Neurologische Symptome bei Migräne mit Aura
  1. Was ist Migräne mit Aura?
  2. Wodurch entsteht eine Migräne mit Aura?
  3. Welche Symptome können bei einer Migräne mit Aura auftreten?
  4. Risikofaktoren für eine Migräne
  5. Was hilft bei Migräne mit Aura?
  6. Welche Schmerzmittel helfen bei Migräne mit Aura?
  7. Rezeptpflichtige Medikamente gegen Migräne
  8. Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Neurologische Symptome bei Migräne mit Aura
Auf einen Blick
  • Migräne mit Aura ist eine von zwei Arten von Migräne. Man unterscheidet sie lediglich von der Migräne ohne Aura.
  • Die Aura tritt meist vor dem Migräneanfall auf
  • Die Aura dauert in der Regel zwischen 5 und 60 Minuten an
  • Symptome sind vielseitig und reichen von visuellen Einschränkungen bis zu Lähmung von unterschiedlicher Intensität

Was ist Migräne mit Aura?

Die Migräne mit Aura zeichnet sich dadurch aus, dass neben dem Migränekopfschmerz auch neurologische Symptome auftreten, welche dem Migräneanfall direkt vorausgehen. Diese Störungen, die sich über eine größere Bandbreite erstrecken und recht unterschiedlich und wechselhaft sein können, werden als Aura bezeichnet. Etwa ein Fünftel aller Migränepatienten erleben eine Aura.

Wodurch entsteht eine Migräne mit Aura?

Die Ursachen für eine Aura sind noch nicht vollständig geklärt. In der Regel treten die Symptome einer Aura bereits vor dem eigentlichen Migräneanfall auf. Vermutet wird, dass diese durch eine kurze Erregungsphase der Nerven in der Großhirnrinde hervorgerufen werden, auf die wiederum eine Inhibitionsphase mit verminderte Nervenaktivität folgt. Durch das entstehende Ungleichgewicht zwischen Botenstoffen und Ionen kann es zu einer Beeinträchtigung des Seh- und Sprachzentrums sowie der Koordination und Gefühlswahrnehmung kommen.

Welche Symptome können bei einer Migräne mit Aura auftreten?

Die Symptome einer Migräne mit Aura können sich über eine große Bandbreite an neurologischen Problemen erstrecken. Sie unterscheiden sich bei Betroffenen. Daher lässt sich nicht vorab sagen, ob und welche Symptome auftreten. Die Aura dauert in der Regel zwischen 5 und 60 Minuten an.

Häufige Symptome einer Migräne mit Aura:

  • Lichtblitze oder Flimmern im Blickfeld

  • Skotome – Störungen in der optischen Wahrnehmung und Ausfälle des Gesichtsfeldes

  • Wortfindungs- und -bildungsstörungen

  • Eingeschränktes Auffassungsvermögen

  • Kribbeln, Taubheit oder Lähmung von unterschiedlicher Intensität

  • Schwindel

  • Anfallsartiger Tinnitus

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Sämtliche dieser Störungen sind vorübergehender Natur und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Manche Betroffene berichten auch von bestimmten Anzeichen, sogenannten Vorboten, welche die Aura und den darauffolgenden Migräneanfall bereits einen Tag vorher ankündigen (z. B. Stimmungsschwankungen, verstärktes Hunger- und/oder Durstgefühl oder Schläfrigkeit). Nicht immer müssen einer Aura auch Migränekopfschmerzen folgen. So kommt es vor allem bei älteren Migränepatienten vor, dass die Kopfschmerzen mit zunehmendem Alter in der Intensität nachlassen oder nach einer Aura gar nicht mehr auftreten.

Störungen im Blickfeld und der Wahrnehmung

Eines der häufigsten Symptome der Migräne mit Aura ist die visuelle Form. Sie ist vor allem durch Lichtblitze oder Flimmern im Blickfeld gekennzeichnet, welche die Form eines gezackten Kranzes annehmen können. Dieser beginnt hell in der Mitte des Gesichtsfeldes und setzt sich nach außen hin fort. Auch können Objekte verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert wahrgenommen werden. Eine weitere häufige Form sind sogenannte Skotome, die sich durch Störungen in der optischen Wahrnehmung und Ausfälle des Gesichtsfeldes (dunkle Flächen, blinde Flecken, Doppelbilder usw.) bemerkbar machen. Bei ausgeprägter Symptomatik kann es zum vorübergehenden Ausfall einer kompletten Gesichtsfeldhälfte kommen, sodass links oder rechts nur noch eine schwarze Fläche zu sehen ist. Dieses Phänomen verschwindet nach ca. 30 Minuten wieder und der Patient sieht wieder ganz normal. Auch anfallsartiger Tinnitus und Schwerhörigkeit können einer Migräneattacke vorausgehen.

Ausfallerscheinungen und Gefühlsstörungen

Zu weiteren typischen neurologischen Ausfallerscheinungen zählen Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheit oder Lähmung von unterschiedlicher Intensität. Auch diese Symptome, die vor allem die Gliedmaßen betreffen, sind meist auf eine Körperhälfte beschränkt. Ein anderes häufiges Symptom einer Aura ist Schwindel, der ebenfalls meist unerwartet und heftig auftritt, aber ebenso schnell auch wieder verschwunden ist. Seltener werden Koordinationsstörungen beobachtet, die sich in Gangunsicherheit, einhergehend mit starkem Schwindel, äußern können.

Risikofaktoren für eine Migräne

Bestimmte Faktoren können die Entwicklung einer Migräne fördern, auch wenn sie nicht ursächlich dafür sind.

  • Stress

  • Unregelmäßiger Schlaf

  • Hormonveränderungen

  • Wetterumschwünge

  • Alkoholkonsum

  • Rauchen

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  • Schokolade und Rotwein (durch den biogenen Inhaltsstoff Tyrami)

Was hilft bei Migräne mit Aura?

Das beste Mittel gegen Migräne mit und ohne Aura ist Ruhe. Liegen in einem abgedunkelten Zimmer oder Schlafen kann sowohl die Schmerzen als auch die Aura Symptome lindern.

Prophylaktisch sollten Sie:

  • Stress abbauen,

  • ausreichend schlafen,

  • auf Alkohol und Nikotin verzichten sowie

  • ggf. Ihre Essgewohnheiten überprüfen.

In manchen Fällen wurde durch Akupunktur eine Besserung der Beschwerden beobachtet. Gegen die Migräneschmerzen selbst können Schmerzmittel helfen.

Welche Schmerzmittel helfen bei Migräne mit Aura?

Bei sehr häufigen (≥3/Monat) oder sehr lang anhaltenden (>72h) Migräneanfällen kann vorbeugend ein Betarezeptorenblocker helfen. Spezielle Medikamente gegen Migräne (Triptane) sind rezeptpflichtig. Ob sie auch gegen die Aura-Symptome helfen, ist individuell sehr unterschiedlich. Die Einnahme solcher Medikamente sollte jedoch stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie unter einer Migräne mit Aura leiden, oder nicht genau wissen, was Ihnen helfen kann, empfiehlt sich auf jeden Fall das Gespräch mit einem Arzt.

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Quellen

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  • Diener H.-C., Gaul C., Kropp P. et al.(2018): Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, unter: www.dgn.org/leitlinien [abgerufen am 23.04.2020]

  • Harriott, A.M., Takizawa, T., Chung, D.Y. et al. (2019): Spreading depression as a preclinical model of migraine. The Journal of Headache and Pain 20, 45, unter: https://thejournalofheadacheandpain.biomedcentral.com/articles/10.1186/s10194-019-1001-4 [abgerufen am 23.04.2020]

  • Hohmann, C. (15.03.2011): Migräne ohne Kopfschmerz, Pharmazeutische Zeitung, unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112011/migraene-ohne-kopfschmerz/https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112011/migraene-ohne-kopfschmerz/ [abgerufen am 23.04.2020]

  • Olesen, J., Bendtsen, GL., Dodick D. et. al. (2018): The international classification of headache disorders, 3rd edition, Cephalalgia, Band 38 (1) 1-211, S. 18–34, unter https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0333102417738202 [abgerufen am 23.04.2020].

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