Die Anatomie des Penis erklärt
  1. Die Anatomie des Penis erklärt
  2. Was ist die Vorhaut?
  3. Wie funktioniert das Wasserlassen?
  4. Wie funktioniert eine Erektion?
  5. Wie funktioniert eine Ejakulation?
  6. Penisgröße: Was ist normal?
  7. Mögliche Erkrankungen und Funktionsstörungen des Penis
  8. Am häufigsten verschriebene Potenzmittel
Die Anatomie des Penis erklärt

Die Anatomie des Penis erklärt

Der Penis ist das männliche Geschlechtsorgan, welches gleichzeitig zur Urinausscheidung und zur Fortpflanzung dient. Er bildet gemeinsam mit dem Hodensack (Skrotum) das äußere männliche Genital.

Der Penis wird anatomisch in drei Abschnitte unterteilt:

  • Peniswurzel: Die Peniswurzel dient der Befestigung des Penis am Becken.

  • Peniskörper: Der Peniskörper bzw. Penisschaft stellt den größten Anteil des Organs dar. In ihm befinden sich drei Schwellkörper sowie die Harnröhre.

  • Penisspitze (Eichel): Eine Fortsetzung des Harnröhrenschwellkörpers sowie die meisten Nervenenden befindet sich in der Eichel. Die Öffnung an der Eichel ist das Ende der Harnröhre, wo sowohl Urin als auch Sperma ausgeschieden werden.

Abbildung Anatomie des Penis. Harnblase, Schwellkörper, Eichel, Harnröhre, Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Prostata.

Was ist die Vorhaut?

Den Teil der Haut, der an der Penisspitze mit einer Öffnung endet, nennt man Vorhaut. Die Vorhaut ist an der unteren Seite des Penis über ein Hautstück, das Frenulum, am Penisschaft befestigt.

Die Schwellkörper werden bei sexueller Erregung mit Blut gefüllt, wodurch der Penis steif wird und sich aufrichtet. Dabei zieht sich die Vorhaut zurück und die Eichel wird freigelegt.

Nicht selten sind Männer beschnitten. In diesem Fall wurde die Vorhaut chirurgisch entfernt, sodass die Eichel auch im nicht erigierten Zustand sichtbar ist. Die häufigsten Gründe für eine Beschneidung sind religiöse, kulturelle, hygienische oder auch medizinische Gründe. Einige Männer lassen sich auch aus ästhetischen Gründen beschneiden.

Wie funktioniert das Wasserlassen?

Die Harnröhre führt durch den Penis und fungiert beim Wasserlassen als Ausleitungsweg für den Urin. Bei Männern ist die Harnröhre daher deutlich länger als bei Frauen. Das hat den Vorteil, dass Bakterien schwieriger bis in die Harnblase gelangen können. Aus diesem Grund erkranken Männer deutlich seltener an Harnwegsinfektionen als es bei Frauen der Fall ist.

Die Harnblase dient als Speicher für den in den Nieren gebildeten Urin. Von dort aus wird der Harn über die Harnleiter bis in den Penis geleitet. Die Blasenkapazität ist im Übrigen mit 400 bis 600 Millilitern bei Männern größer angelegt als bei Frauen, da bei Frauen die inneren Geschlechtsorgane mehr Platz einnehmen. Frauen erreichen im Normalfall lediglich eine Kapazität von maximal 400 Millilitern.

Wie funktioniert eine Erektion?

Eine Erektion kann durch verschiedenste Sinnesreize ausgelöst werden – beispielsweise durch Berührungen, Gerüche, Gedanken, Töne, Träume oder das Anschauen erotischer Bilder oder Filme.

Durch diese Stimulation der Sinne wird ein nervliches Signal vom Gehirn an den Penis gesendet. Dort sorgt eine chemische Weiterleitung dafür, dass sich die Gefäße im Penis weiten und mehr Blut in den Penis gelangt. Außerdem werden dadurch die Venen abgedrückt, was ein Erschweren des Blutabflusses zur Folge hat. Die Schwellkörper füllen sich also mit Blut und der Penis wird steif.

Wie funktioniert eine Ejakulation?

Bei der männlichen Ejakulation, auch Samenerguss genannt, wird Sperma aus dem Penis ausgestoßen. Ausgelöst wird eine Ejakulation durch sexuelle Reize wie Masturbation oder Geschlechtsverkehr. Durch rhythmische Kontraktionen der Muskulatur, des Samenleiters, der Schwellkörper und des Beckenbodens wird stoßweise Sperma aus dem Penis freigesetzt.

Penisgröße: Was ist normal?

Viele – vor allem junge – Männer beschäftigt die Größe ihres Penis und stellt häufig einen großen Unsicherheitsfaktor dar. Vor allem durch die Sexindustrie werden vielen Jungen falsche Vorstellungen und Erwartungen demonstriert.

  • Im Durchschnitt ist ein Penis im erschlafften Zustand zwischen 7 und 10 Zentimeter lang.
  • Im erigierten Zustand misst der Penis durchschnittlich zwischen 12 und 18 Zentimetern.
  • Der Penisumfang liegt im Durchschnitt zwischen 9 und 13 Zentimetern.

Männer mit verhältnismäßig kleinem Penis haben jedoch nichts zu befürchten. Rein objektiv betrachtet haben sie keinen Nachteil. Sowohl biologisch gesehen, als auch, was die Befriedigung der Partnerin oder des Partners betrifft.

Blutpenis vs. Fleischpenis

Die Penisgröße im nicht erigierten Zustand sagt relativ wenig aus. Man unterscheidet zwischen Blut- und Fleischpenissen.

  • Ein Blutpenis ist im nicht erigierten Zustand relativ klein und wächst durch die Blutzufuhr bei Erregung wesentlich stärker als Fleischpenisse. Er erreicht im Vergleich zu einem Fleischpenis mindestens die doppelte Länge seiner ursprünglichen Größe.

  • Der Fleischpenis ist im nicht erigierten Zustand meist größer, er vergrößert sich jedoch bei einer Erektion auf maximal die 1,9-fache Größe.

Mögliche Erkrankungen und Funktionsstörungen des Penis

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen und Störungen, die den Penis betreffen können.

  • Vorhautverengung (Phimose): Hierbei ist die Vorhaut zu eng oder zu stark verklebt, um über die Penisspitze gezogen zu werden. Dies kann durch eine Infektion entstehen oder angeboren sein. In den meisten Fällen kann eine Vorhautverengung durch eine Beschneidung behoben werden. Bei einer Operation wird die Vorhaut durch einen kreisförmigen Schnitt chirurgisch entfernt.

  • Hypospadie: Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung des Penis, bei der die Harnröhrenöffnung (Meatus urethrae externus) nicht in der Mitte der Eichel, sondern an der Unterseite des Penis ausgebildet sein kann. Obwohl es eine familiäre Häufung gibt, ist die Ursache noch nicht abschließend geklärt. Meist wird die Fehlbildung durch eine Operation korrigiert.

    Abbildung Hypospadie. Die Harnröhrenöffnung liegt nicht an der Spitze des Penis, sondern am Schaft.
  • Eichelentzündung (Balanitis): Von einer Balanitis spricht man bei einer Entzündung im Bereich der Eichel (Glans penis). Ursachen hierfür sind meist Allergien, mechanische Reizungen oder eine unzureichende Intimhygiene. Von der Ursache hängt auch die Behandlung ab. Manchmal reicht eine intensivere Körperpflege, in anderen Fällen muss die Entzündung medikamentös behandelt werden.

  • Sexuell übertragbare Krankheiten (STI): Geschlechtskrankheiten wie Genitalwarzen, Syphilis oder Chlamydien betreffen den Penis. Die meisten Krankheiten sind heutzutage gut behandelbar. Trotzdem sollte man sich mit Kondomen davor schützen.

  • Erektile Dysfunktion: Eine Erektionsstörung und wird fälschlicherweise häufig mit Impotenz, einem Sammelbegriff für Potenzprobleme, gleichgesetzt. Man spricht von erektiler Dysfunktion, wenn trotz sexueller Erregung mehrfach keine oder keine ausreichende Erektion auftritt. Die Ursachen können körperlicher oder psychischer Natur sein. Oft führen Stress, Depressionen und Ängste zu Erektionsproblemen.

Männer mit Erektionsstörungen leiden sehr unter ihrem Problem und vermeiden oftmals aus Scham einen Arztbesuch. Dabei können diese in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Durch Medikamente wie beispielsweise PDE-5-Hemmer (Wirkstoffe: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, Avanafil) kann ein normales und zufriedenstellendes Sexualleben geführt werden.

Wie kann Fernarzt bei Erektionsstörungen helfen?

Fernarzt bietet Ihnen die Möglichkeit entsprechende Medikamente im Rahmen einer Fernbehandlung zu erhalten. Dadurch ist eine medizinisch sichere Behandlung auch ohne einen persönlichen Arztbesuch möglich. Zudem bietet Fernarzt bei Erektionsstörungen die Möglichkeit ein entsprechendes Rezept bequem per Fragebogen anzufordern.

Quellen

  • Aumüller G, Aust G, Conrad A, et al.: Duale Reihe Anatomie. 4., aktualisierte Edition. Stuttgart: Thieme 2017. S. 754.

  • Dadak C: Sexualität, Reproduktion, Schwangerschaft, Geburt: MCW Block 15. 4., akt. Wien: facultas.wuv 2011.

  • Schill W-B, Bretzel R, Weidner W: MännerMedizin: in der allgemeinmedizinischen und internistischen Praxis. München: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH 2004. S. 448.

  • Ulfig N: Kurzlehrbuch Embryologie. 1., Aufl. Stuttgart: Thieme/KNO VA 2005.

  • Veale D, Miles S, Bramley S, et al.: Am I normal? A systematic review and construction of nomograms for flaccid and erect penis length and circumference in up to 15,521 men. BJU Int 2015; 115: 978–86.

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