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  1. Wieso kommt es im Winter zu Blasenentzündungen?
  2. Wie Sie eine Harnwegsinfektion im Winter vermeiden
  3. Wintergetränke für eine gesunde Blase
  4. Wann mit Blasenentzündung zum Arzt?
  5. Häufige Fragen zu Blasenentzündung und Kälte
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Am häufigsten treten Blasenentzündungen bei Schwangeren und Frauen nach den Wechseljahren auf. Auch sexuell aktive junge Frauen sind oft von der sogenannten “Honeymoon-Zystitis” betroffen.

Es gibt viele typische Wintererkrankungen wie Grippe, Erkältungen und weitere Atemwegserkrankungen. Auch Hautprobleme wie Ekzeme und trockene Haut treten oft in der kalten Jahreszeit auf. Aber kann man wirklich eine Blasenentzündung durch Kälte bekommen? Lesen Sie hier, welcher Zusammenhang zwischen Harnwegsinfekten und kalten Temperaturen besteht.

Auf einen Blick
  • Kälte und trockene Luft begünstigen Blasenentzündungen im Winter
  • Viel Trinken und warme Kleidung können Blasenentzündungen im Winter vorbeugen
  • Cranberrys und Vitamin C sind beliebte Hausmittel gegen Blasenentzündungen
  • Auch kalte Füße scheinen eine Blasenentzündung zu begünstigen

Wieso kommt es im Winter zu Blasenentzündungen?

Blasenentzündungen werden fachsprachlich als Zystitis bzw. Urozystitis bezeichnet. Sie können jeden Menschen betreffen und zu jeder Jahreszeit ausbrechen. Dabei gelangen bestimmte Keime (meist Darmbakterien wie E. coli) in die Harnröhre und breiten sich bis zur Harnblase aus. Die Anatomie der Frau begünstigt Blasenentzündungen, denn bei Frauen ist die Harnröhre nur 3 bis 5 cm lang. Blasenentzündungen bei Männern sind deutlich seltener, da die Bakterien erst nach einer etwa 20 cm langen Harnröhre in die Blase gelangen können.

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Im Winter gibt es zwei Faktoren, die die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen:

Blasenentzündung durch Kälte

Verschiedenen Studien zufolge gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Harnwegsinfekten und niedrigen Temperaturen. Durch Kälte ziehen sich Blutgefäße zusammen, was zu einer verminderten Durchblutung führt und somit örtlich das Immunsystem schwächt.

Blasenentzündung durch trockene Luft

In den Wintermonaten herrscht sowohl draußen als auch drinnen eine niedrigere Luftfeuchtigkeit. Das kann, bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr, zu einer Dehydration des Körpers führen. Dabei wird weniger Urin produziert und ausgeschieden und folglich Bakterien in der Harnröhre nur unzureichend ausgespült. Regelmäßiges Wasserlassen ist wichtig, um Keime mit dem Urin aus Blase und Harnröhre zu spülen – deshalb sollte auch im Winter auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.

Wie Sie eine Harnwegsinfektion im Winter vermeiden

  1. Ausreichend Flüssigkeit aufnehmen: Durch Getränke wie Wasser und Tee, aber auch durch Lebensmittel wie Obst und Gemüse, sollten mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag aufgenommen werden.
  2. Hygiene beachten: Frauen sollten beim Toilettengang mit dem Klopapier immer von vorne nach hinten wischen, da sonst Darmbakterien in den Genitalbereich gelangen können.
  3. Blase regelmäßig leeren: Wird der Urin lange in der Blase gehalten, können sich in Harnblase und Harnröhre Bakterien vermehren und Infektionen auslösen.
  4. Wasserlassen nach Geschlechtsverkehr: Auch beim vaginalen Geschlechtsverkehr gelangen Bakterien der Darmflora in den Genitaltrakt, diese können durch Wasserlassen ausgespült werden.
  5. Warme Kleidung: Der Beckenbereich sollte durch Kleidung wie Baumwollunterwäsche warmgehalten werden.

Wintergetränke für eine gesunde Blase

Mit warmem Tee kann man im Winter nicht viel verkehrt machen – egal ob mit oder ohne Blasenentzündung. Am besten eignen sich naturbelassene Teemischungen ohne zusätzlichen Zucker.

Bei Blasenentzündungen gibt es spezielle Kräutertees mit Bärentraubenblättern, Birkenblättern, Brennnessel oder Goldrutenkraut.

Cranberrys werden in der nordamerikanischen Volksmedizin schon lange zur Prävention wiederkehrender Harnwegsinfekte eingesetzt. Eine wissenschaftliche Bestätigung der Wirkung steht noch aus. Dennoch schwören viele Frauen auf Produkte mit Cranberry zur Behandlung und Vorbeugung von Blasenentzündungen.

In der kalten Jahreszeit kann man ganz einfach ein Heißgetränk mit Cranberry und viel Vitamin C zubereiten:

  • 200 ml Cranberrysaft, 200 ml Orangensaft und einen Spritzer Zitronensaft in einem Topf erhitzen (Direktsäfte mit 100 % Fruchtgehalt verwenden)

  • Nelken, Zimt und frischen Ingwer dazugeben (idealerweise in einem Teesieb)

  • Mit etwas Honig abschmecken

  • Achtung: Nicht kochen!

Cranberrysaft kann als Hausmittel gegen Blasenentzündungen getrunken werden.

Wann mit Blasenentzündung zum Arzt?

Klingt die Blasenentzündung nicht innerhalb weniger Tage ab, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Geeignete Ansprechpartner sind HausärztInnen, GynäkologInnen und UrologInnen. Meist wird dann eine Therapie mit Antibiotika verordnet.

Warnsignale bei Blasenentzündungen sind Fieber und Flankenschmerzen. Auch bei Blut im Urin oder starken Schmerzen ist ein Arztbesuch angebracht. Menschen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten sollten die zugrundeliegende Ursache unbedingt ärztlich abklären lassen, um eine passende Therapie einzuleiten.

Häufige Fragen zu Blasenentzündung und Kälte

Blasenentzündungen werden durch Bakterien ausgelöst, die von außen über die Harnröhre in die Harnblase gelangen. Kälte kann zu verminderter Durchblutung z. B. in der Beckenregion führen und so eine Infektion mit den bereits vorhandenen Bakterien begünstigen. Kälte alleine löst keine Blasenentzündung aus.

Dieser Frage sind Forscher mit einer wissenschaftlichen Studie im Jahr 1992 auf den Grund gegangen. Die Füße von Probandinnen mit einer Vorgeschichte in Bezug auf Harnwegsinfekte wurden für 30 Minuten in kaltes Wasser getaucht. Innerhalb von 72 Stunden nach diesem Fußbad hatten 5 von 29 Frauen, also knapp 20 Prozent, nachweislich einen bakteriellen Harnwegsinfekt entwickelt. In der Kontrollgruppe kam es während des Beobachtungszeitraumes zu keiner Harnwegsinfektion. Somit konnte ein statistischer Zusammenhang zwischen kalten Füßen und Blasenentzündungen hergestellt werden.

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Quellen

  • Baerheim A, Laerum E: Symptomatic lower urinary tract infection induced by cooling of the feet. A controlled experimental trial. Scand J Prim Health Care 1992; 10: 157–60.

  • Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU): S3-Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten“. Langfassung. AWMF-Register Nr. 043-044. 2017. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen_2017-05.pdf

  • Harnröhre. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/Harnröhre (zugegriffen 26. Januar 2022)

  • Micali S, Isgro G, Bianchi G, Miceli N, Calapai G, Navarra M: Cranberry and recurrent cystitis: more than marketing? Crit Rev Food Sci Nutr 2014; 54: 1063–75.

  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage. München: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH 2010.

  • Urozystitis. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/Urozystitis (zugegriffen 26. Januar 2022)

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