Chlamydien in der Schwangerschaft
  1. Wie gefährlich sind Chlamydien in der Schwangerschaft?
  2. Chlamydien-Test Schwangerschaft
  3. Wie werden Chlamydien bei Schwangerschaft behandelt?
  4. Häufige Fragen zu Chlamydien in der Schwangerschaft
Chlamydien in der Schwangerschaft

Beim Vorsorgescreening während der Schwangerschaft werden bei 2,5 Prozent der Schwangeren Chlamydien festgestellt.

Chlamydien-Infektionen (auch Chlamydiosen genannt) sind eine sehr weit verbreitete sexuell übertragbare Erkrankung. Bei bis zu 80 Prozent der infizierten Frauen bleibt die Infektion symptomlos. Dabei kann die Erkrankung unbehandelt sogar zu Unfruchtbarkeit führen.

Auf einen Blick
  • Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen.
  • Infektionen während der Schwangerschaft können das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöhen.
  • Chlamydien können bei der Geburt auf das Baby übertragen werden.
  • Chlamydien-Screenings sind Teil der Schwangerschaftsvorsorge.

Wie gefährlich sind Chlamydien in der Schwangerschaft?

Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien während der Schwangerschaft und der Geburt ist gefährlich. Es kann zu Fehl- und Frühgeburten kommen. Außerdem können Chlamydien während des Geburtsvorgangs auf das Baby übertragen werden. Aus diesem Grund gehört das Chlamydien-Screening seit 1995 zur Schwangerschaftsvorsorge.

Ist der Chlamydien-Test positiv während der Schwangerschaft, so ist dies noch kein Grund zur Sorge. Bei rechtzeitiger Diagnose ist die Behandlung der Infektion in der Regel unproblematisch.

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Chlamydien-Test Schwangerschaft

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird standardmäßig ein Chlamydien-Test mittels Urinprobe oder Abstrich durchgeführt. Laut Robert Koch-Institut können bei etwa 2 bis 3 Prozent der getesteten Schwangeren Chlamydien nachgewiesen werden.

Bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Behandlung mit Antibiotika problemlos möglich und hat keine Folgen für das ungeborene Kind. Bleibt die Infektion unbehandelt, steigt das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten oder eine lebensbedrohliche Eileiterschwangerschaft.

Die Gefahr, die Chlamydien während der Geburt auf das Kind zu übertragen, ist groß. Das Übertragungsrisiko bei produktiven Infektionen wird auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. Bei jährlich 13.000 bis 26.000 Schwangeren mit Chlamydien-Infektionen werden also in Deutschland statistisch 8.500 bis 17.000 Neugeborene während der Geburt mit Chlamydien infiziert. Die Hälfte der Babys leiden danach unter einer Augenentzündung. Weiterhin kann es zu massiven Atemstörungen oder einer Lungenentzündung kommen.

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Wie werden Chlamydien bei Schwangerschaft behandelt?

Je früher die Krankheit entdeckt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Übertragung auf das Baby zu verhindern. Im Anschluss an die Therapie führt der Frauenarzt bzw. die Frauenärztin nach etwa 8 Wochen Nachkontrollen durch, um sicher zu gehen, dass die Behandlung erfolgreich war.

Die Chlamydiose ist eine Bakterien-Infektion und wird daher in der Regel mit Antibiotika behandelt. Mit der antibiotischen Therapie wird i. d. R. erst nach der 14. Schwangerschaftswoche begonnen. Während der Schwangerschaft werden üblicherweise Arzneimittel mit den Wirkstoffen Azithromycin, Erythromycin und Amoxicillin verwendet.

Azithromycin kann als Einzeldosis eingenommen werden, Erythromycin und Amoxicillin werden über den Zeitraum von einer Woche verabreicht. Die Verträglichkeit dieser Antibiotika gilt als gut. In Einzelfällen kann es, vor allem bei Erythromycin, zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und leichtem Unwohlsein kommen.

Behandlung mit Antibiotika gegen Chlamydiose in Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Therapie der 1. Wahl: Azithromycin, einmalig 1,0 oder 1,5 g oral
  • Therapie der 2. Wahl: Erythromycin, 7 Tage 4-mal täglich 500 mg oder 14 Tage 2-mal täglich 500 mg oral
  • Therapie der 3. Wahl: Amoxicillin, 7 Tage 3-mal täglich 500 mg oral

Bei Männern und nicht schwangeren Frauen ist Doxycyclin das Antibiotikum der Wahl zur Therapie von Chlamydiose. Dieser Wirkstoff darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Falls eine Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Chlamydien-Therapie nicht ausgeschlossen werden kann, muss dies unbedingt dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin mitgeteilt werden. Wichtig ist, dass der Partner oder die Partnerin auch behandelt wird, um eine wiederkehrende Infektion zu vermeiden. Das gilt auch, wenn er oder sie keine Symptome hat.

Häufige Fragen zu Chlamydien in der Schwangerschaft

Bei Chlamydien handelt es sich um bestimmte Bakterien. Umgangssprachlich wird von Chlamydien gesprochen, wenn es sich um eine genitale Infektion mit der Art Chlamydia trachomatis handelt. Chlamydien zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland. Während der Schwangerschaft stellt eine Chlamydiose eine Gefahr für Mutter und Kind dar.

Nach Bekanntwerden einer Schwangerschaft führen GynäkologInnen die erste Vorsorgeuntersuchung durch. Dazu gehört auch das Chlamydien-Screening. Dabei wird eine Urinprobe oder ein Abstrich auf das Vorhandensein von Chlamydien untersucht. Aus medizinischer Sicht wird zusätzlich ein Chlamydien-Test in der 32. Schwangerschaftswoche empfohlen, allerdings wird dieser nicht von den Krankenkassen getragen.

Ein positiver Chlamydien-Test in der Schwangerschaft ist erstmal kein Grund zur Sorge. Wurde die Infektion rechtzeitig erkannt und sofort mit der Therapie begonnen, so ist i. d. R. nicht mit Folgen für Mutter und Kind zu rechnen.

Während Schwangerschaft und Stillzeit darf kein Doxycyclin eingenommen werden, welches normalerweise das Mittel der Wahl bei Chlamydien-Infektionen ist. Üblicherweise werden Azithromycin, Erythromycin oder Amoxicillin verschrieben.

Chlamydien werden bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Dazu zählen Vaginal-, Oral- und Analverkehr. Weiterhin kann die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeug zu einer Übertragung der Erreger führen. Das gilt auch während der Schwangerschaft.

Ein einmaliger Chlamydien-Test wird im Rahmen der ersten Untersuchung einer Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt. Nach positivem Chlamydien-Test und Therapie mit Antibiotika wird nach etwa 8 Wochen eine Nachkontrolle durchgeführt. ExpertInnen sprechen sich für einen weiteren obligatorischen Test ab der 32. Schwangerschaftswoche aus – dieser wird jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen.

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Quellen

  • Ammerdorffer A, Stojanov M, Greub G, Baud D: Chlamydia trachomatis and chlamydia-like bacteria: new enemies of human pregnancies. Curr Opin Infect Dis 2017; 30: 289–96.

  • Chlamydiosen (Teil 1): Erkrankungen durch Chlamydia trachomatis. Robert Koch-Institut (RKI). 2010. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Chlamydiosen_Teil1.html (zugegriffen 17. August 2022)

  • Deutsche STI-Gesellschaft e.V. (DSTIG) - Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit: S2k-Leitlinie „Infektionen mit Chlamydia trachomatis“. Langfassung. AWMF-Register Nr. 059-005. 2016.

  • Schuchardt L, Rupp J: Chlamydia trachomatis as the Cause of Infectious Infertility: Acute, Repetitive or Persistent Long-Term Infection? Curr Top Microbiol Immunol 2018; 412: 159–82.

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