Es ist der Oberkörper und ein Teil des Gesichts einer jungen Frau zu sehen, die Müsli isst.
  1. Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Therapie chronischer Hautkrankheiten?
  2. Wie kann man die Darmflora stärken?
  3. Welche Ernährung hilft bei Neurodermitis?
  4. Wie sollte die Ernährung bei Akne aussehen?
  5. Kann sich Unter- oder Übergewicht negativ auf chronische Hautkrankheiten auswirken?
  6. Welche Lebensmittel wirken sich negativ auf chronische Hautkrankheiten aus?
  7. In welchen Zeitrahmen kann man nach einer Ernährungsumstellung eine Besserung der Haut erwarten?
Es ist der Oberkörper und ein Teil des Gesichts einer jungen Frau zu sehen, die Müsli isst.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Therapie chronischer Hautkrankheiten?

Dr. Anne Latz: Ganz generell haben wir hier zwei Schwerpunkte: das Management von Entzündungen durch die Ernährung und das Mikrobiom, bei beiden spielt Blutzuckermanagement eine Rolle. Der generelle Ernährungszustand und seine Vielfalt sind wichtig für die Erhaltung der gesunden Haut. Wir brauchen Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) sowie Mikronährstoffe, deren Zusammenspiel die Haut in ihrer ursprünglichen Funktion als Schutzbarriere beeinflussen und stärken.

Wenn chronische Hautkrankheiten vorliegen, können Vermeidungs- oder Eliminationsdiäten hilfreich sein. Bei Allergien, z. B. atopischer Dermatitis, kann man das entsprechende Allergen aus der Diät eliminieren. Bei Akne weiß man, dass der Verzicht auf Milchprodukte und eine entzündungshemmende Ernährung ein großer Hebel sein können. Besonders gut eignet sich Vollwert-Kost. Auf unverarbeitete Lebensmittel sollte bei chronischen Hautkrankheiten Wert gelegt werden.

Bei vielen chronischen Hautkrankheiten ist die Vermeidung von Entzündungen ein wichtiger Faktor, beispielsweise bei Psoriasis oder Akne. Die Ursachen der Krankheiten unterscheiden sich, der chronisch-entzündliche Hintergrund bleibt der gemeinsame Nenner. Eine antientzündliche Ernährung ist entsprechend empfehlenswert. Hierfür gibt es verschiedene Bezeichnungen und Konzepte, wie beispielsweise die “Mittelmeer-Diät”. Man trifft bei diesen immer wieder auf die gleichen Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Zudem kann ein hoher Blutzuckerwertentzündungsfördernd, ein gesund-niedriger, stabiler Blutzuckerwert entsprechend entzündungsheilend sein. Das Mikrobiom des Darms sowie der Haut hat ebenfalls Einfluss auf die Immunreaktion.

Wie kann man die Darmflora stärken?

Dr. Anne Latz: Die Darmflora ist nicht nur bei chronischen Hautkrankheiten, sondern für die allgemeine Gesundheit wichtig. Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Buttermilch, Ayran, Kefir oder Sauerkraut sind gut für den Darm. Am besten wäre es, solche Lebensmittel täglich zu sich zu nehmen. Hier sollte man darauf achten, dass sie nicht zu stark verarbeitet wurden und auch tatsächlich eine Fermentierung stattgefunden hat. Der Darm braucht außerdem Ballaststoffe wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte. Diese sollten am besten bei jeder Mahlzeit enthalten sein. Ein weiterer Punkt sind polyphenolreiche Lebensmittel. Denken Sie hier einfach an “Eat the rainbow”: Obst, Gemüse, Kräuter, Gewürze. Das Essen sollte möglichst bunt und vielfältig sein sowie pflanzenbasierte Nahrungsmittel enthalten. Lebensmittel, die den Blutzucker stabil halten, sind in der Regel auch gut für unseren Darm.

Welche Ernährung hilft bei Neurodermitis?

Dr. Anne Latz: Neurodermitis zeigt sich durch chronischen Juckreiz, Schuppenbildung und raue oder erhabene Hautstellen. Der Wortteil “itis” beschreibt, dass eine Entzündung zugrunde liegt. Daher ist hier eine antientzündliche Ernährung förderlich. Antiinflammatorische Lebensmittel sind z. B. Tomaten, Erdbeeren, Blaubeeren, Orangen, Kirschen, Mandeln, Walnüsse, Olivenöl, Grünkohl, Spinat und fettige Fischarten. Zu der empfohlenen Ernährungsweise gehört auch, entzündliche Lebensmittel zu vermeiden, wie z.B. stark verarbeitete Lebensmittel, Fertigprodukte, Frittiertes odergesüßte Getränke. Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt können Entzündungen begünstigen und auslösen. Bei den Fettsäuren sollte man Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen und gesättigte Fettsäuren vermeiden. Die Umstellung der Ernährungsweise sollte möglichst langfristig sein. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist ratsam. Das heißt der Schwerpunkt bei der Tellergestaltung liegt auf Gemüse, Hülsenfrüchten und Co., ist aber nicht mit strikt veganer Ernährung gleichzusetzen. Auch hier ist es wichtig, langfristig umsetzbare Veränderungen in der Ernährung vorzunehmen.

Welche Ernährung eignet sich bei Schuppenflechte?

Dr. Anne Latz: Psoriasis ist ebenfalls eine entzündliche Erkrankung. Das Auslösen von Schüben kann auch hier mit der Ernährung zusammenhängen, beispielsweise wenn die falschen Fette zu sich genommen werden oder die Ernährung sehr ballaststoffarm ist. Gesättigte Fettsäuren, rotes Fleisch oder Alkohol können den Zustand verschlechtern. Daher sollte man auch hier auf eine antientzündliche Ernährung setzen. Es gibt Studien, die zeigen, dass bei Psoriasis-PatientInnen oft ein Ungleichgewicht in der Darmflora vorliegt. Das Mikrobiom zu stärken wirkt sich positiv auf die Erkrankung aus. Vitamin D, Vitamin B12, kurzkettige Fettsäuren, Selen, Ballaststoffe und Probiotika können hier helfen.

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Wie sollte die Ernährung bei Akne aussehen?

Dr. Anne Latz: Bei Akne verhält sich das Ganze sehr ähnlich. Hier wird immer wieder die mediterrane Diät oder die Dash-Diät genannt. Ich wiederhole mich liebend gerne, da die Regeln sehr einfach sind: Man reduziert tierische Fette, raffinierte und verarbeitete Lebensmittel und legt Wert auf antientzündliche Lebensmittel. Bei all diesen “Diäten” sind jedoch keine strengen Regeln vorgegeben, wie viele Kalorien oder Kohlenhydrate man essen sollte. Die Vielfalt ist wichtig, da sie das Immunsystem stärken kann. Durch die pflanzlichen Chemikalien, Antioxidatien und Ballaststoffe können sich Zellstränge verlängern und Entzündungssignale vom Immunsystem reduziert werden.

Kann sich Unter- oder Übergewicht negativ auf chronische Hautkrankheiten auswirken?

Dr. Anne Latz: Ja, auf jeden Fall. Untergewicht kann mit einem Nährstoffmangel einhergehen. Für ein gesundes Hautbild braucht man alle Makro- und Mikronährstoffe. Eine Unterversorgung schlägt sich auf die Zellen und das Immunsystem nieder. Damit die Hautbarriere bestehen kann, braucht es die entsprechenden Bausteine. Das Thema Übergewicht ist bei vielen Erkrankungen ein Risikofaktor. Übergewicht kann mit anderen chronischen Erkrankungen assoziiert sein, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen, Fettstoffwechselstörungen, etc. Den Body-Mass-Index (BMI) als Indikator für Übergewicht finde ich hier nicht ideal. Betrachtet man hingegen das Stammfett, das sich am Bauchbereich festsetzt, kann dies auch Entzündungsreize im Körper auslösen. Der BMI kann noch im Normbereich sein, die Risikofaktoren bestehen aber. Man spricht hier auch von den “Dünnen Dicken”. Man sollte sich entsprechend ausgewogen, aber auch in ausreichender Menge und Qualität ernähren.

Welche Lebensmittel wirken sich negativ auf chronische Hautkrankheiten aus?

Dr. Anne Latz: Hierzu zählen raffinierte Kohlenhydrate (Weißbrot, Gebäck), Frittiertes (z. B. Pommes), gesüßte Getränke (z. B. Säfte, Limonaden), verarbeitetes Fleisch (z. B. Hot Dogs, Würstchen), gesättigte Fette (z. B. Margarine, Backfett) und Alkohol. Insbesondere Alkohol hat negativen Einfluss auf unseren Schlaf, kann also die Erholung und Regeneration auf Zellebene stören. Zudem ist die Kalorienzahl hoch, während die Nährstoffdichte gering ist.

In welchen Zeitrahmen kann man nach einer Ernährungsumstellung eine Besserung der Haut erwarten?

Dr. Anne Latz: Das ist natürlich sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Erste Besserungen kann man häufig nach etwa 12 Wochen sehen. Aber auch hier sind die individuellen Umstände zu berücksichtigen. Viel wichtig als das “ab wann” ist das “wie lange”. Die Ernährungsumstellung sollte langfristig aufrechterhalten werden können. Das hat einen deutlich wertvolleren Effekt als kurzzeitige Eliminationsdiäten.

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