Bei Nierenbeckenentzündungen sollte man einen Arzt aufsuchen
  1. Was ist eine Nierenbeckenentzündung?
  2. Nierenbeckenentzündung: Symptome und Diagnose
  3. Ursachen einer Nierenbeckenentzündung
  4. Therapiemöglichkeiten bei einer Nierenbeckenentzündung
  5. Häufige Fragen zu Nierenbeckenentzündungen
Bei Nierenbeckenentzündungen sollte man einen Arzt aufsuchen

ICD-Code für Nierenbeckenentzündung: N12 | N10 | N11


Auf einen Blick
  • Nierenbeckenentzündungen werden durch bakterielle Entzündungen ausgelöst.
  • In der Regel sind sie eine Folge einer unbehandelten Blasenentzündung.
  • Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Schwächegefühl, Übelkeit und Erbrechen gemeinsam mit Schmerzen in der Flanke und beim Wasserlassen können auf die Infektion hinweisen.

Was ist eine Nierenbeckenentzündung?

Bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) handelt es sich um eine meist bakterielle Infektion des Nierenbeckens. In der Regel geht der Entzündung eine nicht behandelte Infektion der Harnwege, zum Beispiel eine Blasenentzündung, voraus.

Wird sie früh erkannt und behandelt klingt die Entzündung meist schnell wieder ab. Unbehandelt kann sich eine chronische Nierenbeckenentzündung entwickeln oder es sogar zu einem Nierenversagen kommen.

Was machen die Nieren?

Die Niere ist ein normalerweise zweifach vorhandenes Organ in unserem Körper, das die Aufgabe hat, Giftstoffe und Ausscheidungsprodukte aus dem Blut zu filtern. Diese Stoffe werden in Form von Harn über die Harnleiter in die Harnblase geleitet und von dort aus über die Harnröhre abgegeben . Den Vorgang der Harnausscheidung nennt man in der Fachsprache Miktion.

Neben der Filterung des Blutes reguliert die Niere durch das Ausscheiden von Harn zudem den Wasserhaushalt – also die Menge an Flüssigkeit in unserem Körper – sowie die Menge an Elektrolyten und das Säure-Basen-Gleichgewicht.

Was und wo ist das Nierenbecken?

Eine Niere besteht aus ca. 6 bis 9 pyramidenförmigen Einheiten, in denen der Harn produziert wird. Die Pyramidenspitzen zeigen zur Mitte hin und münden in sogenannte Kelche, die den Harn auffangen. Zusammen ergeben diese Kelche das Nierenbecken, welches der Ausgangspunkt für den Harnleiter ist.

Nierenbeckenentzündung: Symptome und Diagnose

Eine Nierenbeckenentzündung kann anfangs unbemerkt bleiben, denn betroffene Personen ordnen ihre Beschwerden häufig nicht der Niere zu, da vor allem Allgemeinsymptome wie Fieber und Schüttelfrost, Schwächegefühl, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Spezifischere Symptome können Schmerzen in den Flanken, beim Wasserlassen und ein zwanghafter Harndrang sein.

Folgende Symptome können auf eine Nierenbeckeninfektion hinweisen:
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Schwächegefühl
  • Übelkeit und Erbrechen, Unwohlsein
  • Schmerzen in der Flanke
  • Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer Nierenbeckenentzündung zu leiden, sollten Sie dringend ärztlichen Rat einholen, da diese unbehandelt zu größeren Komplikationen führen kann. Achten Sie außerdem darauf, vermehrt Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um die Niere „durchzuspülen“. Zudem sollten Sie Bettruhe wahren.

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Ursachen einer Nierenbeckenentzündung

Bei einer Nierenbeckenentzündung ist das Nierenbecken bakteriell entzündet. Fast immer geht der Nierenbeckenentzündung eine nicht behandelte Infektion der Harnwege, wie eine Blasenentzündung, voraus, die anschließend nach oben wandert.

Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, da sie eine kürzere Harnröhre haben. Außerdem liegt diese näher an der Analregion wodurch Keime aus dem Darm in die Blase gelangen können. Etwa 95 % der Harnwegsinfektionen betreffen Frauen.

In ca. 70 % der Fälle handelt es sich bei dem Erreger um Escherichia coli, aber auch Proteus mirabilis oder Klebsiellen können die Ursache sein.

Therapiemöglichkeiten bei einer Nierenbeckenentzündung

Vor einer Behandlung mit Medikamenten sollte immer eine Urinuntersuchung vorgenommen werden um den Erreger eindeutig bestimmen zu können.

Ein Arzt bzw. eine Ärztin kann eine körperliche Untersuchung vornehmen, eine Urin- oder Blutprobe im Labor untersuchen lassen oder bildgebende Verfahren wie ein Ultraschalluntersuchung veranlassen.

Stellt der Arzt eine Nierenbeckenentzündung (meist durch die Urinprobe) fest, wird diese medikamentös mit Antibiotika behandelt. Dies kann allerdings nur uneingeschränkt geschehen, wenn Sie eine gesunde Niere haben und nicht unter einer Niereninsuffizienz leiden.

Häufige Fragen zu Nierenbeckenentzündungen

Mit Antibiotika behandelt erholen sich die meisten Menschen innerhalb einiger Tage von einer komplikationslosen Nierenbeckenentzündung. Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis man sich vollständig erholt hat.

In der Regel spüren Betroffene bereits nach einigen Tagen einen Rückgang der Beschwerden. Sollten nach ein bis zwei Tagen keine Besserung oder gar eine Verschlechterung eingetreten sein, so ist eine erneute ärztliche Vorstellung ratsam.

Bei einer Nierenbeckenentzündung können Schmerzen im Bereich der Flanken, also seitlich am unteren Rücken, auftreten. Dort befinden sich die Nieren. Sollte gleichzeitig auch eine Blasenentzündung vorliegen, können ebenfalls Schmerzen im Unterbauch vorhanden sein.

Eine Nierenbeckenentzündung sollte mit rezeptpflichtigen Antibiotika behandelt werden, weshalb das Aufsuchen eines Arztes oder einer Ärztin notwendig ist. Ausruhen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Ausnahme bei eingeschränkter Nierenfunktion) sind wichtig.

Quellen

  • Schünke M, Schulte E, Schumacher U, et al.: Prometheus Innere Organe. 4. Auflage. Stuttgart. Thieme. 2015. S. 292f.

  • Fetzner U, Paquet K, Kasch R, et al.: GK2 kompakt: Chirurgie, Orthopädie, Urologie. Berlin, Heidelberg. Springer. 2008. S. 33.

  • Patient education: Urinary tract infections in adolescents and adults (Beyond the Basics).Uptodate. 2020. https://www.uptodate.com/contents/urinary-tract-infections-in-adolescents-and-adults-beyond-the-basics (zugegriffen 24. Juni 2021)

  • Pyelonephritis. Amboss. 2021. https://next.amboss.com/de/article/Hi0KGf? (zugegriffen 24. Juni 2021)

  • Treatment Kidney Infection. National Health Service. 2021. https://www.nhs.uk/conditions/kidney-infection/treatment/ (zugegriffen 24. Juni 2021)

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