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  1. Was ist ein Mikropenis?
  2. Welche Ursachen gibt es für einen Mikropenis?
  3. Welche Einschränkungen entstehen durch einen Mikropenis?
  4. Mikropenis: Behandlungsmöglichkeiten
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Schätzungen zufolge haben weniger als 2 Prozent der männlichen Bevölkerung einen Mikropenis.

Wie groß ist ein Mikropenis? Für viele Männer ist die Größe ihres Penis vergleichbar mit einem Statussymbol. Ein großer Penis steht für Männlichkeit und gute Potenz. Wenn ein Mann jedoch das Gefühl hat, sein Penis sei kleiner als der Durchschnitt, kann dies zu psychischen Problemen wie Minderwertigkeitskomplexen und vermindertem Selbstbewusstsein führen.

Auf einen Blick
  • Von einem Mikropenis spricht man bei einer Länge von weniger als 7 cm in erigiertem Zustand
  • Generell bestehen keine Einschränkungen in Bezug auf die Potenz, allerdings leiden viele Betroffene unter psychischen Problemen
  • Die Behandlung richtet sich nach Alter und Entwicklungsstufe
  • Im Wachstum kann man durch die Gabe von Hormonpräparaten versuchen die Entwicklung des Penis zu fördern

Was ist ein Mikropenis?

Die Vorstellung der Männer, dass ihr Penis zu klein sei, ist oftmals vollkommen unbegründet. Der Penis ist in seiner Größe, Länge und Form variabel, deshalb ist ein allgemeiner Vergleich nicht sinnvoll.

Dennoch kann es vorkommen, dass der Penis anatomisch zu klein ist. Dann spricht man von einem sogenannten Mikropenis. Dies ist der Fall, wenn der Penis im erigierten Zustand kleiner als 7 Zentimeter ist.

Mikropenis bei Kindern und Jugendlichen?

Bei Kindern und Jugendlichen weicht die Definition ab, weil in diesem Alter noch Entwicklung und Wachstum zu erwarten sind. Man orientiert sich bei der Einschätzung an Durchschnittswerten in Diagrammen. Weicht die Länge des Betroffenen um 2,5 Standardabweichungen von der durchschnittlichen Länge in dieser Altersklasse ab, spricht man von einem Mikropenis.

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Welche Ursachen gibt es für einen Mikropenis?

Viele Männer schätzen ihre Penislänge fälschlicherweise als zu kurz ein. Die Ursachen sind vielfältig. Sowohl hormonelle Störungen als auch vorangegangene Primärerkrankungen können einen Mikropenis hervorrufen. In der Regel lässt sich ein tatsächlicher Mikropenis auf einen Mangel oder eine Resistenz gegenüber dem Hormon Testosteron zurückführen.

Wenn sich der Penis im Laufe der Kindheit nicht mitentwickelt hat, kann die Ursache dafür in einer Unterfunktion der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) oder des Hypothalamus (Gehirnbereich im Zwischenhirn) liegen. Diese setzen Hormone frei, welche die Produktion von Testosteron in den Hoden stimulieren. Fehlt dieser Reiz und somit auch Testosteron, stagniert die Entwicklung der Geschlechtsorgane und es kann zu einem Mikropenis kommen.

Weiterhin kann aber auch eine direkte Unterfunktion der Hoden für die gestoppte Entwicklung verantwortlich sein. Das bedeutet, dass Betroffene mit einem normal großen Penis geboren werden, jedoch im Laufe der Entwicklung das Wachstum stoppt. Meist betrifft dies nicht nur das Wachstum der Geschlechtsorgane, sondern auch das eigentliche Körperwachstum.

Seltener ist ein Mikropenis bedingt durch eine sogenannte partielle Androgenresistenz (partial androgen insensitivity syndrome, PIAS). Dabei wird zwar genug Testosteron vom Körper produziert, aber die Rezeptoren im Geschlechtsorgan funktionieren nicht richtig, sodass das Sexualhormon seine Wirkung nicht entfalten kann. Die Folge: Der Penis bleibt an einem gewissen Zeitpunkt in der Entwicklung stehen und man spricht von einem Mikropenis.

Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen sich das Krankheitsbild des Mikropenis nicht erklären lässt. Man spricht in diesem Fall von einem idiopathischen Mikropenis, das heißt ohne bekannte Ursache.

Welche Einschränkungen entstehen durch einen Mikropenis?

Im Prinzip drohen den Betroffenen keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper. Ein Mikropenis beeinträchtigt die Potenz des Mannes in keinster Weise.

Es kann aber zu Einschränkungen bei der sexuellen Aktivität kommen. Zu beachten ist, dass wenn der Mikropenis infolge einer anderen Erkrankung auftritt, entsprechende Beeinträchtigungen durch diese Erkrankung auftreten können.

Häufig leiden betroffene Männer unter psychischen Problemen wie Depressionen und Selbstbewusstseinsstörungen. Gerade im Jugendalter machen sich diese Probleme bemerkbar. Deshalb ist eine frühzeitige Erkennung und Intervention entscheidend.

Mikropenis: Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie ist abhängig von Alter und Entwicklungsstand des Geschlechtsorgans.

  • Befindet sich der Betroffene noch in der Entwicklung, wird zunächst versucht, den Penis durch eine vermehrte Hormonsubstitution an die Entwicklung anzupassen und das Wachstum zu fördern. Das bedeutet, dass Kindern oder Jugendlichen das Hormon Testosteron verabreicht wird.

  • Ist die Entwicklung allerdings vollständig abgeschlossen und der Betroffene ist bereits ein erwachsener Mann, ist die Gabe von Hormonpräparaten nicht mehr wirksam.

  • Viele Männer denken, dass sie einen zu kleinen Penis haben, weil sie sich mit den in den Medien suggerierte Vorstellung eines übertrieben großen Penis vergleichen. Infolgedessen können Minderwertigkeitskomplexe entstehen. Deshalb kann eine seelische Betreuung in Form einer Therapie in Betracht gezogen werden.

  • In letzter Instanz kann dann ein operativer Eingriff zur Verlängerung oder Verdickung des Penis in Betracht gezogen werden.

Mikropenis Operationen

Bei einer Penisverlängerung wird das vordere Halteband des Penis durchtrennt, um eine Verlängerung von ein bis drei Zentimetern im erigierten Zustand zu erwirken. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, ein Transplantat zur Verlängerung zu implantieren oder Gewichte oder sogenannte Penisextender an den Penis zu hängen, denen nach einer gewissen Zeit des Tragens eine verlängernde Wirkung von zwei bis vier Zentimetern nachgesagt wird.

Bei einer Penisverdickung wird körpereigenes Fettgewebe beispielsweise aus dem Oberschenkel in den Penis transplantiert, um so den Durchmesser zu erweitern.

Allgemein sollten solche Eingriffe gut abgewogen werden, da eine Operation immer gewisse Risiken mit sich bringt, wie Komplikationen während der OP oder postoperative Probleme durch Infektionen. Außerdem gibt es keine eindeutigen Empfehlungen oder Langzeitergebnisse für viele der Prozeduren.

Alternative: Penispumpe bei Mikropenis

Eine Alternative, die häufig online beworben wird, ist die Penispumpe. Sie soll nicht nur die Erektion verstärken, sondern auch eine Verlängerung des Penis bewirken. Dabei handelt es sich um eine Methode, die sicherlich als Alternative zu einer Operation in Betracht gezogen werden kann. Repräsentative Belege zu ihrer Wirksamkeit wie etwa durch Statistiken oder Studien gibt allerdings leider noch nicht.

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Wundermittel zur Penisverlängerung?

Von Wundermitteln wird dringend abgeraten, da ihre Wirksamkeit bislang nicht in Studien belegt werden konnte. Im Internet gibt es zahlreiche Produkte, denen eine verlängernde Wirkung nachgesagt wird. Um finanzielle Verluste und körperliche Schäden zu vermeiden, ist eine ärztliche Rücksprache dringend vor Erwerb und Gebrauch solcher Wundermittel anzuraten.

Quellen

  • Veale D, Miles S, Bramley S, et al.: Am I normal? A systematic review and construction of nomograms for flaccid and erect penis length and circumference in up to 15,521 men. BJU Int 2015; 115: 978–86.

  • Lemperle G: Penis-Vergrösserung mit dem Elist Implantat. In: von Heimburg D (Hrsg.): Ästhetische Chirurgie. ecomed – Storck GmbH 2016. Kapitel Xi-4a.

  • Mikropenis – Definition, Häufigkeit, Ursachen und Co. Impotenz Selbsthilfe. 2021. https://impotenz-selbsthilfe.org/mikropenis/ (zugegriffen 8. Oktober 2021)

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