1. Was sind Abführmittel und wann werden sie eingesetzt?
  2. Welche Abführmittel gibt es?
  3. Abführmittel rezeptfrei?
  4. Konventionelle Maßnahmen bei Verstopfung

Abführmittel fördern die Darmentleerung. Es gibt natürliche und chemische Wirkstoffe, die überwiegend den Salz- und Wassergehalt des Darminhaltes beeinflussen und so den Stuhlgang erleichtern.

Das Wichtigste zu Abführmitteln:

  • Anwendung bei Verstopfungen, zur Erweichung des Stuhls und im Rahmen medizinischer Eingriffe
  • Natürliche Abführmittel sowie chemische Abführmittel sind überwiegend rezeptfrei
  • Konventionelle Maßnahmen sollten ausgeschöpft und Abführmittel nicht langfristig eingesetzt werden
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So kann Fernarzt helfen
So kann Fernarzt helfen

Leiden Sie öfter an Verstopfung? Dann sollten Sie das definitiv abklären lassen bevor es schmerzhafter wird. Unsere Ärzte stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung. Sie können ein Gespräch online vereinbaren und per Telefon oder Video mit unseren ÄrztInnen sprechen. Dort erhalten Sie nicht nur Rat, sondern auch wenn nötig ein Rezept oder eine Krankschreibung.

Abführmittel - ein kurzer Überblick

Zur Förderung des Stuhlgangs sollten zunächst Allgemeinmaßnahmen (Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung, körperliche Aktivität und eine ausreichende Trinkmenge (1.5-2 Liter, am besten Wasser) ausgeschöpft werden. Quell- und Ballaststoffe wie Weizenkleie, Flohsamenschale und Leinsamen helfen ebenfalls, können aber zu Gasbildung und Bauchschmerzen führen.

Macrogole, Bisacodyl und Natriumpicosulfat sind Arzneimittel erster Wahl, der Einnahmezeitraum unterliegt keiner Begrenzung und sie können auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Zuckerstoffe und Anthrachinone sind Mittel zweiter Wahl. Sollten alle diese Wirkstoffe nicht helfen, kann Prucaloprid in Erwägung gezogen werden.

Natürliche Abführmittel sind zum Beispiel Ballast- und Quellstoffe. Dazu zählen Leinsamen, Flohsamenschalen und Weizenkleie. Auch Anthrachinone, die in der Sennespflanze, Cascararinde (Faulbaumrinde), Aloe und Rhabarber enthalten sind, wirken abführend.

Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an Ballaststoffen haben, regen die Verdauung an. Dazu zählen neben Leinsamen, Flohsamenschalen und Weizenkleie zum Beispiel auch gedörrte Pflaumen, Pflaumensaft und anderes Trockenobst. Auch Sauerkraut bzw. Sauerkrautsaft enthält neben Ballaststoffen verdauungsfördernde Bakterien, die im Rahmen des Fermentierungsprozesses entstehen. Ein übermäßiger Verzehr kann zu Durchfall führen.

Je nach Wirkstoff und Darreichungsform setzt die abführende Wirkung unterschiedlich schnell ein. Bei oraler Einnahme erfolgt die Wirkung meist nach Stunden, bei rektaler Anwendung, also über den Enddarm, meist in Form von Zäpfchen und Klysmen, kann die Wirkung bereits nach 10 bis 30 Minuten einsetzen.

<p>Durchfall</p>

Durchfall

Leider ist eine Durchfallerkrankung kein seltener Fall. Es gibt viele verschiedene Auslöser. Oft reicht es aber, ausreichend Flüssigkeit als Ausgleich zu sich zu nehmen.

<p>Verstopfung</p>

Verstopfung

Die Ursache von Verstopfungen sind nicht immer zu klären. Dennoch leiden in Deutschland circa 5 - 15 Prozent darunter.

Cortisonsalbe
Cortisonsalbe

Cortisonsalbe enthält den Wirkstoff Cortison und wird zur kurzfristigen Anwendung bei Entzündungen der Haut verwendet.

Quellen

Norddeutscher Rundfunk (17.04.2020) Ballaststoffe sind gesund und fördern die Verdauung, unter: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ballaststoffe-sind-gesund-und-foerdern-Verdauung,ballaststoffe101.html [abgerufen am 07.07.2020]

Rote Liste (Mai 2020) 56.A. Pflanzliche Laxantia/Mittel gegen Obstipation, unter: https://www.rote-liste.de/suche/hauptgruppe/56-A [abgerufen am 07.07.2020]

Rote Liste (Mai 2020) 56. Laxantia/Mittel gegen Obstipation, unter: https://www.rote-liste.de/suche/hauptgruppe/56 [abgerufen am 10.07.2020]

Wang X., Yin J. (2015). Complementary and alternative therapies for chronic constipation. Evid Based Complement Alternat Med, unter https://doi.org/10.1155/2015/396396

Cirillo, C., and Capasso, R. (2015) Constipation and Botanical Medicines: An Overview. Phytother. Res., 29: 1488– 1493, unter: doi: 10.1002/ptr.5410.

Amboss (26.06.2020). Obstipation, unter: https://www.amboss.com/de/wissen/Obstipation [abgerufen am 10.07.2020]

Deutsche Apotheker Zeitung (03.09.2000) Das Reizdarmsyndrom: Schlüsselrolle für Serotonin, unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2000/daz-36-2000/uid-7195 [abgerufen am 10.07.20]

Apotheken Umschau (20.05.2020) Beipackzettel von BISACODYL Sanavita 10mg Zäpfchen, unter: https://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/BISACODYL-Sanavita-10-mg-Zaepfchen-15194292.html [abgerufen am 10.07.20]

Andresen, V., Enck, P., Frieling, T. (2013).S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. AWMF, Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) und der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-019l_S2k_Chronische_Obstipation_2013-06-abgelaufen.pdf [abgerufen am 10.07.20]

Offermanns S. (2016) Pharmaka mit Wirkung auf die Magen-Darm-Motilität. In: Pharmakologie und Toxikologie. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg

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