führt die Beanspruchung der Knochen zum Knochenaufbau.

Es sollte außerdem auf ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D geachtet werden. Diese können gegebenenfalls auch als Nahrungsergänzung eingenommen werden, jedoch immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin. Körperliche Bewegung ist jedoch essenziell, damit die Zufuhr von Calcium und Vitamin D eine Wirkung hat.

Bei fortgeschrittener Osteoporose kann mit Medikamenten behandelt werden. Gängige Medikamente sind Bisphosphonate oder Östrogenrezeptor-Modulatoren. Starke Beschwerden der Wechseljahre können mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden. Diese beugt auch der Osteoporose vor. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sollte die Einnahme einer Hormonersatztherapie immer sorgfältig abgewogen werden. Bestehende Schmerzen sollten mit Schmerzmitteln behandelt werden, jedoch ist die Kontrolle durch einen Arzt oder eine Ärztin sehr wichtig, um mögliche Knochenbrüche zu erkennen.

Osteoporose vorbeugen: Das kann man tun!

  • Regelmäßige Bewegung ist essenziell für den Aufbau der Knochen. Die Stärkung der Muskeln verbessert die Stabilität des Bewegungsapparates und schützt vor Knochenbrüchen.

  • Knochenaufbau kann zudem durch ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D unterstützt werden. Zu den besonders Calcium-haltigen Lebensmitteln zählen unter anderem:

    • Haferflocken

    • Vollkornprodukte

    • Milchprodukte

    • Soja

    • Hülsenfrüchte

    • grünes Gemüse

  • Vitamin D wird auch das Sonnenvitamin genannt und entsteht in der Haut im Sonnenlicht. Gerade in der dunklen Jahreszeit kann es zu Vitamin-D-Mangel kommen, sodass eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D notwendig sein kann.

Häufige Fragen zu Osteoporose

Verschiedene Lebensmittel verschlechtern die Calciumaufnahme in den Körper und sollten daher bei Osteoporose vermieden werden. Hierzu zählen unter anderem: Alkohol, größere Mengen Koffein und Salz, phosphathaltige Lebensmittel (Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Schmelzkäse, Soft-Drinks) sowie große Mengen an Eiweiß (zum Beispiel Proteinshakes).

Osteoporose kann konservativ mit Physiotherapie, Bewegung und optimaler Nährstoffzufuhr behandelt werden. Reicht dies nicht aus, stehen Medikamente wie Bisphosphonate und Östrogenrezeptor-Modulatoren zur Verfügung.

Ist die Osteoporose sekundär entstanden, also als Folge eines bestimmten Auslösers, kann sie geheilt werden, indem der Auslöser vermieden wird. Auslösende Medikamente können abgesetzt oder umgestellt werden, zugrunde liegende Erkrankungen können entsprechend therapiert werden. Entsteht die Osteoporose im Rahmen der Wechseljahre oder im Alter ohne spezifischen Auslöser, können nur die Symptome behandelt werden.

Quellen

  • Gosch M, Kammerlander C, Neuerburg C: Osteoporose – Epidemiologie und Versorgungsqualität. Z Gerontol Geriatr 2019;52:408 –13.

  • Kanis JA, Cooper C, Rizzoli R, Reginster JY: European guidance for the diagnosis and management of osteoporosis in postmenopausal women. Osteoporos Int 2019;30:3 –44.

  • Kerschan-Schindl K: Prevention and rehabilitation of osteoporosis. Wien Med Wochenschr 2016;166:22 –7.

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