Influenza / Grippa
  1. Symptome einer Grippe
  2. Ansteckung mit Influenza-Viren
  3. Medikamentöse Behandlung einer Grippe
  4. Hausmittel gegen Grippe
  5. Tipps um einer Grippe vorzubeugen
  6. Häufige Fragen zu Grippe
Influenza / Grippa

In Deutschland erkranken innerhalb einer Grippesaison etwa 5 bis 20 Prozent der Erwachsenen, bei den Kindern sind es sogar 20 bis 35 Prozent.

Die Grippe – auch Influenza, Virus-Grippe oder endemische Grippe genannt – ist weltweit verbreitet und tritt meist in den Wintermonaten auf. Etwa ein Drittel der Infektionen verläuft symptomlos, ein weiteres Drittel zeigt einen milden Verlauf und etwa jede dritte Ansteckung verursacht die typischen Grippesymptome.

Auf einen Blick
  • Eine Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst
  • Eine Ansteckung erfolgt über Tröpfchen- oder Schmierinfektion
  • Hat man sich angesteckt, können erste Symptome schlagartig innerhalb weniger Stunden auftreten
  • Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Husten und Schnupfen

Ausgelöst wird eine Grippe durch das sogenannte Influenza-Virus. Man unterscheidet drei verschiedene Typen: A, B und C, wobei Typ A der häufigste Auslöser der klassischen Grippe ist. Das Typ-A-Virus verändert sich ständig, deshalb kann man sich auch nach durchgemachter Infektion erneut anstecken und die Impfstoffe müssen laufend angepasst werden.

Erkältung
Erkältung oder Grippe?

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Symptome einer Grippe

Hat man sich mit dem Influenza-Virus infiziert, dauert es in der Regel wenige Stunden bis zwei Tage, bis sich erste Anzeichen einer Grippe zeigen. Beim grippalen Infekt oder der Erkältung entwickeln sich die Symptome wesentlich gradueller. Nicht alle Personen, die sich mit dem Virus infizieren, zeigen die typischen Symptome. Etwa 1 von 3 Infektionen verläuft symptomlos, die PatientInnen sind dennoch ansteckend.

Typische Grippesymptome sind:

Mögliche weitere Symptome bei Grippe:

  • Schnupfen
  • Schweißausbrüche
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

In einigen Fällen kommt es zu Sekundärinfektionen (zusätzliche Erkrankung parallel zur Grippe), weil das Immunsystem durch die Grippe geschwächt ist. Die häufigste Sekundärinfektion bei Grippe ist eine bakterielle Pneumonie (Lungenentzündung), welche unbedingt medizinisch behandelt werden sollte.

Dauer einer Grippe

Eine Grippe dauert in der Regel nur ein paar Tage bis eine Woche. Allerdings fühlen sich viele Patienten auch nach überstandener Erkrankung noch wochenlang abgeschlagen. Dieser Zustand der anhaltenden Abgeschlagenheit nennt sich Fatigue und ist eine typische Begleiterscheinung bestimmter Infektionen.

Um Komplikationen nach einer Grippe Infektion vorzubeugen, ist körperliche Schonung auch nach Abklingen der Symptome essenziell. Moderate Bewegung (vor allem an der frischen Luft) ist die beste Möglichkeit, langsam wieder das gewohnte Leistungsniveau zu erreichen.

Auch wenn sich die Symptome bessern, heißt das nicht, dass man nicht mehr infektiös ist. Die Ansteckungsgefahr besteht 24 Stunden vor und bis zu fünf Tage nach den ersten Symptomen.

Ansteckung mit Influenza-Viren

Besonders in den Wintermonaten von Januar bis März/April herrscht in Deutschland Grippesaison. Übertragen wird die Grippe durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen.

  • Tröpfcheninfektion: Beim Husten oder Niesen werden kleinste Tropfen (Aerosole) in die Luft abgegeben, diese können verschiedene Erreger wie Influenza-Viren enthalten. Andere Personen können diese Erreger aufnehmen, z. B. einfach durch Einatmen dieser infektiösen Aerosole.

  • Schmierinfektion: Dabei werden Erreger über Oberflächen übertragen. Beispielsweise wenn eine infizierte Person sich selber in die Hand niest und mit dieser Hand eine Türklinke berührt. Fasst eine weitere Person diese Türklinke an und sich anschließend ins Gesicht, so können die Erreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen.

Besonders anfällig sind immunsupprimierte Personen (Menschen mit einem geschwächten Immunsystem). Dazu gehören u. a. Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen, wie z. B. Krebs-, Lungen- oder Herzerkrankungen. Außerdem sind Kinder unter einem Jahr anfälliger, weil die Entwicklung des Immunsystems noch nicht abgeschlossen ist und Patienten über 60 Jahren, weil bei ihnen die Immunabwehr altersbedingt nachlässt.

Medikamentöse Behandlung einer Grippe

Da es sich um eine durch Viren ausgelöste Infektion handelt, ist eine Antibiotikatherapie bei Grippe nicht hilfreich – im Gegenteil, es kann zu Resistenzen kommen. Bei schweren Verläufen oder gefährdeten Patienten, wie schwangeren Frauen oder PatientInnen mit Vorerkrankungen, kann man eine antivirale Therapie gegen das Influenza-Virus einleiten.

Es gibt keine speziellen Grippe-Medikamente, jedoch kann man die Symptome mit Medikamenten oder Hausmitteln behandeln.

Bei hohem Fieber können Medikamente zur Fiebersenkung eingenommen werden, z. B. mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Paracetamol. Diese helfen auch gegen Kopf- und Gliederschmerzen. Bei sogenanntem produktivem Husten, also mit Auswurf, helfen Medikamente mit Acetylcystein das Abhusten zu erleichtern. Hat man einen trockenen (unproduktiven) Husten helfen Antitussiva, z. B. mit dem Wirkstoff Dihydrocodein. Die genannten Hustenmittel sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Hausmittel gegen Grippe

Es gibt einige bewährte Hausmittel. Diese können zwar das Grippe-Virus nicht direkt besiegen, helfen aber dabei, die Symptome zu lindern und das Immunsystem zu stärken.

Übliche Hausmittel gegen Grippe:

  • Ausruhen, Ausruhen und Ausruhen
  • Viel Trinken (Wasser oder Tee)
  • Wadenwickel gegen Fieber
  • Regelmäßig Lüften
  • Hühnersuppe
  • Gurgeln (Salzwasser oder Kamillentee)

Sollten sich die Symptome trotz aktiver Maßnahmen nicht verbessern oder sogar verschlimmern, sollten Sie zur weiteren Behandlung dringend einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen.

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Tipps um einer Grippe vorzubeugen

Um eine Infektion zu vermeiden, wird eine jährliche Grippe-Impfung angeboten. Diese gehört ab 60 Jahren zu den Standardimpfungen und wird auch bestimmten Risikogruppen empfohlen. Hierzu gehören Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und Personen, die in Risiko-Umgebungen wie Kindergärten oder Krankenhäusern arbeiten. Vor allem Kinder sind eine Hochrisikogruppe, weil sie eine besonders große Viruslast aufweisen und somit extrem ansteckend sind (“Super-Spreader”) und der Verlauf einer Grippe meistens schwer ist, bis hin zur Hospitalisierung.

Zur Vorbeugung der Grippe gelten die allgemeinen Hygienemaßnahmen:

  • Regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren

  • In Armbeuge niesen oder husten ("Nies-Etikette")

  • Regelmäßiges Lüften, v. a. in Räumen mit vielen Personen

Auch für den Alltag gibt es Maßnahmen, die einer möglichen Infektion vorbeugen. Ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung stärken das Immunsystem, sodass der Körper die Erreger besser abwehren kann.

Häufige Fragen zu Grippe

Influenza ist der Fachbegriff für eine echte Grippe. Diese ist abzugrenzen von einem sogenannten grippalen Infekt, also einer Erkältung. Die Symptome sind ähnlich (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber), bei der Grippe setzen diese sehr kurzfristig ein. Eine Erkältung kündigt sich meist durch Halskratzen oder andere leichte Symptome an.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber – da fragen sich viele, ob sie eine Erkältung oder eine Grippe haben. Bei einer Grippe setzten die Symptome schlagartig und heftig ein, eine Erkältung beginnt eher schleichend. Die Grippe tritt meist saisonal in den Wintermonaten auf.

Im Durchschnitt dauert eine Grippe etwa 5 bis 7 Tage lang an. Während dieser Zeit sollte man sich unbedingt schonen, dadurch wird auch das Abklingen der Symptome begünstigt. Ansteckend ist man 24 Stunden vor und bis zu 5 Tage nach Auftreten der ersten Symptome.

Ein wichtiges Mittel zur Vorbeugung von Grippeinfektionen sind Impfungen. Diese werden für Personen mit schwachem Immunsystem empfohlen (z. B. Personen über 60 Jahre, Schwangere und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen).

Weiterhin helfen normale Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen und in die Armbeuge statt in die Handfläche zu niesen oder husten. Bewegung an der frischen Luft und ausgewogene Ernährung unterstützen das Immunsystem.

Bei schweren Verläufen kann eine Grippe bzw. die dadurch ausgelösten gesundheitlichen Folgen wie z. B. Lungenentzündungen tödlich sein. Weltweit gibt es jedes Jahr etwa 3 bis 5 Millionen schwere Verläufe, von denen etwa 10 Prozent tödlich enden (250.000 bis 500.000 Fälle). Für Deutschland gehen grobe Schätzungen von etwa 25.000 Toten pro Jahr aus, weshalb eine Grippe-Impfung für Risikogruppen empfohlen wird.

Man ist bereits etwa einen Tag vor auftreten der Symptome ansteckend. Diese sogenannte Infektiosität dauert nach Auftreten der Symptome noch 4 bis 5 Tage an. Deshalb sollten gerade in der Grippesaison (etwa Januar bis März/April) Hygieneregeln wie häufiges Händewaschen beachtet werden.

Das Influenzavirus verändert sich sehr schnell, gleichzeitig ist es besonders für Risikogruppen sehr gefährlich. Das stellt eine Herausforderung für Impfstoffentwicklung dar, weil jedes Jahr abgeschätzt werden muss, welche Virusvariante in der nächsten Grippesaison dominieren wird. Gegen die vermutlich dominierende Variante wird alljährlich ein auf dieses Virus angepasster Impfstoff hergestellt.

Das erklärt auch wechselnde Wirksamkeiten der Impfstoffe, da die Voraussage der Virusvariante nicht 100-prozentig festgelegt werden kann. Insgesamt bietet die Impfung aber hohen Schutz gegen Erkrankung und schwere Verläufe der Grippe.

Quellen

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