Frau haelt Menstruationstasse in der linken Hand und Handy mit Zykluskalender in der rechten.
  1. Hormonelle Steuerung des Zyklus
  2. Erste Hälfte des Zyklus
  3. Zweite Hälfte des Zyklus
  4. Menstruationszyklus berechnen: so geht’s!
  5. Zyklusanomalien
  6. Häufige Fragen zum Zyklus
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Der Menstruationszyklus dauert zwischen 25 und 31 Tagen.

Der weibliche Zyklus ist ein von den Sexualhormonen gesteuerter Kreislauf, der die Fortpflanzung ermöglicht. Er beginnt mit der ersten Regelblutung (Menarche) und endet nach den Wechseljahren (Menopause). Im Laufe des durchschnittlich 28 Tage andauernden Zyklus kommt es zu stark wechselnden Hormonspiegeln. Durch Kenntnis über die Phasen des Menstruationszyklus lassen sich verschiedene körperliche und psychische Beschwerden und Veränderungen erklären.

Auf einen Blick
  • Jeder Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung.
  • Der Zyklus kann in zwei Hälften eingeteilt werden. Die erste Hälfte ist zeitlich variabel, die zweite Hälfte dauert immer 14 bis 15 Tage.
  • Im Durchschnitt hat die Menstruation eine Dauer von 3 bis 7 Tagen.
  • Durch die Regelblutung kommt es zu einem monatlichen Blutverlust von 10 bis 80 Millilitern.

Hormonelle Steuerung des Zyklus

Der Ablauf des Menstruationszyklus unterliegt einer komplexen Steuerung durch verschiedene Hormone. Diese Steuerung beginnt im Gehirn, genauer im Hypothalamus. Dort wird in einem pulsatilen, also diskontinuierlichen Rhythmus das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) ausgeschüttet. Dieses bewirkt im Vorderlappen der Hypophyse die Freisetzung der Steuerungshormone Luteinisierendes Hormon (LH) und Follikel-stimulierendes Hormon (FSH). Diese gelangen über das Blut zu den Eierstöcken. FSH führt zum Heranreifen der Follikel in den Eierstöcken, die wiederum Östrogen produzieren. Ein plötzlicher LH-Anstieglöst dann den Eisprung aus. Der Follikel entwickelt sich nach dem Eisprung zum Gelbkörper und produziert das Gelbkörperhormon Progesteron. Hohe Konzentrationen an Östrogen und Progesteronhemmen im Gehirn die Ausschüttung der höhergeschalteten Steuerungshormone.

bildliche Darstellung

Erste Hälfte des Zyklus

Die erste Zyklushälfte beginnt mit dem ersten Tag der Periode. Die sogenannte Desquamationsphase (Menstruation) dauert 3 bis 7 Tage. Ist die reife Eizelle in der vorherigen Phase nicht befruchtet worden, fällt die Konzentration des Gelbkörperhormons schnell ab. Dadurch kommt es zum Gefäßverschluss in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Die innere Schicht der Schleimhaut löst sich und wird als Regelblutung abgestoßen.

Direkt im Anschluss an die Menstruation beginnt erneut der Aufbau der Schleimhaut. Gesteuert wird dies durch Östrogenproduktion in den Follikeln der Eierstöcke. Zeitgleich mit dem Beginn der Menstruation wird in den Ovarien die Follikelphase initiiert. Hohe FSH-Spiegel aus der Hypophyse führen dort zur Reifung der Follikel. Diese produzieren große Mengen an Östrogen, was wiederum den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut fördert. Ab einem bestimmten Punkt ist der Östrogenspiegel so hoch, dass er im Gehirn einen plötzlichen Ausstoß von LH auslöst. Dieser bewirkt das Platzen des dominierenden Follikels (Graaf-Follikel). Die Follikelruptur wird auch Eisprung oder Ovulation genannt und leitet die zweite Hälfte des Zyklus ein. Die erste Zyklushälfte ist zeitlich variabel. Durchschnittlich kommt es 14 Tage nach Beginn er Regelblutung zum Eisprung.

Die führenden Hormone der ersten Zyklushälfte sind Östrogen, FSH zu Beginn der ersten Hälfte sowie LH als Auslöser des Eisprungs.

Was passiert in der ersten Zyklushälfte?

Eierstöcke (Ovarien)

Tag 1 bis 14: Follikelphase, Ausbildung der Follikel durch FSH

Endometrium (Gebärmutterschleimhaut)

Tag 1 bis 4: Desquamationsphase (Menstruation) durch Progesteronabfall

Tag 4 bis 14: Aufbauphase der Schleimhaut durch Östrogeneinfluss

Zweite Hälfte des Zyklus

Die zweite Zyklushälfte beginnt mit dem Platzen des Graaf-Follikels (Eisprung, Ovulation). Sie dauert immer genau 14 bis 15 Tage. Die reife Eizelle wird über die Eileiter (Tuben) zur Gebärmutter transportiert. In dieser Phase besteht die Möglichkeit zur Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium.

In den Eierstöcken kommt es nach dem Eisprung unter Einfluss von LH zur Umwandlung des ehemaligen Follikels in den Gelbkörper (Corpus luteum). Dieser produziert das Gelbkörperhormon Progesteron. Die Wirkung von LH hält den Gelbkörper zunächst am Leben.

Unter Einfluss von Progesteron werden in der Zwischenzeit in der Gebärmutterschleimhaut optimale Bedingungen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle geschaffen. Das weitere Überleben des Gelbkörpers ist abhängig von der Einnistung einer befruchteten Eizelle. In diesem Fall übernimmt das Hormon ß-hCG aus der befruchteten Eizelle die Wirkung des LH und hält den Gelbkörper weiter am Leben. Der Progesteronspiegel bleibt stabil, die Gebärmutterschleimhaut wird nicht abgestoßen und es tritt keine Periode ein.

Antibabypille

Die Einnahme einer gestagenhaltigen Antibabypille hält den Progesteronspiegel konstant hoch. Während der Pillenpause sinkt die Konzentration des Hormons schlagartig ab, dies führt zur Abbruchblutung. Wird die Pille durchgehend eingenommen, bleibt die Blutung aus.

Kommt es innerhalb der nächsten Tage nicht zu einer Schwangerschaft, fehlt die Wirkung des Schwangerschaftshormon ß-hCG. Der Gelbkörper geht zugrunde und der Progesteronspiegel fällt ab. Der Progesteronabfall leitet durch Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut die Menstruation ein. Der Zyklus beginnt von Neuem.

Führende Hormone der zweiten Zyklushälfte sind LH zur Zeit des Eisprungs und für die Entwicklung des Gelbkörpers, sowie Progesteron zur Differenzierung der Gebärmutterschleimhaut.

Was passiert in der zweiten Zyklushälfte?

Ovarien (Eierstöcke)

Tag 14 bis 28: Lutealphase, Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper und Beginn der Progesteronproduktion

Endometrium (Gebärmutterschleimhaut)

Tag 14 bis 28: Sekretionsphase, weiterer Aufbau und Differenzierung der Gebärmutterschleimhaut durch Progesteron

Menstruationszyklus berechnen: so geht’s!

Menstruation und Eisprung lassen sich anhand verschiedenster Tools, wie zum Beispiel einem Eisprung-Rechner, ermitteln. Grundlage der Bestimmung sind der erste Tag der letzten Periode sowie die durchschnittliche Zyklusdauer. Die zweite Zyklushälfte dauert immer genau 14 bis 15 Tage und beginnt mit dem Eisprung, sodass dieser relativ genau vorhergesagt werden kann. Die Tage rund um den Eisprung gelten als fruchtbare Tage. Diese sogenannte fertile Phase dauert 4 bis 6 Tage und berechnet sich nach der Überlebenszeit der Eizelle (12 bis 18 Stunden) und der Spermien (3 bis 5 Tage).

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Zyklusanomalien

Der Zyklus ist bei jeder menstruierenden Person sehr individuell. Er variiert in der Anzahl der Tage, in der Intensität der zyklusabhängigen Beschwerden sowie in der Dauer und Stärke der Menstruationsblutung. Über die normale Varianz des Zyklus hinaus wurden bestimmte Symptome und Beschwerden als Abweichung definiert, um Krankheitsbilder im Zusammenhang mit dem Zyklus identifizierbar zu machen. Dazu zählen besonders starke Schmerzen, lange und starke Regelblutung oder intensive prämenopausale Symptome im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms (PMS).

Viele Menschen leiden während der Periode unter Regelschmerzen. Diese sind in gewissem Maße normal. Die Gebärmuttermuskulatur zieht sich während der Periode krampfartig zusammen, um ihre innere Schleimhautschicht abzustoßen. Die Gebärmutter wird mit Hilfe von Bändern in ihrer Position gehalten. Die Bänder sind zum Beispiel am Schambein und unteren Rücken fixiert. Durch Muskelkontraktion kommt es zum Zug an diesen Bändern, das verursacht Bauchschmerzen und Rückenschmerzen während der Periode.

Extreme Schmerzen, die den Alltag während der Periode einschränken, können Hinweis auf Erkrankungen der Gebärmutter sein. Dazu gehören anatomische Veränderungen, Zysten, Myome, Endometriose oder fehlerhafter Sitz intrauteriner Verhütungsmittel.

Amenorrhö bezeichnet das vollständige Fehlen der Periode. Natürliche Ursachen hierfür sind Menopause, Schwangerschaft oder Stillzeit. Man unterscheidet primäre und sekundäre Amenorrhö. Primäre Amenorrhö besteht, wenn bis Vollendung des 16. Lebensjahres keine Regelblutung eingetreten ist. Ursachen sind Fehlbildungen von Uterus oder Vagina, Leistungssport, Essstörungen, hormonelle Störungen im Rahmen von Wachstums- und Entwicklungsverzögerung sowie Erkrankungen wie Adrenogenitales Syndrom (AGS) oder Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO). Sekundäre Amenorrhö beschreibt das Ausbleiben der Periode für mehr als 3 Monate nach initial bestehender Regelblutung. Ursachen sind Schwangerschaft, Hormonstörungen, Endometriose, Leistungssport, Essstörungen und andere psychische Erkrankungen.

Die normale Zyklusdauer beträgt zwischen 25 und 31 Tagen. Ist der Zyklus kürzer, kommt es häufiger zur Regelblutung und man spricht von Polymenorrhö. Polymenorrhö tritt bei Menschen um die Menarche und Menopause auf sowie in Stresssituationen. Dauert der Zyklus länger als 35 Tage, tritt die Blutung seltener ein. Dies nennt man Oligomenorrhö. Gründe sind Essstörungen, PCOS und langes Überleben des Gelbkörpers (Corpus-luteum-Persistenz).

Ab einer Blutungsmenge von mehr als 80 Milliliter pro Menstruation spricht man von Hypermenorrhö. Häufig geht dies mit einer Dauer der Regelblutung über 7 Tage einher (Menorrhagie). Ursachen für zu starke, zu lange Blutungen sind Endometriose, Östrogenüberschuss, Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) sowie Kontraktionsstörungen des Uterus durch Myome und Zysten. Im Gegensatz dazu kann die Periode kürzer als 3 Tage sein (Brachymenorrhö) und der Blutverlust geringer als 25 ml betragen (Hypomenorrhö). Gründe hierfür sind hormonelle Verhütung, Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, Essstörungen und Zustand nach operativen Eingriffen an der Gebärmutter.

Man unterscheidet das Auftreten von Zwischenblutungen (Metrorrhagie) und Schmierblutungen (Spotting). Zwischenblutungen außerhalb der eigentlichen Menstruation auftretende, ggf. anhaltende Blutungen. Häufig kommt es zur Kombination aus Menorrhagie und Metrorrhagie, zusammengefasst Menometrorrhagie, also dem Zusammenspiel aus zu langer, zu starker Menstruation und Zwischenblutungen. Ursachen sind Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut wie Endometriose oder Karzinome, Myome, ovarielle Hormonstörungen oder bestimmte Verhütungsmittel wie die Kupferspirale. Als Spotting oder Schmierblutungen werden schwache Blutungen bezeichnet. Diese müssen keinen krankheitswert haben. Spotting ist beispielsweise zusammen mit Eisprung-Schmerzen eines der Eisprung-Symptome.

Zyklusanomalien müssen nicht immer krankhaft sein. Äußere Umstände wie Stress, Reisen oder Infektionen können sich auf die Dauer und Intensität des Zyklus bzw. der Menstruation auswirken.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Ungefähr 15 bis 20 Prozent aller menstruierenden Personen leiden unter dem Prämenstruellen Syndrom. Ursache sind die Hormonschwankungen während des Zyklus. Die 5 häufigsten PMS-Symptome sind Schmerzen, Müdigkeit, Ödeme, Verdauungsbeschwerden und Stimmungsschwankungen.

Häufige Fragen zum Zyklus

Die Periode ist ein natürlicher Vorgang während des Zyklus. Die Gebärmutterschleimhaut wurde in Vorbereitung auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle aufgebaut. Bei Ausbleiben einer Schwangerschaft wird die innere Schleimhautschicht abgestoßen, es kommt zur Regelblutung.

Die Regelblutung tritt im Rahmen des Menstruationszyklus auf. Dieser dient der Sicherstellung der Fortpflanzung. Durch den Zyklus wird jeden Monat die Möglichkeit zur Einnistung einer befruchteten Eizelle geschaffen. Bleibt dies aus, wird die Schleimhaut abgestoßen.

Die erste Regelblutung (Menarche) tritt ungefähr zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr auf. Die letzte Blutung wird Menopause genannt und wird im Durchschnitt mit 52 Jahren erreicht.

Die Periode beginnt durch den plötzlichen Abfall des Gelbkörperhormons Progesteron. Der Gelbkörper geht zugrunde, da keine Schwangerschaft zustande gekommen ist und das Schwangerschaftshormon ß-hCG für sein Überleben fehlt. Der Progesteronabfall führt zum Gefäßverschluss der inneren Schicht der Gebärmutterschleimhaut. Diese wird während der Menstruation abgestoßen.

Das Erleben der Periode ist sehr individuell. Einige Menschen haben keine Beschwerden, andere leiden unter starken Schmerzen und anderen Symptomen wie Stimmungsschwankungen, Ödemen, Verdauungsbeschwerden und Müdigkeit.

Der durchschnittliche Blutverlust während einer Menstruation beträgt 30 bis 40 Milliliter. Normal ist ein Blutverlust zwischen 25 und 80 Milliliter.

Der Eisprung findet durchschnittlich 14 Tage nach Beginn der Menstruation statt. Mit Hilfe verschiedener Tools kann man den Eisprung und die Menstruation berechnen. Grundlage für die Berechnung sind der erste Tag der letzten Regelblutung und die durchschnittliche Zyklusdauer.

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Quellen

  • Burney RO, Giudice LC: Pathogenesis and pathophysiology of endometriosis. Fertil Steril 2012; 98: 511–9.

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG): S3-Leitlinie „Hormonelle Empfängnisverhütung“ Langversion. AWMF-Register Nr. 015-015. 2020.

  • Janni W, Hancke K, Fehm T, et al.: Facharztwissen Gynäkologie. 3. Aufl. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH 2022; 2–4, 41–8.

  • Kiesner J, Eisenlohr-Moul T, Mendle J: Evolution, the Menstrual Cycle, and Theoretical Overreach. Perspect Psychol Sci 2020; 15: 1113–30.

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