Was ist eine Migräne mit Aura?

Man unterscheidet zwei Arten von Migräne: Die klassische Migräne mit Aura und die Migräne ohne Aura. Die klassische Migräne zeichnet sich dadurch aus, dass neben dem Migränekopfschmerz auch neurologische Symptome auftreten, welche dem Migräneanfall direkt vorausgehen.

Diese Störungen, die sich über eine größere Bandbreite erstrecken und recht unterschiedlich und wechselhaft sein können, werden als Aura bezeichnet.

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Wodurch entsteht eine Migräne mit Aura?

In der Regel treten die Aurensymptome bereits vor dem eigentlichen Migräneanfall auf, hervorgerufen durch eine Erregung der Nerven in der Großhirnrinde. Durch das entstehende Ungleichgewicht zwischen Erregung und Gefühlswahrnehmung kann es zu einer Beeinträchtigung des Seh- und Sprachzentrums sowie der Koordination und Gefühlswahrnehmung kommen.

Dabei treten die neurologischen Störungen in der einen Körperhälfte auf und die darauffolgenden Kopfschmerzen in der anderen. Der Grund dafür liegt darin, dass die rechte Gehirnhälfte für die linke Körperseite zuständig ist und umgekehrt.

Welche Aurensymptome können auftreten und wie äußern sie sich?

Die Symptome einer Migräne mit Aura können sich über einen große Bandbreite and neurologischen Problemen erstrecken. Sie unterscheiden sich bei allen Betroffenen, daher lässt sich nicht vorab sagen, ob und welche Symptome auftreten.

Es gibt jedoch eine Reihe an Kategories und Problemen die typisch sind und einen Migräneanfall ankündigen.

Häufige Symptome einer Migräne mit Aura

  • Lichtblitze oder Flimmern im Blickfeld
  • Skotome - Störungen in der optischen Wahrnehmung und Ausfälle des Gesichtsfeldes
  • Wortfindungs- und -bildungsstörungen
  • Eingeschränktes Auffassungsvermögen
  • Kribbeln, Taubheit oder Lähmung von unterschiedlicher Intensität
  • Schwindel
  • Anfallsartiger Tinnitus und Schwerhörigkeit

Sämtliche dieser Störungen sind vorübergehender Natur und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Manche Betroffene berichten auch von bestimmten Anzeichen, sogenannten Vorboten, welche die Auren und den darauffolgenden Migräneanfall bereits einen Tag vorher ankündigen (z. B. Stimmungsschwankungen, verstärktes Hunger- und/oder Durstgefühl oder Schläfrigkeit).

Nicht immer müssen einer Aura auch Migränekopfschmerzen folgen. So kommt es vor allem bei älteren Migränepatienten vor, dass die Kopfschmerzen mit zunehmendem Alter in der Intensität nachlassen oder nach einer Aura gar nicht mehr auftrete

Störungen im Blickfeld und der Wahrnehmung

Am häufigsten ist bei der klassischen Migräne die visuelle Aura zu beobachten. Sie ist vor allem durch Lichtblitze oder Flimmern im Blickfeld gekennzeichnet, welche die Form eines gezackten Kranzes annehmen können. Dieser beginnt hell in der Mitte des Gesichtsfeldes und setzt sich nach außen hin fort. Dabei ist die visuelle Wahrnehmung meist auf den Bereich dieser Lichterscheinung beschränkt.

Auch können Objekte verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert wahrgenommen werden. Eine weitere häufige Form sind sogenannte Skotome, die sich durch Störungen in der optischen Wahrnehmung und Ausfälle des Gesichtsfeldes (dunkle Flächen, blinde Flecken, Doppelbilder usw.) bemerkbar machen.

Bei ausgeprägter Symptomatik kann es zum vorübergehenden Ausfall einer kompletten Gesichtsfeldhälfte kommen, sodass links oder rechts nur noch eine schwarze Fläche zu sehen ist. Dieses Phänomen verschwindet nach ca. 30 Minuten wieder, und der Patient sieht wieder ganz normal.

Auch anfallsartiger Tinnitus und Schwerhörigkeit können einer Migräneattacke vorausgehen.

Ausfallserscheinungen und Gefühlsstörungen

Zu weiteren typischen neurologischen Ausfallerscheinungen zählen Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheit oder Lähmung von unterschiedlicher Intensität. Auch diese Symptome, die vor allem die Gliedmaßen betreffen, sind meist auf eine Körperhälfte beschränkt.

Ein anderes häufiges Aurensymptom ist Schwindel, der ebenfalls meist unerwartet und heftig auftritt, aber ebenso schnell auch wieder verschwunden ist. Seltener werden Koordinationsstörungen beobachtet, die sich in Gangunsicherheit, einhergehend mit starkem Schwindel, äußern können.

Was kann ich gegen Aurensymptome und Migränekopfschmerz tun?

Das beste Mittel gegen Migräne mit und ohne Aura ist Ruhe. Liegen in einem abgedunkelten Zimmer oder Schlafen kann sowohl die Schmerzen als auch die Aurensymptome lindern. Bestimmte Faktoren können die Entwicklung einer Migräne fördern, auch wenn sie nicht ursächlich dafür sind.

Risikofaktoren für eine Migräne

  • Stress
  • Unregelmäßiger Schlaf
  • Hormonveränderungen
  • Wetterumschwünge
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Prophylaktisch sollten Sie daher Stress abbauen, ausreichend schlafen, auf Alkohol und Nikotin verzichten sowie ggf. Ihre Essgewohnheiten überprüfen. In manchen Fällen wurde durch Akupunktur eine Besserung der Beschwerden beobachtet.

Gegen die Migräneschmerzen selbst können Schmerzmittel helfen. Dazu zählen zum einen die gängigen Tabletten wie ASS (Acetylsalicylsäure), Paracetamol und Ibuprofen sowie spezielle Medikamente gegen Migräne (Triptane) wie Imigran oder Sumatriptan, die allerdings rezeptpflichtig sind.

Ob sie auch gegen die Aurensymptome helfen, ist individuell unterschiedlich. Bei sehr häufig auftretenden Migräneanfällen kann vorbeugend ein Betarezeptorenblocker helfen (z. B. Bisoprolol). Die Einnahme solcher Medikamente sollte jedoch stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie unter einer klassischen Migräne leiden, oder nicht genau wissen, was Ihnen helfen kann, empfiehlt sich auf jeden Fall das Gespräch mit einem Arzt. Hierfür müssen Sie jedoch nicht mehr zwingend eine Arztpraxis aufsuchen.

Das Internet bietet schon heute die Möglichkeit einer unkomplizierten Diagnose durch einen Online-Arzt inklusive Online-Behandlung, in deren Rahmen Sie auch ein Rezept für benötigte Medikamente erhalten. Sie sind bereits medikamentös eingestellt? Auch Folgerezepte können Sie sich in diesem Fall problemlos ausstellen lassen.

Migräne behandeln

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