Es ist eine junge Frau zu sehen, die soeben Blut gespendet hat. Sie hat ein Pflaster auf dem Arm und übt mit einer Hand Druck auf die Einstichstelle aus.
  1. Wer darf alles kein Blut spenden?
  2. Welche Voraussetzungen braucht man, um Blut zu spenden?
  3. Warum dürfen Frauen nur 4-mal im Jahr Blutspenden?
  4. Wer kann wem Blut spenden?
Es ist eine junge Frau zu sehen, die soeben Blut gespendet hat. Sie hat ein Pflaster auf dem Arm und übt mit einer Hand Druck auf die Einstichstelle aus.

Warum ist Blut spenden wichtig? Bluttransfusionen retten Leben. Täglich werden etwa 15.000 Blutkonserven für die Behandlung von Erkrankungen und Unfällen benötigt. Erythrozytenkonzentrat ist 49 Tage haltbar. Durch die begrenzte Haltbarkeit kommt es immer wieder zu Engpässen. Regelmäßige SpenderInnen sind daher gern gesehen. Zugleich ist nicht jede Person für die Blutspende geeignet. Die Kriterien zur Blutspende sind recht komplex. Fernarzt beantwortet Ihnen 5 Fragen zum Thema Blutspende.

Wer darf alles kein Blut spenden?

Kann jeder Mensch Blut spenden? Die Antwort lautet: Nein. Es gibt einige Gruppen, die von der Blutspende ausgeschlossen werden. Sie gehören zu den Risikogruppen, die entweder durch die Blutspende selbst gefährdet werden oder eine höhere Wahrscheinlichkeit für vorliegende Infektionen besteht.

Dazu gehören:

  • Personen mit einem Gewicht unter 50 Kilogramm
  • Schwangere Frauen
  • Personen mit risikoreichem Sexverhalten (Ausschluss für 4 Monate seit letztem sexuellen Kontakt)
    • häufig wechselnde PartnerInnen
    • Männer mit neuem oder mehr als einem festen männlichen Sexualpartner
    • Sexarbeitende
    • Personen mit sexuellen Kontakten mit einer der genannten Gruppen, mit Personen mit Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV oder mit Personen, die in Endemiegebiet für Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV leben oder von dort einreisen
  • Personen mit chronischen Erkrankungen
    • Diabetes
    • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Zentralnervensystems, der Niere, Lunge oder des Verdauungssystems
    • Blutgerinnungsstörungen
    • Immunsystem- und Stoffwechselstörungen
    • Tumore
  • Personen, die Drogen per Injektion konsumieren

Welche Voraussetzungen braucht man, um Blut zu spenden?

Es ist wichtig SpenderInnen und Spendenempfangende zu schützen. In der Hämotherapie-Richtlinie ist festgelegt, wer nicht spenden darf und unter welchen Voraussetzungen die Blutspende zeitweise abgelehnt wird.

Blutspende und Alter

Ab welchem Alter darf man Blut spenden? Ab einem Alter von 18 Jahren darf man Blut und Plasma spenden.

Wie lange darf man Blut spenden? Verschiedene Blutspendedienste machen hier unterschiedliche Angaben. Eine klare Altersgrenze gibt es nicht. Die letzte Spende bewegt sich zwischen dem 60 bis 73. Lebensjahr. Regelmäßige SpenderInnen können dabei in der Regel länger spenden als ErstspenderInnen.

Potenzielle SpenderInnen müssen vor jeder Blutspende einen Fragebogen ausfüllen, der sie u.a. zu Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Sexualverhalten, Konsum, Operationen oder sonstigen Behandlungen sowie Reisen befragt. Wann darf man kein Blut spenden?

Folgende Gegebenheiten können Sie zeitweise oder dauerhaft von der Blutspende ausschließen:

Kürzliche Infekte

Bei i. d. R. harmlos verlaufenden Infekten, wie beispielsweise einer Erkältung, kann eine Rückstellung von bis zu einer Woche erfolgen. Bei intensiveren Erkrankungen mit Fieber oder Durchfall ist eine Rückstellung von bis zu 4 Wochen möglich. Bei einer Infektion mit COVID-19 dürfen Erkrankte 8 Wochen lang nicht spenden. Hatten Sie Kontakt mit einer infizierten Person, dürfen Sie 4 Wochen lang kein Blut spenden.

Zahnärztliche Behandlung

Kurz nach Zahnarztbesuchen können Sie bei der Blutspende abgewiesen werden. Nach einer Grunduntersuchung, Prophylaxe oder kurzen Behandlung können Sie am nächsten Tag nicht spenden. Bei umfassenderen Behandlungen, wie beispielsweise einer Wurzelbehandlung oder einem gezogenen Zahn, dürfen Sie mindestens eine Woche kein Blut spenden. Bei größeren Eingriffen können Sie bis zu vier Wochen von der Spende zurückgestellt werden.

Einnahme von Medikamenten

Im Fragebogen zur Blutspende wird die Einnahme von Medikamenten abgefragt. Ist kürzlich eine Therapie mit Antibiotika erfolgt, darf vorerst kein Blut gespendet werden, da diese meist mit Infekten zusammenhängt. DiabetikerInnen, die mit Insulin behandelt werden, sind ebenfalls von der Spende ausgeschlossen. Nach der Therapie mit Kortison wird eine vierwöchige SpenderInnenrückstellung verhängt. Bei der Einnahme der Antibabypille ist eine Spende möglich, jedoch sollte die Pille möglichst nach der Spende eingenommen werden.

Kürzliche Impfungen

Nach der Impfung mit Tot- und gen-basierten Impfstoffen kann eine Blutspende erfolgen, insofern die SpenderInnen nicht mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben. Dazu zählen beispielsweise die Grippe-, Tetanus- und Corona-Impfung.

Nach der Impfung von Lebend-Impfstoffen darf vier Wochen nicht gespendet werden. Lebend-Impfstoffe werden unter anderem bei Gelbfieber sowie Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff) eingesetzt. Ein Sonderfall stellt die Tollwut-Impfung dar. Nach dieser darf ein Jahr lang nicht gespendet werden.

Einstiche unter möglicherweise nicht sterilen Bedingungen

Nach einer Akupunktur unter vermeintlich unhygienischen Bedingungen kann eine Spenderückstellung von 4 Monaten erfolgen.

Darf man mit Tattoo Blut spenden? Ja. Allerdings muss die Tätowierung vor mehr als 4 Monaten erfolgt sein. Gleiches gilt für andere kosmetische Eingriffe, bei denen Schleimhäute beschädigt werden, wie bei Piercings, Hautimplantate, Cuttings, Brandings oder Permanent Make-Up.

Reisen in Risikogebiete

Der längere Aufenthalt in Risikogebieten für Infektionskrankheiten kann SpenderInnen zwischen 4 bis 6 Monate von der Blutspende ausschließen. Dieses gilt beispielsweise für Länder mit weiter Verbreitung des Zika-Virus oder Malaria.

Warum dürfen Frauen nur 4-mal im Jahr Blutspenden?

Wie oft darf man Blut spenden? Frauen dürfen nur 4-mal im Jahr eine Vollblutspende durchführen lassen, Männer dagegen bis zu 6-mal. Warum ist das so? Durch die Menstruation verlieren Frauen zusätzlich Blut, die Eisenverluste sind größer. Es wird mehr Zeit benötigt, um die Vorräte wieder aufzufüllen.

Blutspende – Wie oft?

Männer dürfen bis zu 6-mal im Jahr, Frauen bis zu 4-mal im Jahr spenden.

Eine Plasmaspende kann bis zu 2-mal pro Woche erfolgen.

Warum dürfen Krebskranke kein Blut spenden?

Im Blut krebskranker Personen sind zeitweise Krebszellen nachweisbar, jedoch nicht dauerhaft. Die Wahrscheinlichkeit durch eine Blutspende an Krebs zu erkranken, ist enorm gering. Die Spende wird vor ihrem Einsatz filtriert, wobei die meisten Krebszellen entfernt werden. Das Immunsystem der SpendeempfängerInnen wehren verbleibende bösartige Zellen ab. Trotz dessen dürfen laut Hämotherapie-Richtlinie weder Krebskranke noch Menschen, die von Krebs geheilt sind, Blut spenden. Das Risiko, dass sich zum Zeitpunkt der Spende Krebszellen im Blut befinden, wird nicht in Kauf genommen. Außerdem besteht bei Krebskranken das Risiko einer Tumoranämie. Oft wurde auch das Knochenmark im Zuge einer Chemotherapie beschädigt.

Wer kann wem Blut spenden?

Die Kompatibilität von Blut ist von zwei Faktoren abhängig: der Blutgruppe und dem Rhesus-Faktor. SpendeempfängerInnen können Blutspenden der eigenen Blutgruppe empfangen oder die Blutgruppe 0. Eine Ausnahme bildet die Blutgruppe AB. SpendeempfängerInnen mit der Blutgruppe AB sind mit allen Blutgruppen kompatibel. Diese Kompatibilität gilt allerdings nicht für Plasmaspenden. Haben SpendeempfängerInnen einen negativen Rhesus-Faktor, können Sie ausschließlich Blut mit negativen Rhesus-Faktor erhalten, bei positiven Rhesus-Faktor spielt der Rhesus-Faktor der SpenderInnen keine Rolle. Die Blutgruppe 0 negativ ist besonders wertvoll, da sie mit allen Blutgruppen und Rhesus-Faktoren kompatibel ist.

Blutgruppenkompatibilität: Wer darf wem Blut spenden? Wie häufig sind die Blutgruppen in Deutschland?

Quellen

Zum Anfang
Bleiben Sie auf dem Laufenden & melden Sie sich für unseren Newsletter an!