Schlaftabletten werden von Frau eingenommen
  1. Was sind Schlaftabletten?
  2. Wann sind Schlafmittel geeignet?
  3. Welche Arten von Schlafmitteln gibt es?
  4. Kann man Schlaftabletten rezeptfrei kaufen?
  5. Welche rezeptfreien Schlafmittel gibt es?
  6. Nicht-medikamtentöse Maßnahmen bei Schlafstörungen
  7. Wie wirken Schlaftabletten?
  8. Was ist bei der Einnahme von Schlafmitteln zu beachten?
  9. Schlaftabletten: Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  10. Welche Kontraindikationen mit Schlaftabletten gibt es?
  11. Wechselwirkungen von Schlafmitteln
Schlaftabletten werden von Frau eingenommen
Auf einen Blick
  • Schlafmittel beeinflussen direkte und indirekte körpereigene Signalwege des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Sie sind zur kurzzeitigen Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen bis zu 4 Wochen geeignet
  • Es gibt sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Präparate
  • Während der Einnahme kann die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein, auf Alkohol sollte verzichtet werden

Was sind Schlaftabletten?

Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen. Schlafmittel sind Arzneimittel, die den Schlaf fördern oder auslösen. Sie beeinflussen verschiedene Signalwege und Rezeptoren im Gehirn, die dem Körper Müdigkeit signalisieren und den Schlafzyklus kontrollieren.

Schlafmittel werden auch als Hypnotika oder aufgrund ihrer häufigen Tablettenform als “Schlaftabletten” bezeichnet. Sie werden zur Kurzzeitbehandlung von Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie) verwendet. Es besteht ein fließender Übergang zu Narkotika (Betäubungsmitteln) und Sedativa (Beruhigungsmitteln).

Wann sind Schlafmittel geeignet?

Eine medikamentöse Therapie mit Schlaftabletten soll nur dann erfolgen, wenn konservative therapeutische Ansätze erfolglos waren. Hierzu gehören beispielsweise eine gesunde Schlafhygiene zu schaffen, Entspannungsübungen, gesunde Ernährung und Sport.

Wenn dies keinen Erfolg bringt, können bei Kindern und Jugendlichen Baldrian oder Melatonin als medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden, bei Erwachsenen gibt es andere medikamentöse Möglichkeiten. Die meisten gehen mit einem Risiko der Abhängigkeit und depressiven Verstimmung einher, deshalb sollten Schlafmittel nur bei schweren Fällen verschrieben werden und auch nur für maximal vier Wochen am Stück.

Junge Frau liegt nachts schlaflos im Bett, neben ihr ein Handy.
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Welche Arten von Schlafmitteln gibt es?

Schlafmittel lassen sich in pflanzliche und synthetische Präparate unterscheiden.

Pflanzliche Schlaftabletten

Pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika) basieren auf vielen verschiedenen Wirkstoffen. Baldrian ist eines der bekanntesten und am meisten untersuchten. Während in der Forschung keine eindeutigen Ergebnisse zur Wirksamkeit erzielt wurden, gilt Baldrian als ein sicherer Wirkstoff, der kaum Nebenwirkung mit sich bringt. Es gibt verschiedene Darreichungsformen: Tees, Tropfen und Tinkturen sind nur einige davon.

Andere Phytotherapeutika basieren zum Beispiel auf Hopfen, Melisse, Johanniskraut, Passionsblume und Kamille. Diese sind weniger untersucht als Baldrian. Phytotherapeutika sind rezeptfrei und sollten trotzdem keinesfalls oder nur in Rücksprache mit einem Arzt zusammen mit synthetischen Schlafmitteln verwendet werden. Für viele schaffen aber die pflanzlichen Schlafmittel schon ausreichend Abhilfe.

Synthetische Schlaftabletten

Synthetisch hergestellte Schlafmittel umfassen verschiedene Wirkstoffgruppen, darunter sowohl rezeptpflichtige als auch -freie Medikamente.

Melatonin

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert. Somit kann es sich, wenn man es in synthetischer Form einnimmt, zusätzlich auf den Schlaf auswirken. Melatonin wird von dem Gehirn bei Lichtexposition vermehrt produziert, was bei einer gewissen Menge einschläfernd wirkt. Je mehr Melatonin, desto schneller das Müdigkeitsgefühl. Aufgrund einer pharmakologischen Wirkung ist es verschreibungspflichtig.

Antihistaminika

Antihistaminika sind vielen aus der Behandlung von allergischen Geschehen (H1-Antihistaminika) oder Sodbrennen (H2-Antihistaminika) bekannt. H1-Antihistaminika lassen sich weiterhin in eine 1. und eine 2. Generation einteilen. H1-Antihistaminika der 1. Generation können bei Schlafstörungen angewandt werden und sind nicht rezeptpflichtig. Bei dieser Medikamentenklasse verlässt man sich auf die sedierende Nebenwirkung, die jeder Allergiker gut kennt.

Antidepressiva

Sedierende Antidepressiva können in niedriger Dosierung zur off-label Behandlung von Schlafstörungen verwendet werden. Off-label bedeutet, dass diese Medikamente nicht zur Behandlung von Schlafstörungen zugelassen sind, deren Nebenwirkungen aber in niedriger Dosierung therapeutisch zum Einsatz gebracht werden kann. Auch hier handelt es sich um eine Kurzzeitbehandlung, die unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Sedierende Antidepressiva sind rezeptpflichtig.

Benzodiazepinrezeptoragonisten (BzRA)

Benzodiazepinrezeptoragonisten, zu denen sowohl Benzodiazepine als auch Nichtbenzodiazepinhypnotika gehören, letzteres auch Z-Substanzen genannt, sind zur Kurzzeitbehandlung (3-4 Wochen) der Insomnie zugelassen. Beide Arzneimittelgruppen sind rezeptpflichtig und weisen ein starkes Abhängigkeitspotenzial und die Gefahr eines sogenannten Überhangs am nächsten Tag auf. Benzodiazepine zeigen diese Nebenwirkungen stärker auf als Z-Substanzen. Die Wirksamkeit beider Substanzklassen ist gleich.

Orexin Antagonisten

Orexin Antagonisten inhibieren die Wirkung des Hormons Orexin, das Wachheit reguliert. In den USA sind Vertreter dieser Medikamentengruppe bereits zugelassen, in Deutschland besteht keine Zulassung.

Was für Schlafmittel gibt es?

Kann man Schlaftabletten rezeptfrei kaufen?

Es gibt sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Schlafmittel. Bei der Behandlung von Schlafstörungen möchten viele Betroffene erst auf rezeptfreie Schlafmittel zurückgreifen.

Welche rezeptfreien Schlafmittel gibt es?

Antihistaminika: Diese wurden eigentlich als Medikamente gegen allergische Reaktionen entwickelt. Da eine der Nebenwirkungen Müdigkeit ist, werden diese auch als Schlafmittel eingesetzt. Dies trifft auf H1-Antihistaminika der 1. Generation zu, die den H1-Rezeptor hemmen. Aktuelle H1-Antihistaminika der 2. Generation lösen deutlich seltener Müdigkeit aus und werden nicht als Schlafmittel eingesetzt. Sie sind bei der Behandlung von Allergien besser verträglich.

Histamin ist an der Regulation von Wachheit beteiligt. Die Hemmung durch Antihistaminika führt zu Müdigkeit. Die Antihistaminika mit den Wirkstoffen Diphenhydramin und Doxylamin sind zur Behandlung von Schlafstörungen ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, meist in Form von Tabletten. Diese werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit etwa 30 Minuten bis eine Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen.

Da der Körper mit der Zeit eine Toleranz gegenüber den Wirkstoffen aufbaut, nimmt die Wirkung mit der Zeit ab. Die Medikamente sollten deswegen so kurz wie möglich und nicht länger als zwei Wochen angewendet werden.

Hält die Schlafstörungen darüber hinaus an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Ursache der Schlafstörung zu identifizieren und zu behandeln. Sollte eine längere Behandlung mit diesen Präparaten abrupt beendet werden, können die Schlafstörungen wieder auftreten. Deshalb sollte das Absetzen durch schrittweise Minderung der Dosis geschehen.

Risiken rezeptfreier Schlafmittel

Frei verkäufliche Präparate sollten nicht unterschätzt werden. Wie bei jedem Medikament können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Antihistaminika blockieren nicht nur Histamin, sondern auch zum Teil einen weiteren Neurotransmitter, Acetylcholin. Dadurch können unter anderem Mundtrockenheit, eine erhöhte Pulsfrequenz, Verstopfung und erweiterte Pupillen auftreten. Ebenfalls können ein niedriger Blutdruck und ein gesteigerter Appetit vorkommen. Die sedierende Wirkung der Schlafmittel kann auch am Tag nach der Einnahme noch zu Müdigkeit, Störungen der Koordination und Konzentration, Schwindelgefühl, Benommenheit und Verwirrtheit führen. Daher sollte beachtet werden, dass die Fahrtüchtigkeit und Reaktionsfähigkeit herabgesetzt sein kann.

Die Medikamente gegen Schlafstörungen sollten nicht gleichzeitig mit Alkohol eingenommen werden, da dies die Wirkung unvorhersehbar verändern kann. Bei einigen Erkrankungen, unter anderem Anfallsleiden (Epilepsie), grünem Star, Prostatavergrößerung mit Restharnbildung und bestimmten Herzerkrankungen, dürfen Antihistaminika nicht eingenommen werden. Besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit sind viele Medikamente kontraindiziert. Im Zweifel sollte mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.

Prinzipiell gilt, dass die Ursache der Schlafstörungen behoben werden sollte.

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Nicht-medikamtentöse Maßnahmen bei Schlafstörungen

Medikamentöse Ansätze zur Behandlung von Schlafstörungen sollten erst nach Ausschöpfen und dann auch in Kombination mit nicht-medikamentösen Maßnahmen angewandt werden. Dazu zählen:

  • gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport

  • Schlafhygiene: regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten, dunkles, ruhiger Zimmer und abends und nachts helles Licht vermeiden, vor dem Schlafen kein Kaffee, Alkohol, große Mahlzeiten, Medienkonsum oder starke körperliche Aktivität

  • im Bett nur schlafen, kein Arbeiten oder Essen

  • nur bei Müdigkeit schlafen gehen

  • bei Einschlafproblemen das Bett verlassen, sich einer leichten Beschäftigung widmen und erst wenn man müde ist, wieder ins Bett zurückkehren

  • kein Schlaf zwischendurch

  • Entspannungsverfahren wie z. B. Meditation oder progressive Muskelentspannung anwenden

Mehr zum Thema Schlafhygiene: 10 Tipps für einen gesunden Schlaf

Wie wirken Schlaftabletten?

Es gibt verschiedene Arten von Schlaftabletten. Der Tag-Nacht-Rhythmus wird von einer Vielzahl von Botenstoffen und Rezeptoren beeinflusst, an denen die verschiedenen Schlafmittel ansetzen.

Melatonin wird in der menschlichen Zirbeldrüse synthetisiert. Das geschieht meist nachts oder bei Dunkelheit. Sobald das Auge Licht wahrnimmt, ist das der Reiz für das Gehirn, die Produktion von Melatonin zu unterbinden. Melatonin folgt also einem zirkadianen Rhythmus, einer groben inneren 24 Stunden Uhr und dient als ein Signal für den Körper, dass es an der Zeit ist, zu schlafen. Die Einnahme von synthetisierten Melatonin soll diesen Prozess unterstützen.

Physiologischerweise bindet der Botenstoff Histamin an den H1-Rezeptor und stimuliert Wachheit. Dies wird durch manche sedierende Antidepressiva und Antihistaminika verhindert. Nur die 1. Generation der H1-Antihistaminika findet Anwendung als Schlafmittel. Im Gegensatz zu H1-Antihistaminika der 2. Generation können diese die Blut-Hirn-Schranke passieren und so zentral sedativ-hypnotisch wirken.

γ-Aminobuttersäure (GABA) ist ein Botenstoff, der im Gehirn inhibitorisch, also dämpfend, wirkt. Benzodiazepine und Z-Substanzen greifen beide am GABA-Rezeptor an. Der Unterschied liegt bei den Substanzen darin, dass sie nicht an identischen, aber vergleichbaren Bindungsstellen ansetzen. Auch sedierende Antidepressiva setzen hier zum Teil an.

Noradrenalin und Adrenalin sind äußerst wichtig für die Aktivierung und Wachsamkeit des Körpers. Sedierende Antidepressiva mindern die Dichte der Rezeptoren für diese Botenstoffe.

Was ist bei der Einnahme von Schlafmitteln zu beachten?

Schlafmittel sind in der Regel in Tablettenform verfügbar. Je nach Präparat wird eine Schlaftablette 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen mit ausreichend Flüssigkeit, z. B. einem Glas Wasser, eingenommen. Auf eine ausreichende Schlafdauer (7 - 8 Stunden) nach Einnahme sollte geachtet werden.

Prinzipiell handelt sich bei allen Formen der genannten Schlafmedikamente um kurzzeitige Behandlungsmöglichkeiten. Die Notwendigkeit der Einnahme sollte regelmäßig überprüft werden. Die Dosierung sollte so niedrig und die Anwendungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden. Benzodiazepine, Z-Substanzen und sedierende Antidepressiva sollten nicht länger als vier Wochen angewandt werden, da die Einnahme eine Abhängigkeit entwickeln kann.

Bei freiverkäuflichen Antihistaminika sollte die Indikation spätestens nach täglicher Einnahme über zwei Wochen überprüft und idealerweise schrittweise reduziert und abgesetzt werden.

Bei der Einnahme von Schlafmitteln sollte auf den gleichzeitigen Konsum von Alkohol verzichtet werden. Auch kann die Fahrtüchtigkeit durch die Sedierung und/oder Nebenwirkungen so beeinträchtigt sein, dass es zu einer verminderten Reaktionsfähigkeit kommt.

Schlaftabletten: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Einnahme von Melatonin kann es gelegentlich zu Schmerzen in der Brust kommen. Unter anderem sind auch

  • Reizbarkeit,

  • Übelkeit,

  • Kopfschmerzen

  • Migräne

  • eine paradoxe Erregung und Angst möglich.

Eine Nebenwirkung der H1-Antihistaminika ist die ausgeprägte Sedierung, die man sich zur Behandlung von Schlafstörungen zu Nutze macht. Auch können

  • Mundtrockenheit,

  • ein höherer Puls und eine

  • Weitstellung der Pupillen vorkommen.

Benzodiazepine haben von allen Schlafmitteln das höchste Abhängigkeitspotential, daher sollten Indikationen sehr streng gestellt werden und das Absetzen nicht abrupt sondern schrittweise erfolgen. Das Suchtpotential ist bei Z-Substanzen geringer. Zu den weiteren gemeinsamen Nebenwirkungen der Benzodiazepinrezeptoragonisten zählen:

  • Affektabflachung (gedämpfte Emotionen)

  • Hang-over am Folgetag (Benommenheit und Kopfschmerzen am nächsten Tag, bei Benzodiazepinen stärker ausgeprägt)

  • Amnesie (Störung des Gedächtnisses)

  • Ataxie (Verlust der Koordination der Muskeln) und erhöhtes Sturzrisiko

  • Paradoxe Erregung (sich verschlechternde Schlaflosigkeit, Alpträume, Halluzinationen)

  • Müdigkeit

  • Schwindel oder Kopfschmerzen

  • Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)

Benzodiazepine können als Nebenwirkungen weiterhin eine

  • Appetitssteigerung,

  • Libidoverlust,

  • vor allem in Kombination mit anderen atemdepressiven Mitteln eine Atemdepression und Muskelschwäche auslösen.

Sedierende Antidepressiva haben eine geringe therapeutische Breite und bergen die Gefahr der Überdosierung. Sie weisen unter anderem folgendes Nebenwirkungsprofil auf:

  • Sexualstörungen

  • Verstärkter Appetit und Gewichtszunahme

  • Pulsbeschleunigung

  • Herzrhythmus- und Erregungsleitungsstörungen am Herzen

  • Paradoxe Erregung, vor allem bei älteren Patienten

  • Orthostatische Hypotonie (Kreislaufstörungen aufgrund niedrigen Blutdrucks)

  • Kopfschmerzen

  • Gastrointestinale Beschwerden (Verstopfung)

  • Trockener Mund

Welche Kontraindikationen mit Schlaftabletten gibt es?

Benzodiazepine und Z-Substanzen sollten bei bekannten Abhängigkeitsproblemen äußerst zurückhaltend angewendet werden. Weiterhin sind sie zu vermeiden bei einer bekannten Myasthenia Gravis (neuromuskuläre Erkrankung), einem Engwinkelglaukom (ophthalmologische Erkrankung), einer bestehenden Atemdepression (z. B. Schlaf-Apnoe, COPD) und Ataxie.

Sedierende Antidepressiva dürfen nicht gleichzeitig mit sogenannten MAO-Hemmern eingenommen werden. Für trizyklische Antidepressiva gilt weiterhin eine Kontraindikation unmittelbar nach einem Herzinfarkt, bei Erregungsleitungsstörungen am Herzen und bei einem unbehandeltem Engwinkelglaukom.

H1-Antihistaminika sind kontraindiziert bei einer Vergrößerung der Prostata mit Bildung von Restharn in der Blase, einem Winkelblockglaukom und einer Pylorusstenose (Verengung des Magenausgangs).

Melatonin ist, wie alle der genannten Schlafmittel (mit Ausnahmen einzelner Präparate), in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet.

Wechselwirkungen von Schlafmitteln

Auch rezeptfreie Schlafmittel können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Bei Personen, die mehrere Medikamente einnehmen, kann durch die Einnahme von rezeptfreien Schlafmitteln die Wirkung anderer Medikamente abgeschwächt oder verstärkt werden. Aus diesem Grund sollte die Einnahme immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bei gleichzeitiger Einnahme sogenannter “MAO-Hemmer”, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, dürfen Antihistaminika nicht eingenommen werden.

schlafende Frau kuschelt sich in ihr Kopfkissen
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