Frau macht einen Abenteuerurlaub. Sie steht mit Rucksack und Strohhut an einem Fluss.
  1. Allgemeiner Impfschutz
  2. Impfungen Ausland
  3. Häufige Fragen zu Impfungen und Reisen
Frau macht einen Abenteuerurlaub. Sie steht mit Rucksack und Strohhut an einem Fluss.

Empfehlungen zu Reiseimpfungen werden durch die Ständige Impfkommission (STIKO) und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG) erarbeitet und fortlaufend aktualisiert.

Der Impfschutz kann, besonders bei Fernreisen, ein wichtiges Thema bei der Urlaubsplanung sein. Je nach Reiseziel bestehen Risiken für Erkrankungen wie Gelbfieber, Hepatitis oder Tollwut. Einige Impfungen schützen erst nach einer gewissen Zeit vor den Erregern, weshalb eine frühzeitige Planung bei Reisen in exotische Gebiete wichtig ist.

Auf einen Blick
  • Die STIKO spricht Empfehlungen für Reiseimpfungen aus.
  • Die Empfehlungen sind abhängig von Reiseroute und Zielland.
  • Risiken für Erkrankungen im Ausland werden durch engen Kontakt mit Flora und Fauna erhöht.
  • In einigen Ländern gelten Nachweispflichten für bestimmte Impfungen.

Laut dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) hat die STIKO den Auftrag, Schutzimpfungen zu empfehlen. Dazu gehören Standardimpfempfehlungen, solche für bestimmte Personengruppen und auch Reiseimpfungen.

Individuelle Fragen zu Reiseimpfungen beantworten ÄrztInnen im Rahmen von Reiseimpfberatungen sowie einige Tropeninstitute und Gesundheitsämter. Auf den Webseiten des Auswärtigen Amtes finden Sie aktuelle Reisewarnungen und Informationen zu regionalen Krankheitsgeschehen.

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Allgemeiner Impfschutz

Die STIKO empfiehlt, je nach Alter, verschiedene Impfungen und ggf. Auffrischungen, dazu gehören:

  • Tetanus (Wundstarrkrampf)

  • Diphtherie

  • Pertussis (Keuchhusten)

  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)

  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b)

  • Hepatitis B

  • Pneumokokken

  • Rotaviren

  • Meningokokken Serotyp C

  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)

  • Varizellen (Windpocken)

  • Influenza (Grippe)

  • HPV (Humane Papillomviren)

  • Herpes zoster (Gürtelrose)

Oft werden kombinierte Impfungen verabreicht, wie etwa bei Kindern die Sechsfach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Hib und Hepatitis B.

Impfungen Ausland

Rund 75 Prozent der Reisekrankheiten sind akute Durchfall-, Haut- und fieberhafte Erkrankungen.

Das Risiko, auf einer Reise zu erkranken, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen u. a. die Art der Reise sowie das Verhalten der Reisenden. So haben PauschaltouristInnen, die ihren gesamten Urlaub in touristisch voll erschlossenen Gebieten verbringen, ein anderes persönliches Risiko als IndividualtouristInnen, die eine Abenteuerreise durch die Wildnis planen.

Auch sexuelle Kontakte, Kontakte zu Tieren, das Stechen von Piercings oder Tattoos können das individuelle Risiko für regional auftretende Infektionen stark beeinflussen. Weiterhin hat die Jahreszeit und das damit einhergehende Klima Einfluss auf einige impfrelevante Krankheiten wie z. B. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Influenza oder Typhus.

Bei Impfungen sollte immer eine sogenannte Risiko-Nutzen-Bewertung stattfinden. Bringt der Impfschutz einen Vorteil oder überwiegen die Nachteile durch mögliche Nebenwirkungen? Diese Frage sollte bei Fernreisen in exotische Länder immer zusammen mit ÄrztInnen, welche eine zusätzliche Weiterbildung für Reise- und Tropenmedizin absolviert haben, beurteilt werden.


Reiseapotheke: Fernarzt to go
1 Juli 2019 · Dr. Maja Sukalo
Reiseapotheke: Fernarzt to go
13 min Lesezeit

Nachweispflicht für Impfungen bei Reisen

Nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) können Länder in Absprache mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Nachweise für bestimmte Impfungen einfordern.

  • Gelbfieber: In vielen Ländern müssen alle Einreisenden und sogar Durchreisende ab einem Alter von 9 Monaten, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, den Nachweis einer Gelbfieberimpfung erbringen. Das internationale Zertifikat über eine Gelbfieberimpfung ist lebenslang gültig.

  • Meningokokken: In Saudi-Arabien wird ein Nachweis der Meningokokken-Impfung zur Teilnahme an Pilgerfahrten benötigt. Dies gilt ab einem Alter von 2 Jahren, je nach Impfstoff darf die letzte Impfung maximal 3 bis 5 Jahre zurückliegen. Auch einige andere Länder aus dem sogenannten “Meningitisgürtel” fordern den Nachweis einer entsprechenden Impfung.

  • Poliomyelitis (Kinderlähmung): Länder der Kategorie 1 können ohne gültigen Impfnachweis die Ausreise verweigern oder sogar Pflichtimpfungen am Flughafen durchführen. Dazu zählen aktuell Afghanistan, Malawi, Pakistan, Jemen, Madagaskar und Israel. Die Impfung sollte mindestens 14 Tage und maximal 12 Monate zurückliegen.

  • Masern: Für einige Pazifikinseln wird ein Impf- oder Immunitätsnachweis benötigt.

Corona Impfung in den Arm
Gesund im Urlaub

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Empfohlene Impfungen Ausland

Die meisten Reiseimpfungen sind lediglich Empfehlungen der STIKO. Man kann sich also nach einer persönlichen Risiko-Nutzen-Bewertung für Reisen ohne Impfung entscheiden. Dabei sollte immer bedacht werden, dass dank Impfschutz einige Krankheiten in Deutschland und Europa ausgerottet wurden und ein Wiedereinschleppen dieser Erreger für die Allgemeinheit schlimme Folgen haben kann.

  • Ausbrüche oft nach Naturkatastrophen mit Überflutungen und schlechten hygienischen Bedingungen
  • Erreger: verschiedene Stämme des Bakteriums Vibrio cholerae
  • Übertragung: fäkal-oral, durch kontaminiertes Trinkwasser
  • Symptome: wässriger Durchfall, Erbrechen, Dehydratation; 95 Prozent der Fälle asymptomatisch
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 24 Stunden
  • Impfempfehlung: nur bei besonders hoher Gefährdung, z. B. KatastrophenhelferInnen
  • Impfstoff Dokoral:
    • Kinder (2 bis 5 Jahre): Grundimmunisierung 3 Dosen, mindestens 1 Woche Abstand zwischen den einzelnen Impfungen, Auffrischung innerhalb von 6 Monaten
    • Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: Grundimmunisierung 2 Dosen, 1 bis 6 Wochen Abstand zwischen den einzelnen Impfungen, Auffrischung innerhalb von 2 Jahren
  • Impfstoff Vaxchora: geeignet ab 2 Jahren, Grundimmunisierung durch einmalige orale Einnahme spätestens 10 Tage vor Reise, keine Informationen zu Auffrischimpfungen verfügbar
  • Durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung
  • Erreger: FSME-Viren, mehrere Subtypen bekannt
  • Übertragung: i. d. R. durch Zecken, selten durch unpasteurisierte Milch(-produkte)
  • Symptome: von Erkrankungsphase abhängig; anfangs grippeähnlich, im weiteren Verlauf spezifische neurologische Manifestation (milde Meningitis bis schwere Enzephalitis); 70 bis 95 Prozent asymptomatisch
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 7 bis 14 Tage
  • Impfempfehlung: für Personen, die in Endemiegebieten (Zentral-, Nord- und Ost-Europa sowie in Zentral- und Nordasien) Zecken ausgesetzt sein könnten, z. B. beim Wandern oder Zelten
  • Impfstoff FSME-IMMUN, für Kinder ab 12 Monaten geeignet
    • Konventionelle Grundimmunisierung: 3 Dosen, 2. Impfung nach 1 bis 3 Monaten, 3. Impfung nach weiteren 5 bis 12 Monaten
    • Schnellimpfschema: 3 Dosen, 2. Impfung nach 14 Tagen, 3. Impfung nach weiteren 5 bis 12 Monaten
    • Auffrischimpfung: 3 Jahre nach Abschluss Grundimmunisierung, Personen unter 60 Jahre alle 5 Jahre, Personen über 60 Jahre alle 3 Jahre
  • Impfstoff ENCEPUR, für Kinder ab 12 Monaten geeignet
    • Konventionelle Grundimmunisierung: 3 Dosen, 2. Impfung nach 1 bis 3 Monaten, 3. Impfung nach weiteren 9 bis 12 Monaten
    • Schnellimpfschema: 3 Dosen, 2. Impfung nach 7 Tagen, 3. Impfung nach weiteren 14 bis 21 Tagen
    • Auffrischimpfung: 3 Jahre nach Abschluss Grundimmunisierung (bei Schnellimpfschema bereits nach 12 bis 18 Monaten), Personen unter 50 Jahre alle 5 Jahre, Personen über 50 Jahre alle 3 Jahre
  • Gelbfieber ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit
  • Erreger: Gelbfieber-Virus (Yellow Fever Virus, YFV)
  • Übertragung: durch Stechmücken
  • Symptome: mehrere Phasen, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus (Gelbsucht), gastrointestinale Blutungen, Multiorganversagen möglich; 85 Prozent asymptomatisch
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 3 bis 6 Tage
  • Impfempfehlung: bei Nachweispflicht oder vor Aufenthalt in Gelbfieber-Gebieten (in tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas, auf einigen Karibikinseln und in südlichen Teilen Mittelamerikas)
  • Impfstoff: Lebendimpfstoff Stamaril, Zulassung ab 6 Monaten, Empfehlung ab 9 Monaten, einmalige Impfung mindestens 10 Tage vor Einreise in Endemiegebiet, i. d. R. keine Auffrischung notwendig
  • Impfungen dürfen ausschließlich in staatlich zugelassenen Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden
  • Virale Infektion der Leber
  • Erreger: Hepatitis-A-Virus (HAV)
  • Übertragung: fäkal-oral, über kontaminiertes Trinkwasser, Lebensmittel (Muscheln, Datteln, Salat) oder Oberflächen, auch von Mensch zu Mensch
  • Symptome: Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, mäßiges Fieber, Druckgefühl im Oberbauch, Ikterus (Gelbsucht), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Juckreiz; im Kindesalter oft asymptomatisch
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 25 bis 30 Tage
  • Impfempfehlung: bei Reisen in Endemiegebiete (Mittel- und Südamerika, Afrika, Südostasien, Russland, der Nahe Osten, der außereuropäische Mittelmeerraum sowie einige europäische Länder)
  • Impfstoffe: Havrix, VAQTA, AVAXIM, Twinrix (Kombinationsimpfstoff mit Hep B), ViATIM (Kombinationsimpfstoff mit Typhus); Impfschema abhängig von Alter und Impfstoff, für Grundimmunisierung mindestens 2 Dosen notwendig, Schnellimpfschema im Ausnahmefall möglich, keine Auffrischimpfung benötigt
  • Da einige Impfstoffe schneller schützen als die Inkubationszeit beträgt, kann auch nach einer möglichen Ansteckung (postexpositionell) noch geimpft werden
  • Weltweit verbreitete Virusinfektion
  • Erreger: Hepatitis-B-Virus (HBV)
  • Übertragung: über infektiöse Körperflüssigkeiten, z. B. beim Geschlechtsverkehr, bei der Geburt, Drogenkonsum mit geteiltem Injektionsbesteck
  • Symptome: meist asymptomatisch oder mit unspezifischen Symptomen, bei etwa 30 Prozent Hepatitis mit Gelbsucht, bei etwa 1 Prozent tödlich verlaufende Hepatitis
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 60 bis 90 Tage
  • Impfempfehlung: bei Reisen in hoch- und mittelendemische Gebiete (dazu zählen v. a. Mittel- und Südafrika sowie Asien), wenn mind. einer der folgenden Risikofaktoren vorliegt:
    • Reisedauer über 4 Wochen (auch bei mehreren kurzen Reisen)
    • Geplante sexuelle Kontakte mit Fremden
    • Medizinische Eingriffe im Zielland
    • Tätigkeiten mit hohem Verletzungsrisiko
  • Impfstoffe: z. B. Engerix-B, HBVAXPRO, HEPISLAV B, Twinrix (Kombinationsimpfstoff mit Hepatitis A); Impfschema abhängig von Alter und Impfstoff, für Grundimmunisierung mindestens 2 Dosen notwendig, Schnellimpfschema im Ausnahmefall möglich, i. d. R. keine Auffrischimpfung für Reisen benötigt
  • Die Impfung richtet sich gegen die saisonal auftretende Grippe, nicht gegen die zoonotische Grippe, welche von Tieren übertragen wird
  • Erreger: Influenzaviren, vorrangig Typ A und B
  • Übertragung: von Mensch zu Mensch, über Tröpfcheninfektion (Atemwege) oder Schmierinfektion (Oberflächen), v. a. in der kalten Jahreszeit
  • Symptome: abhängig vom Virus-Typ, Alter und anderen Faktoren; etwa 1/3 der Infizierten hat plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, meist mit Husten und Halsschmerzen
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 2 Tage
  • Impfempfehlung: für Reisende ab 60 Jahren und bestimmte weitere Personengruppen (z. B. mit chronischen Erkrankungen), Risikoabwägung beinhaltet auch die Verfügbarkeit der Impfstoffe
  • Impfstoffe: werden jährlich angepasst und müssen erneut verabreicht werden, unterscheiden sich auf der Nord- und Südhalbkugel (weil verschiedene Subtypen der Influenzaviren vorherrschen)
  • Eine in Asien weitverbreitete Virusinfektion des Gehirns
  • Erreger: Japanischer-Enzephalitis-Virus (JEV)
  • Übertragung: durch Culex-Mücken
  • Symptome: meist asymptomatisch (99 Prozent) oder milder Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen, selten schwerer Verlauf mit neurologischer Symptomatik (Meningismus, Verwirrtheit, Krampfanfälle), symptomatische Verläufe enden zu etwa 30 Prozent tödlich und zu 40 Prozent mit anhaltenden neurologischen Schäden
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 5 bis 15 Tage
  • Impfempfehlung: bei Aufenthalten in Endemiegebieten (Südost-Asien, Indien, Korea, Japan, China, West-Pazifik, Nordaustralien), zu bestimmten Jahreszeiten (zur Regenzeit bzw. im Sommer)
  • Impfstoff: IXIARO, Grundimmunisierung mit 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen, Schnellimpfschema mit 2 Impfdosen im Abstand von 7 Tagen, Auffrischimpfungen nach 1 bis 2 Jahren und nochmals nach 10 Jahren
  • Bei Reiseimpfungen geht es um Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y
  • Erreger: Bakterien der Spezies Neisseria meningitidis
  • Übertragung: Tröpfcheninfektion, von Mensch zu Mensch
  • Symptome: plötzlicher Beginn mit unspezifischen Symptomen und schnellem Krankheitsverlauf, Meningitis und Sepsis möglich; ohne adäquate Behandlung versterben bis zu 80 Prozent
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 3 bis 4 Tage
  • Impfempfehlung: bei Reisen in Länder des Meningitisgürtels (Sahelzone), für längere Aufenthalte oder bei geplantem engem Kontakt mit Einheimischen, in Saudi-Arabien Nachweispflicht für Meningokokken-ACWY-Impfung
  • Impfstoffe: z. B. Menveo, MenQuadfi, Nimenrix; Grundimmunisierung mit einer Dosis, Auffrischimpfungen im 5-Jahres-Abstand
  • Bei Indikation (z. B. EntwicklungshelferInnen) kann zusätzlich gegen Serotyp B geimpft werden
  • Auch Erwachsene können an Poliomyelitis erkranken
  • Erreger: Polioviren
  • Übertragung: von Mensch zu Mensch, häufig fäkal-oral, auch über Atemwege
  • Symptome:
    • 90 bis 95 Prozent asymptomatisch
    • 4 bis 8 Prozent milde Verläufe mit unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen und Pharyngitis
    • 1 bis 4 Prozent nicht-paralytische Form mit Fieber, Rückenschmerzen und Muskelspasmen
    • Unter 1 Prozent paralytische Form mit Lähmungen
  • Inkubationszeit: durchschnittlich 7 bis 14 Tage
  • Impfempfehlung: Grundimmunisierung für alle empfohlen, Auffrischimpfung nach 10 Jahren bei Reisen in Risikogebiete, u. a. Afghanistan. Malawi, Pakistan, Israel, Jemen, Madagaskar (Stand März 2022, kann variieren)
  • Impfstoffe: IPV Mérieux (monovalent), in Kombinationsimpfstoffen: Boostrix Polio, Hexyon, Infanrix hexa, Infanrix-IPV+Hib, Pentavac, Repevax, Revaxis, Vaxelis; 3 Impfstoffdosen (2. Impfung 1 Monat nach der ersten, 3. Impfung 6 Monate später) und eine Auffrischimpfung
  • Ohne Grundimmunisierung sollten mindestens 2 Impfdosen vor Reiseantritt verabreicht werden
  • Tollwut kann Gehirnentzündungen verursachen, die nahezu immer tödlich enden
  • Erreger: Lyssaviren, beim Menschen meist Rabiesvirus RABV
  • Übertragung: Hauptwirt sind Fledermäuse, bei Infektionen von Menschen zu 99 Prozent durch Hunde übertragen
  • Symptome: von Stadium abhängig, anfangs unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit, später erhöhte Erregbarkeit, Angstzustände, Insomnie, Hydrophobie oder Lähmungen; nach Symptombeginn führt Tollwut meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen zum Tod
  • Inkubationszeit: i. d. R. 2 bis 3 Monate, sehr variabel (wenige Tage bis mehrere Jahre)
  • Impfempfehlung: bei Reisen in Länder mit hohem Risiko (v. a. Südwest-Asien und Afrika) und weiteren Faktoren wie Langzeitaufenthalte, Aktivreisen oder unzureichende ärztliche Versorgung vor Ort
  • Impfstoffe: Totimpfstoffe Rabipur und Tollwut-Impfstoff HDC, 3 Dosen für Grundimmunisierung innerhalb von 3 bis 4 Wochen, Schnellimpfschema nur 7 Tage, Auffrischimpfungen alle 1 bis 5 Jahre empfohlen
  • PrEP (Präexpositionsprophylaxe) in Form von Impfungen möglich, PEP (Postexpositionsprophylaxe) auch nach möglicher Ansteckung möglich, da Inkubationszeit sehr lange dauern kann
  • Mögliche Formen sind Typhus (Typhus abdominalis) und Paratyphus
  • Erreger: Bakterien Salmonella enterica Serotyp Typhi bzw. Paratyphi A, B und C
  • Übertragung: v. a. über Trinkwasser und Nahrungsmitteln, welche durch Ausscheidungen kontaminiert wurden, selten von Mensch zu Mensch
  • Symptome Typhus abdominalis: langsam steigendes Fieber, Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Durchfälle, selten mit Bewusstseinsstörungen
  • Symptome Paratyphus: ähnlicher Verlauf wie Typhus abdominalis, aber mit stärkerer gastrointestinaler Beteiligung (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen)
  • Inkubationszeit: Typhus abdominalis durchschnittlich 8 bis 14 Tage, Paratyphus durchschnittlich 1 bis 10 Tage
  • Impfempfehlung: bei Reisen in Endemiegebiete (Süd- und Zentralasien) unter schlechten hygienischen Bedingungen im Zusammenhang mit Aktiv- oder Abenteuerreisen oder bei Langzeitaufenthalten
  • Impfstoffe: oraler Lebendimpfstoff (Typhoral L Kapseln) und parenterale Totimpfstoffe (Typhim Vi, Kombinationsimpfstoff ViATIM) verfügbar, Impfschema abhängig von Alter und Impfstoff, Beginn Grundimmunisierung mindestens 2 Wochen vor Reiseantritt, Ausfrischimpfungen empfohlen

Generell gilt: je exotischer das Reiseziel und je riskanter das Reiseverhalten, desto eher und ausführlicher sollte die Reise geplant werden. Idealerweise setzen Sie sich bereits Monate im Voraus mit dem Reiseziel und den benötigten Impfungen auseinander.

Innerhalb von 6 Wochen können die meisten Impfungen bereits ihren vollen Schutz entfalten. Einige Impfungen, wie etwa gegen Hepatitis A, Diphtherie oder Tetanus, können sogar noch am Abreisetag verabreicht werden – allerdings können dann die gewöhnlichen Nebenwirkungen der Impfungen während der Reise auftreten. Weiterhin gibt es für viele Impfstoffe sogenannte Schnellimpfschemata, welche eine kürzere Zeitspanne bis zum Abschluss der Grundimmunisierung bezwecken.

Die Angaben zu Reiseimpfungen stammen aus dem Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Institutes vom April 2022. Wir haben bei unseren Recherchen Diskrepanzen mit den Angaben des Auswärtigen Amtes festgestellt und können daher keine Garantie für Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geben.

Häufige Fragen zu Impfungen und Reisen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) zählt folgende Impfungen zu den Reiseimpfungen: Cholera, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Gelbfieber, Hepatitis A und B, Influenza (Grippe), Japanische Enzephalitis, Meningokokken Serotypen ACWY, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Tollwut und Typhus. Aktuell wird auch COVID-19 dazugezählt.

Viele Länder fordern bei Ein- oder Durchreise den Nachweis einer erfolgten Gelbfieberimpfung – meistens jedoch nur dann, wenn man vorher in einem Gelbfieberrisikogebiet war. Zu den Risikogebieten zählen Länder in Afrika und in Mittel- und Südamerika. Eine Gelbfieberimpfung kann bis zu 10 Tage vor Einreise durchgeführt werden und ist anschließend ein Leben lang gültig.

Durch die STIKO empfohlene Standardimpfungen werden von den Krankenkassen gezahlt. Bei Reiseimpfungen kann das anders sein. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse, welche Reiseimpfungen und weitere Prophylaxen (z. B. Malaria) übernommen werden.

Malaria vorbeugen und behandeln

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Quellen

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