PDE-5 Hemmer
  1. Was sind PDE-5-Hemmer?
  2. Wie wirken PDE-5-Hemmer?
  3. Welche PDE-5 Hemmer gibt es?
  4. PDE 5 Hemmer: Unterschiede zwischen den Arzneistoffen
  5. PDE-5-Hemmer: Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  6. Wer darf PDE-5-Hemmer nicht einnehmen?
  7. Kann man PDE-5-Hemmer rezeptfrei kaufen?
PDE-5 Hemmer
Auf einen Blick
  • PDE-5-Hemmer sind Wirkstoffe, welche vor allem zur Therapie von Erektionsstörungen angewendet werden.
  • Zu diesen Wirkstoffen zählen Sildenafil (z. B. Viagra), Tadalafil (z. B. Cialis), Vardenafil (z. B. Levitra) und Avanafil (z. B. Spedra).
  • PDE-5-Hemmer sind in Deutschland rezeptpflichtig.

Was sind PDE-5-Hemmer?

Phosphodiesterase-5-Hemmer, kurz PDE-5-Hemmer, bezeichnen Medikamente, die insbesondere zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt werden. Darüber hinaus wirken sie blutdrucksenkend und kommen daher bei Bluthochdruck in der Lunge zum Einsatz.

Der bekannteste Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist Sildenafil, das 1998 unter dem Markennamen Viagra auf den deutschen Markt kam.

Die Wirksamkeit von PDE-5-Hemmern bei erektiler Dysfunktion konnte in zahlreichen Studien bestätigt werden. Der Wirkstoff Tadalafil ist zusätzlich für die Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Vergrößerung der Prostata) zugelassen.

Wie wirken PDE-5-Hemmer?

Die Blutgefäße des Penis sind im nicht-erigierten Zustand verengt, die Schwellkörper enthalten daher nur wenig Blut. Bei sexueller Erregung wird in den Muskelzellen ein Botenstoff, das sogenannte zyklische Guanin-Monophosphat (cGMP), ausgeschüttet. Dieser bewirkt, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannt und mehr Blut in die Schwellkörper strömen kann – der Penis wird steif.

Erektionsstörungen entstehen in der Regel dadurch, dass nicht genügend Blut in die Schwellkörper des Penis gelangt. Eine Erektion ist dann, trotz sexueller Erregung, nur schwer oder sogar gar nicht möglich. PDE-5-Hemmer schaffen Abhilfe, indem sie die Gefäßmuskulatur entspannen und so die Durchblutung steigern.

Mechanismus einer Erektion

PDE-5-Hemmer wirken indem sie das Enzym Phosphodiesterase-5 (kurz PDE-5) blockieren. Dieses ist für den Abbau von cGMP verantwortlich und beeinflusst so die Erektionsfähigkeit. Durch die Einnahme von PDE-5-Hemmern steigt die Konzentration des Botenstoffs an und es kommt zu einer langanhaltenden Erektion.

Da cGMP nur bei sexueller Stimulation ausgeschüttet wird, zeigen auch PDE-5-Hemmer nur unter sexueller Erregung Wirkung. Die Medikamente haben keinen positiven Effekt auf das sexuelle Verlangen der Patienten.

Welche PDE-5 Hemmer gibt es?

Zu den in Deutschland zugelassenen PDE-5-Hemmern zählen folgende vier verschiedene Wirkstoffe:

Mann mit Erektionsstörungen
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PDE 5 Hemmer: Unterschiede zwischen den Arzneistoffen

Die verschiedenen Wirkstoffe können sich in folgenden Punkten unterscheiden:

  • Dosierung (mg pro Tablette)

  • Dauer bis zum Einsetzten der vollen Wirkung

  • Wirkungsdauer (Halbwertszeit)

Übersicht der Wirkung verschreibungspflichtiger Potenzmittel
Wirkstoff Dosierungen Wirkungsdauer Wirkungseintritt Effektivität
Avanafil 50 / 100 / 200 mg ca. 6 Std. nach 15 - 30 Min. bis 59 %
Sildenafil 20 / 25 / 50 / 100 mg ca. 4 Std. nach ca. 25 Min. bis 80 %
Tadalafil 5 / 10 / 20 mg 24 - 36 Std. nach ca. 30 Min. bis 80 %
Vardenafil 5 / 10 / 20 mg ca. 4 Std. nach 25 - 60 Min. bis 80 %

PDE-5-Hemmer: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie beinahe jedes Medikament können auch PDE-5-Hemmer Nebenwirkungen haben.

Zu den häufigsten gehören:

Eine detaillierte Beschreibung und Häufigkeit der jeweiligen Nebenwirkungen finden Sie im Beipackzettel des entsprechenden Medikaments.

Wer darf PDE-5-Hemmer nicht einnehmen?

Patienten, die bereits andere Medikamente zur Therapie von Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung einnehmen, sollten vor Einnahme eines PDE-5-Hemmers unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.

Besonders eine Kombination mit nitrathaltigen Medikamenten kann lebensgefährliche Kreislaufkrisen hervorrufen.

Patienten, die unter schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen leiden, sollten besonders vorsichtig sein. Aufgrund der erhöhten körperlichen Anstrengung beim Geschlechtsverkehr besteht ein erhebliches Gesundheitsrisiko.

Die Medikamente sind nicht zur Behandlung von Frauen oder Minderjährigen zugelassen.

Quellen

  • CIALIS- tadalafil tablet, film coated. Eli Lilly and Company. 2018. https://uspl.lilly.com/cialis/cialis.html (zugegriffen 13. September 2021)

  • Haensch C-A, Hilz M, Jost W, et al.: S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion. Fortschr Neurol Psychiatr 2019; 87: 225–33.

  • Sperling H, Hartmann U, Weidner W, et al.: Erektile Dysfunktion: Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl 2005; 102(23): A-1664 / B-1397 / C-1318.

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