Vitamin-B12-Mangel: Informationen und Tipps.
  1. Was ist Vitamin-B12-Mangel?
  2. Welche Symptome treten bei Vitamin-B12-Mangel auf?
  3. Wie kann ein Vitamin-B12-Mangel entstehen?
  4. Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels
  5. Wie kann Vitamin-B12-Mangel behandelt werden?
  6. Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
  7. Welche Nahrungsmittel helfen bei Vitamin-B12-Mangel?
  8. Vorbeugung eines Vitamin-B12-Mangels
  9. Häufige Fragen zu Vitamin-B12-Mangel
Vitamin-B12-Mangel: Informationen und Tipps.

ICD-Code für Mangel an sonstigen Vitaminen des Vitamin-B-Komplexes: E53.-


Fünf bis sieben Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland haben einen Vitamin-B12-Mangel.

Vitamin-B12-Mangel ist weit verbreitet. Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit veganer Ernährung, Schwangere und Menschen mit Erkrankungen des Magendarmtraktes.

Auf einen Blick
  • Vitamin-B12-Mangel kann mit Symptomen des Nervensystems und des blutbildenden Systems einhergehen
  • Ein Mangel wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt
  • Bei einem Mangel kann Vitamin B12 in Form von Tabletten oder Injektionen gegeben werden

Was ist Vitamin-B12-Mangel?

Bei einem Vitamin-B12-Mangel gibt es zu wenig Vitamin B12 (Cobalamin) im Körper. Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung, Zellteilung und Nervenfunktion. Bei einem Mangel können diese Funktionen gestört sein. Vitamin B12 muss durch die Nahrung aufgenommen werden und ist in tierischen Lebensmitteln enthalten, weshalb unter anderem Menschen mit veganer Ernährung ein erhöhtes Risiko für einen Mangel haben.

Welche Symptome treten bei Vitamin-B12-Mangel auf?

Die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels sind vielfältig. Da der Körper eigene Speicher besitzt, kann sich ein Mangel manchmal erst nach Jahren mangelhafter Aufnahme zeigen. Auch Verläufe ohne Beschwerden sind möglich.

Symptome des Nervensystems:

  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, Taubheit, gestörtes Vibrationsempfinden und Lagesinn, Schmerzen

  • Motorische Störungen: veränderte Reflexe, Lähmungen

  • Antriebslosigkeit, Depression

  • Impotenz

  • Verminderung der Sehschärfe

Symptome des blutbildenden Systems:

  • Blutarmut (megaloblastäre Anämie) mit Blässe

  • Leistungsabnahme

  • Müdigkeit

  • bei ausgeprägten Fällen strohgelber Hautfarbe

Weitere Symptome

  • Hunter-Glossitis: Zungenbrennen mit glatter roter Zunge

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Wie kann ein Vitamin-B12-Mangel entstehen?

Ein Vitamin-B12-Mangel entsteht, wenn zu wenig Vitamin B12 in der Nahrung enthalten ist, zu wenig durch den Körper aufgenommen wird, ein erhöhter Verbrauch besteht oder Medikamente den Vitamin-B12-Haushalt beeinflussen.

Verminderte Zufuhr durch Nahrung

Vitamin B12 ist in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eiern oder angereicherten Lebensmitteln enthalten. Bei streng veganer Ernährung besteht das Risiko, einen Vitamin-B12-Mangel zu entwickeln.

Verminderte Aufnahme durch den Körper

Vitamin B12 wird durch Magensäure aus der Nahrung freigesetzt. Es bildet einen Komplex mit dem sogenannten Intrinsic Factor, das vom Körper produziert wird. Bei einer verringerten Herstellung von Magensäure ist dieser Prozess erschwert, z. B. nach einer Teilentfernung des Magens oder der Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren.

Ebenso kann ein Mangel an Intrinsic Factor zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Dieser entsteht bei einer Typ-A-Gastritis, einer autoimmunen Entzündung der Magenschleimhaut.

Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz werden weniger Verdauungsenzyme ausgeschüttet, weshalb Vitamin B12 nicht regelrecht aufgenommen werden kann.

Auch chronische Entzündungen des Darms wie Zöliakie oder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie die Teilentfernung des Darms können Ursachen eines Vitamin-B12-Mangels sein.

Erhöhter Bedarf

Wenn vermehrt rote Blutkörperchen zerfallen (Hämolyse), wird vom Körper vermehrt Ersatz gebildet. Mehr Vitamin B12 wird benötigt. In der Schwangerschaft besteht ebenfalls ein erhöhter Bedarf.

Medikamente

Protonenpumpeninhibitoren, die unter anderem zur Behandlung von Sodbrennen angewendet werden, sowie Metformin, das bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wird, beeinflussen den Stoffwechsel von Vitamin B12.

Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels

Um einen Vitamin-B12-Mangel festzustellen, erfolgt eine Blutuntersuchung. Bei einem Mangel ist der Serumspiegel von Vitamin B12 erniedrigt. Weiterhin können der rote Blutfarbstoff Hämoglobin erniedrigt und die roten Blutkörperchen vergrößert sein. Es gibt noch weitere Parameter, die einen Vitamin-B12-Mangel anzeigen und ebenfalls im Blut bestimmt werden.

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Manche Menschen haben trotzt normaler Vitamin-B12-Spiegel Symptome eines Mangels und manche Menschen haben trotz erniedrigter Spiegel keine Beschwerden. Daher ist es für die Diagnose wichtig, die Symptome mit einzubeziehen.

Wie kann Vitamin-B12-Mangel behandelt werden?

Bei einem Vitamin-B12-Mangel wird Vitamin B12 zugeführt. Dies kann oral in Form von Tabletten sein oder als Injektionen in den Muskel oder in das subkutane Fettgewebe (Bauch oder Oberschenkel). Wie häufig die Injektionen sind, entscheidet der behandelnde Arzt oder Ärztin.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Sollte eines der oben genannten Symptome auftreten, so sollte eine ärztliche Abklärung stattfinden. Ein Vitamin-B12-Mangel lässt sich erst durch eine Laboruntersuchung bestätigen.

Welche Nahrungsmittel helfen bei Vitamin-B12-Mangel?

Vitamin B12 muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. schätzt den täglichen Bedarf eines erwachsenen Menschen auf 4,0 µg (Mikrogramm) pro Tag. Schwangere und Stillende haben mit 4,5 µg bzw. 5,5 µg einen höheren Tagesbedarf.

Vitamin B12: Welche Nahrungsmittel enthalten viel Vitamin B12.
Beispiele für Nahrungsmittel mit Vitamin B12
  • 1 gekochtes Ei (60 g) enthält 1,14 µg Vitamin B12
  • 1 Portion Gouda 30 % Fett i. Tr. (30 g) enthält 0,66 µg Vitamin B12
  • 2 Portionen Frischkäse 50 % Fett i. Tr. (60 g) enthalten 0,3 µg Vitamin B12
  • 1 Portion Mozzarella 20 % Fett i. Tr. (100 g) enthält 2 µg Vitamin B12
  • 1 Portion Rindfleisch (100 g) enthält 4,5 µg Vitamin B12

Vorbeugung eines Vitamin-B12-Mangels

Eine rein pflanzliche Ernährung kann nach heutigen Erkenntnissen den Bedarf an Vitamin B12 nicht decken. Neben dem Verzehr von Lebensmitteln, die mit Vitamin B12 angereichert sind, wird Menschen mit einer veganen Ernährung daher empfohlen, dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einzunehmen. Der tägliche Bedarf von Erwachsenen beträgt 4,0 µg pro Tag.

Häufige Fragen zu Vitamin-B12-Mangel

Nach Beginn einer Behandlung dauert es ungefähr sechs Wochen, bis die Symptome des Nervensystems sich bessern und acht Wochen, bis sich die Blutarmut (Anämie) bessert.

Ein Vitamin-B12-Mangel wird durch die Zufuhr von Vitamin B12 behandelt. Dies ist in Form von Tabletten oder Injektionen in den Muskel oder in das Unterhautfettgewebe möglich.

Zeichen eines Vitamin-B12-Mangels können sein:

  • Sinnesstörungen
  • Motorische Störungen
  • Antriebslosigkeit, Depression
  • Impotenz
  • Blutarmut
  • Brennen der Zunge

Ein Vitamin-B12-Mangel kann aber auch komplett ohne Symptome verlaufen.

Um einen Vitamin-B12-Mangel festzustellen, ist eine Blutuntersuchung notwendig. Diese kann durch einen Arzt oder eine Ärztin bei entsprechendem Verdacht angeordnet werden. Auch ein Selbsttest kann Auskunft darüber geben, ob ein Vitamin-B12-Mangel vorliegt.

Vitamin-B12-Mangel entsteht durch eine zu geringe Zufuhr in der Nahrung (z. B. vegane Ernährung), zu geringe Aufnahme durch den Körper (verschiedene Krankheiten), hohen Verbrauch (inklusive Schwangerschaft) und Beeinflussung durch bestimmte Medikamente.

Quellen

  • Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin B12. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. 2018. https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/vitaminb12/ (zugegriffen am 15.10.2021)

  • Herold G: Megaloblastäre Anämien. In: Herold G (Ed), Innere Medizin 2021. 39-42.

  • Herrmann, W, Obeid, R: Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin-B12-Mangel. Dtsch Arztebl 2008; 105: 680– 5.

  • Institute of Medicine (US) Standing Committee on the Scientific Evaluation of Dietary Reference Intakes and its Panel on Folate OBV: Estimation of the Period Covered by Vitamin B12 Stores. Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline. National Academies Press (US) 1998.

  • Langan RC, Goodbred AJ: Vitamin B12 Deficiency: Recognition and Management. Am Fam Physician 2017; 96: 384–389.

  • Shipton MJ, Thachil J: Vitamin B12 deficiency - A 21st century perspective. Clin Med (Lond) 2015; 15: 145–50.

  • Vitamin-B12-Mangel. AMBOSS. 2021. https://www.amboss.com/de/wissen/Vitamin-B12-Mangel/ (zugegriffen am 15.10.2021)

  • Vitamin B12. National Institutes of Health. 2021. https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminB12-HealthProfessional/ (zugegriffen am 15.10.2021)

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