Aphthen
  1. Was sind Aphthen?
  2. Symptomatik - Formen von Aphthen
  3. Aphthen durchlaufen verschiedene Phasen
  4. Ursachen von Aphten sind nicht vollständig geklärt
  5. Behandlung von Aphten zielt auf Verbesserung der Symptome
  6. Häufige Fragen zu Aphthen
Aphthen

Aphthen sind schmerzhafte Geschwüre der Schleimhaut, die im Mund- und Rachenraum auftreten.

Auf einen Blick
  • Aphthen betreffen bis zu jeden fünften Menschen
  • Sie sind wiederkehrend
  • Im Rahmen einer Grunderkrankung oder ohne bekannte Ursache
  • Die Therapie erfolgt symptomatisch
  • Ausschluss bösartiger Läsionen bei Aphthen, die ohne zuordenbarer Ursache oder Erkrankung und ohne Besserungstendenz länger als zwei Wochen verbleiben

Was sind Aphthen?

Aphthen sind schmerzhafte Ulzera (Geschwüre), die an der Mund- oder Rachenschleimhaut auftreten. Typischerweise sind sie chronisch-rezidivierend, d.h. sie kommen nach Abständen von Wochen bis hin zu Jahren wieder. In milder Form betreffen sie bis zu jeden fünften Menschen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Meist beginnt die Ausbildung von Aphten im Kindes- und Jugendalter. Rezidive nehmen mit steigendem Alter ab.

Symptomatik - Formen von Aphthen

Es gibt drei verschiedene Formen von Aphthen. Dabei ist der zeitliche Verlauf sehr variabel. Rezidive können mehrmals jährlich oder mit Abständen von mehreren Jahren auftreten.

  1. Minoraphthen/Typus Minor (Mikulicz-Aphthen): Ein bis vier Aphthen treten zur gleichen Zeit auf, dabei aber selten am harten Gaumen oder dem Zahnfleisch. Die Aphthen sind mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern klein. Sie sind schmerzhaft, flach und heilen ohne Narbenbildung.

    Nach sieben bis zehn Tagen heilen die Minoraphthen in der Regel ab, wobei sie an drei bis fünf Tagen davon schmerzhaft sind. Sie treten drei bis sechs Mal pro Jahr auf und machen mit 85 Prozent den Großteil der wiederauftretenden Aphthen aus. Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung ist betroffen.

  2. Majoraphthen/Typus Major (Sutton-Aphthen): Majoraphthen treten seltener auf als Minoraphthen, verlaufen aber schwerer. Es treten zumeist nicht mehr als zwei zeitgleich auf. Die Aphthen können im gesamten Mundraum, am Gaumenbogen und an der Zunge entstehen. Die Ulzera sind groß (1-3cm), tief und zeichnen sich durch Verhärtung und Gewebezerstörung aus. Sie sind sehr schmerzhaft und können die Lebensqualität einschränken. Sie sind zwei bis vier Wochen präsent, können aufeinanderfolgend oder kontinuierlich auftreten und heilen unter Narbenbildung ab. Sie machen etwa zehn Prozent der rezidivierenden Aphthen aus.

  3. Herpetiforme Aphthen/ Typus herpetiformis (Cooke-Aphthen): Herpetiforme Aphthen zeichnen sich aus durch eine große Anzahl (50, bis über 100) kleiner (1-2 mm), flacher Ulzera aus. Sie können im gesamten Mundrachenraum auftreten. Die Aphthen erhalten ihren Namen dadurch, dass sie zusammenfließen und unregelmäßige Ränder bilden können und so echten Herpesläsionen ähneln. Im Gegensatz zu diesen sind haben herpetiforme Aphthen eine hohe Neigung zu Rückfällen. Sie bleiben jeweils sieben bis zehn Tage, wovon sie drei bis fünf Tage schmerzhaft sind. Der Allgemeinzustand ist in der Regel gering beeinträchtigt. Mit einem Anteil von fünf Prozent aller rezidivierenden Aphthen sind herpetiforme Aphthen die seltenste der drei Formen.

Aphthen: Formen

Aphthen durchlaufen verschiedene Phasen

  1. Prodromalstadium (Vorboten) über 24 Stunden: Kribbeln, Spannungsgefühl, Brennen, Rauigkeit

  2. Präulzeröse Phase über ein bis drei Tage: entzündliche Rötung, verhärtete Knötchen

  3. Ulzeratives Stadium über ein bis 16 Tage: belegte Geschwüre mit aufgeworfenem Rand

  4. Abheilungsphase über vier bis 30 Tage

Aphthen: Verlauf

Ursachen von Aphten sind nicht vollständig geklärt

Ohne weitere Symptome auftretende chronisch-rezidivierende Aphthen haben meist keine bekannte Ursache. Teilweise entstehen sie durch Bagatelltraumata, wie z. B. Bisse, Stich durch Fischgräten, hartes Brot). Aphthen können aber auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, dazu zählen unter anderem:

  • Mangelerscheinungen (z. B. Eisen-, Folsäure-, Vitamin B1-, B2-, B6-, B12-Mangel)

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa)

  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (z.B. reaktive Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Sarkoidose)

  • Bestimmte Medikamente (z. B. nichtsteroidale Schmerzmittel, Methotrexat)

  • Infektionskrankheiten (z. B. HIV, Humanes Herpes-Virus-8, Cytomegalievirus, Humanes Papillomavirus, Syphilis, Tuberkulose)

  • Autoimmunologische Erkrankungen (z. B. Morbus Behçet)

Besonders wichtig ist das Erkennen von Läsionen, die Potential zur Entartung zu bösartigen Krebserkrankungen haben bzw. diese so früh wie möglich zu entdecken und therapieren. Sollten die Aphthen nach einer Beobachtung oder Therapie über zwei Wochen keine Tendenz zur Rückbildung zeigen und sich nicht einer Grunderkrankung oder anderer Ursache zuordnen lassen, kann eine Probeentnahme veranlasst werden. Diese Untersuchung dient dem Ausschluss einer krebsartigen Erkrankung.

Behandlung von Aphten zielt auf Verbesserung der Symptome

Da die Ursache von Aphthen, die nicht im Rahmen einer Grunderkrankung auftreten, nicht geklärt ist, zielt die Therapie auf Behandlung der Symptome ab. Die Ziele der Therapie bei wiederauftretenden, gutartigen Aphthen sind:

  • Schmerzlinderung

  • Eventuelle Einschränkungen (z. B. beim Essen) verringern

  • Auftreten der Aphthen reduzieren

  • Schwere der Rückfälle senken

  • Die Therapie erfolgt bevorzugt lokal, d.h. nur dort, wo die Aphthen auftreten. In Deutschland sind Kortikosteroide (u.a. Wirkung auf das Immunsystem), lokale Antiseptika (desinfizierend) und Antiphlogistika (entzündungshemmend)

    für die Behandlung zugelassen. Systemische Behandlungen, bei denen Wirkstoffe auf den ganzen Körper wirken, können in seltenen Fällen bei starker Beeinträchtigung oder therapieresistenten Aphthen notwendig werden.

Sollte eine andere Erkrankung zugrunde liegen, so sollte diese behandelt werden, z. B. Substitution oder Anpassung der Ernährung bei Mangelzuständen oder auslösende Medikation überprüfen.

Häufige Fragen zu Aphthen

Aphthen können als Symptom bestimmter Erkrankungen auftreten. Dazu zählen z. B. ein Mangel an Folsäure, Eisen Vitamin B1, 2, 6, und 12. Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die Einnahme bestimmter Medikamente, Infektionskrankheiten und autoimmunologische Leiden können mit Aphthen einhergehen. Sie können aber auch ohne weitere Symptome und ohne bekannte Ursache auftreten und befallen bis zu jeden fünften Menschen.

Zum Teil entstehen Aphthen durch Bagatelltraumata, z. B. Biss auf die Schleimhaut oder harte oder kantige Nahrungsmittel. Treten sie nicht im Rahmen anderer Grundleiden auf, so ist die Entstehung und Ursache unbekannt.

Wiederkehrende Aphthen, die ohne andere Symptome auftreten und nicht im Rahmen einer anderen Erkrankung auftreten, sind in der Regel gutartig. Besonders wichtig ist allerdings das Erkennen von Läsionen, die Potential zur Entartung zu bösartigen Krebserkrankungen haben bzw. diese so früh wie möglich zu entdecken und therapieren.

Sollten die Aphthen nach einer Beobachtung oder Therapie über zwei Wochen keine Tendenz zur Rückbildung zeigen und sich nicht einer Grunderkrankung oder anderer Ursache zuordnen lassen, kann eine Probeentnahme veranlasst werden. Diese Untersuchung dient dem Ausschluss einer krebsartigen Erkrankung.

Wie lange eine Aphthe dauert, hängt vom Typ ab. Minoraphthen, die häufigste Form, heilen innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab, wobei sie davon drei bis fünf Tage lang schmerzhaft sind. Dies trifft auch auf herpetiforme Aphthen, die seltenste Form, zu. Majoraphthen sind seltener als Minoraphthen und sind zwei bis vier Wochen präsent. Sie können aufeinanderfolgend oder kontinuierlich auftreten.

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Quellen

  • Jackowski et al.: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphtoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut. Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Stand: 2016, unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-101l_S2k_Aphthen_aphthoide-Läsionen_2017-03_abgelaufen [abgerufen am 21.07.2020]

  • (2009) Gewebs- und regionsspezifische Hautkrankheiten. In: Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg

  • Amboss (14.01.2019). Chronisch rezidivierende Aphthen, unter: https://www.amboss.com/de/wissen/Chronisch_rezidivierende_Aphthen [abgerufen am 22.07.2020]

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