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  1. Verbreitung der Chlamydien-Infektion
  2. Typische Symptome der Chlamydien-Infektion bei Männern
  3. Chlamydien-Test beim Mann
  4. Chlamydien-Therapie bei Männern
  5. Häufige Fragen zum Chlamydien-Test beim Mann
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Nur 7 Prozent der Chlamydien-Tests in Deutschland werden bei Männern durchgeführt.

Chlamydien sind in Deutschland weitverbreitet. Da nur in Sachsen eine Meldepflicht besteht, kann kaum abgeschätzt werden, wie viele Betroffene es gibt. Ein Grund für die schnelle Verbreitung der Erreger ist, dass eine Chlamydien-Infektion (Chlamydiose) in vielen Fällen symptomfrei verläuft und so unbehandelt bleibt.

Auf einen Blick
  • Chlamydien-Tests können mit Urin, Abstrichen und Blut durchgeführt werden.
  • Bei Männern sind Urintests für Chlamydien die häufigste Methode.
  • Bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), können Abstriche aus Harnröhre, Analbereich und Rachen untersucht werden.

Für Frauen gibt es mehrere Möglichkeiten von routinemäßigen Chlamydien-Tests. Frauen unter 25 Jahren wird jährlich ein kostenloser Chlamydien-Test beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin angeboten. Außerdem sind Chlamydien-Tests Teil der Schwangerschaftsvorsorge.

Dementsprechend werden Chlamydien-Infektionen weitaus häufiger bei Frauen diagnostiziert – jedoch können auch Männer Chlamydien haben und ohne Therapie dauerhafte Komplikationen wie Unfruchtbarkeit davontragen.

Verbreitung der Chlamydien-Infektion

Bei Frauen verlaufen bis zu 80 Prozent, bei Männern bis zu 50 Prozent aller genitalen Chlamydien-Infektionen symptomlos. Anale Infektionen mit Chlamydien sind bei bis zu80 Prozent der Männer symptomlos und können dann nur durch einen Test identifiziert werden. Eine Übertragung ist jedoch immer möglich. Da sich viele Betroffene einer Infektion nicht bewusst sind, übertragen sie die Erreger unwissentlich an SexualpartnerInnen.

Studien zeigen hohe Inzidenzen für Chlamydien-Infektionen vor allem bei jungen Frauen. Testreihen ergaben, dass bei 17-jährigen Mädchen etwa 10 Prozent eine frische Chlamydien-Infektion aufwiesen. Genaue Zahlen gibt es nicht, da in Deutschland keine Meldepflicht für Chlamydien-Infektionen besteht (außer in Sachsen).

Eine Studie aus dem Jahr 2014 beschäftigte sich mit Chlamydien und Gonorrhoe bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Insgesamt wurden die Daten von 2.247 Männern ausgewertet. Chlamydien waren in folgenden Proben nachweisbar:

  • In 8 Prozent der rektalen Abstriche (aus dem Mastdarm)

  • In 3,4 Prozent der urethralen Abstriche (aus der Harnröhre)

  • In 1,5 Prozent der pharyngalen Abstriche (aus dem Rachen)

Unbehandelt können Chlamydien-Infektionen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Lesen Sie hier mehr zu den Folgen einer unbehandelten Chlamydiose bei Männern und bei Frauen.

Typische Symptome der Chlamydien-Infektion bei Männern

  • Schleimig-eitriger Ausfluss
  • Jucken an der Penisspitze
  • Schmerzen oder Brennen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen
  • Schmerzhafte, geschwollene Hoden

Chlamydien-Test beim Mann

Sowohl Frauen als auch Männer sollten regelmäßig einen Chlamydien-Test durchführen lassen. Insbesondere zu Beginn einer neuen Partnerschaft oder bei häufig wechselnden SexualpartnerInnen ist dieses Vorgehen hilfreich, um eine Weiterverbreitung der Erreger und komplizierte Folgeerkrankungen zu verhindern.

Generell kann sich jede Person zu jederzeit einem Chlamydien-Test unterziehen. Krankenkassen zahlen diese Tests jedoch nur, wenn Symptome oder ein begründeter Verdacht, wie etwa eine Infektion von SexualpartnerInnen, vorliegen. Auch im Rahmen des Chlamydien-Screenings bei Frauen übernehmen die Krankenkassen die anfallenden Kosten.

Chlamydien-Test Mann Durchführung Die Erreger von Chlamydiosen können in verschiedenen Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden:

  • Urin (Erststrahlurin)

  • Abstrich (Harnröhre, Analkanal oder Rachen)

  • Blut

Üblicherweise wird für die Diagnose einer Chlamydien-Infektion bei Männern Urin untersucht. Urintests dieser Art müssen nicht zwangsläufig in einer Arztpraxis durchgeführt werden, sondern können mittlerweile auch zu Hause erfolgen. Dazu gibt es zwei Methoden:

  • Chlamydien-Schnelltest beim Mann: Bei diesen Schnelltests bzw. Heimtests werden Probeentnahme und Analyse zu Hause durchgeführt. Das Ergebnis liegt nach 15 bis 30 Minuten vor. Es handelt sich meist um einen sogenannten Antigentest. Das zu testende Material wird in einem Puffer gelöst und auf eine Testkassette aufgetragen – ähnlich wie bei einem Corona-Schnelltest. Bevorzugtes Probematerial sind Abstriche. Vaginalabstriche von Frauen sind zu Hause einfach durchführbar, Abstriche der Harnröhre bei Männern sind komplizierter, weshalb ein Chlamydien-Schnelltest beim Mann meist mit einer Urinprobe durchgeführt wird. Die Ergebnisse sind nicht sehr zuverlässig.

  • Chlamydien-Selbsttest beim Mann: Bei einem Chlamydien-Selbsttest wird zu Hause eine Urinprobe entnommen und diese zur Analyse an ein Fachlabor gesendet. Das geeignete Material ist sogenannter Erststrahlurin, also die ersten 10 bis 20 Milliliter beim Wasserlassen. Weiterhin sollte mindestens eine Stunde vorher kein Toilettengang stattgefunden haben, damit sich die Bakterien im Urin anreichern können. Die Analyse erfolgt in der Regel mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

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Bei Männern liefern Chlamydien-Tests aus Urin oder von Abstrichmaterial i. d. R. die gleiche Sensitivität und Spezifität, also vergleichbar gute Ergebnisse. Da die Probengewinnung einfacher ist, wird ein Urintest ist bevorzugt. Allerdings ist auch ein Chlamydien-Abstrich beim Mann möglich.

Je nach Symptomen oder bevorzugter Sexualpraktik werden Chlamydien-Abstriche bei Männern an unterschiedlichen Regionen entnommen:

  • Harnröhre

  • Analregion

  • Rachen

Es besteht zudem die Möglichkeit eines Bluttests. Meist entscheiden sich MedizinerInnen für diese Variante, wenn der Urintest negativ ausgefallen ist, aber eine Chlamydien-Infektion weiterhin nicht ausgeschlossen werden kann. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Methode limitiert, da die nachzuweisenden Antikörper gegen Chlamydien erst Wochen nach der Infektion detektierbar sind und ein Leben lang in der Blutbahn verbleiben. Ein positives Testergebnis kann daher auch auf eine bereits ausgeheilte Infektion hinweisen. Dieser Umstand wird sich zunutze gemacht um bei unfruchtbaren Männern eine zurückliegende Chlamydien-Infektion als mögliche Ursache zu diagnostizieren.

Chlamydien-Therapie bei Männern

Üblicherweise wird eine Infektion mit Antibiotika in Form von Tabletten zur oralen Einnahme behandelt. Diese sind rezeptpflichtig. Eingesetzt werden hier vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der Makrolide (z. B. Azithromycin) oder Tetrazykline (z. B. Doxycyclin).

Die Partnerin bzw. der Partner sollte unbedingt mitbehandelt werden, um einen Pingpong-Effekt bei der Ansteckung zu vermeiden.

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Häufige Fragen zum Chlamydien-Test beim Mann

Die einfachste Methode für einen Chlamydien-Test beim Mann ist die Untersuchung von Erststrahlurin mittels Nukleinsäure-Amplifikationstest (NAT). Die Urinprobe wird zu Hause oder in einer Arztpraxis gesammelt und in einem molekularbiologischen Fachlabor untersucht. Weiterhin können Abstriche von Harnröhre, Analregion oder Rachen gemacht oder eine Blutprobe entnommen werden; auch diese Materialen werden anschließend in einem Labor analysiert.

Sowohl HausärztInnen als auch UrologInnen oder DermatologInnen können Chlamydien-Tests bei Männern durchführen. Weitere Anlaufstellen sind Gesundheitsämter und städtische Checkpoints. Außerdem gibt es Chlamydien-Tests für zu Hause. Bei einem Heim- bzw. Schnelltest erfolgen Entnahme und Analyse der Probe zu Hause. Dies ist schnell aber auch nicht sehr genau. Bessere Ergebnisse liefern Selbsttests, bei denen Urinproben zu Hause entnommen und zur Analyse an ein Labor gesendet werden.

Auch wenn 93 Prozent aller Chlamydien-Tests in Deutschland bei Frauen durchgeführt werden, sind Chlamydien bei Männern weit verbreitet und Tests sinnvoll. Bei Männern werden Chlamydien-Tests üblicherweise aus Urinproben oder Abstrichmaterial (von Harnröhre, Rachen oder Analbereich) durchgeführt. Auch Bluttests auf Chlamydien sind möglich. Diese weisen durch Antikörpertests zurückliegende Chlamydien-Infektionen nach und werden z. B. im Rahmen einer Unfruchtbarkeitsdiagnostik durchgeführt.

Quellen

  • Anschuetz GL, Paulukonis E, Powers R, Asbel LE: Extragenital Screening in Men Who Have Sex With Men Diagnoses More Chlamydia and Gonorrhea Cases Than Urine Testing Alone. Sex Transm Dis 2016; 43: 299–301.

  • Deutsche STI-Gesellschaft e.V. (DSTIG) - Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit: S2k-Leitlinie „Infektionen mit Chlamydia trachomatis“. Langfassung. AWMF-Register Nr. 059-005. 2016.

  • Dudareva-Vizule S, Haar K, Sailer A, et al.: Prevalence of pharyngeal and rectal Chlamydia trachomatis and Neisseria gonorrhoeae infections among men who have sex with men in Germany. Sex Transm Infect 2014; 90: 46–51.

  • Gille G, Klapp C, Diedrich K, et al.: Chlamydien – eine heimliche Epidemie unter Jugendlichen. Dtsch Arztebl 2005; 102: A 2021-2025.

  • Lunny C, Taylor D, Hoang L, et al.: Self-Collected versus Clinician-Collected Sampling for Chlamydia and Gonorrhea Screening: A Systemic Review and Meta-Analysis. PLoS One 2015; 10: e0132776.

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