Cortisonsalbe hilft bei Ekzemen und Juckreiz
  1. Was ist Cortison?
  2. Wie wirkt Cortison?
  3. Nebenwirkungen von Cortison
  4. Cortisonsalbe: Dosierung
  5. Wie sollte man also mit Cortison umgehen?
Cortisonsalbe hilft bei Ekzemen und Juckreiz

Cortisonsalbe enthält den Wirkstoff Cortison, der entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Die Salbe findet vor allem bei kurzfristiger Anwendung gebrauch und wird beispielsweise für Mückenstiche, Ekzeme oder Sonnenbrand verwendet.

Auf einen Blick
  • Eine Cortisonsalbe enthält den Wirkstoff Cortison und wird zu kurzfristigen Anwendung bei Entzündungen der Haut verwendet
  • Cortison wird häufig mit Nebenwirkungen verbunden
  • Die Dosierung der Salbe wird in Fingerspitzeneinheiten (FTU) gemessen
  • Dabei unterscheidet man zwischen Erwachsenen und Kindern sowie bei Kindern nochmals in unterschiedlichen Altersstufen.
  • Die Cortisonanwendung sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen und stetig kontrolliert werden

Was ist Cortison?

Das Steroidhormon Cortison wurde vor über 50 Jahren in der Nebennierenrinde des Menschen entdeckt. Dort wird es zusammen mit anderen Hormonen produziert und wirkt bei wichtigen Aufgaben im menschlichen Körper mit, wie zum Beispiel:

  • im Zuckerstoffwechsel

  • im Knochenstoffwechsel

  • bei der Immunantwort

Es ist also ein körpereigenes Hormon, was zur Kategorie der “Steroidhormone” gehört, also den Hormonen, die von einem Cholesterin-Grundgerüst ausgehen. Sie werden meist in der Nebennierenrinde, in den Keimdrüsen und im Zentralen Nervensystem gebildet.

Cortison ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Glukokortikosteroide (auch Glukokortikoide) und wird häufig umgangssprachlich stellvertretend für diese Gruppe genannt. Glukokortikosteroide sind Hormone, die sich auf den Glukosehaushalt auswirken (unter anderem) (Gluko-), in der Nebennierenrinde produziert werden (-kortiko-), und zur Gruppe der Steroidhormonen gehören (-steroide).

Glukokortikoide lassen sich wiederum in natürliche Glukokortikoide, die physiologisch im Körper vorkommen, und synthetische Glukokortikoide unterteilen. Zu den wichtigsten Vertretern gehören Cortisol (Hydrocortison) und Cortison, was dem körpereigenen Hormon entspricht. Cortison wird in der Leber zu Cortisol umgewandelt. Synthetische Formen von Glucocorticoiden sind Prednisolon (wird in der Leber zu Prednisol verstoffwechselt) und Dexamethason oder Betamethason.

Wie wirkt Cortison?

Cortison ist nicht gleich Cortison. Es gibt verschiedene Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsstärken. Je nachdem, wo im (systemisch) oder am (oberflächlich) Körper und weswegen Cortison angewendet wird, muss die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Wie ein Cortisonpräparat wirkt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Dosierung

  2. Therapieform: beispielsweise wirken Salben oftmals besser als Cremes oder Lotionen, da sie schneller von der Haut aufgenommen werden.

  3. Therapielänge

  4. Anwendung: Kortison wirkt beispielsweise auf feuchter Haut besser als auf trockener. Wird die behandelte Hautstelle dann zusätzlich mit einem Verband oder bei Babys mit der Windel abgedeckt, nimmt die Haut den Wirkstoff vermehrt auf.

Nebenwirkungen von Cortison

Vielen Menschen ist Kortison ein Begriff und sie verbinden damit direkt unangenehme Nebenwirkungen wie Gewichtszunahmen, Akne, Diabetes, dünne Haut etc. Allerdings sind diese Nebenwirkungen meist nur Folge einer falschen Anwendung. Ebenfalls muss man zwischen systemischer, also in Tablettenform, und oberflächlicher Anwendung, also auf der Haut, unterscheiden.

Als das Hormon vor 50 Jahren zum Einsatz gebracht wurde, waren die Nebenwirkung der Langzeitanwendung zunächst unbekannt. Aus diesem Grund wurden die Cortison-Medikamente falsch eingesetzt. Sie wurden über einen zu langen Zeitraum und in zu hoher Dosis verabreicht, was bei vielen Betroffenen die oben beschriebenen starken Nebenwirkungen ausgelöst hat. Allerdings sind dieser mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt und können entsprechend vermieden werden.

Bei temporärer Anwendung ist Cortison in der Regel unproblematisch. Es kann Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Wovor viele Angst haben sind die Nebenwirkungen, die allerdings nur bei einer längerfristigen und hoch dosierten systemischen Kortisontherapie auftreten.

Insbesondere eine systemische Therapie in Tablettenform erhöht das Risiko für starke Nebenwirkungen, sodass Ärzte während dieser Therapie meist weitere Medikamente zur Behandlung der Nebenwirkungen verschreiben müssen. Ebenfalls müssen diese Patienten regelmäßig für Kontrolluntersuchungen vorstellig werden.

Im Gegensatz dazu sind Cortisoncremes eher niedrig dosiert und bringen weniger komplizierte Nebenwirkungen mit sich. Wichtig ist, dass man sich an die ärztlichen Anweisungen hält und die Creme wirklich nur auf den betroffenen Hautarealen verwendet. In den seltensten Fällen soll die Creme flächig aufgetragen werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Cortisonsalbe inkludieren:

  • Hautatrophien, die man häufig nicht rückgängig machen kann. Das zeigt sich in Form von Verdünnung und Zigarettenpapier-artiger Haut mit multiplen Teleangiektasien.

  • Ebenfalls kann es bei lang anhaltender Therapie zu lokalisierten Wundheilungsstörungen und Einblutungen kommen. In besonders sensiblen Hautbereichen wie Gesicht, intertriginöse Regionen und Anogenitalbereich sollte eine möglichst kurze und niedrig dosierte Anwendung erfolgen.

Cortisonsalbe: Dosierung

Um die Gefahr von Nebenwirkungen zu reduzieren, gibt es Dosierungsrichtlinien für Cortisonpräparate. Die Dosierung ist natürlich auch abhängig vom Ausmaß der Erkrankung und den Anweisungen durch den behandelnden Arzt. Allgemein helfen jedoch diese Hinweise zur Orientierung.

  1. Die Therapie sollte mit einer ausreichenden Dosierung erfolgen, sodass möglichst schnell die gewünschten Therapieziele erreicht werden.

  2. Nach erfolgreicher Therapie sollte das Präparat ausgeschlichen werden. Die Dosis muss langsam reduziert werden. Bei einer zu schnellen Reduktion kann die Entzündung erneut aufflammen.

  3. Ist eine längerfristige Therapie notwendig, sollte die Dosierung so gering wie möglich gehalten werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

  4. Bei Beendigung einer Langzeittherapie muss auch hier die Reduktion äußerst langsam erfolgen, da die körpereigene Produktion erst wieder angekurbelt werden muss. Dabei kann auch mit einem Bluttest ermittelt werden, ob der Körper wieder Cortison produziert. Wenn nicht, besteht bei zu schneller Reduktion die Gefahr eines Cortison-Entzugssyndroms.

Empfohlen wird, sie immer nur auf kleinen Hautflächen aufzutragen und nach der Verwendung stets die Hände zu waschen, um Cremereste nicht versehentlich auf andere Hautstellen, in die Augen oder Schleimhäute zu übertragen.

Wie wird Cortisonsalbe angewendet?

Hier ist das Stichwort “FTU” (englisch “Finger Tip Unit”, auf Deutsch “Fingerspitzeneinheit”). Da Cortisonsalbe wirksamer ist, als Cremes oder Lotionen, ist auch hier Vorsicht bei der Dosierung geboten.

Viele Patienten wissen nicht, wie viel sie auf die betroffene Hautstelle auftragen sollen und arbeiten mit dem Prinzip “je großzügiger, desto besser”. Allerdings gilt es in diesem Fall die Wirkungsfaktoren zu berücksichtigen.

Deshalb stellt die FTU eine gute Orientierung dar. Gemeint ist damit die Menge an Salbe, die bei einem Erwachsenen auf den kleinen Finger passt. Das entspricht ungefähr 0,5g. Diese Menge reicht aus, um eine Fläche der Größe der Handinnenfläche sowie der Fingerinnenseiten abzudecken.

Dosierung bei Erwachsenen

Generell kann die FTU immer als Maßstab zur Auftragung genutzt werden. Bei Erwachsenen gelten folgende Richtlinien:

Bereich Erwachsener
Gesicht und Nacken 2,5
Arm 4
Bein 6
Brust und Bauch 7
Rücken und Gesäß 7
Hand, Ellenbogen, Knie, Fuß je 1

Dosierung bei Kindern

Bei Kindern muss man die Dosierungen der FTUs anpassen, da sie eine geringere Körperoberfläche haben als Erwachsene. Bei Kindern wird außerdem zwischen verschiedenen Altersstufen unterschieden. Es gelten folgende Angaben:

3 - 6 Monate
  • Gesicht und Nacken: 1
  • Arm und Hand: 1
  • Bein und Fuß: 1,5
  • Brust und Bauch: 1
  • Rücken und Gesäß: 1,5
1 - 2 Jahre:
  • Gesicht und Nacken: 1,5
  • Arm und Hand: 1,5
  • Bein und Fuß: 2
  • Brust und Bauch: 2
  • Rücken und Gesäß: 3
3 - 5 Jahre:
  • Gesicht und Nacken: 1,5
  • Arm und Hand: 2
  • Bein und Fuß: 3
  • Brust und Bauch: 3
  • Rücken und Gesäß: 3,5
6 - 10 Jahre:
  • Gesicht und Nacken: 2
  • Arm und Hand: 2,5
  • Bein und Fuß: 4,5
  • Brust und Bauch: 3,5
  • Rücken und Gesäß: 5

Wie sollte man also mit Cortison umgehen?

Die wichtigste Maßnahme ist die Absprache mit dem behandelnden Arzt. Er stellt fest, ob eine Indikation für eine Behandlung vorliegt. Kortisonpräparate sollten immer unter Aufsicht eines Arztes verabreicht werden.

Weiterhin muss abgewogen werden, wann die Dosierung wieder reduziert wird. Je länger das Präparat eingenommen wird, desto größer die Gefahr, dass Nebenwirkungen auftreten. Mittlerweile ist eine Dauertherapie nicht mehr notwendig, da für die meisten entzündlichen Erkrankungen andere Medikamente zur Verfügung stehen, die eine Kortisontherapie ersparen.

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Quellen

  • Krumm, C. (25.07.2019), Apotheken Umschau, Keine Angst vor Kortison, unter https://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Keine-Angst-vor-Kortison-539257.html [abgerufen am 03.04.2020]

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (28.07.2017), Kortison richtig anwenden und Nebenwirkungen vermeiden, unter https://www.gesundheitsinformation.de/kortison-richtig-anwenden-und-nebenwirkungen.3077.de.html [abgerufen am 03.04.2020]

  • Deutsche Rheuma Liga (o.J.), Therapieregeln bei Kortison-Präparaten, unter https://www.rheuma-liga.de/rheuma/therapie/medikamententherapie/kortisonpraeparate/therapieregeln-bei-kortison-praeparaten [abgerufen am 03.04.2020]

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