Facharzt/-ärztin für Urologie

Berufsbild, Aufgaben und online Termine

  1. Was macht ein Urloge?
  2. Aufgabenfelder von Urologen
  3. Krebsvorsorge in der Urologie: Untersuchung
  4. Wann zum Hausarzt, wann direkt zum Urologen?
  5. UrologInnen Ausbildung

Was macht ein Urloge?

Urologen sind Ansprechpartner bei geschlechtsspezifischen Anliegen des Mannes und Anliegen rund um die Harnorgane.

Auf einen Blick
  • Urologen bertreuen Männer und Frauen
  • AnsprechpartnerIn bei Anliegen um Harnorgane und geschlechtsspezifischen Anliegen des Mannes wie z.B. Erektion
  • Prostatakrebsvorsorge jährlich ab dem 45. Lebensjahr

Aufgabenfelder von Urologen

Als Facharzt/-ärztin für Urologie ist man zentraler Ansprechpartner bei Anliegen rund um das männliche Urogenitalsystem (Harnorgane und Geschlechtsorgane) und der weiblichen Harnorgane. Die folgende Tabelle stellt die Zuständigkeit von Urologen bei Männern und Frauen in Abhängigkeit des jeweiligen Organs dar:

Wann zum Urologen?
Harnorgane Geschlechtsorgane
Männer Niere, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre Penis, Hodenhüllen mit Hoden und Nebenhoden , Prostata, Samenleiter
Zuständiger Arzt/Ärztin -> UrologIn -> UrologIn
Frauen Niere, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre Vulva, Vagina, Eileiter, Gebärmutter, Eierstöcke
Zuständiger Arzt/Ärztin -> UrologIn -> FrauenärztIn

Dies beinhaltet in der Praxis unter anderem folgende konkrete Aufgaben und Kompetenzen:

  1. Prävention - Früherkennung von Krebs im Genitalbereich bei Männern, insbesondere Prostatakrebs
  2. Genetische Beratung - Erkennung und Beratung bei genetisch bedingten Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen des Urogenitaltraktes
  3. Blasenfunktionsstörungen - z. B. Inkontinenz
  4. Therapie von Harnsteinen
  5. Geschlechtsspezifische Krankheitsbilder des Mannes - z.B. Erektionsstörungen
  6. Kinderurologische Krankheitsbilder - z.B. Genitalfehlbildungen, Refluxerkrankungen
  7. Nierenfunktionsstörungen - Akutes und chronisches Nierenversagen, Nierenersatztherapie
  8. Sexualmedizin - Anliegen um Sexualität, sexuelle Funktionsstörungen beim Mann
  9. Tumorerkrankungen
Person spricht mit Arzt über Tablet in Online-Sprechstunde
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bildliche Darstellung

Krebsvorsorge in der Urologie: Untersuchung

In Deutschland steht Männern ab 45 Jahren jährlich eine vorsorgliche Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs und Krebserkrankungen des äußeren Genital zu, bei entsprechenden Symptomen oder erhöhtem Risiko natürlich auch zu früheren Zeitpunkten.

Viele Männer haben, besonders vor dem ersten Besuch, die Befürchtung, dass diese Untersuchung unangenehm sein könnte. Das Wissen um den Ablauf kann der Angst vor der Prostatakrebsvorsorge entgegenwirken.

Zunächst geht der Urologe/die Urologin im ärztlichen Gespräch auf mögliche aktuelle Anliegen ein, holt relevante Informationen ein und eruiert mögliche Risikofaktoren. In diesem Zusammenhang kann zum Beispiel die Frage nach Veränderungen bei der Blasenentleerung, Erektion oder nach Vorerkrankungen in der Familie relevant sein.

Die reine Begutachtung des äußerlichen Genitale kann bereits Informationen bieten. Der untersuchende Arzt/die Ärztin achtet zum Beispiel auf Schwellungen, Asymmetrie, auffällige Hauterscheinungen oder Verfärbungen. Tastuntersuchung Auf die Inspektion folgt die Abtastung der äußeren Genitalien, also Hoden und Penis, sowie die Abtastung der Prostata.

Beim Abtasten der Hoden und des Penis achtet der Arzt/die Ärztin auf mögliche Verhärtungen oder Größenunterschiede.

Die Abtastung der Prostata geschieht durch den Enddarm, da die Prostata unterhalb der Harnblase sitzt und nach hinten direkt an den Enddarm grenzt. Von dort kann der Arzt/die Ärztin sie tasten. Die Untersuchung wird auch als digital-rektale Untersuchung bezeichnet und erfordert keine spezielle Vorbereitung.

Der Mann legt sich für die Untersuchung auf eine Liege. Er liegt auf der Seite und zieht beide Knie an. Der Arzt/die Ärztin zieht sich für die Untersuchung Handschuhe an und führt den mit Gleitgel oder Vaseline bestrichenen Finger in den Enddarm ein. Dann erfolgt das Abtasten der Prostata und dauert in der Regel um die 30 Sekunden. Dabei können zum Beispiel Verhärtungen oder eine Vergrößerung festgestellt werden. Die untersuchende Person entfernt dann den Finger aus dem Enddarm. Damit ist die Abtastung beendet.

Eine von der Krankenkasse nicht getragener Leistung ist der PSA-Test im Rahmen der Vorsorge. Das prostataspezifische Antigen ist et ein Eiweiß im Blut, das auf Prostatakrebs hinweisen kann, aber nicht muss. Ein erhöhter Wert kann auch ohne Prostatakrebs vorliegen. Da die digital-rektale Untersuchung nur günstig gelegen Tumore erkennen kann, bietet der PSA-Test eine Möglichkeit, Prostatakrebs besonders früh zu erkennen. Der Arzt/die Ärztin kann hierzu eine ausführliche Beratung bieten.

Neben diesen Routineuntersuchungen gibt es noch weitere urologische Untersuchungsmethoden, die bei bestimmten Symptomen oder Erkrankungen zum Tragen kommen. Ein Beispiel hierfür ist der Ultraschall oder die Untersuchung des Urins.

Wann zum Hausarzt, wann direkt zum Urologen?

UrologInnen sind Experten für Anliegen, die die Harnorgane und die männlichen Geschlechtsorgane betreffen. Deshalb sind sie in diesen Fällen oft die ersten Ansprechpartner. Auch andere ÄrztInnen können bei einigen Beschwerden helfen, sodass es keine strikte Trennung gibt. So haben HausärztInnen und UrologInnen überschneidende Kompetenzen, z.B. bei der Behandlung von Blasenentzündungen oder auch bei der Durchführung der Prostatakrebsvorsorge. Ansonsten überweisen HausärztInnen ihre Patienten mit Anliegen, die besser von einem Facharzt/einer Fachärztin behandelt werden sollten.

Auf jeden Fall zu empfehlen ist der Besuch beim Urologen/der Urologin bei:

  • Prostatakrebsvorsorge (Mann)

  • Schmerzen oder Veränderungen im Genitalbereich (Mann)

  • Blasenentleerungsstörungen

  • Erektionsstörungen (Mann)

UrologInnen Ausbildung

Als UrologIn hat man zunächst ein Medizinstudium abgeschlossen und dann eine Facharztausbildung für Urologie erfolgreich durchlaufen. Diese dauert 60 Monate. In dieser Zeit werden im gesamten Spektrum der Urologie Erfahrungen gesammelt und Wissen vermittelt.

Ist ein Urologe ein Männerarzt?

Da UrologInnen auch Frauen betreuen, trifft die Bezeichnung “Männerarzt” nicht zu. Die Zusatz-Weiterbildung Andrologie hingegen, die FachärztInnen über 12 Monate machen können, beschäftigt sich ausschließlich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen des Mannes.

Quellen

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