Mann mit Anzug hält sich den Schritt.
  1. Was ist Tripper?
  2. Welche Tripper-Symptome treten am häufigsten auf?
  3. Ursachen von Tripper
  4. Diagnose von Tripper
  5. Behandlung von Tripper
  6. Vorbeugung gegen Tripper
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Bei einer urethralen Infektion (Ansteckung über der Harnröhre) haben etwa 60 Prozent der Männer Tripper-Symptome, Frauen dagegen haben häufig keine Symptome.

Auf einem Blick
  • Tripper ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit.
  • Ein häufiges Tripper-Symptom ist eitriger Ausfluss.
  • Tripper bei Frauen verläuft oft asymptomatisch und bleibt daher häufig unerkannt.
  • Betrifft überwiegend junge Menschen (zwischen 15 und 25 Jahren)

Was ist Tripper?

Tripper, fachsprachlich Gonorrhoe genannt, zählt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) neben Trichomonaden und Chlamydien zu einer der weitverbreitetsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Im Jahr 2016 infizierten sich schätzungsweise weltweit 82 Millionen Menschen mit Gonorrhoe.

Welche Tripper-Symptome treten am häufigsten auf?

Die Erreger der Geschlechtskrankheit können die Harnröhre, die Gebärmutter, das Rektum, den Rachenraum und die Bindehaut des Auges befallen. Sie rufen eine Entzündung der Schleimhaut hervor. Nach einer Infektion mit Tripper lässt sich bei einem Großteil der Erkrankten ein eitriger Ausfluss beobachten. Ein weiteres typisches Symptom sind Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie).

Tripper beim Mann

Bei einem Großteil der männlichen Infizierten tritt nach 2 bis 7 Tagen der typische Harnröhrenausfluss auf.

Häufige Tripper-Symptome bei Männern sind:
  • Morgendlicher Bonjour-Tropfen (Tropfen eitriges Sekret am Harnröhrenausgang)
  • Urethraler oder analer Ausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Juckreiz im Intimbereich
  • Entzündung des Nebenhodens

Tripper bei der Frau

Bei Frauen verläuft die Tripper-Infektion oft ohne erkennbare Symptome. Bei Frauen kann der gesamte Urogenitaltrakt betroffen sein. Untere Gonorrhö betrifft den Scheideneingang, Zervix, die Harnröhre und den Enddarm. Obere Gonorrhö kann sich in der Gebärmutterschleimhaut, den Eileitern, Eierstöcken oder dem Bauchfell des kleinen Beckens ausbreiten.

Häufige Tripper-Symptome bei Frauen sind:

Bei schwangeren Frauen kann die Infektion zu erheblichen Komplikationen, bis hin zu einer Fehlgeburt, führen. Die Erreger können bei der Geburt auf den Säugling übertragen werden.

Wann sollte bei Tripper ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn die oben genannten Beschwerden auftreten oder SexualpartnerInnen mit der Geschlechtskrankheit diagnostiziert werden, empfiehlt es sich zeitnah einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen. Bei bestehender Schwangerschaft sollte vorsorglich auf Tripper getestet werden. Unbehandelt kann Tripper zur Unfruchtbarkeit führen.

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Ursachen von Tripper

Der Erreger Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) verursacht die Infektionskrankheit. Gonokokken sind Bakterien und werden ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erreger werden beim Geschlechtsverkehr über die Schleimhäute weitergegeben. Sie befallen aufgrund der Schleimhautbeschaffenheit bevorzugt die Harnröhre und die inneren Fortpflanzungsorgane.

Diagnose von Tripper

Bei Infektion sind die Erreger in den Sekreten der Patientinnen und Patienten nachweisbar. Das kann mit Hilfe von Abstrichen der Harnröhre, des Gebärmutterhalses, des Rachens oder des Rektums erfolgen. Bei Männern eignet sich oft auch die Untersuchung einer Urinprobe (Erststrahlurin am Morgen). Die gängigste Methode zum Nachweis der Bakterien im Labor ist der Nukleinsäure-Amplifikationstest (NAT).

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Da die Erreger meist auch andere Bereiche befallen, ist es ratsam, mehrere Abstrichproben zu entnehmen. Diese können, alternativ zur NAT, auch eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht oder zur Anzucht einer Bakterienkultur genutzt werden. Wächst auf einem Nährmedium eine Gonokokken-Bakterienkultur heran, kann die Erkrankung mit Gonorrhoe bestätigt werden.

Behandlung von Tripper

Zu Beginn der Therapie werden die Gonorrhoe-Erreger auf ihre Empfindlichkeit getestet, denn Gonokokken können Resistenzen gegen Antibiotika aufbauen. Schlägt die erste Antibiotikagabe fehl, wird das Präparat mit Hilfe der Testergebnisse angepasst. Häufig werden die Patientinnen und Patienten mit einer Kombination aus zwei oder mehreren Antibiotika behandelt. In der Regel eine Einmalgabe eines Kombi-Präparats ausreichend. Nur in komplizierteren Fällen eine Therapie über einen längeren Zeitraum notwendig.

Es empfiehlt sich für die PartnerInnen der Erkrankten ebenfalls eine Behandlung, da ansonsten ein hohes Risiko für eine Wiederansteckung besteht (Ping-Pong-Effekt). Bei einer symptomatischen Erkrankung sind alle SexualpartnerInnen der letzten 3 Monate beziehungsweise der letzte sexuelle Kontakt zu informieren. Bei Männern mit Urethritis ist eine Kontaktierung der PartnerInnen der letzten 2 Wochen ausreichend.

Symptomfreie Krankheitsverläufe führen meist zu einer späteren Diagnose, sodass die sexuellen Kontakte der letzten 6 Monate in Kenntnis zu setzen sind. Nach der Behandlung werden erneut Abstriche genommen und auf Gonokokken untersucht. Sind die Bakterien nicht mehr nachweisbar, war die Therapie erfolgreich und der Tripper nicht mehr ansteckend. Der Kontrolltermin erfolgt meist eine Woche nach der Behandlung.

Vorbeugung gegen Tripper

Die Infektion mit Tripper tritt vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr ein. Die Verhütung mit Kondomen reduziert die Gefahr einer Ansteckung stark. Tripper kann jedoch auch beim oralen Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Mit regelmäßigen Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten kann sichergestellt werden, dass auch asymptomatische Tripper-Infektionen erkannt werden. Hierauf sollten vor allem Menschen mit häufig wechselnden SexualpartnerInnen Wert legen. Verschiedene Gesundheitsorganisation nennen außerdem Männern mit männlichen Sexualpartnern und SexarbeiterInnen als besonders gefährdete Gruppen. Die Meningokokken-B-Impfung kann das Risiko einer Tripper-Infektion verringern.

Häufige Fragen zu Tripper

Tripper ist heilbar und lässt sich gut behandeln, wichtig ist ein rechtzeitiger Therapiebeginn.

Bei frühzeitiger Erkennung und erfolgreicher Therapie mit Antibiotika kann ein Tripper nach einer Woche ausgeheilt sein.

Tripper ist eine Infektionskrankheit und wird beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Übertragung beim vaginalen, analen oder oralen Verkehr ist möglich.

Die Ansteckungsgefahr ist vorüber, wenn keine Gonokokken-Bakterien im entnommenen Abstrich des Patienten nachgewiesen werden können.

Quellen

  • Azze RFO: A meningococcal B vaccine induces cross-protection against gonorrhea. Clin Exp Vaccine Res 2019; 8: 110–5.

  • Deutsche STI-Gesellschaft e.V. (DSTIG) - Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit: S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe“. Langfassung. AWMF-Register Nr. 059-004. 2018.

  • Gonorrhö. AMBOSS. 2022. https://www.amboss.com/de/wissen/Gonorrhö (zugegriffen 2. September 2022)

  • Jansen K, Steffen G, Potthoff A, et al.: STI in times of PrEP: high prevalence of chlamydia, gonorrhea, and mycoplasma at different anatomic sites in men who have sex with men in Germany. BMC Infect Dis 2020; 20: 110.

  • Rowley J, Vander Hoorn S, Korenromp E, et al.: Chlamydia, gonorrhoea, trichomoniasis and syphilis: global prevalence and incidence estimates, 2016. Bull World Health Organ 2019; 97: 548-562P.

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