Ein Mann hält eine Samenspende oder Spermaprobe in einem Becher.
  1. Wer kann Samen spenden?
  2. Wie läuft eine Samenspende ab?
  3. Wird eine Samenspende vergütet?
  4. Wo kann man Samen spenden?
  5. Häufige Fragen zu Samenspenden
Ein Mann hält eine Samenspende oder Spermaprobe in einem Becher.

Die Samenspende dient der künstlichen Befruchtung und wird angewandt, wenn Frauen mit dem Partner oder der Partnerin keine Kinder bekommen können oder keinen Partner haben.

Aus rechtlicher Sicht ist eine anonyme Samenspende in Deutschland nicht zulässig. Dies wird durch das Samenspenderregistergesetz (SaRegG) geregelt. Kinder, die durch eine Samenspende gezeugt wurden, können ab dem 16. Lebensjahr die Identität des Spenders erfahren.

Umgekehrt hat ein Spender kein Recht zu erfahren, ob aus seiner Samenspende ein Kind gezeugt wurde, wie viele Kinder er hat und wo der Aufenthaltsort der Kinder ist. Dies dient dem Wohle des Kindes und seiner Familie. Der Spender ist rechtlich gesehen auch nicht der Vater der Kinder. Ihm gegenüber können keine Unterhaltsansprüche geltend gemacht werden.

Wer kann Samen spenden?

Die Samenspender müssen zwischen 18 und 50 Jahren alt sein. Sie dürfen weder Erbkrankheiten in der Familie noch andere Krankheiten – insbesondere Infektions- und Geschlechtskrankheiten – haben. Auch die Qualität des Ejakulates ist wichtig. Dabei wird eine große Menge an vitalen Spermien vorausgesetzt.

Raucher und Alkoholiker sind von einer Samenspende ausgeschlossen.

Die jeweiligen Voraussetzungen können zwischen den verschiedenen Samenbanken variieren. Sie sind jedoch insgesamt so hoch angesetzt, dass weniger als 1 von 10 Männern als Samenspender zugelassen wird.

Wie läuft eine Samenspende ab?

In allen Samenbanken ist bei einer Samenspende der Ablauf ähnlich.

1. Kontakt aufnehmen und Termin vereinbaren

Zuerst vereinbaren der Spender und Samenbank einen Termin für eine Probespende vor Ort. Diese ist zur Qualitätsbeurteilung der Spermien notwendig und um die Eignung des Spenders festzustellen. Der letzte Samenerguss des Spenders muss dabei drei bis fünf Tage zurückliegen.

2. Fragebogen ausfüllen

Um alle wichtigen Daten zu erfassen, muss der Spender beim Probetermin einen Fragebogen ausfüllen. Dieser enthält z. B. Fragen zu Erbkrankheiten, der Lebensweise und Erkrankungen.

Beispiele Fragebogen Samenspende
  • Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten
  • Ethnische Herkunft
  • Größe, Gewicht
  • Haarfarbe, Augenfarbe
  • Blutgruppe
  • Alkohol- und Tabakkonsum
  • Psychologischer Status
  • Ausbildung, Beruf
  • Hobbys, Interessen
  • Sexualverhalten
  • Geschlechtskrankheiten
  • Medikamenteneinnahme
  • Medizinische Eingriffe
  • Bereits gezeugte Kinder
  • Krankheiten in der Familie
  • Lebens-/Sterbealter Großeltern

3. Durchführung von Gesundheitstests

Wenn die Analyse der Probespende positiv ausfällt, muss der Spender Blut, Urin und nochmals Sperma abgeben, um Infektions- und Geschlechtskrankheiten auszuschließen. Kommen auch diese Analysen zu einem wünschenswerten Ergebnis, so kommt es zum Vertragsabschluss. Nur 7 bis 8 Prozent aller Spendewilligen sind geeignet.

4. Vertragsabschluss

Um die rechtliche Stellung und die Rahmenbedingungen der Spende zu regeln, wird ein Vertrag abgeschlossen. In diesem werden die Samenspenden, Gesundheitskontrollen und die Höhe der Aufwandsentschädigung geregelt. Dies ist für eine regelmäßige Spendertätigkeit notwendig. Wie häufig man spenden kann, ist abhängig von der jeweiligen Samenbank. In der Regel sind mehr als 20 Spenden im Jahr möglich.

Wird eine Samenspende vergütet?

Pro Samenspende wird in Deutschland 80 bis 150 Euro als Aufwandsentschädigung gezahlt. In den meisten Fällen erhält der Spender zunächst eine Anzahlung; die restliche Summe wird überwiesen, wenn die Spende nach einer Quarantänezeit verwendet werden kann.

Genauere Informationen zur Vergütung von Samenspenden finden Sie hier.

Wo kann man Samen spenden?

Es gibt in Deutschland derzeit neun Samenbanken, in denen man Samen spenden kann. Kleine, privat geleitete Samenbanken werden zusehends durch große, bundes- oder europaweit agierende Konzerne verdrängt. Diese versorgen jeweils mehrere Kinderwunschkliniken mit dem Spendersamen.

Häufige Fragen zu Samenspenden

Mindestanforderungen für Samenspender sind ein bestimmtes Alter (i. d. R. 18 bis 50 Jahre), der Ausschluss von Erbkrankheiten und ansteckenden Krankheiten sowie eine gesunde Lebensweise ohne Alkohol- oder Nikotinmissbrauch. Weiterhin muss das Sperma eine hohe Qualität aufweisen, dazu zählt eine hohe Anzahl beweglicher Spermien im Ejakulat.

Nein, Samenspender sind in Deutschland nicht unterhaltspflichtig. Das ist im Samenspenderregistergesetz (SaRegG) festgelegt. Samenspender dürfen zwar nicht mehr anonym bleiben, jedoch sind sie freigestellt hinsichtlich Sorgerecht, Unterhaltsrecht und Erbrecht.

In Deutschland sind Samenspenden grundsätzlich erlaubt. Sowohl vom eigenen Partner, von Bekannten und Freunden als auch fremde Samenspenden. Allerdings dürfen Samenspenden nicht komplett anonym sein. Die auf diesem Wege gezeugten Kinder haben das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung und können ab dem 16. Lebensjahr die Identität ihrer Erzeuger erfahren.

Bis vor wenigen Jahren waren Samenspenden in Deutschland fast ausschließlich heterosexuellen Paaren zugänglich. Heutzutage können auch Frauen, die in einer homosexuellen Partnerschaft leben, auf diesem Wege ihren Kinderwunsch erfüllen. Sogar alleinstehende Frauen können, abhängig von Bundesland und der jeweiligen Einrichtung, Samenspenden in Anspruch nehmen und sich damit künstlich befruchten lassen.

Alternativ zu offiziellen Samenbanken gibt es auch andere Wege, an eine Samenspende zu gelangen. Die natürliche Methode bedeutet, dass die Befruchtung durch Geschlechtsverkehr stattfindet. Dazu können “Samenspender” u. a. in diversen Internetforen kontaktiert werden. Bei diesem Vorgehen sollte sehr genau auf Sicherheit geachtet werden, sowohl was körperliche Unversehrtheit angeht als auch hinsichtlich möglicher ansteckender Krankheiten.

Quellen

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