Rosacea behandeln

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Die Behandlungsgebühr des Arztes schließt die Rezeptausstellung mit ein und beträgt 15 Euro. Die Kosten für das Medikament sind in der Behandlungsgebühr noch nicht enthalten.

Was ist Rosacea?

Die Rosacea hat viele Namen: Kupferrose oder -finne, Couperose, Rosazea oder Akne des Erwachsenen. Dahinter verbirgt sich eine nicht ansteckende, jedoch chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Betroffene haben Rötungen, Pickel und Knötchen vorwiegend im Gesichtsbereich, meistens an Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Seltener entzünden sich auch die Augen und Augenlider durch die Krankheit.

Rosacea verläuft in Schüben und wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. In den meisten Fällen tritt die Krankheit zum ersten Mal zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Da es unterschiedliche Formen gibt, ist es schwer abzuschätzen, wie viele Menschen weltweit an Rosacea erkrankt sind. In Regionen mit helläutiger Bevölkerung sind etwa 1 – 10 % der Personen betroffen1, 2. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer; bei Männern prägen sich wiederum die Symptome stärker aus.

Der Name Rosacea, Couperose oder Kupferrose geht auf das lateinische Wort “rosaceus” (rosenfarbig) zurück und spielt auf die Ähnlichkeit der Gesichtsrötung mit dem Aufblühen einer Rose an. Der Name “Akne der Erwachsenen” ist wiederum eine irreführende Bezeichnung für die Erkrankung, da die kennzeichnenden Mitesser (Komedonen) fehlen und somit kein Zusammenhang mit der eigentlichen Akne (Acne vulgaris) besteht3.

Ursachen von Rosacea

Die genauen Ursachen für das Auftreten von Rosacea sind noch nicht vollständig geklärt und Gegenstand aktueller Forschung4, 5. Obwohl es wahrscheinlich viele unterschiedliche Einflussfaktoren gibt, die zur Entstehung der Erkrankung führen, lassen sich bei den Betroffenen meist die folgenden drei Störungen finden6:

  • Eine Erweiterung der Gefäße im Gesicht und starkes Erröten, was durch Stress, Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen, Kaffee, Sonnenlicht und sehr kaltes oder warmes Wetter ausgelöst werden kann7
  • Eine Entzündung um die Haarwurzel
  • Eine zu hohe Talgproduktion

Ein weiterer Faktor, der aktuell erforscht wird und die oben genannten Punkte verschlimmert, ist ein gestörtes Immunsystem8. Dadurch kann es zu einer erhöhten Produktion des sogenannten Cathelicidin, kommen, das die Gefäße erweitert und in hohen Konzentrationen in der Haut von Rosacea-Erkrankten gefunden wurde9.

Zusätzlich ist auch ein genetischer Einfluss möglich, da Betroffene oft Familienmitglieder haben, die auch an Rosacea erkrankt sind10. Allerdings konnte bis jetzt kein konkretes verantwortliches Gen identifiziert werden, auf das man sich beispielsweise testen lassen könnte. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel vieler Faktoren die Erkrankung auslöst.

Außerdem lässt sich beobachten, dass hellhäutige und rothaarige Menschen häufiger an Rosacea erkranken. In Schriften aus dem angloamerikanischen Raum ist Couperose daher auch als „Fluch der Kelten“ bekannt.

Symptome der Rosacea

Rosacea tritt typischerweise in Schüben auf und betrifft vor allem die Mitte des Gesichts. Wangen, Nase, Kinn und Stirn weisen Hautveränderungen auf, seltener sind auch der Hals und das Dekolleté betroffen.

Je nach Stärke der Symptome werden drei verschiedene Stadien der Rosacea unterschieden:

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  • Rosacea erythemato-teleangiectatica (Kupferfinne, Couperose):
    • Die Betroffenen leiden unter einer geröteten Gesichtshaut, die brennt, sticht oder auch juckt. Diese Rötungen klingen spontan wieder ab, bleiben später jedoch dauerhaft bestehen.

  • Stadium 1 (Rosacea erythemato-teleangiectatica, Kupferfinne, Couperose):
    • Die Betroffenen leiden unter einer geröteten Gesichtshaut, die brennt, sticht oder auch juckt. Diese Rötungen klingen spontan wieder ab, bleiben im späteren Verlauf jedoch dauerhaft bestehen.

  • Stadium 2 (Rosacea papulopustulosa):
    • Neben den Hautrötungen und erweiterten Gefäßen entstehen Knötchen (Papeln) und mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln).

  • Stadium 3 (Rosacea hypertrophica):
    • Das Bindegewebe und die Talgdrüsen wuchern verstärkt. Vor allem bei Männern kann dies eine knotige Verdickung der Nase (Rhinophym) hervorrufen, umgangssprachlich auch als Knollen-, Kartoffel- oder Säufernase bekannt. Seltener treten Hautwucherungen im Bereich der Ohren, des Kinns, der Nasenwurzel oder der Augenlider auf.

    Sonderformen der Rosacea

    Zusätzlich gibt es die die sogenannte Ophthalmo-Rosazea. Hier betrifft die Entzündung auch die Augen und Augenlider, unabhängig vom Befall der Haut. Die Augen sind trocken und können sich entzünden, insbesondere im Bereich der Bindehaut, des Lidrandes und der Regenbogenhaut, seltener im Bereich der Hornhaut.

    Bei einer Entzündung der Hornhaut sollten Betroffene umgehend einen Augenarzt konsultieren, da die Entzündung unbehandelt zur Erblindung führen kann. Leiden Patienten wiederholt an Gerstenkörnern, kann dies auch ein Hinweis auf Rosacea sein.

    Neben diesen Stadien existieren weitere Sonderformen von Rosacea wie die lupoide oder granulomatöse Rosazea, bei der bräunlich-rote Knötchen auftreten, die durch Druck mit einem Glasspatel ein Apfelgelee-artiges Infiltrat zeigen oder auch die Rosacea conglobata, bei der sich schmerzhafte Knoten ausbilden.

    Bei bleibenden, sehr starken Gesichtsschwellungen und einer starken Rötung kann es sich um einen sogenannten Morbus Morbihan handeln. Beim Auftreten von Rosacea im Kindesalter liegt der Fokus auf Augensymptomen.

    Die meisten Betroffenen leiden unter einer Mischform der Erkrankung mit Symptomen der verschiedenen Stadien. Auch die einzelnen Beschwerden unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Stärke von Mensch zu Mensch, weswegen es auch für die Therapie viele Möglichkeiten gibt.

    Diagnose und Behandlung

    Diagnose

    Die Diagnose von Rosacea erfolgt durch den behandelnden Hautarzt, der die entzündeten Stellen der Haut genau betrachtet (ggf. auch durch eine Biopsie im Gesichtsbereich oder eine Blutuntersuchung) und den Krankheitsverlauf sowie die verschlimmernden Faktoren vom Patienten erfragt. Je nach Krankheitsbild wird dann eine passende Entscheidung für die dauerhafte und die akute Therapie getroffen11.

    Wichtig ist der Ausschluss der sogenannten Demodikose, einer Erkrankung, die der Rosacea ähnelt, aber seltener ist. Die Hautveränderungen sind hier meistens einseitig. Die Demodikose wird durch eine Milbenart ausgelöst, die Demodex heißt und die sich um die Haarwurzeln herum einnistet, was zu der entzündlichen Veränderung führt.

    Behandlung mit Medikamenten

    Die Behandlung von Rosacea erfolgt durch Medikamente sowie die Vermeidung von Faktoren, die die Symptome verstärken12. Besonders im ersten Stadium reicht diese Vermeidung als Therapie oft aus. Folgende Faktoren sollten gemieden werden:

    • Stress
    • Alkohol
    • warme Getränke
    • scharfe Speisen
    • Sonneneinstrahlung

    Zur äußeren Behandlung bei Gesichtsrötungen und sichtbaren Äderchen eignet sich häufig Brimonidin. Der Wirkstoff wirkt gefäßverengend, wodurch die Haut weniger stark durchblutet wird und die Rötung verringert werden kann. Das Mittel wirkt allerdings nicht mehr ausreichend bei den Rosacea-Stadien zwei bis vier13.

    Am häufigsten werden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Metronidazol für die Behandlung der Rosacea verwendet. Metronidazol wirkt auf der Haut entzündungshemmend und beruhigend14, 15. Der Wirkstoff ist in Tablettenform auch bekannt als Antibiotikum gegen Infektionen.

    Eine weitere Option ist der Wirkstoff Ivermectin. Dieser wirkt ähnlich wie die anderen beiden Wirkstoffe, tötet allerdings zusätzlich noch die Demodex-Milben größtenteils16, 17.

    In fortgeschritteneren Stadien der Erkrankung hilft oftmals eine zusätzliche Behandlung mit Tabletten oder Infusionen weiter. Hier kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Vor allem Tetracycline wie Doxycyclin oder Minocyclin.

    Daneben gibt es weitere Wirkstoffe wie Isotretinoin, die insbesondere bei einer Tetracycline-Unverträglichkeit oder bei der Behandlung von Rhinophyma wirksam sind. Isotretinoin darf jedoch nicht mit einem Tetracyclin gemeinsam gegeben werden, da das zu Nebenwirkungen führen kann. Schwangere Frauen sollten auf eine Behandlung mit Isotretinoin verzichten, da dies zu Fehlbildungen beim sich entwickelnden Kind führen kann. Zudem sind regelmäßige Blutuntersuchungen bei der Behandlung mit Isotretinoin wichtig.

    Wichtig bei jeder Behandlung mit Medikamenten: Die Betroffenen sollten beobachten, wie sie diese vertragen. Bestimmte Wirkstoffe wie zum Beispiel Calcium-Antagonisten können Gesichtsrötungen verstärken. Eine Absprache mit dem Hausarzt ist in solchen Fällen erforderlich. Zudem sollten die Betroffenen keine kortisonhaltige Arzneimittel über einen längeren Zeitraum anwenden.

    Ergänzend zur medikamentösen Behandlung sollten die Betroffenen auf ihre Hautpflege achten und reizende Seifen und Cremes vermeiden. Verträglich sind in den meisten Fällen Präparate, die Glycerin oder Silikonöl enthalten. Zudem können Erkrankte spezielle Kosmetikprodukte zum Abdecken der Stellen nutzen, die grüne Farbpigmente enthalten. Diese schwächen die Gesichtsrötungen optisch.

    Nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

    Neben einer Therapie mit Arzneimitteln gibt es auch noch nicht-medikamentöse Behandlungen mit Laser oder mittels Operation.

    Laser-Behandlung

    Eine nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeit stellt die Laserbehandlung dar8. Diese eignet sich vor allem bei roten Äderchen und kann helfen, die Rötungen und Gefäßerweiterungen zu verringern. Dabei verödet die Hitze des Lasers oder der Blitzlampe die Äderchen. Bisher gibt es jedoch nur wenige Studien zu diesem Therapieverfahren. Zudem sind Nebenwirkungen wie Narben, helle und dunkle Flecken oder auch Schmerzen möglich. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung nicht.

    Operative Therapien

    Im Falle eines Rhinophyms können chirurgische Maßnahmen helfen. Üblich sind Abtragungen mit dem Skalpell, Laser oder Kryochirurgie (Kältebehandlung) mit Flüssigstickstoff.

    Tipps zur Prävention

    Rosacea ist eine chronische Krankheit und erfordert somit eine dauerhafte Therapie. Um die bereits empfindliche und gereizte Haut zu schonen, sollten Betroffene Faktoren vermeiden, die die Gefäße weiten. Dazu zählen Alkohol, Stress, Wärme, Sonnenbestrahlung und scharfe Speisen.

    Um Stress vorzubeugen können autogene Trainings, Meditation oder progressive Muskelentspannung hilfreiche Maßnahmen sein. Darüber hinaus eignen sich Sportarten wie Yoga, Radfahren und Nordic Walking, da sie den Stressabbau fördern und das Herz- Kreislauf-System eher sanft und mäßig ankurbeln.

    Zudem sollten sie auf Hautpflegemittel und Kosmetika zugreifen, die mild, seifenfrei und pH-neutral sind. Reizende Stoffe wie Menthol und Kampfer sind zu vermeiden. Auch fetthaltige Cremes, Gels und Emulsionen, beispielsweise mit Vaseline oder Paraffin, sind bei Rosacea nicht geeignet, da sie die Poren verschließen und die Rötung der Haut begünstigen19.

    Grundsätzlich sollten Rosacea-Patienten immer einen Sonnenschutz (gegen UV-A und UV-B) auftragen und längere Sonnenbäder vermeiden.

    Sollte die Haut brennen und schmerzen, helfen kalte Getränke und Eiswürfel, aber auch spezielle Pflegegels und Kompressen aus schwarzem Tee. Auch Thermalwasser hat eine beruhigende und kühlende Wirkung auf die entzündete Haut und stärkt diese darüber hinaus durch die enthaltenen Mineralien und das enthaltene Selen.

    Um der Haut Feuchtigkeit zurückzuführen, eignen sich Pflegeprodukte mit Hyaluronsäure und Masken mit Algenextrakt. Beim Auftreten von Schwellungen können Gesichtsmassagen helfen, diese zu lindern.

    Quellen

    1. McAleer MA, Fitzpatrick P, Powell FC. Papulopustular rosacea: prevalence and relationship to photodamage. Journal of the American Academy of Dermatology. 2010;63(1):33-9.
    2. Elewski BE, Draelos Z, Dreno B, Jansen T, Layton A, Picardo M. Rosacea - global diversity and optimized outcome: proposed international consensus from the Rosacea International Expert Group. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology : JEADV. 2011;25(2):188-200.
    3. Aksoy B, Altaykan-Hapa A, Egemen D, Karagoz F, Atakan N. The impact of rosacea on quality of life: effects of demographic and clinical characteristics and various treatment modalities. The British journal of dermatology. 2010;163(4):719-25.
    4. Mc Aleer MA, Lacey N, Powell FC. The pathophysiology of rosacea. Giornale italiano di dermatologia e venereologia : organo ufficiale, Societa italiana di dermatologia e sifilografia. 2009;144(6):663-71.
    5. Dahl MV. Pathogenesis of rosacea. Advances in dermatology. 2001;17:29-45.
    6. Crawford GH, Pelle MT, James WD. Rosacea: I. Etiology, pathogenesis, and subtype classification. Journal of the American Academy of Dermatology. 2004;51(3):327-41; quiz 42-4.
    7. Wilkin J. A role for vascular pathogenic mechanisms in rosacea: implications for patient care. Cutis. 2008;82(2):100-2.
    8. Yamasaki K, Gallo RL. The molecular pathology of rosacea. Journal of dermatological science. 2009;55(2):77-81.
    9. Yamasaki K, Di Nardo A, Bardan A, Murakami M, Ohtake T, Coda A, et al. Increased serine protease activity and cathelicidin promotes skin inflammation in rosacea. Nature medicine. 2007;13(8):975-80.
    10. Abram K, Silm H, Maaroos HI, Oona M. Risk factors associated with rosacea. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology : JEADV. 2010;24(5):565-71.
    11. Schaller M, Almeida LM, Bewley A, Cribier B, Dlova NC, Kautz G, et al. Rosacea treatment update: recommendations from the global ROSacea COnsensus (ROSCO) panel. The British journal of dermatology. 2017;176(2):465-71.
    12. Odom R, Dahl M, Dover J, Draelos Z, Drake L, Macsai M, et al. Standard management options for rosacea, part 2: options according to subtype. Cutis. 2009;84(2):97-104.
    13. Fowler J, Jarratt M, Moore A, Meadows K, Pollack A, Steinhoff M, et al. Once-daily topical brimonidine tartrate gel 0.5% is a novel treatment for moderate to severe facial erythema of rosacea: results of two multicentre, randomized and vehicle-controlled studies. The British journal of dermatology. 2012;166(3):633-41.
    14. Miyachi Y. Potential antioxidant mechanism of action for metronidazole: implications for rosacea management. Advances in therapy. 2001;18(6):237-43.
    15. van Zuuren EJ, Fedorowicz Z, Carter B, van der Linden MM, Charland L. Interventions for rosacea. The Cochrane database of systematic reviews. 2015(4):Cd003262.
    16. Stein Gold L, Kircik L, Fowler J, Jackson JM, Tan J, Draelos Z, et al. Long-term safety of ivermectin 1% cream vs azelaic acid 15% gel in treating inflammatory lesions of rosacea: results of two 40-week controlled, investigator-blinded trials. Journal of drugs in dermatology : JDD. 2014;13(11):1380-6.
    17. Stein L, Kircik L, Fowler J, Tan J, Draelos Z, Fleischer A, et al. Efficacy and safety of ivermectin 1% cream in treatment of papulopustular rosacea: results of two randomized, double-blind, vehicle-controlled pivotal studies. Journal of drugs in dermatology : JDD. 2014;13(3):316-23.
    18. Goldberg DJ. Lasers and light sources for rosacea. Cutis. 2005;75(3 Suppl):22-6; discussion 33-6.
    19. Wilkin JK. Use of topical products for maintaining remission in rosacea. Archives of dermatology. 1999;135(1):79-80.

    Unsere Top 5 FAQs

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