Creme gegen trockene Haut
  1. Woran erkenne ich trockene Haut?
  2. Was ist der Unterschied zwischen einer Fett- oder Feuchtigkeitspflege?
  3. Welche Pflege ist die optimale Pflege für trockene Haut?
  4. Kann man seine Pflegeroutine auch mischen? Morgens Feuchtigkeit und am Abend Fett?
  5. Welches sind die häufigsten Ursachen für trockene Haut?
  6. Was kann ich tun, wenn weder eine Fett- noch Feuchtigkeitspflege hilft?
  7. Wer klärt mich am besten auf, was ich für ein Hauttyp bin und was meine Haut benötigt?
Creme gegen trockene Haut

21 Prozent der deutschen Frauen leiden an trockener Gesichtshaut. Jucken, Schuppen, Rötungen gehören dann zum Alltag. Hinzu kommt ein Schamgefühl, da das Makeup nicht richtig sitzt oder verkrustet. Besonders trockene Haut bedarf einer passenden Pflege. Doch was ist die richtige Pflege für trockene Haut – Fett oder Feuchtigkeit?

Fernarzt Dermatologin Karoline Kulke klärt im Fach-Interview auf, wann welche Pflege hilft und bei welcher Indikation man besser einen Arzt aufsuchen sollte.

Ärztin Karoline Kulke
bildliche Darstellung

Karoline Kulke ist approbierte Ärztin mit Erfahrung in den Fachrichtungen Dermatologie, Psychiatrie und Psychotherapie und arbeitete mehrere Jahre in Kliniken in Berlin und bei einem niedergelassenen Arzt.

Woran erkenne ich trockene Haut?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Es existieren einige äußere Faktoren, an denen man eine Störung der Fett- und Feuchtigkeitsregulation der Haut erkennen kann. Oftmals äußert sich eine Dysbalance in einer müden und fahlen Erscheinung der Haut. In vielen Fällen leiden Patienten auch an einem unangenehmen Spannungsgefühl. Generell ist die Haut dann rau, spröde und kann schuppen.

Mit fortschreitendem Alter verändert sich die Haut zudem. Sie verliert an Widerstandsfähigkeit gegen chemische und mechanische Belastung, wodurch die Entstehung von Ekzemen begünstigt werden kann.

Wundstellen, die bei äußerst trockener Haut entstehen, können zudem ein Risikofaktor für Infektionen sein. Daher ist eine vorbeugende Pflege umso wichtiger."

Was ist der Unterschied zwischen einer Fett- oder Feuchtigkeitspflege?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Wann eine Fett- oder Feuchtigkeitspflege sinnhaft ist, hängt von den körpereigenen und äußeren Faktoren ab.

Eine fetthaltigere Pflege macht häufiger eher im Alter Sinn, da die Talgdrüsen weniger Fett produzieren, sodass die Haut schnell rau und spröde erscheint. Eine zusätzliche Versorgung über eine Fettpflege hilft hier, die Haut vor Austrocknung zu schützen. Doch Vorsicht ist geboten. Eine zu reichhaltige und übermäßige Pflege kann wiederum Talgdrüsen verstopfen und Entzündungen fördern.

Hingegen benötigt Haut ab 25 Jahren mehr Feuchtigkeit, um Elastizität und Spannkraft zu bewahren, da die Regenerationsfähigkeit der Haut abnimmt. Auch ist wichtig, dass die Feuchtigkeit nicht nur oberflächlich gespeichert wird, sondern die Wirkstoffe tiefer transportiert werden, damit die Feuchtigkeit besser gespeichert ist."

Welche Pflege ist die optimale Pflege für trockene Haut?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Die optimale Pflege ist sehr individuell einzuschätzen und kann für jeden Einzelnen Abweichungen enthalten. Generell benötigt eine sehr trockene Haut eine Fettpflege, die jedoch auch vereinzelt durch eine Feuchtigkeitsroutine unterstützt werden kann."

Kann man seine Pflegeroutine auch mischen? Morgens Feuchtigkeit und am Abend Fett?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Die Hautbedürfnisse können auch hier variieren, sogar von den Jahreszeiten abhängig sein. In den Wintermonaten neigt die Haut generell zu mehr Trockenheit, bedingt durch die Kälte oder trockene Heizungsluft. Hier bedarf es einer reichhaltigeren Fettpflege. In heißeren Sommermonaten, wenn der Körper deutlich mehr schwitzt, empfiehlt sich eine Feuchtigkeitspflege. Eine zu starke Fettpflege kann hier zu einer Verstopfung der Talgdrüsen führen und Entzündungen fördern.

Generell ist es sehr vom Hauttyp abhängig, wie und in welcher Form man seine Pflege mischt. Trockene Haut profitiert eher von einer fetthaltigen Pflege. Fettige Haut produziert bereits selbst zu viele Fette und benötigt daher eher eine feuchtigkeitshaltige Pflege. Bei einigen Patienten lieget aber auch eine Mischung der beiden Merkmale vor, sodass eine individuelle Anpassung beider Komponenten stattfinden sollte."

Welches sind die häufigsten Ursachen für trockene Haut?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Viele Faktoren können Einfluss nehmen und Ursache für trockene Haut sein. Zu den häufigsten Ursachen zählen altersbedingte Veränderungen der Haut, hormonelle Einflüsse oder auch genetische Veranlagungen. Auch führen bestimmte Erkrankungen, Allergien sowie eine unausgewogene Ernährung zu Hautproblemen."

Was kann ich tun, wenn weder eine Fett- noch Feuchtigkeitspflege hilft?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Wenn weder eine Fett- noch Feuchtigkeitspflege hilft und die trockenen Stellen weiter bestehen, dann muss die Ursache geklärt und ein möglicher Behandlungsplan festgesetzt werden.

Im ärztlichen Gespräch werden dafür zunächst einmal alle Informationen eingeholt, die für die Ursache und Behandlung der trockenen Haut relevant sein können. Dazu zählen unter anderem weitere Symptome, bestehende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Allergien, Ernährungsgewohnheiten und Hautpflege. Man schaut sich auch die Hautbeschaffenheit eines jeden Einzelnen genau an und versucht mögliche Veränderungen zu erörtern. Nach meiner Erfahrung trinken viele Menschen auch zu wenig. Deshalb führt häufig bei trockener Haut schon eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr sowie hinreichende Pflege zu einer deutlichen Verbesserung."

Wer klärt mich am besten auf, was ich für ein Hauttyp bin und was meine Haut benötigt?

Ärztin Karoline Kulke (Fernarzt): "Wenn man selbst nicht abschätzen kann, was man genau für ein Hauttyp ist, bzw. Hautprobleme auftreten, die nicht von alleine weggehen, dann sollte man einen Dermatologen konsultieren. DermatologInnen können abschätzen, ob es sich um Hautprobleme handelt, die einer speziellen Behandlung bedürfen, diese Zeichen einer zugrunde liegenden Erkrankung sein können oder es sich um situativ bedingte Hautprobleme handelt. Eine Frühdiagnostik kann sehr empfehlenswert sein, um eine Verschlechterung des Hautbildes bei Problemen zu verhindern."

Quellen

  • Hautbeschaffenheit von Frauen in Deutschland 2011. Statista. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/297594/umfrage/hautbeschaffenheit-von-frauen-in-deutschland/ (zugegriffen 23. März 2021)

Zum Anfang
Bleiben Sie auf dem Laufenden & melden Sie sich für unseren Newsletter an!