Frau hält Darmmodell vor dem Bauch
  1. Symptome bei Darmkrebs
  2. Ursachen von Darmkrebs
  3. Diagnostik von Darmkrebs
  4. Behandlungsmöglichkeiten bei Darmkrebs
  5. Darmkrebs-Vorsorge
  6. Häufige Fragen zu Darmkrebs
Frau hält Darmmodell vor dem Bauch

Der Großteil aller Darmkrebsdiagnosen wird bei Menschen über 55 Jahren gestellt. Aus diesem Grund wird die Darmkrebsvorsorge ab 50 Jahren für Männer und ab 55 Jahren für Frauen empfohlen.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei Männern ist es die dritthäufigste, bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, gemessen an den Neuerkrankungen pro Jahr. Am häufigsten sind Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom).

Auf einen Blick
  • Es gibt pro Jahr ungefähr 60.000 neue Darmkrebserkrankungen in Deutschland
  • 50 % aller Darmkrebserkrankungen befinden sich im Enddarm (Rektum), 30 % im letzten Dickdarmabschnitt (Colon sigmoideum)
  • 95 % der Karzinome entstehen aus gutartigen Vorstufen (Adenome)
  • Eine Vorsorge-Darmspiegelung wird für Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren empfohlen und von der Krankenkasse gezahlt

Symptome bei Darmkrebs

Darmkrebs kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Gerade bei Karzinomen, die in den unteren Darmabschnitten sitzen, kann es zu Blutbeimengungen im Stuhl kommen. Diese werden häufig mit Blutungen von Hämorrhoiden verwechselt. Blut im Stuhl sollte jedoch immer mithilfe einer Darmspiegelung abgeklärt werden. Durch den Blutverlust kommt es oft zu Blutarmut (Anämie), die mit Schwäche, Leistungsminderung und Müdigkeit einher geht.

Weiterhin gelten Veränderungen der Stuhlkonsistenz wie Verstopfung, Durchfall oder bleistiftartig dünn geformter Stuhlgang als mögliche Hinweise auf eine Krebserkrankung im Darm. Die Stuhlveränderungen treten in der Regel plötzlich auf. Begleitend berichten PatientInnen in einigen Fällen ebenfalls über Bauchschmerzen und Blähungen.

Häufige Darmkrebs-Anzeichen:
  • Blutbeimengungen beim Toilettengang
  • Veränderung des Stuhlgangs
  • Leistungsabfall
  • Schwäche
  • Bauchschmerzen
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Ursachen von Darmkrebs

Die Ursache von Darmkrebs ist nicht immer klar zu definieren. Es sind verschiedene erbliche Faktoren bekannt, die das Risiko für Darmkrebs massiv erhöhen. Dazu zählen sogenannte Polyposis-Syndrome. PatientInnen mit einem dieser Syndrome neigen zur vermehrten Entwicklung von Polypen im Darm, die im Laufe der Zeit zu Krebs entarten können. Unter Umständen liegt das Risiko bei einer Polyposis-Erkrankung bei 100 Prozent, sodass vorsorglich das gesamte betroffene Darmsegment entfernt werden muss.

Häufiger sind jedoch Darmkrebserkrankungen ohne genetische Vorbelastung. Faktoren, die das Risiko erhöhen, sind ungesunde Ernährung und wenig Bewegung. Insbesondere fleischlastige, fettige Ernährung mit wenigen Ballaststoffen stellen ein Risiko dar. Die Passage der Nahrung durch den Darm wird verlangsamt, dadurch können sich Teile des Stuhls festsetzen und zu Darmentzündungen und Irritationen führen. Diese chronische Belastung des Darms stellt ein Risiko für Darmkrebs dar. Auch Adipositas, Rauchen und Alkoholkonsum sind gesicherte Risikofaktoren.

Bestimmte Vorerkrankungen begünstigen ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs, dazu zählen u. a.:

  • Diabetes mellitus Typ 2,

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn)

  • Gutartige Veränderungen der Darmschleimhaut (Adenome)

  • Entzündliche Veränderungen der Gallenwege

Diagnostik von Darmkrebs

Bei entsprechenden Beschwerden, die auf Darmkrebs hindeuten könnten, sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Diese können mit verschiedenen Untersuchungen eine Diagnose stellen. Mithilfe eines Teststreifens können kleinste Mengen Blut in einer Stuhlprobe nachgewiesen werden. Diese Stuhluntersuchung eignet sich auch als Screening zur Darmkrebsvorsorge.

Besteht der Verdacht auf eine Darmkrebserkrankung im Enddarm, kann diese möglicherweise mit einer digital rektalen Untersuchung (Austasten des Enddarms mit dem Finger) ertastet werden. Mit Hilfe einer Darmspiegelung (Koloskopie) kann der gesamte Dickdarm bis zum Ende des Dünndarms eingesehen werden. Diese Untersuchung sollte immer bei Verdacht auf Darmkrebs und andere Erkrankungen des Dickdarms durchgeführt werden und ist ebenfalls zur Vorsorge ab 50 Jahren (Männer) bzw. 55 Jahren (Frauen) empfohlen. Außerdem können bei der Darmspiegelung auch Proben von verdächtigem Gewebe entnommen und feingeweblich untersucht werden.

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Zusätzlich zu diesen Untersuchungen muss gegebenenfalls noch weitere Diagnostik wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztherapie angeschlossen werden.

Bestätigt sich der Verdacht auf Darmkrebs, müssen außerdem in Abhängigkeit des Stadiums weitere bildgebende Untersuchungen anderer Körperregionen durchgeführt werden, um Metastasierung (Streuung von Krebszellen in andere Regionen) auszuschließen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Darmkrebs

Die Behandlung von Darmkrebs ist abhängig von der Lokalisation und dem Stadium des Darmkrebses. Weitere beeinflussende Faktoren sind der Allgemeinzustand des/der Erkrankten und die molekularen Eigenschaften der Krebszellen.

Bei nicht metastasierten Karzinomen, also wenn der Krebs nicht gestreut hat, wird in der Regel primär eine Operation durchgeführt. In niedrigen Stadien kann diese unter Umständen bereits ausreichend sein. In höheren Stadien kann eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation notwendig sein. Ist eine Operation aufgrund der Tumorgröße und -ausbreitung primär nicht möglich, kann auch vor der Operation eine Chemotherapie stattfinden. Diese kann die Tumorgröße verkleinern und eine OP ermöglichen.

Eine Bestrahlung kommt nur bei Karzinomen des Enddarms infrage und wird in der Regel bei Rektumkarzinomen nach einer Operation, gegebenenfalls in Kombination mit einer Chemotherapie, durchgeführt. Eine Bestrahlung reduziert das Risiko für Rückfälle nach erfolgreicher Therapie.

Hat die Krebserkrankung bereits in andere Organe gestreut, kommt eine Operation in den meisten Fällen nicht mehr in Frage. Metastasierter Darmkrebs wird mit Chemotherapie, bei Lokalisation im Enddarm möglicherweise in Kombination mit Bestrahlung, behandelt.

Letztendlich wird die Entscheidung für eine Therapiestrategie immer individuell und in Zusammenarbeit aller beteiligten Fachgebiete getroffen, um die bestmögliche Therapie zu ermöglichen.

Die Heilungschancen sowie die Lebenserwartung bei Darmkrebs sind ebenfalls abhängig vom Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose. Insgesamt liegt die Wahrscheinlichkeit, 5 Jahre nach einer Darmkrebsdiagnose noch am Leben zu sein, bei 62 Prozent.

Darmkrebs-Vorsorge

Über 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen werden nach dem 55. Lebensjahr diagnostiziert. Aus diesem Grund wird eine Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr für Männer und ab dem 55. Lebensjahr für Frauen empfohlen.

Diese Vorsorge sollte am besten mittels Darmspiegelung stattfinden. Sie wird im Rahmen der Vorsorge zwei Mal von der Krankenkasse gezahlt. Bei unauffälligem Befund findet die zweite Koloskopie 10 Jahre nach der ersten statt. Bei Auffälligkeiten finden Kontrollen entsprechend früher und häufiger statt. RisikopatientInnen mit Vorerkrankungen oder genetischer Vorbelastung erhalten ebenfalls bereits frühere und häufigere Vorsorgeuntersuchungen.

Kann eine Darmspiegelung nicht durchgeführt werden oder wird diese von PatientInnen abgelehnt, so kann auch ein Test auf kleinste Blutbeimengungen im Stuhl durchgeführt werden. Dieser wird für beide Geschlechter ab 50 Jahren einmal im Jahr von der Krankenkasse übernommen. Eine Koloskopie sollte jedoch immer die erste Wahl zur Vorsorge sein, da diese mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit Darmkrebs erkennen und auch Vorstufen von Darmkrebs darstellen kann.

Unabhängig von Vorsorgeuntersuchungen kann jeder und jede das persönliche Risiko für Darmkrebs mit gesunder Ernährung, einem gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung minimieren.

Häufige Fragen zu Darmkrebs

Es gibt keine sicheren Anzeichen oder Frühsymptome von Darmkrebs. Oft wird Darmkrebs erst diagnostiziert, wenn Blut im Stuhl sichtbar wird. Vorher treten durch den chronischen Blutverlust häufig bereits Schwäche und Leistungsminderung auf. Weitere Symptome sind Bauchschmerzen und Veränderungen der Stuhlfrequenz und -konsistenz.

90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen werden nach dem 55. Lebensjahr diagnostiziert. Aus diesem Grund wird die vorsorgliche Darmspiegelung ab diesem Alter empfohlen.

Die Lebenserwartung ist abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose, also vom Stadium der Erkrankung bei Erstdiagnose. Insgesamt liegt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens 5 Jahre nach Diagnosestellung bei 62 Prozent.

Die Therapie von Darmkrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. In früheren Stadien ist meist eine Operation ausreichend, möglicherweise mit anschließender Chemotherapie. Bei lokal fortgeschritten Erkrankungen kann vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt werden, um den Tumor zu verkleinern. Bei Krebs des Enddarms kann zusätzlich eine Bestrahlung stattfinden. Hat der Krebs bereits gestreut, ist in der Regel keine Operation möglich und es wird eine Chemotherapie, gegebenenfalls mit Bestrahlung, durchgeführt.

Am häufigsten tritt Darmkrebs im Enddarm (Rektum) und unteren Dickdarmanteil (Colon sigmoideum) auf. Generell treten Darmkrebserkrankungen häufiger in den unteren Darmabschnitten auf.

Das Risiko für Darmkrebs wird gefördert durch ungesunde und fleischlastige Ernährung mit niedrigem Ballaststoffanteil, wenig Bewegung, Rauchen und Alkoholkonsum. Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2, Vorerkrankungen des Darms oder der Gallenwege erhöhen ebenfalls das Risiko für Darmkrebs. Außerdem gibt es verschiedene erbliche Faktoren, die bei der Entstehung von Darmkrebs eine Rolle spielen.

Quellen

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