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  1. Ursachen für Bauchschmerzen
  2. Diagnostik von Bauchschmerzen
  3. Therapie von Bauchschmerzen
  4. Häufige Fragen zu Bauchschmerzen
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Jährlich erkranken in Deutschland 124 von 100.000 Menschen an einer Blinddarmentzündung. Damit gilt sie als häufigste Ursache für akute, starke Bauchschmerzen.

Viele Menschen kennen Bauchschmerzen schon seit der Kindheit. Die Ursachen waren und sind meist vergleichsweise harmlos: zu viel gegessen, zu viele Süßigkeiten, Verdauungsprobleme. Bauchschmerzen können Symptom von Erkrankungen aller Organe sein, die sich im Bauchraum befinden. Dazu gehören neben dem Magen-Darm-Trakt unter anderem Nieren, Harnleiter, Blase und innere Geschlechtsorgane. Oft sind es dabei nicht die Organe selbst, die Schmerzen verursachen, sondern das sehr fein mit Nerven durchzogene Bauchfell. Dieses kleidet den Bauchraum von innen aus und sorgt bei Reizungen für diffuse Schmerzen.

Auf einen Blick
  • Bauchschmerzen sind Ausdruck einer Reizung oder Entzündung im Bauchraum
  • Blinddarmentzündungen haben ihren Häufigkeitsgipfel zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr
  • Als eines der häufigsten körperlichen Symptome psychischer Erkrankungen können Bauchschmerzen auftreten
  • Schwere Stoffwechselstörungen können starke Bauchschmerzen verursachen

Ursachen für Bauchschmerzen

Gründe für Bauchschmerzen sind vielfältig. Ursächlich können die Erkrankung eines oder mehrerer Organe sein, aber auch Stoffwechselerkrankungen oder psychische Belastungen. Dann hilft häufig schon die genaue Anamnese und körperliche Untersuchung zur Eingrenzung der Schmerzursache. Die Lokalisation, Dauer und Intensität des Schmerzes sind dabei oft wichtige Hinweise.

bildliche Darstellung

Organische Ursachen für Bauchschmerzen

Organische Bauchschmerzen sind Schmerzen, für die eine körperliche Ursache in Form einer Erkrankung oder Funktionsstörung vorliegt.

Bauchschmerzen im Oberbauch

Der Oberbauch befindet sich oberhalb des Nabels und unter den Rippen. Dort liegen Magen, Teile des Dünndarms, Bauchspeicheldrüse, im rechten Oberbauch die Leber mit Gallenblase und im linken Oberbauch die Milz. Außerdem verläuft hier die Bauchschlagader. Von ihr gehen alle Gefäße ab, die die Bauchorgane mit Blut versorgen.

Die zu starke Dehnung des Magens kann Magenschmerzen verursachen. Das geschieht bei Nahrungsaufnahme über das Sättigungsgefühl hinaus.

Sogenannte Ulzera im Magen-Darm-Trakt sind Defekte der Schleimhaut. Sie verursachen Oberbauchschmerzen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme.

Jede Art der Leberentzündung (Hepatitis) kann zur Schwellung der Leber führen. Dies führt zum sogenannten Leberkapselschmerz im rechten Oberbauch. Die Leber selbst hat keine Schmerzsensoren, dafür aber die feine Hülle (Leberkapsel), die die Leber umgibt. Bei Dehnung dieser Hülle kann es zu starken Schmerzen kommen. Hepatitis kann durch Infektionen, chronische Erkrankungen und Autoimmunprozesse ausgelöst werden.

Erkrankungen der Gallenwege können Gallengänge und/oder Gallenblase betreffen. Diese können entzündet oder von Steinen verlegt sein. Steine im Gallengang können zum Rückstau der Gallenflüssigkeit führen und dadurch eine Entzündung der Gallenblase und Gallenwege innerhalb der Leber verursachen. Typischerweise kommt es zu gürtelförmigen, krampfartigen Schmerzen im Oberbauch. Zusätzlich treten eventuell Fieber und Verdauungsbeschwerden auf.

Eine Pankreatitis kann akut oder chronisch verlaufen. Sie verursacht ebenfalls gürtelförmige, krampfartige Oberbauchschmerzen. Da Bauchspeicheldrüse und Gallengang einen gemeinsamen Weg in den Dünndarm teilen, kann eine Pankreatitis auch zum Gallenstau führen.

Zum Einriss der Milz (Milzruptur) kommt es typischerweise bei Unfällen mit stumpfer Gewalteinwirkung auf den Bauch. Da die Milz eines der am meisten durchbluteten Organe ist, ist eine Milzruptur lebensgefährlich. Ähnlich wie bei der Leber ist es bei der Milz auch die gut mit Nerven durchzogene Kapsel, die Schmerzen verursacht. Ein Milzinfarkt beschreibt den Verschluss eines oder mehrerer Gefäße in der Milz, sodass das Organ nicht ausreichend durchblutet werden kann. Milzinfarkte treten im Rahmen chronischer Erkrankungen wie hämolytischer Anämie oder Hämoglobinopathien auf.

Die Lunge grenzt mit ihren Unterfeldern direkt an den Oberbauch, nur getrennt durch das Zwerchfell. Lungenentzündungen im unteren Bereich der Lunge oder Lungenfellentzündungen (Pleuritis) können auch in den Oberbauch ausstrahlen.

Bauchschmerzen im Unterbauch

Im Unterbauch befinden sich Enddarm, Blase, bei Männern die Prostata und bei Frauen Gebärmutter mit Eierstöcken und Eileitern. Schmerzen im Unterbauch können also je nach Geschlecht verschiedene Ursachen haben.

Blasenentzündung sind bei Frauen aufgrund der kürzeren Harnröhre häufiger als Blasenentzündungen beim Mann. Es kommt zu brennenden Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang und kleinen Urinmengen. Unterbauchschmerzen können auftreten. Blasenentzündungen können ohne Behandlung durch die Harnleiter aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen.

Als Nephrolithiasis werden Steine im Nierenbecken oder in den Harnleitern bezeichnet. Diese verursachen krampfartige Schmerzen in den Flanken, im Bauch und strahlen in der Regel in den Unterbauch aus.

Kann der Urin nicht über die Harnröhre abfließen, staut er sich in der Blase. Dies verursacht enorme Schmerzen. In schweren Fällen kann der Rückstau bis zur Niere reichen (Harnstau) und dort eine Entzündung verursachen. Ein häufiger Grund für Harnverhalt bei Männern ist eine vergrößerte Prostata, die die Harnröhre einengt. Andere Gründe für Harnverhalt sind Tumore im Becken oder neurologische Erkrankungen, die die Blasenentleerung behindern.

Als Leistenbruch oder Leistenhernie beschreibt man eine Schwachstelle in der Bauchwand im Bereich der Leiste. Die Bauchwand ist eine Schicht aus Muskeln und Bändern, die mit Aussparungen für Gefäße und andere Strukturen versehen ist. Wird der Druck im Bauch zu hoch, erweitern sich diese Aussparungen und es kommt zur Aussackung. In dieser Aussackung können im schlimmsten Fall Teile des Darms eingeklemmt werden, dies verursacht starke Schmerzen.

Bei Frauen muss bei Unterbauchbeschwerden immer an Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke gedacht werden. Starke Schmerzen verursachen geplatzte Eierstockzysten, Verdrehung des Eileiters, Entzündung von Gebärmutter, Eileiter oder Eierstock. Ähnliche Schmerzen verursacht bei Männern eine Hodentorsion, also eine Verdrehung des Hodens im Hodensack. Da die Samenleiter durch den Bauchraum führen, strahlen die Schmerzen in den Unterbauch.

Sowohl regelrechte Schwangerschaften als auch extrauterine (nicht in der Gebärmutter stattfindende) Schwangerschaften verursachen Bauchschmerzen. Schwangerschaft geht mit dem Einnisten der befruchteten Eizelle einher, normalerweise in die Gebärmutterschleimhaut. Dies kann zu Einnistungsschmerz führen, vergleichbar mit Periodenschmerz. Extrauterine Schwangerschaften finden sich oft im Eileiter. Dort ist ab einem gewissen Punkt nicht genug Platz für die Schwangerschaft, es kann zur Ruptur des Eileiters kommen.

Bauchschmerzen rechts

Bauchschmerzen auf der rechten Seite sind typisch für Erkrankungen der Leber und Gallenwege (siehe Oberbauch), der Niere und ableitenden Harnwege auf dieser Seite (siehe Schmerzen im Unterbauch) sowie für eine Blinddarmentzündung.

Der Blinddarm befindet sich im rechten Unterbauch und ist Teil des Dickdarms. Dem Blinddarm angehängt ist ein kleiner Fortsatz (Appendix), dessen Funktion nicht eindeutig geklärt ist. Es wird vermutet, dass dort ein Teil des Immunsystems des Darms beherbergt wird. Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) verursacht rechtsseitige Bauchschmerzen und Durchfall, Übelkeit, Erbrechen sowie Fieber und Abgeschlagenheit.

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Bauchschmerzen links

Linksseitige Bauchschmerzen können von der Milz (siehe Bauchschmerzen im Oberbauch), von der Niere bzw. den ableitenden Harnwegen (siehe Bauchschmerzen im Unterbauch) oder vom Darm verursacht werden. Häufigste Ursache für linksseitige Bauchschmerzen im Erwachsenenalter ist die Sigmadivertikulitis. Sigmadivertikulitis ist eine Darmentzündung, hervorgerufen durch die Entzündung kleiner Aussackungen der Darmwand (Divertikel). Die Aussackungen treten bevorzugt im Sigma auf. Dieser Teil des Dickdarms dient als Reservoir für Stuhlgang, bis dieser abgesetzt wird. Durch Stuhlansammlung in den Divertikeln kommt es zur Entzündung dieser, begleitet von Bauchschmerzen im linken Unterbauch. Im schlimmsten Fall kann es durch die Entzündung zum Durchbruch der Darmwand mit Ausbreitung der Darmbakterien in den Bauchraum und Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) kommen.

Diffuse Bauchschmerzen

Als diffuse Bauchschmerzen werden Schmerzen beschrieben, denen nicht genau ein Schmerzort zugewiesen werden kann. Sie breiten sich über den gesamten Bauch bzw. große Teile des Bauches aus. Ursache ist meist die Reizung des Bauchfells (Peritoneum), welches den Bauch von innen auskleidet und sehr gut mit Nerven versorgt ist. Eine andere Ursache für diffuse Schmerzen ist die Beteiligung größerer Darmabschnitte, die sich über den Bauchraum verteilen.

Lebensmittelvergiftungen mit Infektion des Magen-Darm-Traktes verursachen diffuse Bauchschmerzen und Durchfall, Erbrechen sowie Übelkeit. Die Infektion betrifft meist den gesamten Darm, sodass die Schmerzen nicht auf einen Punkt zu lokalisieren sind. Auch über Bauchschmerzen bei Corona wurde berichtet, vor allem in Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen.

Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose-, Gluten- und Histaminintoleranz können Bauchschmerzen verursachen. Begleitet werden die Schmerzen oft von Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschlag. Die Beschwerden treten in der Regel unmittelbar im Zusammenhang mit dem Essen auf.

Zu diesen Erkrankungen gehören Morbus Crohn und Colitis ulzerosa. Typisch sind in Schüben auftretende, diffuse Bauchschmerzen mit Verdauungsbeschwerden durch schwere Entzündungen des Darms.

Als Koprostase werden Kotsteine bezeichnet. Betroffen sind vor allem alte Menschen, die zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Es kommt zu extrem hartem Stuhlgang, der nur schwer durch den Darm transportiert werden kann. Das verursacht starke Schmerzen und kann im schlimmsten Fall zum Darmverschluss führen.

Der Darmverschluss (Ileus) kann in zwei Formen eingeteilt werden. Die mechanische Form tritt bei Einengung des Darms durch Tumor, Narbengewebe oder ähnliches auf. Die paralytische Form wird durch eine Lähmung der natürlichen Darmbewegung ausgelöst, meist im Rahmen einer anderen Erkrankung. Es kommt zu starken Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen, da der Darminhalt nicht mehr nach unten abtransportiert werden kann.

Als Aortenaneurysma bezeichnet man die Aussackung der Hauptschlagader. Diese Erweiterung kann sich im Bauchbereich befinden und birgt die Gefahr, dem hohen Druck der Schlagader nachzugeben und zu reißen. Besonders Männer und RaucherInnen gehören zur Risikogruppe für Bauchaortenaneurysmen, ihnen steht ab dem 65. Lebensjahr eine Vorsorgeuntersuchung mittels Ultraschall zu. Eine Ruptur des Aneurysmas verursacht typischerweise plötzliche, starke Bauchschmerzen mittig bis diffus im Bauch, die in die Flanken ausstrahlen können. Auch Rückenschmerzen werden häufig beschrieben. Der Blutdruck fällt schnell ab und im Bauch ist eine pulsierende Raumforderung tastbar. Ein rupturiertes Aortenaneurysma ist ein absoluter Notfall.

Die Mesenterialarterien sind die Gefäße, die den Darm mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Sie gehen direkt von der Bauchschlagader ab. Als Mesenterialischämie bezeichnet man einen akuten Verschluss dieser Gefäße, eine Art Schlaganfall des Darms. Dieser ist nun nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zu Beginn zu diffusen, krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach ungefähr 6 Stunden lassen die Schmerzen plötzlich nach, da das Darmgewebe abstirbt und keine Schmerzen mehr empfindet. Nach 12 Stunden kommt es erneut zu massiven Schmerzen durch die hervorgerufene Entzündung. Bei Mesenterialischämie ist schnelles Handeln innerhalb der ersten Stunden essenziell für das Überleben.

Andere Ursachen für Bauchschmerzen

Nicht alle Ursachen für Bauchschmerzen können konkret einem Organ oder Organsystem zugeordnet werden. Sie können auch durch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus Typ I ausgelöst werden. Bei dieser Form des Diabetes besteht absoluter Insulinmangel, sodass Glukose nicht mehr in die Zellen aufgenommen und als Energielieferant verwendet werden kann. Der Körper beginnt, durch Fettverbrennung schnell Energie zu gewinnen. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper, die als alternativer Energieträger dienen. Diese haben Einfluss auf den pH-Wert des Blutes und führen zur Azidose, also zur Ansäuerung des Blutes. Als Kompensationsmechanismus versucht der Körper, durch Erbrechen Säure zu eliminieren. Häufiges Erbrechen kann Oberbauchschmerzen verursachen. Darüber hinaus führen Ketonkörper zu einer starken Reizung des Bauchfells (Peritoneum), welches von vielen Nerven durchzogen ist. Es kommt zu starken Bauchschmerzen, die einer Blinddarmentzündung ähneln können. Diese Art der Bauchschmerzen wird daher auch Pseudoperitonitis oder Pseudoappendizitis diabetica genannt.

Wussten Sie schon?

Das Lebenszeitrisiko, an einer Blinddarmentzündung zu erkranken, beträgt 7 bis 8 Prozent. Das Lebenszeitrisiko einer operativen Blinddarmentfernung aufgrund entsprechender Beschwerden beträgt jedoch 15 Prozent. Das heißt: Nur bei jeder zweiten Blinddarm-Operation ist tatsächlich eine Blinddarmentzündung Ursache der Beschwerden.

Eine weitere häufige Ursache für Bauchschmerzen sind psychische Erkrankungen oder Stresszustände. Viele psychische Belastungen äußern sich in körperlichen (somatischen) Beschwerden, für die keine Ursache in einem Organsystem auffindbar ist. Ein Beispiel hierfür ist das Reizdarmsyndrom. Betroffene leiden unter Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Bauchkrämpfen. In der körperlichen Untersuchung lässt sich jedoch keine organische Ursache feststellen. Häufig werden PatientInnen dann nicht mehr ernst genommen. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass psychische Erkrankungen und Belastungszustände Auswirkungen auf Körperfunktionen und das Schmerzsystem haben.

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Diagnostik von Bauchschmerzen

Der erste Schritt zur Ursachenfindung bei Bauchschmerzen ist eine gründliche Anamnese. Wichtige diagnostische Hinweise geben Schmerzcharakter, Zeitpunkt und Dauer der Schmerzen, Schmerzintensität und begleitende Symptome. Im Anschluss daran findet eine körperliche Untersuchung statt. Der entkleidete Bauch wird durch einen Arzt oder eine Ärztin inspiziert, abgehört und abgetastet. Dabei wird auf Hautveränderungen, Darmgeräusche, Druckschmerz, Verhärtungen und andere Veränderungen geachtet. Durch Anamnese und Untersuchung ergibt sich meist schon ein Verdacht, sodass entweder eine Therapie eingeleitet oder weitere Untersuchungen veranlasst werden können.

Zu möglichen Anschlussuntersuchungen zählen Kontrollen der Laborwerte, bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRT, Röntgen) sowie Probenentnahme von Stuhl und Urin.

Therapie von Bauchschmerzen

Wie bei den meisten Symptomen richtet sich die Therapie bei Bauchschmerzen ganz nach ihrer Ursache. Harmlosere Ursachen bedürfen keiner besonderen Therapie. Dazu zählen Bauchschmerzen nach zu ausgiebiger Nahrungsaufnahme und leichte Lebensmittelvergiftungen. Magen-Darm-Infekte klingen in der Regel nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Schmerzen aufgrund von Unverträglichkeiten kann durch den Verzicht auf das entsprechende Lebensmittel vorgebeugt werden. Bei leichten Bauchschmerzen schaffen oft Tee, leicht verdauliche Kost und Wärme Abhilfe.

Insbesondere ältere Menschen sollten auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreiche Kost achten, um Koprostase und einem damit erhöhten Risiko für Darmverschlüsse vorzubeugen.

In diesen Fällen sollten Sie dringend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen:
  • Plötzlich einsetzende, sehr starke Bauchschmerzen
  • Zunehmende Schmerzen im rechten Unterbauch mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Anhaltende Schmerzen im linken Unterbauch
  • Bauchschmerzen nach dem Essen begleitet von anhaltender Müdigkeit und Schwäche
  • Gürtelförmige Oberbauchschmerzen (nach dem Essen)

Infektionen, die Bauchschmerzen verursachen, können unter Umständen mit Antibiotika therapiert werden. Dazu zählen unter anderem Harnwegsinfekte, Infektionen der inneren Geschlechtsorgane, Entzündungen des Gallensystems, Appendizitis und Divertikulitis. Bei sehr fortgeschrittenen Infektionen kann auch die Notwendigkeit einer Operation bestehen. Eine Operation kann außerdem bei mechanischem Ileus, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Steinen im Gallensystem, Mesenterialischämie, Aortenaneurysma, Leistenhernie sowie Magen- und Dünndarmgeschwüren therapeutisch zum Einsatz kommen.

Häufige Fragen zu Bauchschmerzen

Bei leichten Bauchschmerzen helfen oft Tee, leicht verdauliche Kost und Wärme. Halten die Bauchschmerzen an oder nehmen sie in ihrer Intensität zu, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Ursachen für Bauchschmerzen sind vielseitig. Sie können nach dem Essen auftreten, von allen Organen im Bauchraum ausgehen sowie durch Stoffwechselerkrankungen oder psychische Belastungen ausgelöst werden.

Wiederkehrende oder anhaltende Bauchschmerzen ohne klare Ursache sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei sehr starken oder plötzlich auftretenden Bauchschmerzen und Begleitsymptomen wie Fieber, Hautveränderungen, Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall ist ärztlicher Rat ebenfalls sinnvoll.

Starke Schmerzen sind immer ein Warnsignal des Körpers. Bauchschmerzen zusammen mit Begleitsymptomen wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall können gefährlich sein. Suchen Sie im Zweifel einen Arzt oder eine Ärztin auf.

Täglich wiederkehrende oder anhaltende Bauchschmerzen können Hinweis auf chronische Erkrankungen oder Unverträglichkeiten sein. Lassen Sie diese unbedingt ärztlich abklären.

Starke Bauchkrämpfe können verschiedenste Ursachen haben. Krämpfe im Oberbauch können vom Magen, der Gallenblase oder vom Darm kommen. Krämpfe im Unterbauch können von inneren Sexualorganen, Enddarm oder Blase ausgehen. Auch Nierensteine können starke Krämpfe auslösen.

Quellen

  • Acute Abdomen. AMBOSS. 2022. https://www.amboss.com/us/knowledge/acute-abdomen/ (zugegriffen 01. Juni 2022)

  • Bokemeyer A, Ochs K, Fuhrmann V: Acute Abdomen: Diagnostic Management. Dtsch Med Wochenschr 2020; 145: 1544–51.

  • Lankisch PG, Mahlke R, Lübbers H: Zertifizierte medizinische Fortbildung: Das akute Abdomen aus internistischer Sicht. Dtsch Arztebl 2006; 103: A-2179 / B-1884 / C-1821.

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