Frau mit Hand am Po
  1. Wie entstehen Pickel und Pusteln am Gesäß?
  2. Welche Ursachen sind der Grund für Pickel am und um das Gesäß?
  3. Aus medizinischer Sicht, was sollte ein Patient mit Pickeln am Gesäß tun?
  4. Kann man durch eine gesunde Ernährung und wenig Stress Pickel am Po vermeiden?
  5. Doch was hilft bei Pickeln am Po akut?
  6. Was empfehlen Sie, um die unliebsamen Pickel am Po zu vermeiden?
Frau mit Hand am Po

Was tun bei Pickeln am Po? Unliebsame Pickel können besonders störend und unangenehm sein, besonders dann, wenn sie an äußerst sensiblen Stellen entstehen.

Pickel im Gesäßbereich sind keine Seltenheit und können mehrere Entstehungsursachen haben. Das damit verbundene Schamgefühl animiert betroffene Personen oftmals mit eignen Hausmitteln zu experimentieren, um die unliebsamen Pickel zu eliminieren. Ob das sinnvoll ist, was wirklich hilft und was man besser nicht tun sollte, erklärt Dr. Tamara Wald im Fachinterview.

Wie entstehen Pickel und Pusteln am Gesäß?

Dr. Tamara Wald: Prinzipiell kann es natürlich verschiedene Ursachen oder ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren sein, die die kleinen Pusteln am Gesäß begünstigen. Auch ist entscheidend, wie die eigene Beschaffenheit der Haut ist, ob eine Behaarung vorliegt, wie die eigne Hygiene ist, ob betroffene Stellen oft Reibung ausgesetzt sind und ob man generell zu unreiner Haut neigt.

Genau wie im Gesicht besitzt die Haut am Gesäß Talgdrüsen. Jene produzieren wichtige Fette, welche für den Schutz und die Feuchtigkeitsregulation unserer Haut verantwortlich sind. Produzieren die Talgdrüsen zu viel Sebum (Talg) in Form von Fetten oder Hautzellen, die nicht ungehindert abfließen können, dann verstopft der Drüsengang und es kann zu Entzündungen kommen.

"Anders als mit Pickeln im Gesichtsbereich, kann falsche Kleidung eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Pickeln am Po spielen."

Welche Ursachen sind der Grund für Pickel am und um das Gesäß?

Dr. Tamara Wald: Anders als mit Pickeln im Gesichtsbereich, kann falsche Kleidung eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Pickeln am Po spielen. Zu enge oder luftundurchlässige Textilien können durch Reibung zu Hautreizungen, gestautem Schweiß und Hautirritationen führen, welche kleine Entzündungen begünstigen. Besonders Stoffe, die nicht atmungsaktiv sind, wirken sich durch die Reibung und das Scheuern beim Sitzen negativ auf die Haut aus. Wärme und Feuchtigkeit helfen auch den Bakterien sich leichter vermehren und so können sich die Talgdrüsen leicht entzünden. Doch auch hormonelle Einflüsse sowie eine falsche Hautpflege können Auslöser für Pickel am Gesäß sein.

Generell begünstigt alles, was eine Verstopfung der Talgdrüse fördert, Pickel bzw. Akne. Denn der produzierte Talg staut und entzündet sich.

Aus medizinischer Sicht, was sollte ein Patient mit Pickeln am Gesäß tun?

Dr. Tamara Wald: Ein Arzt erkennt sofort um was es sich für eine Art der Irritation beim Patienten handelt. Ob Pickel, Pusteln, Akne, etc. – wichtig ist, dass die betroffene Person nicht anfängt durch externe Manipulation die Entzündung zu verschlimmern. Je nach Entzündungsgrad und Befund kann vom Arzt eine Salbe oder ein Medikament verschrieben werden, welches helfen kann, die Entzündung zu lindern.

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Pickel, Mitesser oder Akne?

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Generell ist anzuführen, dass bei einer Prädisposition zu unreiner oder fettiger Haut ein ausgewogener und ausbalancierter Lebensstil präventiv wirken kann.

"Helfen können schon Hausmittel wie Sitzbäder (z. B. mit Kamille oder entzündungshemmenden Gerbstoffen) und desinfizierende Maßnahmen. Helfen keine Hausmittel, dann können nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin antiseptische Salben, ggf. auch antibiotische Salben verschrieben werden."

Kann man durch eine gesunde Ernährung und wenig Stress Pickel am Po vermeiden?

Dr. Tamara Wald: Definitiv! Die Art unseres Lebensstils hat großen Einfluss auf unser Hautbild, wie schon zahlreiche Studien zeigen. Ist man durch die Arbeit oder sein soziales Umfeld gestresst oder psychisch belastet, so kann sich der Zustand negativ auf unsere Haut auswirken. Bei „negativem Stress“ produziert der Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol. Ein langfristig erhöhter Kortisol-Spiegel kann sich dabei besonders negativ auf unser Hautbild auswirken. Die permanente Erhöhung des Stresshormons begünstigt die Produktion von entzündungsfördernden Substanzen und zudem zu einer vermehrten Talgproduktion, wodurch neue Pickelchen entstehen können.

Auch ist die Ernährung ein wichtiger Schlüssel, besonders dann, wenn man Pickeln vorbeugen möchte. Ich empfehle meinen Patienten nach Möglichkeit viel frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen und auch hinreichen zu trinken, insbesondere Wasser. Nach Möglichkeit sollten Zucker, Kuhmilch- und Weißmehlprodukte gemieden werden. Auch Rauchen und Alkohol haben einen negativen Einfluss, da sie Entzündungsprozesse im Körper befeuern und damit die Entstehung neuer Pickel auslösen kann. Häufig kann auch die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei sportlich aktiven Personen zu einer Akneneigung führen. Wenn man also zunehmende Hautunreinheiten feststellt, ist es oft hilfreich Proteinpulver und -shakes wegzulassen.

Doch was hilft bei Pickeln am Po akut?

Dr. Tamara Wald: Ist der Pickel erstmal da, ist die Behandlung abhängig von Schwere und Ausprägung. Helfen können schon Hausmittel wie Sitzbäder (z. B. mit Kamille oder entzündungshemmenden Gerbstoffen) und desinfizierende Maßnahmen. Helfen keine Hausmittel, dann können nach ärztlicher Rücksprache antiseptische Salben, ggf. auch antibiotische Salben verschrieben werden. Je nach Befund kann man auch einen Behandlungsversuch mit Zugsalben wagen. Wird die Entzündung jedoch größer und schmerzhaft, kommt man manchmal nicht drumherum sie zu eröffnen, um den Eiter abfließen zu lassen und die Stelle zu reinigen. Diese sollte allerdings immer ärztlich durchgeführt werden.

Was empfehlen Sie, um die unliebsamen Pickel am Po zu vermeiden?

Dr. Tamara Wald: Neigt der Mensch eher zu unreiner Haut, kann man unter Umständen schon selbst viele Faktoren angehen und beseitigen. Wie oben beschrieben sind sowohl die Ernährung als auch die Wahl der Kleidung wichtig. Zu bevorzugen sind atmungsaktive Stoffe wie bspw. Baumwolle oder Leinen. Synthetik hingegen fördert eher die Entstehung von Pickeln. Zudem sollte die Kleidung auch nicht zu eng sein, da sie sonst Reibung fördert. Wie so oft im Leben gilt es auch, Stress soweit wie möglich zu vermeiden.

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