Pille absetzen - warum, was passiert und was beachtet werden muss

Über die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter nehmen in Deutschland die Pille. Ein Kinderwunsch oder andere gesundheitliche Faktoren können jedoch für den Wunsch, mit der hormonellen Empfängnisverhütung aufzuhören, ausschlaggebend sein.

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Gründe, die Pille abzusetzen

Wenn Frauen das Absetzen der Pille in Erwägung ziehen ist der Hauptgrund meistens eine geplante Schwangerschaft. Damit sich der Zyklus wieder regulieren kann, passiert das oft schon ein paar Monate, bevor aktiv am Kinderwunsch gearbeitet wird.

Bei der Einnahme der Antibabypille kann es jedoch auch zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie einem dauerhaften, schmerzhaften Ziehen in den Brüsten, depressive Verstimmungen oder Hauptproblemen, kommen. Manche dieser Erscheinungen regulieren sich von selbst nach einer gewissen Einnahmedauer.

Die Verträglichkeit der hormonellen Verhütung sollte auf jeden Fall drei Monate lang getestet werden, um dann noch einmal Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen zu halten. Haben sich die Nebenwirkungen nicht gelegt, wird in der Regel ein Pillenwechsel empfohlen.

Müssen andere Medikamente zusätzlich eingenommen werden, kann es auch zu Wechselwirkungen kommen. So können Antibiotika die Pillenwirkung beeinträchtigen. Dann ist zusätzlich ein anderes Verhütungsmittel wie Kondome empfehlenswert. Handelt es sich jedoch um eine Dauermedikation mit bestimmten Präparaten gegen eine chronische Krankheit wie Epilepsie, ist es notwendig, die Pille abzusetzen und auf eine andere Verhütungsmethode auszuweichen.

Was Frauen beim Absetzen der Pille beachten müssen

Damit der Zyklus leichter kontrolliert werden kann, sollte eine Frau auf jeden Fall den Blisterstreifen noch zu Ende nehmen. In der Pillenpause wird einfach nicht mehr mit dem nächsten Streifen begonnen. Ansonsten kann das Präparat, inklusive der Minipille, zu jedem gewünschten Zeitpunkt abgesetzt werden. Regelmäßig eine Pillenpause einzulegen ist jedoch nicht empfehlenswert. Denn durch den Neubeginn steigt das Thromboserisiko, das parallel zur Einnahmezeit wieder abnimmt.

Wann ist eine Schwangerschaft nach Absetzen der Pille möglich?

Nach dem Absetzten der Pille ist es theoretisch sofort möglich schwanger zu werden. Allerdings benötigt der Monatszyklus der Frau bedingt durch den veränderten Hormonspiegel in der Regel ein paar Monate, um sich wieder normalisieren. Das beinhaltet unter Umständen auch die ein oder andere Zwischenblutung.

Da der Eisprung während dieser Phase oft noch sehr unregelmäßig ist, sind die fruchtbaren Tage nicht genau kalkulierbar. Besteht kein Kinderwunsch, muss sofort an ein alternatives Verhütungsmittel gedacht werden.

Nebenwirkungen nach dem Absetzen der Pille

Orale Kontrazeptiva regulieren den Monatszyklus und machen das Sexualleben einer Frau planbar. Nach dem Einnahmestopp kann es zu unregelmäßigen Zyklen kommen. Das durch hormonelle Schwankungen verursachte PMS (Prämenstruelles Syndrom) kann nach dem Absetzen wieder stärker werden. Viele Frauen empfinden das Wegfallen dieser Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Brustziehen und Stimmungsschwankungen als positive Nebenwirkung der Pille.

Fällt das Medikament weg, verändert sich auch das Hautbild. Es kann verstärkt zu Unreinheiten in Abhängigkeit zyklischer Schwankungen kommen. Trotzdem handelt es sich bei Hautunreinheiten nicht um ein aus der Pille alleine resultierendes Problem, auch Stress, falsche Ernährung und Reisen können sich so äußern. Unreine Haut ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Gerade in Internetforen verbreitet sich oft das Gerücht, ein Absetzen der Pille führe zu einer Gewichtszunahme. Diese Behauptung hat keinerlei medizinische Relevanz und konnte in wissenschaftlichen Studien nicht bestätigt werden. Wer auf seine Ernährung und Kalorienbedarf achtet, nimmt mit und ohne Pille nicht ungewollt zu.

Kann die hormonelle Verhütung ohne Arzt abgesetzt werden?

Die Entscheidung, die Antibabypille abzusetzen, sollte immer in Absprache mit einem Gynäkologen erfolgen. Er kann die Frau beraten, mögliche Nebenwirkungen beobachten und eventuell behandelnd eingreifen.

Zudem sollte eine Beratung über alternative Verhütungsmethoden erfolgen, vor allem, da die Pille im Vergleich zu anderen Mitteln deutlich sicherer ist.

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