Sport bei Heuschnupfen möglich?
  1. Welche Pollen lösen den Heuschnupfen aus?
  2. Symptome einer Pollenallergie
  3. Sport im Freien: So beugen Sie vor
  4. Geeignete Sportarten und Maßnahmen
  5. Wann man auf Sport verzichten sollte
Sport bei Heuschnupfen möglich?

In Deutschland erkranken ungefähr 15 Prozent aller erwachsenen Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an Heuschnupfen; bei Kindern zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Frauen erkranken statistisch häufiger als Männer. Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) werden allergische Erkrankungen bei Frauen generell häufiger diagnostiziert.

Heuschnupfen, medizinisch allergische Rhinitis, ist eine allergisch bedingte Erkrankung der Nasenschleimhaut. Mit einem Anteil von bis zu 60 Prozent aller Allergien ist er die mit Abstand häufigste Allergieform. Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Kontakt mit zumeist harmlosen Stoffen in der Umwelt.

Es sind vor allem die Pollen von Bäumen, Gräsern, Getreide, Sträuchern und Kräutern, die als sogenannte Allergene Beschwerden auslösen – deshalb bezeichnet man den Heuschnupfen auch als Pollenallergie. Diese gehört zu den Allergien des Soforttyps. Das bedeutet, dass der Körper auf die Allergene innerhalb von Minuten mit der Entwicklung eines Heuschnupfens reagiert.

Welche Pollen lösen den Heuschnupfen aus?

Auf welche Pollen Menschen individuell allergisch reagieren, ist sehr unterschiedlich. Jede Pflanzenart blüht zu einer anderen Jahreszeit. Hier geben regionale Pollenkalender darüber Auskunft, wann Allergiker mit welchen Pollen zu rechnen haben.

Im Frühjahr, etwa von Februar bis Ende April, sind es früh blühende Bäume wie Erlen, Birken, Haselnuss oder Ulmen, die entsprechende Probleme bereiten. Im Anschluss daran – Ende Mai bis in den Juli hinein – findet sich die Blütezeit von Getreide und Gräsern. Von Ende Juli an bis zum August beenden die Spätblüher wie Beifuß, Spitzwegerich, Nessel, und Sauerampfer die Pollensaison.

Nicht selten reagieren Menschen auf mehrere Pollen allergisch. Der Heuschnupfen ist dann nicht auf eine Jahreszeit begrenzt, sondern sie leiden unter Umständen über einen Großteil des Jahres an den Beschwerden.

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Symptome einer Pollenallergie

Beim Heuschnupfen zählen ein Juckreiz im Bereich der Nase, Niesanfälle sowie eine stark fließende und verstopfte Nase zu den Hauptbeschwerden. Typisch für die Erkrankung ist darüber hinaus eine Überempfindlichkeit der Nasenregion gegenüber unspezifischen Reizen wie kalter Luft, Duftstoffen, Tabakrauch oder sportlichen Aktivitäten.

Zu den Begleiterscheinungen von Heuschnupfen gehören Bindehautentzündungen der Augen, geschwollene Augenlider, Mittelohrergüsse, Schlafstörungen, Müdigkeit mit einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit und unter Umständen auch ein Auftreten von Asthmaanfällen.

Typische Symptome von Heuschnupfen:

  • Juckende Nase

  • Niesanfälle

  • Verstopfte und laufende Nase

  • Überempfindlichkeit bei kalter Luft, Duftstoffen, Rauch oder Sport

  • Bindehautentzündungen

  • geschwollene Augenlider

  • Mittelohrergüsse

  • Schlafstörungen

  • Müdigkeit

  • Reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit

  • Asthmaanfälle (bei Asthmatikern)

Sport im Freien: So beugen Sie vor

Im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder auf angenehme Werte klettern, verspüren vielen von uns den Wunsch, sich endlich wieder im Freien sportlich zu betätigen. Patienten mit Heuschnupfen stellt sich jetzt wieder die Frage, ob und wie sie trotz ihrer Pollenallergie Sport im Freien betreiben können.

Tatsächlich ist es für Menschen mit Heuschnupfen sogar wichtig, sich sportlich zu betätigen, um die körperliche Belastbarkeit zu steigern und das Immunsystem zu stärken. Daher sollte niemand gezwungen sein, auf körperliche Aktivitäten zu verzichten. Sport im Freien ist grundsätzlich ein Problem für viele Heuschnupfen-Patienten. Mit der richtigen Einleitung vorbeugender Maßnahmen klappt es aber trotzdem.

Die Pollenbelastung gering halten

Generell sollten Faktoren vermieden werden, die allergische Reaktionen auslösen. Bei Patienten, die nur auf eine Pollenart allergisch reagieren, lässt sich anhand des örtlichen Pollenkalenders ein Zeitfenster bestimmen, in dem sie notfalls auf ein Training im Freien verzichten.

Für besonders aktive Sportler, die auf mehrere Pollenarten reagieren, kann das Training in geschlossenen Räumen aber keine Alternative sein. Der Zeitraum, in dem sie an die Halle gebunden wären, wäre einfach zu lang.

Vor dem Training im Freien sollte am besten ein Arzt konsultiert werden, um bestehende Symptome zu mildern und die Gefahr von allergischen Reaktionen zu verringern. Zur Vorbeugung werden in der Regel antiallergische Medikamente verschrieben. Diese müssen aber zeitlich auf das Training abgestimmt eingenommen werden, da sie sich sonst negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken können.

bildliche Darstellung
Hilfe bei Heuschnupfen

Falls Sie unter Heuschnupfen oder etwaigen Symptomen leiden können Sie unsere ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Desensibilisierung kann permanente Abhilfe schaffen

Besonders günstig auf sportliche Aktivitäten im Freien wirkt sich eine sogenannte Desensibilisierung aus. Sie ist die bis heute einzige ursächliche Therapieform, die bei Heuschnupfen zur völligen Beschwerdefreiheit führen kann. Die Behandlung dauert etwa 3 Jahre lang, aber im Erfolgsfall lohnt sich die Geduld.

Zur Desensibilisierung werden die jeweils in Frage kommenden Allergene in steigender Dosis entweder unter die Haut gespritzt oder als Tabletten oder Tropfen unter der Zunge verabreicht. Das sorgt dafür, dass sich der Körper an die krank machenden Pollen gewöhnt und diesen gegenüber letztlich unempfindlich wird. Eine massive Verringerung oder sogar ein Ausbleiben der Beschwerden spricht für eine erfolgreiche Therapie.

Geeignete Sportarten und Maßnahmen

Neben der geeigneten Sportart ist vor allem auf die Pollenflugzeiten und Pollenkonzentration zu achten. Auch hier hilft ein örtlicher Pollenkalender, um das Training zeitlich so planen, dass die Pollenbelastung möglichst gering ausfällt. Wenn Betroffene nur unter leichten Symptomen leiden, steht einer sportliche Betätigung in der Regel nichts im Weg. Es ist allerdings wichtig, die Sportart und die Höhe der körperlichen Belastung an den Grad der Beschwerden anzupassen.

Während der Pollenflugzeit sollten sich Betroffene eher auf Ausdauersportarten wie Laufen, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder Wandern beschränken. Sportarten mit hohen Belastungsspitzen wie Fußball, Hockey, Basketball oder Tennis sollte man jetzt meiden, da sie die Symptome des Heuschnupfens verschlimmern können.

Vorteile von Ausdauersport

Der Vorteil von Ausdauersportarten besteht nicht nur darin, dass sie das Herz-/Kreislaufsystem, sondern auch die Atemmuskulatur stärken. Dadurch entwickelt sich eine tiefere, effektivere Atmung. Ein Training im Ausdauerbereich kann außerdem dazu beitragen, die Entzündung der Nasenschleimhaut und folglich die unangenehmen Symptome des Heuschnupfens zu verringern.

Wichtig ist es, sich vor dem Sport mindestens 15 Minuten lang aufzuwärmen, um die Atemwege zu weiten. Nach Beendigung des Trainings sollten sich die Patienten langsam abkühlen. Es sollte auch regelmäßig trainiert werden. Ideal sind drei- bis vier Jogging-Einheiten von 30 bis 40 Minuten pro Woche. Das entsprechende Aufwärmen und Abkühlen sind nicht teil der Trainingszeit.

Eine langsame Steigerung der Belastung hilft dabei, den Körper an die Anstrengung zu gewöhnen. Allergiker sollten so trainieren, dass sie stets durch die Nase atmen können.

Die richtige Ausrüstung & Timing

Eine eng anliegende Sportbrille mit Seitenschutz kann die Aufnahme von Blütenstaub in die Schleimhäute verringern. Auch das Tragen einer Kopfbedeckung kann sinnvoll sein. Dadurch werden nach dem Training weniger Pollen in die Wohnung schleppt. Aus diesem Grund sollte auch die Sportkleidung auch häufiger gewechselt und gewaschen werden.

Zudem ist es hilfreich, das Training auf jene Zeiten zu legen, in denen die Pollenbelastung deutlich geringer ist. Das ist am frühen Morgen und am späten Abend der Fall.

Bei Wind und Trockenheit ist die Pollenbelastung relativ hoch. Darum sollten Patienten mit Heuschnupfen nach einem Regenschauer oder bei leichtem Regen nicht zögern, ins Freie gehen, wenn die Blütenpollen aus der Luft gespült worden sind. Generell ist die Pollenbelastung am Meer und in den Bergen deutlich geringer.

Wann man auf Sport verzichten sollte

Bei starkem Pollenflug können gesundheitliche Probleme auftreten, wenn die Atemwege langsam anschwellen. Dadurch sind die betroffenen Patienten gezwungen, beim Sport durch den Mund zu atmen, wodurch allerdings noch mehr Pollen in die Atemwege gelangen. Es besteht die Gefahr, dass die Betroffenen in Atemnot zu geraten.

Das Training sollte immer abgebrochen werden, wenn Beschwerden wie gereizte Augen oder eine Kurzatmigkeit auftreten. Langfristig besteht sonst die Gefahr, dass sich die Atemprobleme von den oberen Atemwegen in die unteren ausbreiten und eine asthmatische Erkrankung entwickelt.

Falls ein Patient die Beschwerden beim Sport trotz medikamentöser Therapie nicht in den Griff bekommt, sollte er vorübergehend lieber in geschlossenen Räumen und Hallen trainieren. Hier bieten sich unter anderem Sportarten wie Tennis, Tischtennis, Basketball, Schwimmen oder Squash an. Sämtliche Wintersportarten können bei Pollenallergie problemlos ausgeübt werden.

Quellen

  • Apotheken Umschau (27.12.2016), Heuschnupfen - allergischer Schnupfen, unter https://www.apotheken-umschau.de/Heuschnupfen [abgerufen am 14.05.2020]

  • Fokus (o.J.), Sporr bei Heuschnupfen, unter https://focus-arztsuche.de/magazin/ratgeber/heuschnupfen-und-sport-das-muessen-sie-beachten [abgerufen am 14.05.2020]

  • Hammer (07.03.2017), Sport ist trotz Heuschnupfen gesund und wichtig!, unter https://www.hammer.de/fitnesswissen/gesundheit/heuschnupfen [abgerufen am 14.05.2020]

  • Apotheken Umschau (26.06.2017), Hyposensibilisierung, unter https://www.apotheken-umschau.de/Therapien/Hyposensibilisierung-12300.html [abgerufen am 14.05.2020]

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