Junges Paar läuft auf einem Feld
  1. Impotenz bei Männern 20+: Ursachen
  2. Risikofaktoren bei Erektionsstörungen
  3. Diagnose bei Potenzproblemen
  4. Erektionsstörung mit 20: Behandlung
  5. Am häufigsten verschriebene Potenzmittel
  6. Erektionsprobleme mit 20: Wie kann Mann vorbeugen?
  7. Häufige Fragen zu Erektionsproblemen bei jungen Männern
Junges Paar läuft auf einem Feld

Erektionsprobleme können sehr komplexe Ursachen haben und ein Zusammenspiel aus sensorischen, motorischen, neuronalen, hormonellen, vaskulären, sozialen, kulturellen, interpersonellen Faktoren sein.

Auf einen Blick
  • Die erektile Dysfunktion kann in jedem Alter, also auch bei jungen Männern auftreten.
  • Erektionsstörungen verursachen oft einen hohen Leidensdruck.
  • Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Erektionsstörungen sind vielfältig.

Der medizinische Fachbegriff für die Erektionsstörung ist die erektile Dysfunktion. Dieser bezeichnet den Zustand, wenn über mindestens 6 Monate keine Erektion für den Geschlechtsverkehr erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Sie werden oft mit Männern höheren Alters in Verbindung gebracht. Impotenz ist der Oberbegriff für die erektile Dysfunktion, für die Anejakulation (Unfähigkeit der Ejakulation) und die Impotentia generandi (Zeugungsunfähigkeit).

Neue multinationale Studien haben gezeigt, dass auch jüngere Männer (unter 40 Jahren) oft von Erektionsproblemen betroffen sind.

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Impotenz bei Männern 20+: Ursachen

Während die erektile Dysfunktion bei älteren Männern mit Komorbiditäten (Koexistenz mehrerer Erkrankungen mit gegenseitiger Beeinflussung) assoziiert ist, resultiert diese bei jüngeren Männern oft aus psychischen Umständen. Dies ist jedoch kein Grund, körperliche Ursachen einer erektilen Dysfunktion direkt auszuschließen - auch diese sollten in Betracht gezogen und untersucht werden.

Eine psychisch bedingte erektile Dysfunktion kann durch gezielte Fragen im Arzt-Patienten-Gespräch erfragt werden. Ist eine Erektion bei Masturbation möglich und beim Geschlechtsverkehr nicht möglich, so beinhaltet die Ursache der erektilen Dysfunktion wahrscheinlich eine psychische Komponente. Ist eine Erektion jedoch beim Masturbieren nicht erreichbar, so kann eher in Richtung körperlicher Ursachen geschaut werden.

Stress und Angst sind dabei häufig beteiligt an einer psychisch-bedingten erektilen Dysfunktion. Unter Stress produziert der Körper viel Cortisol. Dies ist ein Hormon, welches bei Gefahrensituationen im Körper ausgeschüttet wird. Der Körper entscheidet zwischen Flucht und Kampf. Beides ist schlecht, da in dieser Situation der Körper auch Adrenalin ausschüttet, welches gegen eine Erektion arbeitet. Ein plötzliches Einsetzen der erektilen Dysfunktion in Verbindung mit einem lebensverändernden Ereignis wie Verlusterfahrung und traumatischen Erlebnissen ist ebenfalls typisch für eine psychisch bedingte erektile Dysfunktion.

Hinweise für eine psychisch bedingte erektile Dysfunktion liefert auch der Umstand, dass eine Erektion mit einer Partnerin bzw. einem Partner erreicht werden kann und mit einer anderen Partnerin bzw. einem anderen Partner nicht.

Körperliche Ursachen wie Diabetes und Bluthochdruck beeinflussen die Erektionsfähigkeit langsamer. Daher ist hierbei eher eine Abnahme der Erektionsfähigkeit über einen längeren Zeitraum zu erwarten.

In vielen Fällen kann nicht zwischen einer psychischen und einer körperlichen Ursache unterschieden werden. Dennoch ist es sinnvoll, das Thema in einem vertraulichen Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen.

Risikofaktoren bei Erektionsstörungen

Diagnose bei Potenzproblemen

Die Erfragung der Krankengeschichte gehört in jedes ärztliche Gespräch. Hierbei werden die Beschwerden in ihrer Häufigkeit und ihrem Schweregrad erfasst. Der Arzt oder die Ärztin macht dann die erste Einschätzung und bespricht mit dem Patienten, wie die Diagnostik weiter geht. Im besten Fall kann die Diagnose aus dem Gespräch schon gestellt werden.

Wichtig ist auch die körperliche Untersuchung. Hierbei können anatomische Besonderheiten wie eine Penisverkrümmung oder Erkrankungen wie IPP (Induratio Penis Plastica oder Peyronie-Krankheit) festgestellt werden. Die Peyronie-Krankheit ist eine Erkrankung des Bindegewebes, welche eine Verkrümmung des Penis verursachen kann. Dabei bilden sich Verhärtungen im Penis, welche sich bei der Erektion nicht ausdehnen können.

Die Kontrolle der Hormone Testosteron, Schilddrüsenhormon, Östrogen und Prolaktin im Blut kann ebenfalls aufschlussreich sein. Ein Prolaktinüberschuss oder ein Testosteronmangel kann auch eine Erektionsstörung hervorrufen.

Die Ultraschall-Untersuchung des Penis wird in einigen Fällen als diagnostische Hilfe herangezogen. Hierbei wird der Blutfluss im Penis mittels Ultraschalls beobachtet und die Geschwindigkeit des Blutflusses gemessen.

Zudem kann die Überwachung der nächtlichen Erektionen sinnvoll sein. Sie kann helfen, bei der Unterscheidung zwischen körperlicher und psychischer Ursache zu differenzieren.

Erektionsstörung mit 20: Behandlung

Der erektilen Dysfunktion zu Grunde liegenden Erkrankungen sollten adäquat behandelt werden. Dazu gehört eine gute medikamentöse Einstellung des Blutdrucks bei einer bestehenden Hypertonie. Ebenso eine Senkung von hohen Blutfettwerten.

Eine Psychotherapie kann bei Angststörungen, Depression oder anderen psychischen Erkrankungen hilfreich sein. Auch Patienten mit einer körperlich bedingten erektilen Dysfunktion könnten von einer Psychotherapie profitieren. Zu Beginn der Therapie ist es nicht einfach, da Patient und Therapeutin bzw. Therapeut eine Vertrauensbasis aufbauen müssen. Längerfristig zeigt die Psychotherapie gute Erfolge.

Die medikamentöse Behandlung beinhaltet klassischerweise die Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer). Diese greifen bei der Kontraktionsfähigkeit der zuführenden Blutgefäße des Penis an und sorgen für einen adäquaten Einstrom des Blutes in den Schwellkörper. Die Einnahme erfolgt vor dem Geschlechtsverkehr. Die bekanntesten Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind Sildenafil, Tadalafil und Avanafil. Auch Generika und natürliche Potenzmittel können eingesetzt werden.

Die lokale Therapie beruht auf der Applikation von Prostaglandin E1, welches auch unter dem Namen Aprostadil bekannt ist. Dieses Medikament kann auf dreierlei Wegen angewendet werden:

  1. Einerseits kann dieses als Creme an die Mündung der Harnröhre aufgetragen werden. Diese bewirkt, ähnlich wie bei den PDE-5-Hemmern, eine Erschlaffung der arteriellen Gefäßmuskulatur. Dadurch kann mehr Blut in den Schwellkörper des Penis hineinströmen. Zeitgleich verhindert die Schwellung des Schwellkörpers den Blutabfluss. Dadurch wird eine Erektion begünstigt.

  2. Aprostadil kann auch als Stäbchen in die Harnröhre eingeführt werden. Der Fachbegriff hierfür ist „MUSE“ (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion).

  3. Bei der Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) wird Aprostadil in den Schwellkörper des Penis gespritzt.

Mechanische Hilfen wie Penisring und Penispumpe kommen in Betracht, wenn Therapieversuche mit einem Medikament oder mit der lokalen Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigen.

Der operative Einsatz von Penisprothesen ist der letzte mögliche Weg, um eine dauerhafte Erektionsstörung zu behandeln. Die Elektrostimulation ist die neueste Behandlungsmethode einer erektilen Dysfunktion. Allerdings ist sie bisher noch unzureichend erforscht.

Erektionsprobleme mit 20: Wie kann Mann vorbeugen?

Eine Lebensstiländerung hilft nicht nur gegen Bluthochdruck und Diabetes, sondern kann auch einer erektilen Dysfunktion vorbeugen. Hierzu gehören eine Raucherentwöhnung und eine gesunde Ernährung mit ausreichend Bewegung im Alltag.

Häufige Fragen zu Erektionsproblemen bei jungen Männern

Eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) liegt vor, wenn über mindestens 6 Monate keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion erreicht werden kann. Dies kann in jedem Alter auftreten.

Eine erektile Dysfunktion kann in jedem Alter auftreten. Sie kann viele verschiedene Ursachen haben. In jüngeren Jahren ist psychischer Stress häufig verantwortlich für eine Erektionsstörung. Liegt eine erektile Dysfunktion vor, ist dies kein Grund für Scham. Holen Sie ärztlichen Rat! Urologen und Urologinnen kennen haben täglich mit entsprechenden Symptomen und Erkrankungen zu tun und sind hierfür die besten Ansprechpartner.

Ein gesünderer Lebensstil kann längerfristig einer erektilen Dysfunktion vorbeugen. Wenn eine erektile Dysfunktion bereits vorliegt, sollte zunächst die genaue Ursache ermittelt werden. Dafür ist eine ärztliche Konsultation sinnvoll. Urologen und Urologinnen sind die Ansprechpartner bei Erektionsproblemen.

Es gibt kein bestimmtes Alter, in dem eine Impotenz unausweichlich auftritt. Generell können Männer in jedem Alter betroffen sein.

Die erektile Dysfunktion wurde bisher oft mit Männern höheren Alters in Verbindung gebracht. Daher gibt es keine aussagekräftige Studienergebnisse zur Häufigkeit der erektilen Dysfunktion bei jüngeren Männern. Fest steht, dass die erektile Dysfunktion in jedem Alter auftreten kann.

Wie kann Fernarzt bei Erektionsstörungen helfen?

Fernarzt bietet Ihnen die Möglichkeit entsprechende Medikamente im Rahmen einer Fernbehandlung zu erhalten. Dadurch ist eine medizinisch sichere Behandlung auch ohne einen persönlichen Arztbesuch möglich. Zudem bietet Fernarzt bei Erektionsstörungen die Möglichkeit, ein entsprechendes Rezept mit einem medizinischen Fragebogen anzufordern. Die Ergebnisse werden durch unsere PartnerärztInnen ausgewertet.

Quellen

  • Cohen SD: The Challenge of Erectile Dysfunction Management in the Young Man. Curr Urol Rep 2015; 16: 84.

  • Krzastek SC, Bopp J, Smith RP, et al.: Recent advances in the understanding and management of erectile dysfunction. F1000Res 2019; 8: F1000 Faculty Rev-102.

  • Nguyen HMT, Gabrielson AT, Hellstrom WJG: Erectile Dysfunction in Young Men - A Review of the Prevalence and Risk Factors. Sex Med Rev 2017; 5: 508–20.

  • Störungen der Erektion und Ejakulation. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/storungen-der-erektion-und-ejakulation (zugegriffen 2. September 2021)

  • Williams SK, Melman A: Novel therapeutic targets for erectile dysfunction. Maturitas 2012; 71: 20–7.

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