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Arten & Ursachen von Haarausfall

Haarausfall wird in der medizinischen Fachsprache Effluvium genannt, Alopezie hingegen beschreibt den Zustand nach Ausfall der Haare. Mit Ausnahme der Handinnenflächen, Fußsohlen, Lippen, Brustwarzen und den Schleimhäuten hat der Mensch überall am Körper Haare.

Größtenteils handelt es sich dabei um eine feine Behaarung, die als Vellushaar bezeichnet wird. Das Kopfhaar und auch die Haare, die sich während der Pubertät unter dem zunehmenden Einfluss der Geschlechtshormone unter den Achseln und im Genitalbereich bilden, hingegen heißen Terminalhaar.

Die Anzahl der Kopfhaare jedes Menschen sind genetisch festgelegt und variieren zwischen 100.000 und 150.000. Das Haarwachstum verläuft bei gesunden Menschen in drei Phasen: der Anagenphase (Wachstumsphase), der Katagenphase (Übergangsphase) und der Telogenphase, in der es zu einer Lockerung und infolgedessen Ausfall des Haars kommt. Es befinden sich zu jeder Zeit etwa 20 % der Haare in der Telogenphase.

Von einem krankhaften Haarausfall wird gesprochen, wenn mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen. Der vermehrte Haarausfall kann entweder bereits in der Anagenphase stattfinden oder durch einen verfrühten Eintritt in die Telogenphase verursacht werden.

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Ursachen für Haarausfall

Für den krankhaften Haarausfall gibt es viele verschiedene Auslöser. Haarausfall gehört zudem zu den Symptomen anderer Krankheitsbilder, die häufig chronisch verlaufen und in ihrem Endstadium zu einer vernarbenden, irreversiblen Alopezie führen.

Ursächlich für ein diffuses Effluvium in der Anagenphase ist oft eine schwere Schädigung der Haarwurzel durch Unfälle, eine Chemotherapie oder Bestrahlung. Auch Vergiftungen mit Blei, Arsen oder Quecksilber können anagenen Haarausfall hervorrufen.

Haarausfall in der Telogenphase wird meist durch eine weniger starke Schädigung verursacht. Zu den Ursachen für die diffuse telogene Alopezie gehören ein Eisen- oder Vitaminmangel, psychischer Stress und Nebenwirkungen verschiedener Medikamente wie Statine, Betablocker, ACE-Hemmer oder NSAR.

Auch Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder ein Ausfall der Hypophyse oder Nebennierenrinde (Hypophysen- und Nebennierenrindeninsuffizienz) können mit Haarausfall einhergehen. Dieser verläuft zumeist diffus.

Manche Frauen leiden unter einem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS). Beim PCOS produzieren die Eierstöcke (Ovarien) vermehrt männliche Sexualhormone (so genannte Androgen) bzw. wird die Umwandlung der Androgene zu weiblichen Sexualhormonen (den Östrogenen) gestört. Die erhöhte Androgen-Konzentration an den Haarwurzeln führt zu einer androgenetischen Alopezie. Frauen sind außerdem häufig von einem vorübergehenden Effluvium nach der Geburt betroffen.

Die Alopezia tringularis congenita bezeichnet eine angeborene Erkrankung, die sich in Form der allgemein als „Geheimratsecken“ bekannten Haarlosigkeit am Haaransatz der Schläfen präsentiert und im Laufe des Lebens nicht fortschreitet.

Autoimmunerkrankungen (z. B. chronisch-diskoider Lupus und Lichen ruber follicularis) und chronische Hauterkrankungen (z. B. seborrhoisches Ekzem, Psoriasis capitis und Kontaktdermatitis) führen zu einem vernarbendem Haarausfall, der meist irreversibel ist. Auch Infektionen der Kopfhaut mit Bakterien und Pilzen können einen vernarbenden Verlauf verursachen.

Weiterhin zählt die Trichotillomantie zu den Alopezien. Betroffen sind oft Kinder und Jugendliche, die sich im Rahmen eine psychischen Erkrankung Haare ausreißen. Die Traktionsalopezie bezeichnet Haarausfall, der durch Zugkraft auf die Haare, z.B. durch straff-gebundene Frisuren, entsteht und vor allem das Vorderhaupt betrifft.

Diese Arten des Haarausfall gibt es

Die Einteilung der Alopezien erfolgt in vernarbende und nicht-vernarbende Formen und in diffuse und umschriebene (zirkumskripte) Verteilungsmuster. Zu den wichtigsten Vertretern gehören die folgenden Krankheitsbilder:

  • Androgenetische Alopezie
  • Alopezia areata
  • Vernarbende Alopezien

Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls sowohl bei Männern und Frauen und gehört zu den diffusen, nicht-vernarbenden Alopezien. Sie beschreibt einen Haarausfall, der mit erhöhter Empfindlichkeit der Haarfollikel auf männliche Sexualhormone (Androgene) einhergeht.

Der Kontakt der Haarfollikel zu Androgenen führt zu einer Verkürzung der Anagenphase, wodurch die Haare ihren Wachstumszyklus schneller durchlaufen und folglich vermehrt ausfallen. Bei andauernder Hormonexposition verkümmern die Haarfollikel schließlich, produzieren zunächst noch feines Vellushaar und schließlich gar keine Haare mehr.

Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen, bei Männern beginnt der Haarausfall jedoch deutlich früher, zum Teil bereits mit Beginn der Pubertät. Frauen bemerken den Haarausfall oft erst mit Eintritt in die Menopause. Der Beginn und Verlauf des Effluviums ist genetisch festgelegt, meist sind weitere Alopezie-Fälle in der Familie des Patienten zu finden.

Während der Haarausfall bei Frauen in der Regel eher diffus verläuft, beginnt der Haarausfall bei Männern typischerweise am Haaransatz der Schläfen, den „Geheimratsecken“, und schreitet in Richtung der Kopfmitte sowie am Hinterkopf fort, bis oft nur noch ein Haarkranz bestehen bleibt.

Behandlungsmöglichkeiten bei androgenetische Alopezie

Da es sich bei der androgenetischen Alopezie um einen durch erbliche Veranlagung bedingten Haarausfall handelt, sind die Behandlungsmöglichkeiten beschränkt und können den Prozess nur verlangsamen.

Zur Anwendung auf der Haut werden besonders beim weiblichen Haarausfall Minoxidil-Lösungen verwendet. Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise führen die Medikamente zu einer besseren Durchblutung der Kopfhaut. Minoxidil wird in Tablettenform auch in der Bluthochdrucktherapie verwendet.

Es stehen außerdem Medikamente zur Verfügung, die die Umwandlung der Androgene in ihre aktive Form hemmen. Diese Medikamente heißen 5α-Reduktase-Hemmer und wurden ursprünglich nur zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt. Oft beginnt der Haarausfall erneut, sobald die Medikamente abgesetzt werden.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit sind Eigenhaartransplantationen, für die stärker behaarte Stellen der Kopfhaut herausgenommen und auf die kahlen Stellen gesetzt werden.

Alopezia areata

Die Alopezia areata ist eine Autoimmunerkrankung, die mit plötzlichem, scharf begrenztem kreisrundem Haarausfall einhergeht und zu den sogennanten zirkumskripten, nicht-vernarbenden Alopezien gehört.

Der Haarausfall erfolgt unabhängig von der Wachstumsphase der betroffenen Haare, indem körpereigene Immunzellen Haarfollikel attackieren und dazu führen, dass die Haare knapp über ihrer Wurzel abbrechen. Die übrigbleibenden Haarstumpfe werden „Ausrufezeichenhaare“ genannt und sind charakteristisch für diese Erkrankung. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen.

Der Erkrankungsgipfel befindet sich zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, prinzipiell können jedoch Menschen jedes Alters an Alopezia areata erkranken. Die betroffenen Stellen sind vollständig haarlos, die Haut hingegen ist nicht betroffen und zeigt keine entzündlichen Veränderungen oder Vernarbungen.

Zu den Auslösern der Autoimmunreaktion zählen Stress und Infektionen. Es kann das gesamte Kopfhaar betroffen sein, in seltenen Fällen sogar der gesamte Körper inklusive der Wimpern, Augenbrauen, Barthaare und Schambehaarung.

Die Alopezia areata tritt häufig in Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen auf z. B. mit einer Hashimoto-Thyroiditis, einem Diabetes mellitus oder Erkrankungen des atopischen Formenkreises (Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis, Heuschnupfen). In etwa 20 % der Erkrankungen zeigen sich zusätzlich Nagelveränderungen wie „Tüpfelnägel“ oder Nagelverdickungen. Bei etwa 50 % der Patienten wachsen die Haare nach wenigen Monaten nach, teilweise dünner und weniger pigmentiert.

Alopezia areata behandeln

Therapeutisch werden zunächst sogenannte Glukokortikoide (GK) zur Anwendung auf der Haut und in Form von Tabletten verwendet. Bei Glukokortikoide handelt es sich um eine Gruppe der Steroidhormone.

Bei ausbleibender Besserung kann eine Behandlung im Sinne einer Reiztherapie versucht werden. Mit Hilfe von Medikamenten wie Dithranol wird die Haut gereizt und das Haarwachstum angeregt. Auch das Medikament Diphencypron entfaltet seine Wirkung, indem es eine Hautirritation verursacht und so die Aufmerksamkeit des Immunsystems auf das neue Entzündungsgeschehen lenkt.

Bei der Photochemotherapie wird eine Psoralen-Creme auf die kahlen Stellen der Kopfhaut aufgetragen und anschließend mit UV-A-Licht bestrahlt.

Vernarbende Alopezien

Vernarbende Alopezien entwickeln sich häufig im Rahmen von Autoimmunerkrankungen oder Infektion der Kopfhaut. Aufgrund der vollständigen Zerstörung der Haarwurzeln durch die entzündliche Vernarbung ist der Haarausfall meist irreversibel. Oft gehen die Erkrankungen mit einer Reaktion der Haut in Form einer Rötung, Schuppung oder Knoten- und Eiterbildung einher.

Zu den mit vernarbendem Haarausfall assoziierten Autoimmunerkrankung gehören der chronisch-diskoide Lupus erythematodes, das bullöse Pemphigoid und der Lichen ruber follicularis. Die Folliculitis decalvans ist eine Sonderform, die mit einer chronisch-eitrigen Entzündung der Haarwurzeln einhergeht und nur schwer zu behandeln ist.

Auch Infektionen der Kopfhaut mit Bakterien und Pilzen können zu ausgeprägten Vernarbungen führen. Die Tinea capitis ist eine Pilzerkrankung der Haarfollikel und wird oft von Tieren übertragen.

Vernarbende Alopezien behandeln

Da der Vernarbungsprozess typischerweise rasch fortschreitet, sollte möglichst schnell mit einer Behandlung begonnen werden. Je nach Ursache der Alopezie können Antibiotika und Antimykotika (Anti-Pilz-Medikamente) zur Behandlung von Infektionen und Glukokortikoide zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Die Diagnose der zugrundeliegenden Erkrankung ist für die richtige Behandlung unerlässlich.

Quellen

  1. Sterry W et al.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, März 2011.
  2. Moll I et al.: Duale Reihe Dermatologie. 7. Auflage, Thieme, Mai 2010.
  3. Seebacher et al.: Leitlinie Tinea der freien Haut (S1). Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft (DMYKG). Stand Oktober 2008. Abgerufen am 03.05.2019