Haarausfall behandeln

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Die Behandlungsgebühr des Arztes schließt die Rezeptausstellung mit ein und beträgt 9 Euro. Die Kosten für das Medikament sind in der Behandlungsgebühr noch nicht enthalten.

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Allgemeines über den menschlichen Haarwuchs

Wozu wir Menschen unsere Haare eigentlich brauchen, ist noch nicht endgültig geklärt. Wir wissen aber zum Beispiel, dass

  • Das Kopfhaar uns vor der Sonne schützt
  • Haare isolierend wirken (Beispiel Gänsehaut: durch das Aufstellen der Haare können die Zwischenräume ein Luftpolster bilden, das als Isolierschicht funktioniert)
  • Haare im Gehörgang uns u. A. auf Insekten aufmerksam machen können
  • Haare inzwischen zu einem Schönheitsmerkmal in unserer Gesellschaft geworden sind

Die Beschaffenheit unserer Haare - das heißt die maximale Dicke, der Durchmesser eines einzelnen Haares, die Farbe, die maximale Länge, die ein einzelnes Haar annimmt, sowie die Haardichte pro cm2 Kopfhaut - ist durch unsere Gene festgelegt.

Je nach Veranlagung beherbergt ein menschlicher Kopf zwischen 80.000 und 150.000 Kopfhaare, was etwa 180-300 Haaren pro cm2 entspricht. Als Faustformel kann man sich merken, dass Haare ca 1cm/Monat wachsen und in der Regel bis zu 80cm lang werden können, bevor ihr Lebenszyklus vorüber ist.

Im Laufe unseres Lebens entwickeln sich unsere Haare vom Lanugohaar (Haar des Ungeborenen) zum Vellushaar (Flaumhaar) und schließlich zum Terminalhaar. Der Lebenszyklus eines einzelnen Haares ist ein festgelegter Kreislauf und besteht aus drei Phasen:

  • Die Anagenphase (Wachstumsstadium): Sie dauert 2-6 Jahre; 80-90% der Kopfhaare befinden sich normalerweise in dieser Phase
  • Die Katagenphase (Übergangsstadium): Sie dauert 1-2 Wochen; 1-3% der Kopfhaare befinden sich normalerweise in dieser Phase
  • Die Telogenphase (Ruhestadium): Sie dauert 2-4 Monate; 10-20% der Kopfhaare befinden sich normalerweise in dieser Phase

Wenn das Haar anschließend ausfällt, beginnt in der selben Haarwurzel der Lebenszyklus eines neuen Haares. Man geht davon aus, dass eine solche Haarwurzel über eine begrenzte (aber normalerweise für ein Menschenleben ausreichende) Lebensdauer von ca. 25 Lebenszyklen verfügt - allerdings ist auch diese Lebensdauer genetisch festgelegt und variiert somit von Person zu Person. Hinzu kommt, dass vor allem die Wachstumsphase stark von äußeren Umständen beeinflusst wird. Hierzu zählen:

  • Ernährung
  • Stoffwechselveränderungen
  • Medikamente
  • Hormonelle Veränderungen
  • Blutversorgung der Haarwurzel

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wachstumsgeschwindigkeit, Haardicke und Haardichte mit zunehmendem Lebensalter abnehmen, ethnische und geschlechtsspezifische Unterschiede aufweisen und je nach Umweltbedingungen einer großen individuellen Schwankungsbreite unterliegen.

Symptome und Einteilung von Haarausfall

Normalerweise verliert der Mensch etwa 50 – 100 Haare am Tag; bei einer Haarwäsche gehen rund 300 Haare verloren. Von Haarausfall (Effluvium, von lat. effluvium = „Erguss“, „Ausfluss“) spricht man, wenn deutlich mehr Haare verloren gehen und somit haarlose Hautbezirke an Stellen entstehen, die normalerweise Terminalhaar aufweisen.

Von einer Alopezie (vom griech. alōpekía = „krankhafter Haarausfall“) spricht man ab einem Verlust von ca. 60 % der Kopfhaare. Meist lichten sich die Haare erst am Ansatz, dann an den Schläfen und dem Oberkopf.

Alopezie kann verschiedene Ursachen haben und somit auch verschiedene Behandlungsformen erfordern. Unterschieden wird zwischen

  • angeborener und erworbener Alopezie, wobei angeborene Haarwachstumsstörungen bzw. Haarverluste eher selten sind,
  • diffuser und zirkumskripter (umschriebener, herdförmiger) Alopezie
  • sowie in vernarbende und nicht vernarbende Formen.

Wie viele Menschen sind von Alopezie betroffen?

Haarausfall ist vor allem unter Männern weit verbreitet. In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Männer und 500.000 Frauen an Alopezie. B

ei betroffenen Männern ist der Haarausfall in 95% der Fälle auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen (Androgenetische Alopezie, s.u.). Diese erleiden bis zu 80% aller Männer und etwa 50% aller Frauen im Laufe ihres Lebens, womit sie als häufigste Form des Haarausfalls gilt.

Welche Ursachen für Haarausfall gibt es?

Bei vernarbenden Alopezien wird der Haarfollikel irreversibel geschädigt. Gründe hierfür können zum Beispiel Infektionen wie Pilzerkrankungen oder Syphilis, Tumore, physikalische oder chemische Noxen (z.B. Verbrennung, Verätzung) sein.

Gründe für Nicht-vernarbende Alopezien sind häufig Mangelernährung (z.B. Eisenmangel), endokrine Störungen (Schwangerschaft, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion), Medikamente (Antikoagulanzien, Zytostatika), Stress oder andere Erkrankungen wie Tumore oder chronische Infekte.

Da der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) und die Alopecia androgenetica die häufigsten Krankheitsbilder sind, werden diese hier näher beleuchtet. Sie gehören beide zu den nicht- vernarbenden Alopezien.

Androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica)

Die Androgenetische Alopezie gehört zu den diffusen, nicht-vernarbenden Formen des Haarausfalls und ist hormonell bedingt. Dadurch ist sowohl der Verlauf des Haarausfalls als auch dessen Therapie bei Männern und Frauen, sowie auch individuell, sehr unterschiedlich.

Ursache des Leidens ist eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegen das Steroidhormon DHT (Dihydrotestosteron). Dieses wird von einem Enzym namens Steroid-5alpha-Reduktase aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet und ist vor allem in der Pubertät für die „Vermännlichung“, wie zum Beispiel die Ausprägung der Körperbehaarung oder die Funktion der Prostata zuständig. Auch Frauen haben DHT in geringeren Mengen im Körper.

Bei Männern beginnt der Haarausfall oft schon mit Einsetzen der Pubertät, da hier der DHT-Spiegel physiologischerweise steigt. Da die Haarwurzelzellen auf den normalen DHT-Blutspiegel überempfindlich reagieren, verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare und es kommt zu einer Umwandlung von Terminalhaar in Vellushaar. Durch die Verkümmerung und den verfrühten Ausfall der Haare geht die Haarwurzel schließlich unter, und kein neues Haar kann mehr aus ihr wachsen.

Das typische Haarausfall-Muster bei Männern beginnt mit Geheimratsecken im Schläfenbereich (Grad I) und sich lichtendem Haar am Hinterkopf (Grad II). Schließlich lichtet sich ebenfalls das Scheitelhaar und die haarlosen Bereiche vereinen sich zu einer Glatze im oberen Bereich des Kopfes (Grad III). Es bleibt ein hufeisenförmiges Haarband, die freie Kopfhaut glänzt aufgrund der verbleibenden Talgdrüsen.

Bei Frauen zeigt sich meist kein solches Muster, sondern eine generelle Ausdünnung der Kopfhaare. Oft dünnen die Haare vor allem in der Scheitelregion aus, wobei im Stirnbereich ein schmaler Haarstreifen erhalten bleibt. Der Haarausfall verläuft bei Frauen in der Regel milder, führt nicht zur Glatze und beginnt meist erst nach dem Klimakterium (den Wechseljahren) durch einen Androgen-, also Sexualhormonüberschuss. Andere Gründe können Androgen-produzierende Tumore oder Medikamente mit Androgenwirkung sein, wodurch Frauen gelegentlich auch unter einer „Vermännlichung“ in Form von männlichem Haarwuchs, maskulinerem Aussehen oder einer tieferen Stimme leiden. Die psychische Belastung ist in diesen Fällen besonders hoch.

Die Androgenetische Alopezie führt nie zu einem rasch fortschreitenden Haarverlust, sondern ist ein Jahre bis Jahrzehnte andauernder Prozess. Je früher der Haarausfall beginnt, desto schwerer ist in der Regel der Verlauf.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Die Alopecia areata gehört zu den nicht-vernarbenden, zirkumskripten (also klar umschriebenen) Formen des Haarausfalls. Es zeigen sich herdfömige, haarlose Kahlstellen mit kurzen, abgebrochenen Haaren an den Rändern. Gegebenenfalls sind sogenannte „Ausrufezeichenhaare“ mit einer verdickten Haarwurzel zu sehen, deren Haarschaft in Wurzelnähe dünner ist als am Haarende.

Der kreisrunde Haarausfall kommt in fast allen Altersgruppen, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt, allerdings geht man von einer autoimmunologischen Entzündung aus, bei der das Immunsystem im Bereich der Haarwurzeln fehlgesteuert wird.

Durch die Entzündung wird ein Stillstand des Haarwachstums hervorgerufen, der - aus bisher unbekannten Gründen – plötzlich wieder aufgehoben werden kann. Direkte Auslöser dieser Schübe konnten bisher nicht erforscht werden; häufig wird ein Zusammenhang mit Phasen erhöhter psychischer Belastung bzw. Stress beobachtet.

Der Produktionsstillstand der Haarwurzel ist in der Regel reversibel, kann aber auch lebenslang andauern oder sich dramatisch verschlechtern, weshalb der kreisrunde Haarausfall mit einer hohen psychischen Belastung verbunden ist. In ca. 20% der Fälle bleibt die Alopezie, in ca. 70% kommt es nach einer (zeitweisen) Spontanheilung zu Rezidiven.

Auch die Frage, ob die Alopecia areata vererblich ist, kann noch nicht eindeutig beantwortet werden. Es besteht eine familiäre Häufung in bis zu 20% der Fälle, wobei häufiger männliche Personen betroffen sind.

Schweregrade der Alopecia areata:

  • Grad I: Einer oder mehrere Herde, die weniger als 30% der behaarten Kopfhaut betreffen
  • Grad II: Einer oder mehrere Herde, die mehr als 30% der behaarten Kopfhaut betreffen
  • Grad III: Alopecia areata totalis (die gesamte behaarte Kopfhaut ist betroffen)
  • Grad IV: Alopecia areata universalis (vollständiger Ausfall der Körperhaare inklusive Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung)

Wie wird Haarausfall diagnostiziert?

Um den Ursachen eines vorhandenen Haarverlusts auf den Grund zu gehen und so eine eindeutige Diagnose zu stellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie sollten diese in jedem Fall von einem Arzt vornehmen lassen.

  • Eigen- und Familienanamnese: Die Krankengeschichte des Betroffenen sowie die seiner direkten Verwandten wird erfragt. Wie genau verlief der Haarausfall? Sind außerdem Schuppen zu beobachten? Juckt die Kopfhaut? Wurden kurz vor Beginn des Haarausfalls neue Medikamente oder Pflegeprodukte angewendet? Bei Frauen ist außerdem relevant, ob sich im Zyklus etwas verändert hat oder eine neue (Hormon-)Verhütungsmethode begonnen wurde. Gibt es ähnliche Beschwerden bzw Kopfhauterkrankungen bei nahen Verwandten? Unter Umständen kann ein „Haarkalender“ geführt werden.
  • Laboruntersuchungen: Entzündungswerte, Schilddrüsenhormone, Geschlechtshormone, Leberwerte, Antikörper, Eisen, Zink, Vitaminblutspiegel, Ausschluss einer Infektion, Untersuchung der Haarbestandteile (Schwefel- und Kupfergehalt, Aminosäuren), ggf. genetische Untersuchung
  • Haarwurzelstatus (Trichogramm): Es werden insgesamt etwa 100 Haare von zwei Stellen der Kopfhaut entfernt und unter dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen untersucht
  • Kopfhautbiopsie (Gewebeentnahme): Es wird ein kleines Stück (wenige mm) der Kopfhaut entnommen und untersucht

Wie kann Haarausfall behandelt werden?

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Ursache des Haarverlusts.

Therapiemöglichkeiten bei Androgenetischer Alopezie

Bei Männern:

  • Minoxidil: Blutdrucksenkendes Medikament, dessen Wirkmechanismus in Bezug auf die positive Wirkung beim Haarausfall noch nicht endgültig geklärt ist (in äußerlich anwendbaren Kopfhauttinkturen)
  • Finasterid: Wirkstoff in Medikamenten (zum Beispiel in Propecia), der das Enzym Steroid-5alpha-Reduktase hemmt, wodurch weniger Testosteron in DHT umgewandelt wird
  • Chirurgische Maßnahmen: operative Haartransplantation, auch mit Eigenhaar z.B. aus dem Nacken möglich (diese Methode ist sehr kostspielig und wird daher eher selten angewendet)
  • Perücke als symptomatische Behandlung

Bei Frauen: - Orale Antiandrogene (z.B. Cyproteronacetat), die die Bindungsstellen der männlichen Geschlechtshormone blockieren - Lokale Östrogene (äußerlich anwendbar) - Perücke oder Einflechten von Haaren als symptomatische Behandlung

Therapiemöglichkeiten bei Kreisrundem Haarausfall

  • Steroide: lokal (äußerlich anwendbar als Lösung oder Creme) bzw. oral
  • Phototherapie mit UVA-Licht, Photochemotherapie mit PUVA-Creme
  • Immuntherapie mit DCP (Diphenylcyclopropenon) oder SADBE (Quadratsäuredibutylester)
  • Haarersatz (Perücke) oder Permanent-Make-up (z.B. bei Verlust der Augenbrauen) als symptomatische Behandlung

Quellen

  1. M. Freissmuth, S. Offermanns, S. Böhm: Pharmakologie & Toxikologie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2012, S. 567f
  2. W. Tilgen, D. Dill-Mçller, P. Koch, U. Reinhold: Dermatologie, Steinkopff Verlag, Darmstadt 2005, S.129-137
  3. Dr. med Thomas Brinkmeier: Kompendium Dermatologie, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 2006, S. 55-70
  4. Ärzte Zeitung Nr. 180 vom 06.10.99, S.20, Dokumentnummer 000070969: Androgenetische Alopezie – Behandlung mit Finasterid hemmt Haarausfall
  5. Bianca Maria Piraccini: Androgenetic alopecia, Division of Dermatology, Department of Experimental Diagnostic and Specialty Medicine University of Bologna, Italy; Abstract
  6. https://www.amboss.com/de/wissen/Alopezien, 31.08.18
  7. http://flexikon.doccheck.com/de/Alopezie, 02.09.18
  8. https://www.alopezie.de, 02.09.18
Was hilft gegen Haarausfall?

Haarausfall ist nicht nur in den Augen Vieler optisch ein Makel, sondern stellt für viele Männer auch eine seelische Belastung dar. Welche Medikamente im Kampf gegen Haarausfall besonders wirksam sind, verraten wir Ihnen hier.

Finasterid vs. Propecia

Finasterid und Propecia sind die wohl bekanntesten Medikamente gegen Haarausfall. Wie wirken sie und was unterscheidet die beiden Arzneimittel?

Haarausfall - Arten & Ursachen

Haarausfall wird in der medizinischen Fachsprache Effluvium genannt, Alopezie hingegen beschreibt den Zustand nach Ausfall der Haare. Die Anzahl der Kopfhaare jedes Menschen sind genetisch festgelegt und variieren zwischen 100.000 und 150.000. Von einem krankhaften Haarausfall wird gesprochen, wenn mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen.

Haarausfall bei Frauen

Die häufigste Ursache des Haarausfalls bei Frauen ist wie bei Männern eine erblich bedingte Alopezie. Bei Frauen beginnt der Haarausfall meist am Scheitel. Die Haare werden mit der Zeit gleichmäßig am ganzen Kopf dünner. Doch auch Erkrankungen, Infektionen oder Medikamente können den Haarausfall auslösen.

Unsere Top 5 FAQs

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Zudem haben wir einen medizinischen Beirat, der uns bei medizinischen Fragen berät, die telemedizinische Behandelbarkeit neuer Indikationen prüft und unser Team bei der Auswahl unserer Partnerärzte unterstützt.

Bitte beachten Sie, dass eine Online-Behandlung in einigen Fällen nicht den persönlichen Gang zum Arzt ersetzt und dass Sie bei akuten Beschwerden Ihren Hausarzt konsultieren sollten.