Darstellung von Bakterien der Art Chlamydiaceae.
  1. Wie werden Chlamydien übertragen?
  2. Chlamydia trachomatis
  3. Häufige Fragen zu Chlamydien-Übertragung
Darstellung von Bakterien der Art Chlamydiaceae.

Der Begriff Chlamydien beschreibt verschiedene Arten von Bakterien innerhalb der zoologischen Familie der Chlamydiaceae.

Eine Chlamydien-Infektion (auch Chlamydiose genannt) bleibt oft symptomlos und eine Übertragung daher häufig unbemerkt. Verschiedene Übertragungswege sind bekannt. Am häufigsten erfolgt eine Chlamydien-Infektion durch Geschlechtsverkehr, wobei es sich um ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Verkehr sowie die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeug handeln kann.

Auf einen Blick
  • Chlamydien werden überwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.
  • In Europa handelt es sin in der Regel um den Erreger Chlamydia trachomatis.
  • Andere Erreger können auch über die Luft oder von Tieren übertragen werden.
  • Chlamydien können Entzündungen in verschiedenen Körperarealen hervorrufen.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Die in Deutschland verbreiteten Arten und Subtypen von Chlamydien werden fast ausschließlich während des ungeschützten Geschlechtsverkehrs über den Kontakt der Schleimhäute mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen. Speziell der direkte Kontakt mit den Schleimhäuten der Harnröhre, der Vagina sowie des Rektums birgt eine hohe Ansteckungsgefahr. Chlamydien sind im Sperma, Urin, Vaginalsekret und anderen Körperflüssigkeiten (z. B. der Tränenflüssigkeit) enthalten.

Bei vaginalem, analem und oralem Geschlechtsverkehr kann es zu Ansteckungen kommen. Weiterhin sind Fälle bekannt, in denen eine Infektion durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug erfolgte.

Zur Bakterienfamilie der Chlamydiaceae zählen drei humanpathogene Erreger. Diese können Erkrankungen bei Menschen auslösen. Die betroffenen Körperareale, Symptome und Krankheitsbilder sowie der Übertragungsweg der einzelnen Typen können sich unterscheiden. Bei einigen Arten und Subtypen ist eine Chlamydien-Ansteckung ohne Geschlechtsverkehr möglich.

bildliche Darstellung

Chlamydien durch Küssen?

Eine Übertragung beim Küssen ist nicht möglich, da Chlamydien nicht im Speichel vorkommen. Genauso wenig werden Chlamydien durch die Nutzung öffentlicher Toiletten übertragen. Eine Übertragung im Schwimmbad ist theoretisch möglich, wenn Erreger durch verunreinigtes Badewasser in die Augen gelangen, jedoch aufgrund der hohen Hygienestandards in Schwimmbädern nahezu ausgeschlossen.

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Dr. Laura Götz
Dr. Laura Götz
- Gynäkologin aus Köln

Chlamydia trachomatis

Chlamydia trachomatis kommt ausschließlich beim Menschen vor und wird durch direkten Kontakt der Schleimhäute mit infizierter Körperflüssigkeit übertragen. Die Bakterien setzen sich daraufhin in den Schleimhautzellen fest und vermehren sich dort. Da alle Schleimhäute mögliche Eintrittspforten in den Körper darstellen, ermöglicht nicht nur vaginaler Geschlechtsverkehr, sondern auch oraler und analer Verkehr sowie gemeinsam genutzte Sexspielzeuge eine Übertragung.

Eitriger Ausfluss, Schmerzen und Brennen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen können Hinweise auf eine Chlamydien-Infektion sein. Ein Kondom bietet zwar den zuverlässigsten, aber nicht immer vollständigen Schutz gegen eine Chlamydien-Infektion. Chlamydien können zudem bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Neben dem Vaginalsekret und Sperma ist Chlamydia trachomatis auch im Urin nachweisbar. Weiterhin kann der Kontakt der sensiblen Augenschleimhaut mit infizierter Flüssigkeit zu einer Infektion führen.

Unbehandelt kann bei Frauen eine Infektion mit Chlamydien von der Scheide in die Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke aufsteigen und dort chronische Entzündungen verursachen. Bei Männern kann sich die Infektion aus der Harnröhre in die Prostata und die Nebenhoden ausbreiten. Sowohl bei Männern als auch Frauen kann eine unbehandelte Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen.

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Subtypen, Serotypen, Serovare

Chlamydia trachomatis wird in mehrere Subtypen eingeteilt, die jeweils eigene Krankheitsbilder hervorrufen. Diese Subtypen werden fachsprachlich als Serovar, Serovarietas oder Serotyp bezeichnet. Es handelt sich dabei um Bakterien ein und derselben Art, die jedoch auf unterschiedliche Antikörper reagieren. Ursache dafür sind die Antigene auf der Oberfläche, welche nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die passenden Antikörper binden. Die Serologie nutzt diese Unterschiede zur Klassifizierung der Subtypen innerhalb einer Art.

Die Serotypen A bis C verursachen typischerweise Augeninfektionen. Dazu zählen Bindehautentzündungen und das sogenannte Trachom. Die Erreger werden über Augensekret verbreitet, entweder von Mensch zu Mensch oder über Fliegen. Erkrankungen mit diesen Subtypen von C. trachomatis kommen überwiegend in tropischen Regionen und in Verbindung mit niedrigen Hygienestandards vor.

Wenn man in Deutschland von einer Chlamydien-Infektion spricht, ist meist eine genitale Infektion mit C. trachomatis vom Serotyp D bis K gemeint. Die Erreger führen zu der typischen Infektionserkrankung der Harn- und Geschlechtsorgane. Auch andere Organe können betroffen sein. Werden die Erreger während der Geburt von Mutter auf Baby übertragen, so sind häufig Infektionen von Augen oder Lunge die Folge.

Die Serotypen L1 bis L3 können das Lymphogranuloma venereum (LGV), eine Erkrankung des genitalen Lymphsystems, verursachen. Diese äußert sich durch schmerzlose Geschwüre im Genitalbereich, welche von selbst abheilen. Im weiteren Verlauf zeigen sich blau-rote Lymphknotenschwellungen und eitergefüllte Abszesse. Eine alternative Bezeichnung für diese Erkrankung ist Lymphogranuloma inguinale. L1-L3 manifestieren sich im Urogenitaltrakt des Menschen, also den Harn- und Geschlechtsorganen und werden sexuell übertragen. Die C. trachomatis Serovare L1-L3 treten hauptsächlich in tropischen Regionen auf, in Deutschland sind diese Erkrankungen eher selten.

Chlamydia pneumoniae verursachen Infektionen der Atemwege und werden hauptsächlich über die Luft als Tröpfcheninfektion übertragen. Lungenentzündungen, die auf einer Infektion mit Chlamydien beruhen, gehen oft mit trockenem Husten und Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Der Erreger Chlamydia psittaci verursacht die sogenannte Papageienkrankheit. Diese Atemwegserkrankung ist auch als Ornithose bekannt. Eine Übertragung erfolgt in der Regel über den Kontakt mit Vogelkot, Federn sowie Absonderungen aus dem Schnabel oder der Atemwege der Tiere.

Die Erkrankung ist selten und betrifft vor allem Menschen, die beruflich mit Vögeln arbeiten. Es ist nicht geklärt, ob Chlamydia psittaci auch zwischen Menschen übertragen werden kann oder nur über den Kontakt mit Vögeln. Ornithose ist in Deutschland meldepflichtig.

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Häufige Fragen zu Chlamydien-Übertragung

Chlamydien sind verschiedene Bakterienarten, die unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. In Deutschland ist v. a. der Subtyp D-K von Chlamydia trachomatis verbreitet, welcher urogenitale Infektionen auslösen kann. Eine Übertragung der Chlamydien findet in den allermeisten Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr statt. Weiterhin können infizierte Frauen die Bakterien bei der Geburt auf ihr Baby übertragen.

Die Chlamydien-Art Chlamydia pneumoniae kann über die Luft übertragen werden und Infektionen der Atemwege, wie etwa Lungenentzündungen, auslösen. C. psittaci ist eine weitere Chlamydien-Art, die zu Atemwegsinfekten führt. Diese Erreger werden bei engem Kontakt mit Vögeln übertragen. Chlamydien im Sinne einer Geschlechtskrankheit sind eine urogenitale Infektion mit C. trachomatis. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Geschlechtsverkehr.

Nein, die im allgemeinen Sprachgebrauch als Chlamydien bezeichnete Geschlechtskrankheit wird nicht beim Küssen übertragen. Der auslösende Erreger Chlamydia trachomatis ist auch bei infizierten Personen nicht im Speichel enthalten. Eine andere Chlamydien-Art namens C. pneumoniae kann u. a. beim Küssen übertragen werden, da sich der Erreger im Speichel befinden. C. pneumoniae befällt meist die Atemwege, verläuft jedoch in einer Vielzahl der Fälle symptomlos.

Chlamydien sind ansteckend. Es gibt mehrere Arten von Chlamydien, die unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. In Deutschland spricht man meist von Chlamydien im Sinne einer Erkrankung, wenn Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane mit Chlamydia trachomatis vorliegen. Der mit Abstand häufigste Übertragungsweg ist Geschlechtsverkehr. Wird eine Chlamydien-Infektion diagnostiziert, so sollten unbedingt auch SexualpartnerInnen mitbehandelt werden. Weiterhin können Frauen mit einer urogenitalen Chlamydiose die Bakterien während der Geburt auf das Baby übertragen.

Quellen

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