Mann auf Sofa hält sich den Schritt
  1. Symptome einer Hodenentzündung
  2. Wie lange dauert eine Hodenentzündung?
  3. Hodenentzündung: Ursachen
  4. Diagnostik und Behandlung einer Hodenentzündung
  5. Komplikationen einer Hodenentzündung
  6. Häufige Fragen zu Hodenentzündung
Mann auf Sofa hält sich den Schritt

Die Hodenentzündung ist eine eher seltene Erkrankung, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Die Entzündung der Nebenhoden ist deutlich häufiger, aber klinisch kaum von der Hodenentzündung zu unterscheiden.

Eine Hodenentzündung (Orchitis) beschreibt eine virale oder bakterielle Infektion der Hoden. Betroffen sind meist junge Männer oder Kinder nach einer viralen Infektion.

Seltener kommt es auch zu einer bakteriellen Infektion, zum Beispiel als Folge einer Blasenentzündung beim Mann. Ältere Männer hingegen sind häufiger von einer Nebenhodenentzündung betroffen (Epididymitis). Diese ist in der Untersuchung kaum von der Hodenentzündung zu unterscheiden.

Auf einen Blick
  • Die Hodenentzündung tritt häufiger bei Kindern und jungen Männern auf
  • Der häufigste Auslöser für eine Entzündung der Hoden ist Mumps
  • Eine Unterscheidung zwischen Entzündung der Hoden und Entzündung der Nebenhoden ist klinisch kaum möglich

Symptome einer Hodenentzündung

Eine Hodenentzündung äußert sich durch typische Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen der Hoden. Zusätzlich können noch Lymphknotenschwellungen in der Leiste, Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Möglicherweise ging der Hodenentzündung ein viraler Infekt voraus. In diesem Fall sind eventuell Infektsymptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber in den letzten Wochen erinnerlich. Andernfalls kann begleitend zum Beispiel ein Harnwegsinfekt mit Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen vorliegen.

Person spricht mit Arzt über Tablet in Online-Sprechstunde
Haben Sie eines dieser Symptome?

Leiden Sie unter Schmerzen und Schwellung des Hodens? Holen Sie sich ärztlichen Rat und vereinbaren Sie einen Arzttermin in unserer Online-Sprechstunde.

Wie lange dauert eine Hodenentzündung?

Die Dauer einer Hodenentzündung richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Bei akuter Entzündung sollten die Beschwerden unter adäquater Therapie innerhalb einiger Tage zurück gehen. Ist eine sexuell übertragbare Erkrankung ursächlich, kann ohne ausreichende Therapie eine chronische Entzündung der Hoden die Folge sein.

Hodenentzündung: Ursachen

Die häufigste Ursache einer Hodenentzündung ist ein vorangegangener viraler Infekt. Typisch ist eine Mumpserkrankung, welche jedoch durch die Impfung im Rahmen der Mumps-Masern-Röteln Impfung im Kindesalter selten geworden ist. Auch bakterielle Entzündungen, zum Beispiel ein Harnwegsinfekt, sexuell übertragbare Erkrankungen oder Pilzinfektionen können eine Hodenentzündung verursachen.

Bei 20 bis 30 % aller Männer mit Mumpsinfektion nach der Pubertät kommt es zur Hodenentzündung.

Hodenentzündungen können auch durch nicht-infektiöse Ursachen ausgelöst werden, dierzu zählen:

  • Traumata der Hoden

  • Autoimmunreaktionen

  • medikamentöse Therapie mit Amiodaron

  • Entzündung ohne nachweisbare Ursache (idiopathisch)

Diagnostik und Behandlung einer Hodenentzündung

Bei der Untersuchung des Hodens achtet der Arzt oder die Ärztin auf typische Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen der Hoden. Mit Hilfe des positiven Prehn-Zeichens (Anheben des Hodens lindert die Schmerzen) kann eine Entzündung gegen andere Erkrankungen der Hoden abgegrenzt werden. Im Blut können Entzündungsparameter den Verdacht auf eine Hodenentzündung stützen. Ergänzend sollte auch ein Ultraschall des Hodens durchgeführt werden, um eine Entzündung nachzuweisen und andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

Die Behandlung der Hodenentzündung richtet sich nach der Ursache. Ist eine bakterielle Ursache anzunehmen, wird eine Therapie mit Antibiotika eingeleitet. Bei sexuell übertragbaren Erkrankungen sollte immer auch der Partner oder die Partnerin mitbehandelt werden. Bei einer nicht-bakteriellen Ursache wird eine allgemeine antientzündliche Therapie mit antientzündlichen Schmerzmitteln eingeleitet.

Person spricht mit Arzt über Tablet in Online-Sprechstunde
Eine Hodenentzündung muss immer behandelt werden.

Nehmen Sie jetzt unsere urologische Sprechstunde in Anspruch.

Begleitend zur medikamentösen Therapie sollten die Hoden auf einem Hodenbänkchen hochgelagert und gekühlt werden. Bis zum Abheilen der Entzündung ist Bettruhe einzuhalten.

Hausmittel bei Hodenentzündung

Bei der Therapie einer Hodenentzündung sollte auf Hausmittel verzichtet werden, da nur eine adäquate Therapie möglichen Komplikationen vorbeugen kann. Es sollten außerdem regelmäßige Kontrollen bei einem Urologen oder einer Urologin stattfinden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Komplikationen einer Hodenentzündung

Mögliche Komplikationen einer Hodenentzündung sind der Übertritt der Erreger in die Blutbahn (Sepsis), Bildung eines Abszesses oder der Zerfall des umliegenden Gewebes (Fourniersche Gangrän). Um diese Komplikationen zu vermeiden, sollte eine Hodenentzündung engmaschig von einem Urologen oder einer Urologin überwacht werden.

Nach einer Mumps-Hodenentzündung kommt es in seltenen Fällen zur Verkümmerung mit Funktionsverlust des betroffenen Hodens. Diese kann unter Umständen zur Unfruchtbarkeit beim Mann führen.

Häufige Fragen zu Hodenentzündung

Eine Hodenentzündung kann je nach Ursache Komplikationen wie Abszesse, Übergang der Erreger ins Blut (Sepsis), Absterben des umliegenden Gewebes (Fourniersche Gangrän) oder in seltenen Fällen Sterilität zur Folge haben. Daher sollte bei Verdacht auf eine Hodenentzündung ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um eine Therapie einzuleiten.

Bakterien können neben Viren ebenfalls eine Hodenentzündung auslösen. Die Erreger können über die Harnröhre, zum Beispiel bei einem Harnwegsinfekt, auf die Hoden übergehen. Auch im Rahmen sexuell übertragbarer Erkrankungen können die Erreger über die Harnröhrenschleimhaut eindringen und die Hoden befallen.

Symptome einer Hodenentzündung sind Schmerzen, Schwellung und Rötung der Hoden. Der Verdacht erhärtet sich, wenn der Entzündung ein viraler Infekt vorausging oder wenn parallel eine andere Infektion im Genitalbereich vorliegt. Bei Verdacht sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um die Diagnose zu stellen und eine Therapie einzuleiten.

Die medikamentöse Therapie einer Hodenentzündung richtet sich nach der Ursache. Bei bakterieller Infektion wird ein Antibiotikum verschrieben. Die häufigere virale Infektion der Hoden wird mit antientzündlichen Schmerzmitteln behandelt.

Die Hodenentzündung selbst ist nicht ansteckend. Ist die Ursache der Hodenentzündung ein bakterieller Harnwegsinfekt, eine sexuell übertragbare Erkrankung oder eine Pilzinfektion, ist diese ansteckend. Beim Sexualpartner muss es jedoch nicht zwingend auch zur Hodenentzündung kommen, es können auch andere Entzündungen der Genitalien oder Harnwege auftreten.

Eine Hodenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten tritt sie nach einem viralen Infekt auf. Seltener sind auch Bakterien im Rahmen eines Harnwegsinfektes oder als sexuell Übertragbare Erkrankung die Ursache. Auch Traumata des Hodens oder Autoimmunreaktionen können eine Entzündung verursachen. Häufig wird keine Ursache gefunden, dann spricht man von einer idiopathischen Hodenentzündung.

Eine Hodenentzündung sollte unter entsprechender Therapie und körperlicher Schonung nach einigen Tagen rückläufig sein. In seltenen Fällen und bei nicht ausreichender Therapie, beispielsweise bei sexuell übertragbaren Erregern, kann eine Hodenentzündung chronisch werden.

Eine seltene Nebenwirkung einer durch Mumps verursachten Hodenentzündung ist Unfruchtbarkeit durch Verkümmerung des betroffenen Hodens. Durch die im Kindesalter durchgeführte Impfung gegen Mumps im Rahmen der Mumps-Masern-Röteln-Impfung ist die Erkrankung und damit auch die Unfruchtbarkeit durch Mumpsinfektionen noch seltener geworden.

Quellen

Epididymitis und Orchitis. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/Epididymitis_und_Orchitis/ (zugegriffen 20.12.2021)

Pilatz A, Fijak M, Wagenlehner F, Schuppe HC. [Orchitis]. Urologe A. 2019;58:697-710.

Masarani M, Wazait H, Dinneen M. Mumps orchitis. J R Soc Med. 2006;99:573-5.

Zum Anfang