Haut mit Stielwarzen (weichem Fibrom)
  1. Was sind Stielwarzen?
  2. Was sind die Ursachen für Stielwarzen?
  3. Welche Symptome und Folgen gibt es?
  4. Wie werden Stielwarzen diagnostiziert?
  5. Wie kann man Stielwarzen behandeln?
  6. Medizinische Behandlung
  7. Selbstbehandlung
  8. Häufige Fragen zu Stielwarzen
Haut mit Stielwarzen (weichem Fibrom)

ICD-Code für Stielwarzen: Code M72/ D21

Sonstige gutartige Neubildungen des Bindegewebes und anderer Weichteilgewebe


Was sind Stielwarzen?

Bei Stielwarzen handelt es sich entgegen dem Namen gar nicht wirklich um Warzen, sondern um kleine, weiche, gestielte Hautanhängsel. Medizinisch heißen die Warzen auch Fibrome. Bei den meist wenige Millimeter großen Hautausstülpungen handelt es sich um gutartige Wucherungen des Bindegewebes. Die weichen, hautfarbigen Knötchen bilden sich bevorzugt an mechanisch beanspruchten Stellen: am Hals, in den Achselhöhlen, unter den Brüsten und in der Leistengegend. Generell können die Ausstülpungen am ganzen Körper auftreten.

Was sind die Ursachen für Stielwarzen?

Normalerweise werden Warzen durch eine Infektion mit bestimmten Viren verursacht, wie beispielsweise den Humane Papillomviren (HPV) oder Pockenviren. Entgegen ihres Namens sind Stielwarzen jedoch keine Warzen und entstehen nicht aufgrund von Virusinfektionen. Stattdessen entstehen Fibrome durch das übermäßige Wachstum von Bindegewebszellen. Warum diese Zellen vermehrt wachsen ist allerdings nicht bekannt, jedoch wird eine erbliche Veranlagung als Auslöser nicht ausgeschlossen.

Welche Symptome und Folgen gibt es?

Stielwarzen sind ungefährlich und nicht ansteckend. Des Weiteren besteht auch keine Gefahr, dass die gutartigen Wucherungen entarten und zu Hautkrebs mutieren. Meistens fallen sie den Betroffenen als optische Makel auf. Je nach Größe und Stelle der Warzen können sie die Betroffenen auch stören, indem sie zum Beispiel beim Tragen bestimmter Kleidung gereizt werden und dann anfangen zu schmerzen.

Generell sind diese Warzen jedoch nicht gefährlich und müssen nicht entfernt werden. Sollten sie sich jedoch schnell in ihrer Farbe oder Größe ändern, Schmerzen bereiten oder mit sonstigen Symptomen wie z. B. Blutungen einhergehen, sollten die Fibrome schnellstmöglich von einem Arzt oder einer Ärztin begutachtet werden. Solche Veränderungen müssen nicht zwingend ein Zeichen von bösartigen Gewebeveränderungen sein und können mehrere Ursachen haben.

Wie werden Stielwarzen diagnostiziert?

Die Stielwarzen können meist von den Betroffenen selber diagnostiziert werden. Folgendes Aussehen der Warzen lassen auf Stielwarzen schließen:

  • Hautfarben oder ein wenig dunkler

  • Weich und schmerzfrei bei Berührung

  • Leicht hin und her bewegbar

  • Ragen auf einem kleinen Stiel aus der Haut

Auch behandelnde ÄrztInnen erkennen die Stielwarzen auf Anhieb. Die Diagnose kann bequem von zuhause aus bei einer Video-Sprechstunde mit DermatologInnen von Fernarzt gestellt werden. Da es sich bei Stielwarzen meist um unbedenkliche Wucherungen handelt und PatientInnen oft keine Entfernung wünschen, werden diese in der Folge einer Diagnose nicht weiter behandelt. Falls die Stielwarze jedoch in Größe, Form oder Farbe Bedenken entgegen einer gutartigen Wucherung aufweist, kann in einem nächsten Schritt eine Probe entnommen werden, um sicherzustellen, dass es sich wirklich um ein gutartiges Fibrom handelt.

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Wie kann man Stielwarzen behandeln?

Die Entfernung von Stielwarzen ist nicht unbedingt notwendig, da es sich um gutartige Wucherungen der Haut handelt, die ungefährlich sind. Jedoch empfinden manche Menschen die Warzen als optischen Makel. Wenn Warzen zu körperlichen Beeinträchtigungen führen oder an Körperbereichen sind, die starkem Schwitzen oder Reibung ausgesetzt sind, ist ein Entfernen der Stielwarzen aufgrund von drohenden Entzündungen oft unerlässlich.

Die Entfernung der Warzen lässt sich in eine medizinische Entfernung (empfohlen) und eine Selbstbehandlung (nicht empfohlen) unterteilen:

Medizinische Behandlung

  1. Operative Entfernung

Bei der operativen Entfernung werden die Stielwarzen mit chirurgischen Instrumenten entfernt. Dabei wird die Region mit einem Lokalanästhetikum betäubt und die Stielwarze anschließend mit einem Skalpell, einer chirurgischen Schere oder einem chirurgischen Löffel abgetragen. Bei kleineren Warzen ist die Betäubung meist nicht nötig. Bei größeren Warzen muss die Wunde danach vernäht werden.

Bei dieser Art der Entfernung können Narben nach dem Eingriff entstehen, diese sind bei einer professionellen Handhabung jedoch sehr klein und nur bei genauem Hinschauen zu erkennen.

2. Kryotherapie

Bei der Kryotherapie werden die Warzen vereist. Dabei kommt ein kleiner Applikator zum Einsatz, der vorher mit flüssigem Stickstoff abgekühlt wurde. Bei Kontakt mit der Warze friert diese ein, vereist und stirbt ab. Abhängig von der Größe der Stielwarze löst sich diese dann sofort oder nach einigen Tagen von der Haut. Vor allem bei größeren Stielwarzen kann es unter Umständen nötig sein, die Prozedur nach einiger Zeit zu wiederholen.

3. Laserentfernung

Ebenfalls kann ein Laser bei der Entfernung der Stielwarzen zum Einsatz kommen. Dabei wird die Stielwarze sehr präzise direkt oberhalb der gesunden Hautbereiche abgeschnitten. Bei der Berührung mit dem Laser kann es zu einem kurzen Schmerzgefühl kommen. Da diese Behandlung jedoch sehr schnell ist, muss abgeschätzt werden, ob eine Betäubung notwendig ist.

4. Elektrokoagulation

Die Elektrokoagulation läuft wie folgt ab: Bei der Elektrokoagulation entsteht ein Funke, der eine punktförmige Verbrennung bewirkt. Diese Verbrennung kann die Warzen von der betroffenen Stelle abtrennen und wirkt gleichzeitig blutstillend.

Wie bei der Kryotherapie kann es jedoch sein, dass die Prozedur bei größeren Warzen mehrmals wiederholt werden muss.

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Selbstbehandlung

Um Kosten und Aufwand zu sparen, suchen viele PatientInnen nach einer Möglichkeit die Warzen selber zu behandeln oder zu entfernen. Die Entfernung von weichen Fibromen gehört jedoch definitiv in die Hände von ÄrztInnen. Da besonders das Risiko für Infektionen besteht, sollte nicht selber Hand angelegt werden.

Beim Abbinden der Warze kann es zu Entzündungen kommen und auch die Gefahr des Zurückkehrens der Warze ist sehr groß. Beim Abschneiden der Warze kann es zu Blutungen kommen, da die Warzen über ein eigenes Blutgefäß verfügen. Auch hier ist das Risiko für Infektionen oder Narbenbildung sehr groß.

Von Hausmitteln raten ExpertInnen ab, denn die Wirkung derer ist umstritten. Im Internet lassen sich viele Tipps zur Entfernung von Stielwarzen mit beispielsweise Apfelessig oder Teebaumöl finden. Achtung: Weder Behandlungen mit Apfelessig oder Teebaumöl sind medizinisch untersucht und können die umliegende Haut stark austrocknen und zu Ekzemen mit Rötungen und Juckreiz führen.

Häufige Fragen zu Stielwarzen

Um Kosten und Aufwand zu sparen, suchen viele PatientInnen nach einer Möglichkeit die Warzen selber zu behandeln oder zu entfernen. Die Entfernung von weichen Fibromen gehört jedoch definitiv in die Hände von ÄrztInnen. Da besonders das Risiko für Infektionen besteht, sollte nicht selber Hand angelegt werden.

Fibrome entstehen durch das übermäßige Wachstum von Bindegewebszellen. Warum diese Zellen vermehrt wachsen ist allerdings nicht bekannt, jedoch wird eine erbliche Veranlagung als Auslöser nicht ausgeschlossen.

Um Stielwarzen zu entfernen sollte man nicht selber Hand anlegen, sondern sich an ÄrztInnen wenden. Diese können die Stielwarzen operativ entfernen oder mithilfe von Techniken wie der Elektrokoagulation, Kryotherapie oder Laserentfernung.

Stielwarzen sind weiche, hautfarbige, gestielte Knötchen, die meist wenige Millimeter groß sind.

Bei Stielwarzen handelt es sich entgegen dem Namen gar nicht wirklich um Warzen, sondern um kleine, weiche, gestielte Hautanhängsel. Medizinisch heißen die Warzen auch Fibrome. Bei den meist wenige Millimeter großen Hautausstülpungen handelt es sich um gutartige Wucherungen des Bindegewebes.

Quellen

Bährle-Rapp M (2020) Stielwarze. In: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 5. Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 532. https://doi.org/10.1007/978-3-662-59127-7

Moll I (2010) In: Allgemeine Dermatologie. 7. Auflage. Duale Reihe. Thieme Verlag, Stuttgart. https://doi.org/10.1055/b-002-11376

Naumann HH (1992) Band 2: Nase, Nasennebenhöhlen, Gesicht, Mundhöhle und Pharynx, Kopfspeicheldrüsen. In: Oto-Rhino-Laryngologie in Klinik und Praxis. Thieme Verlag, Stuttgart.

Leading Medicine Guide Redaktion: Stielwarzen - Entstehung, Diagnose, Behandlung. Leading Medicine Guide. 2014. https://www.leading-medicine-guide.de/erkrankungen/haut/stielwarzen (zugegriffen 15. März 2021)

Pindborg, JJ. (1987) Atlas der Mundschleimhauterkrankungen. 4. Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln.

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