Frau schnaubt sich die Nase und hält eine Teetasse
  1. Begleitsymptome bei Schnupfen
  2. Ursachen von Schnupfen
  3. Diagnostik bei Schnupfen
  4. Behandlung von Schnupfen
  5. Vorbeugung von Schnupfen
Frau schnaubt sich die Nase und hält eine Teetasse

Schnupfen tritt meistens im Rahmen einer Erkältung auf und wird durch verschiedene Erkältungsviren verursacht. Auch Allergien und seltenere Erkrankungen der Nasenschleimhaut können Schnupfen zur Folge haben.

Schnupfen ist besonders im Winter ein ständiger Begleiter. Als klassisches Erkältungssymptom leiden viele Menschen unter verstopfter Nase und erschwerter Nasenatmung. Auslöser sind meist Erkältungsviren, die sich gerade im Winter sehr schnell verbreiten. Die Dauer einer Erkältung und damit auch der Schnupfen sind in der Regel selbstlimitierend und heilen innerhalb weniger Tage folgenlos aus.

Auf einen Blick
  • Es sind über 200 Viren bekannt, die zu Erkältungssymptomen und Schnupfen führen können

  • Die häufigsten Erreger von Schnupfen sind Rhinoviren

  • Durch verminderte Durchblutung der Nase bei Kälte ist die Schleimhaut in kalter Umgebung anfälliger für Viren

  • Übertragung von Erkältungsviren erfolgt über Tröpfchen- oder Schmierinfektion

Begleitsymptome bei Schnupfen

Als Schnupfen bezeichnet man die Entzündung der Nasenschleimhaut. Schnupfen ist keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom und kann akut oder chronisch sein. Symptome bei Schnupfen sind laufende Nase, Niesreiz, erschwerte Nasenatmung, tränende Augen und gegebenenfalls Kopfschmerzen.

Farbe des Nasensekrets

Die Farbe des Sekrets, das bei Schnupfen aus der Nase abgesondert wird, kann Hinweise auf die Ursache des Schnupfens geben.

  • Weißes/durchsichtiges Sekret: Durchsichtiges bis weißes Sekret spricht für eine harmlose Ursache des Schnupfens wie einen viralen Infekt oder eine Allergie. Durchsichtiges Sekret kann allerdings auch bei einem Fremdkörper in der Nase auftreten. Insbesondere bei Kindern sollte bei Verdacht diese Ursache ausgeschlossen werden.

  • Gelbes Sekret: Gelbes Sekret spricht für eine Erkältung, also einen viralen Infekt. Die gelbe Farbe kommt durch Immunzellen, die in der Nase die Erreger bekämpfen und mit dem Sekret abtransportiert werden.

  • Grünes Sekret: Grünes Sekret sollte immer Anlass für einen Besuch beim Arzt oder bei einer Ärztin sein. Es könnte eine bakterielle Infektion zugrunde liegen, die möglicherweise eine antibiotische Therapie erforderlich macht.

  • Rotes Sekret: Rot gefärbtes Sekret beruht auf Blutbeimengungen. Diese können durch kleine Läsionen der Schleimhaut hervorgerufen werden und bis zum Nasenbluten führen. Außerdem können Infektionen mit bestimmten Erregern blutigen Schnupfen auslösen. Bei anhaltendem oder wiederkehrendem Nasenbluten oder blutigem Schnupfen sollte ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.

  • Braunes Sekret: Braunes Sekret kann die ungefährliche Folge des Einatmens von Staub oder Ruß sein, der von den feinen Nasenhärchen abgefiltert wurde. War dies nicht der Fall oder hält der braune Nasenausfluss an, kann es sich um älteres Blut oder auch eine Pilzinfektion handeln. In diesem Fall sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Ursachen von Schnupfen

Es gibt verschiedene Auslöser von Schnupfen, die zu akuten oder chronischen Beschwerden führen können. Die häufigsten Ursachen von Schnupfen sind:

  • Grippaler Infekt

  • Allergie

  • Erkrankungen oder Veränderungen mit Beteiligung der Schleimhäute

  • Übermäßiger Gebrauch von Nasenspray oder -tropfen

  • Medikamenteneinnahme

Die häufigste Ursache für akuten Schnupfen ist ein grippaler Infekt (Erkältung). Über 200 verschiedene Viren können Auslöser für einen grippalen Infekt sein. Die Ansteckung findet überwiegend über Schmier- und Tröpfcheninfektion statt.

Auch im Rahmen einer Coronainfektion kann Schnupfen auftreten. Erkältungen treten saisonal gehäuft auf, da die Übertragung in Innenräumen begünstigt wird und die Nasenschleimhaut bei Kälte anfälliger für Viren ist. Ein grippaler Infekt und damit auch der Schnupfen heilen in der Regel innerhalb weniger Tage folgenlos aus.

Allergien sind ebenfalls ein häufiger Auslöser für Schnupfen. Dieser tritt dann in bestimmten Situationen oder Jahreszeiten auf. Das Immunsystem reagiert mit einer überschießenden Reaktion auf ein Allergen, zum Beispiel Pollen oder Stäube. Im Unterschied zur Erkältung verschwinden die Beschwerden innerhalb von Minuten bis Stunden nach Entfernen oder Meiden des Allergens.

Seltener sind chronische Erkrankungen die Ursache für Schnupfen. Ein Beispiel hierfür ist Mukoviszidose. Bei dieser Krankheit wird aufgrund eines Gendefekts überall im Körper zu zäher Schleim gebildet, sodass die Schleimhäute nicht richtig arbeiten können. In der Nase kann das zu Schnupfen führen. Ein weiteres Beispiel ist die Granulomatose mit Polyangiitis, eine Gefäßerkrankung, die vor allem in kleinsten Gefäßen der Nase und Niere Entzündungen auslöst. Dabei kommt es zu blutigem Schnupfen.

Übermäßiger Gebrauch von abschwellendem Nasenspray mit dem Wirkstoff Xylometazolin oder Phenylephrin (meist im Anschluss an eine Erkältung mit Schnupfen) reizt die Nasenschleimhäute und trocknet diese aus. Dadurch wird der subjektiv empfundene Bedarf nach Nasenspray noch größer und es kann schnell zu Abhängigkeit kommen. Auch dieser chronische Reiz der Nasenschleimhaut ist ein möglicher Auslöser für Schnupfen.

Diagnostik bei Schnupfen

In der Regel muss bei akutem Schnupfen keine weitere Diagnostik durchgeführt werden, da sich die Beschwerden schnell von selbst bessern. Bei chronischem Schnupfen sollte jedoch ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufgesucht werden, um die Ursache ausfindig zu machen und gegebenenfalls zu behandeln. Der Arzt oder die Ärztin kann, wenn notwendig, mit speziellen Instrumenten in Mund, Nase und Ohren schauen und den Auslöser des Schnupfens feststellen.

Allergischer Schnupfen kann durch einen Hautarzt oder eine Hautärztin mit einem Allergietest festgestellt werden. So kann das auslösende Allergen identifiziert und in Zukunft gemieden werden.

Behandlung von Schnupfen

Bei akutem Schnupfen bedarf es in der Regel keiner speziellen Therapie. Meist dauert es nur wenige Tage, den Schnupfen wieder loszuwerden. Bei besonders starken Beschwerden oder eingeschränkter Nasenatmung können Inhalationen oder pflanzliche Wirkstoffe helfen, den Schleim zu lösen. Gängige Mittel bei Schnupfen sind das Feuchthalten der Atemwege durch Inhalation und ausreichende Trinkmenge, Schlafen mit angehobenem Oberkörper und Rotlicht bei festsitzendem Schleim. Auch abschwellende Nasensprays können angewendet werden, diese sollten aber nicht länger als 7 Tage benutzt werden, um Schleimhautreizungen und Abhängigkeit vorzubeugen.

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Auch bei allergischem Schnupfen ist in den meisten Fällen keine spezifische Therapie notwendig. Wenn möglich, sollte der Auslöser der Allergie festgestellt und gemieden werden. In besonders schweren Fällen kann auch eine Desensibilisierungstherapie durchgeführt werden.

Tritt der Schnupfen im Rahmen von anderen chronischen Erkrankungen auf, sollte in erster Linie die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund stehen.

Vorbeugung von Schnupfen

Schnupfen vorbeugen ist möglich, indem Erkältungen vorgebeugt wird. Das gelingt durch Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln wie Hände waschen, Abstand halten, Husten- und Niesetikette einhalten. Das Immunsystem hat besonders im Winter viel Arbeit mit der Abwehr verschiedenster Erreger. Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft können das Immunsystem unterstützen und Schnupfen vorbeugen.

FAQ

Die Behandlung von Schnupfen ist abhängig von der Ursache. Am häufigsten tritt Schnupfen im Rahmen von Erkältungen oder Allergien auf. Eine spezifische Therapie ist in der Regel nicht nötig, da sich die Symptome innerhalb weniger Tage von selbst bessern. Die Schleimhäute sollten mit Inhalationen und ausreichender Trinkmenge feucht gehalten werden. Abschwellende Nasensprays und pflanzliche schleimlösende Wirkstoffe können kurzfristig zur Hilfe genommen werden. Bei allergischem Schnupfen bessern sich die Symptome durch Meiden des Auslösers innerhalb von Minuten bis Stunden.

Innerhalb weniger Tage sollte Schnupfen im Rahmen einer Erkältung rückläufig sein. Allergischer Schnupfen bessert sich innerhalb von Minuten oder Stunden nach Meiden des Auslösers. Bei länger anhaltendem Schnupfen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schnupfen ist nur ansteckend, wenn er im Rahmen eines Infektes auftritt. Die Infektiosität beginnt einige Tage vor den Symptomen (also vor Beginn des Schnupfens). Sind Erkältung und Schnupfen ausgeheilt, ist auch die Ansteckung nicht mehr möglich. Allergischer Schnupfen dagegen ist nicht ansteckend.

Schnupfen kann durch Erkältungsviren ausgelöst werden. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen- und Schmierinfektion. Begünstigt wird eine Infektion durch Aufenthalt in geschlossenen Räumen und Auskühlen der Schleimhäute. Schnupfen kann aber auch im Rahmen von Allergien, chronischen Erkrankungen und als Folge übermäßiger Anwendung von Nasenspray oder -tropfen sein.

Auch eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus kann sich mit Schnupfen äußern. Häufiger sind allerdings Husten, Fieber und Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Trotzdem ist auch bei Schnupfen eine COVID-19-Infektion nicht ausgeschlossen. Im Zweifel sollte ein Coronatest durchgeführt werden.

Quellen

  • Musher DM: How contagious are common respiratory tract infections? N Engl J Med. 2003;348:1256-66.

  • Passioti M, Maggina P, Megremis S, Papadopoulos NG: The common cold: potential for future prevention or cure. Curr Allergy Asthma Rep. 2014;14:413.

  • Rhinitis acuta (common cold). AMBOSS. 2021 https://next.amboss.com/de/article/vj0AXT?q=rhinitis - PkYWL6 (zugegriffen 03.12.2021) 

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