Antibiotika Tabletten in Hand und ein Glas Wasser dazu.
  1. Resistenzen gegen Antibiotika – Eine aktuelle Problematik
  2. Häufige Fragen
Antibiotika Tabletten in Hand und ein Glas Wasser dazu.

Antibiotika unterliegen der Verschreibungspflicht. Ohne Rezept sind sie in Deutschland nicht erhältlich.

Auf einen Blick
  • Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten mit Wirkung gegen bakterielle Infektionen
  • Sie wirken nicht gegen Viren (z. B. bei Erkältungen)
  • Antibiotika sind immer verschreibungspflichtig, damit keine Resistenzen entstehen
  • Sie sollten immer bis zum Ende des verordneten Zeitraums eingenommen werden

Als Antibiotika werden Medikamente bezeichnet, die bei einer bakteriellen Infektion eingesetzt werden. Dies umfasst eine sehr große Gruppe von Medikamenten, welche verschiedene Wirkungsmechanismen haben. Zum einen können sie die Bakterien direkt töten (bakterizid). Zum anderen können sie das Wachstum von Bakterien unterbinden (bakteriostatisch).

Gegen eine Infektion mit Viren wie bei der saisonalen Grippe (Infektion mit Influenza-Viren) oder Schnupfen (Infektion der Nasenschleimhaut, meistens mit Viren) wirken Antibiotika nicht.

Angesichts der unübersichtlichen Vielzahl an Antibiotika ist eine Selbstmedikation nicht empfehlenswert. Damit ein passendes Antibiotikum verordnet und richtig angewendet wird, sollte ein Besuch bei einem Arzt bzw. einer Ärztin stattfinden.

Wie kann Fernarzt helfen?

Sprechen Sie mit unseren erfahren ÄrztInnen per Video- oder Telefonsprechstunde.

Resistenzen gegen Antibiotika – Eine aktuelle Problematik

Resistenz ist die Fähigkeit von Bakterien, die Wirkung von Antibiotika gegen das jeweilige Bakterium zu schwächen oder komplett zu unterbinden. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Bakterien beobachtet, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr wirken. Dies führt zu einer erhöhten Sterblichkeit bei Infektionen mit multiresistenten Erregern (resistent gegen mehrere Antibiotika). Es liegt also im Interesse der Gesellschaft und auch der Gesetzgebung, die Anwendung von Antibiotika – trotz häufiger Anwendung – durch die Verschreibungspflicht zu regulieren. Dadurch kann sichergestellt werden, dass Antibiotika nicht bei falschen Indikationen unnötigerweise angewendet werden.

Ein nicht geringer Beitrag zu dieser Resistenzentwicklung ist auf die nicht-korrekte Anwendungen sowie Benutzung von Antibiotika in der industriellen Tierhaltung zurückzuführen. Auch die Einnahme von übrig gebliebenen Antibiotika bei der nächsten Infektion ist eine nicht korrekte Anwendung und führt zur Verstärkung der Resistenzproblematik. Nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jedes Bakterium. Daher soll für jede Erkrankung eine ärztliche Evaluation stattfinden und, wenn angezeigt, das richtige Antibiotikum verordnet werden.

Häufige Fragen

Alle Antibiotika unterliegen nach § 43 Arzneimittelgesetz (AMG) einer Verschreibungspflicht. In allen Apotheken in Deutschland muss beim Kauf von Antibiotika ein ärztliches Rezept vorgelegt werden. Der Erwerb eines Antibiotikums ohne Rezept, z. B. über das Internet, ist illegal.

Antibiotika können nur mit einem Rezept erworben werden.

Online-Rezept: Seit 2019 ist es möglich, ein Rezept für Antibiotika online zu erhalten. Das kann in einer Telefon- oder Videosprechstunde geschehen oder durch Ausfüllen eines medizinischen Fragebogens. Das ausgestellte Rezept kann nach Hause (Papierform) oder zu einer Vor-Ort-Apotheke (elektronisch) geschickt werden. Ebenfalls kann das Rezept direkt an eine Online-Apotheke übermittelt und das Medikament nach Hause geliefert werden.

In Europa sind Antibiotika nicht frei verkäuflich. Kraft des Patientenmobilitätsgesetzes (Beschluss EU-Parlament von 2019) ist es in Deutschland und ebenfalls EU-weit erlaubt, mit einem Online-Rezept Antibiotika zu kaufen.

Antibiotika kosten, je nach Präparat, Hersteller und Packungsgrößen, unterschiedlich viel. In der Regel liegt die Preisspanne zwischen 10 und 25 Euro. Als Mitglied der gesetzlichen Versicherung werden die Kosten für Antibiotika von der Versicherung übernommen. Lediglich eine Rezeptgebühr zwischen 5 bis 10 Euro fallen an. Für einige Präparate werden die Kosten auch komplett übernommen.

Für gewöhnlich verlangen namhafte Firmen mehr als unbekannte Firmen. Die sogenannten „Generika“ enthalten dieselben Wirkstoffe und sind meist günstiger.

Antibiotika sind Medikamente, die bei falscher Indikation und Anwendung keine Heilung der vorliegenden Krankheiten erbringen. Zudem können Nebenwirkungen bei einer Antibiotikatherapie auftreten. Im Grunde genommen können bei jeder Anwendung von Medikamenten Nebenwirkungen auftreten. Daher ist das Abwägen von Vorteilen und Nachteilen einer Therapie mit Antibiotika sehr wichtig. Gelegentlich werden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Beim Auftreten von Nebenwirkungen ist es notwendig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und die Indikation zur Antibiotikatherapie erneut zu evaluieren.

An sich gibt es keine pflanzlichen Alternativen, die Antibiotika ersetzen können. Allerdings ist es möglich, bei bestimmten Erkrankungen vor einer Antibiotikatherapie präventive (verhindernde) Verhaltensmaßnahmen einzuführen.

Beispielsweise kann bei der Blasenentzündung das Trinken einer mehr als tagesüblichen Menge an Wasser oder Blasentee zur Ausschwemmung der Bakterienanzahl in der Blase führen. Auch eine gute Hygiene des Intimbereichs kann einer Entzündung der Blase präventiv entgegenwirken.

Ein weiteres Beispiel ist die Erkältung in den Wintermonaten. Dieser kann durch das regelmäßige Händewaschen und den Verzicht auf Händeschütteln vorgebeugt werden.

Bekannte natürliche Mittel, welche antibiotisch wirken, sind Ingwer, Knoblauch und Honig. Je nach Erreger können diese Mittel in den anfänglichen Stadien einer Infektion unterschiedlich gut helfen. Wenn die eine Verschlechterung der Symptome bemerken, halten Sie Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Arzt mit Stetoskop
Brauchen Sie Antibiotika?

Sprechen Sie unseren ÄrztInnen über Ihre Beschwerden, um ein passendes Antibiotikum verordnet zu bekommen. Fernarzt bietet eine Sprechstunde per Video oder Telefon an, in der erfahrene ÄrztInnen mit Ihnen mögliche Ursachen abklären können. Holen Sie sich ärztlichen Rat und gegebenenfalls ein Rezept basierend auf der Diagnose.

Quellen

Zum Anfang