Avanafil (Spedra oder Stendra)
  1. Was ist Avanafil?
  2. Wie wirkt Avanafil?
  3. Avanafil: Einnahme und Wirkdauer
  4. Spedra vs. Viagra: Wie wirken die verschiedenen Hemmstoffe im Vergleich?
  5. Ist Avanafil ohne Rezept erhältlich?
  6. Dosierung von Avanafil
  7. Risiken und Nebenwirkungen von Avanafil
  8. Weitere Anwendungsgebiete von Avanafil
  9. Seit wann gibt es Avanafil?
Avanafil (Spedra oder Stendra)
Auf einen Blick
  • Avanafil, auch als Spedra oder Stendra bekannt, gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt werden.
  • Es ist ein Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer), welcher der Erschlaffung des Penis entgegenwirkt.
  • Avanafil wird in Tablettenform ca. 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und wirkt etwa 12 bis 34 Stunden.
  • Die Einnahme von Avanafil ist u. a. bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen und schweren Nieren- und Leberproblemen kontraindiziert.

Was ist Avanafil?

Avanafil ist der Wirkstoff des Medikaments Spedra® zur Behandlung von Erektionsstörungen. Avanafil bildet zusammen mit den Wirkstoffen Tadalafil (Cialis®), Sildenafil (Viagra®) und Vardenafil (Levitra®) die Gruppe der PDE-5-Hemmer.

Durch Hemmung eines Enzyms im Schwellkörper werden Blutgefäße erweitert und damit die Durchblutung gefördert. Avanafil begünstigt die Entstehung und Dauer einer Erektion. Avanafil löst keine Erektion aus, dafür bedarf es zusätzlich eines sexuellen Reizes.

Wie kann Fernarzt bei Erektionsstörungen helfen?

Fernarzt bietet Ihnen die Möglichkeit entsprechende Medikamente im Rahmen einer Fernbehandlung zu erhalten. Dadurch ist eine medizinisch sichere Behandlung auch ohne einen persönlichen Arztbesuch möglich. Zudem bietet Fernarzt bei Erektionsstörungen die Möglichkeit, ein entsprechendes Rezept mit einem medizinischen Fragebogen anzufordern. Die Ergebnisse werden durch unsere PartnerärztInnen ausgewertet.

Wie wirkt Avanafil?

Eine männliche Erektion kann durch mechanische und/oder psychische oder visuelle sexuelle Reize ausgelöst werden. Die sexuelle Erregung sendet Nervensignale im Körper aus, die lokal im Penisbereich Stickstoffmonoxid freisetzen. Avanafil wirkt an den Blutgefäßwänden im Schwellkörper des Penis. Die Zellen produzieren Botenstoffe, welche dafür sorgen, dass die Gefäße sich weiten und mehr Blut in den Schwellkörper fließen kann: Der Penis wird steif. Der Botenstoff wird als zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) bezeichnet.

Dieser Botenstoff, cGMP, wird in den Zellen nach einer gewissen Zeit abgebaut, wodurch der Penis wieder erschlafft. Den Abbauprozess bewirkt die Phosphodiesterase-5 (PDE-5). PDE-5 ist einer von elf verschiedenen PDE-Arten im Körper. Im menschlichen Körper sind diese Moleküle speziell im Penisschwellkörper, der Lunge und den Thrombozyten vorhanden.

Wirkmechanismus PDE-5-Hemmer: So entsteht eine Erektion.

Avanafil hat eine sehr hohe Selektivität für das Enzym Phosphodiesterase-5. Somit kann es gezielter als die anderen PDE-5-Hemmer wirken. Das Medikament wirkt sehr spezifisch nur dort, wo man es braucht, wodurch es seltener zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Avanafil verringert den Abbau des cGMP spezifisch an den Gefäßwänden im Penis. Das sorgt lokal für eine bessere Durchblutung und begünstigt das Entstehen von Erektionen. Das Signal bleibt erhalten und der Penis wird nicht schlaff.

Avanafil: Einnahme und Wirkdauer

Avanafil wird oral in Tablettenform eingenommen. Nach 15 bis 30 Minuten setzt die Wirkung ein, verglichen mit den anderen PDE-5-Hemmern hat Avanafil also die schnellste Wirkung. Die Wirkdauer variiert zwischen 6 und 17 Stunden. Während dieser Zeit kann es zu beliebig vielen Erektionen und Ejakulationen kommen.

Die Einnahme kann vor oder nach einer Mahlzeit erfolgen. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass fetthaltige Lebensmittel die Absorption von Avanafil im Magen verlangsamen und die Konzentration des Wirkstoffes im Blut senken. Das kann dazu führen, dass das Einsetzen der Wirkung auf eine Stunde verlängert wird und die Wirkungsintensität vermindert wird.

Abgebaut wird Avanafil von der Leber und anschließend über die Niere und den Urin ausgeschieden.

Spedra vs. Viagra: Wie wirken die verschiedenen Hemmstoffe im Vergleich?

Die PDE-5-Hemmer unterscheiden sich in ihrer Wirkungsgeschwindigkeit und -dauer. Sie werden unterschiedlich schnell vom Körper abgebaut. Deshalb müssen bei der gleichen Wirkung unterschiedliche Dosierungen der verschiedenen Hemmstoffe verwendet werden.

Übersicht der Wirkung verschreibungspflichtiger Potenzmittel
Wirkstoff Dosierungen Wirkungsdauer Wirkungseintritt Effektivität
Avanafil 50 / 100 / 200 mg ca. 6 Std. nach 15 - 30 Min. bis 59 %
Sildenafil 20 / 25 / 50 / 75 / 100 mg ca. 4 Std. nach ca. 25 Min. bis 80 %
Tadalafil 5 / 10 / 20 mg 24 - 36 Std. nach ca. 30 Min. bis 80 %
Vardenafil 5 / 10 / 20 mg ca. 4 Std. nach 25 - 60 Min. bis 80 %

Dosierung von Avanafil

Avanafil ist in drei Dosierungen verfügbar - 50 mg, 100 mg und 200 mg. Empfohlen wird, anfangs 100 mg ca. 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen – maximal einmal am Tag (innerhalb von 24 Stunden). Da jeder Körper individuell ist und unterschiedlich reagiert, kann die Dosis bei Bedarf auf 200 mg erhöht werden, oder im Idealfall auf 50 mg reduziert werden. Ratsam ist es, die Dosierung so gering wie möglich zu halten.

Risiken und Nebenwirkungen von Avanafil

Avanafil kann, wie jedes Medikament, Nebenwirkungen hervorrufen. Patienten mit schweren Nieren- oder Leberschäden dürfen Avanafil nur in geringen Dosen zu sich nehmen, da ihre Niere oder Leber den Wirkstoff nicht mehr so gut verarbeiten kann.

Vor der Einnahme von Avanafil oder anderen Potenzmitteln, sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Besonders Patienten mit einer bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten zunächst von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin untersucht werden. Bei Patienten, die mit Nitraten behandelt werden ist die Einnahme kontraindiziert. Avanafil kann in diesem Fall zu lebensbedrohlichen Blutdruckabfällen führen.

Dialyse-Patienten oder Patienten mit einer Nieren- oder Leberinsuffizienz wird von der Einnahme abgeraten, da die Reaktion auf den Wirkstoff noch nicht ausreichend erforscht wurde und nicht bekannt ist, wie gut die Organe Avanafil wieder abbauen und ausscheiden können.

Basierend auf mehreren klinischen Studien wurde bestätigt, dass Avanafil gut von Patienten angenommen wird und im Vergleich zu anderen PDE-5-Hemmers nur milde bis leichte Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Kopfschmerzen, Rötungen auf der Haut, Rückenschmerzen, eine verstopfte Nase oder eine Erkältung.

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Weitere Anwendungsgebiete von Avanafil

Avanafil wird auch zur Behandlung von Patienten mit pulmonaler Hypertonie (Bluthochdruck im Lungenkreislauf) verwendet. Normalerweise sorgt PDE-5 in der Lunge für eine Vasokonstriktion, also eine Verengung der Blutgefäße. Wird PDE-5 wiederum gehemmt, weiten sich die Blutgefäße wieder, wodurch der Blutdruck gesenkt wird.

Seit wann gibt es Avanafil?

Avanafil wurde 2013 von der EU als Monopräparat (Arzneimittel mit nur einem pharmakologisch wirksamen Bestandteil) zugelassen. Seit 2014 ist der Wirkstoff in Tablettenform erhältlich und wird unter dem Handelsnamen Spedra verkauft.

In Amerika wurde der Wirkstoff bereits 2012 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassen und wird dort unter dem Namen Stendra verkauft.

Quellen

  • Benedek B: Besser als Viagra und Co? DAZ.online. 2014. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-50-2014/besser-als-viagra-und-co (zugegriffen 14. September 2021)

  • Gur S, Kadowitz PJ, Gokce A, et al.: Update on drug interactions with phosphodiesterase-5 inhibitors prescribed as first-line therapy for patients with erectile dysfunction or pulmonary hypertension. Curr Drug Metab 2013; 14: 265–9.

  • Kyle JA, Brown DA, Hill JK: Avanafil for erectile dysfunction. Ann Pharmacother 2013; 47: 1312–20.

  • Rinnab L, Schrader AJ, Schrader M, et al.: Männliche Sexualität im Alter. Urologe A 2012; 51: 1399–413.

  • Sakamoto T, Koga Y, Hikota M, et al.: The discovery of avanafil for the treatment of erectile dysfunction: a novel pyrimidine-5-carboxamide derivative as a potent and highly selective phosphodiesterase 5 inhibitor. Bioorg Med Chem Lett 2014; 24: 5460–5.

  • Wald T: Tadalafil: So wirkt der Cialis-Wirkstoff bei Erektionsstörungen. Fernarzt. 2021. http://www.fernarzt.com/arzneimittel/pde-5-hemmer/tadalafil/ (zugegriffen 14. September 2021)

  • Zhao C, Kim SW, Yang DY, et al.: Efficacy and safety of avanafil for treating erectile dysfunction: results of a multicentre, randomized, double-blind, placebo-controlled trial. BJU Int 2012; 110: 1801–6.

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